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Warlord of the Void

von Elixier
GeschichteAllgemein / P18 / Gen
OC (Own Character)
27.03.2018
03.02.2021
13
30.274
6
Alle Kapitel
28 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
05.07.2018 2.315
 
Herzlich willkommen zum nächsten Kapitel meiner kleinen Story. Ich hoffe dass es euch gefällt und wünsche euch viel Spaß beim Lesen.



Einige Minuten später

Der Konteradmiral erwartete gemeinsam mit Meresal auf die Ankunft der Befehlshaberin der Verteidigungsflotte. Beide standen auf der Brücke und Velchev schaute hinunter auf den Planeten. Erilnar war ein dreckiger braungelber Klumpen im All mit einer vergifteten Atmosphäre und einer ungesunden Oberflächentemperatur. Wie viele Planeten die von den Hutts kontrolliert wurde, hatte auch hier die ansässige Industrie deutliche Spuren hinterlassen. Für die Verbrecher Lords war die Bevölkerung nichts anderes als eine nützliche Arbeitskraft. Als die Tür neben dem Konteradmiral aufging, sah er zur Seite und entdecke Captain Gramekon. Mit einem vorsichtigen Lächeln drehte er sich zu ihr und salutierte. Bevor sie einen Fuß auf die Brücke setzte tat sie ihm gleich und mit fünf langen Schritten stand sie vor ihm. Meresal betrachtete genau wie der Konteradmiral die kleine Kuriosität die ihnen nun gegenüberstand, auch wenn man sie eigentlich nicht als klein bezeichnen konnte. Gramekon war gute 1.80 groß.

Mit pechschwarzen, knapp fünf Zentimeter langen Haaren und kaum weniger dunklen braunen Augen, einem glatten fast schon makellosen Gesicht und einer durchaus ansprechenden Figur zog sie die beiden Männer für einen Moment in ihren Bann. Sie hatte ihre Frisur ganz einfach gestaltet und ihre Haare schlichtweg nach hinten gekämmt, so dass sie was diesen Teil ihres Körpers anging kaum von einem männlichen Kameraden zu unterscheiden war. Ihre Haut hatte einen leicht bräunlichen Teint und Velchev dachte für einen Augenblick das sie vielleicht von einem Wüstenplaneten stammte, aber er wollte eigentlich keine solche Vermutungen anstellen. Gramekon nickte in die Richtung Meresals. „Captain, es freut mich das sie mich auf ihrem Schiff empfangen. Sir.“, sagte sie und straffte sich Velchev gegenüber. „Entspannen sie sich Captain. Ich habe sie lediglich hier her bestellt um einige Angelegenheiten mit ihnen zu klären und weil wir ihre Hilfe benötigen.“

Wenn Gramekon davon irritiert wurde, ließ sie sich davon nichts anmerken. „Natürlich Sir. Sofern ich dazu in der Lage bin ihnen zu helfen, werde ich ihnen zur Seite stehen.“, entgegnete sie lediglich. Er nickte und Meresal begab sich zum Kontrollpult an dem er die Aufnahme der Unterhaltung überwachen würde. „Folgen sie mir.“, befahl Velchev und ging gemeinsam mit seinem Gast in den Besprechungsraum. Dort setzte er sich an den Kopf des Tisches, nachdem er Gramekon einen Sitzplatz genau neben ihm angeboten hatte und seufzte kurz. Er stützte sich mit den Unterarmen auf dem Tisch ab und seine Augen wanderten für einen Moment über die Fläche, bevor er sich der Kapitänin zuwandte. „Wissen wie warum ich hier bin?“, fragte er und versuchte seine Stimme so emotionslos wie möglich klingen zu lassen. Sie schüttelte langsam den Kopf. „Nein das weiß ich nicht Konteradmiral.“, erwiderte sie und er glaubte ihr nach einigen Sekunden. Für ihn wirkte Gramekon zwar überrascht, aber nicht so als würde sie etwas verbergen. Sie wirkt auf mich eher so als hätte sie eine gewisse Angst vor mir. Sicher glaubt sie ich wäre wegen ihr hier. Nicht das sie irgendwie selbstbezogen erscheint, aber ganz offensichtlich ist es ihr unangenehm das ich hier so unangemeldet auftauche. Obwohl wir eigentlich auf derselben Seite sein sollten.

„Dann haben sie also keine Nachricht aus dem Kern erhalten, oder irgendwelche Informationen über das bekommen was vorgefallen ist?“, fragt er noch einmal etwas deutlicher und nun schien Gramekon sich wirklich unwohl zu fühlen. „Nein Sir ich.. ich kann mir um ehrlich zu sein keinen Reim darauf machen, was sie hier hoffen zu finden. Ich bin mir nicht sicher was sie hier mit so einer Flotte zu erreichen versuchen. Sie müssen verstehen Sir, es ist schon eine ganze Weile her dass ich einen Imperium-I oder Tector gesehen habe… und so einen Allegiance wie ihren hier habe ich bisher noch nie gesehen. Deshalb… nehmen sie es mir hoffentlich nicht allzu übel wenn ich bemerke das ich keine Ahnung habe, warum sie hier sind und was der Grund dafür sein könnte.“, erklärte sie langsam und der Konteradmiral hörte deutlich heraus wie sie versuchte ihre Worte mit Bedacht zu wählen. Velchev seufzte ein weiteres Mal und lehnte sich ein wenig in seinem Sitzplatz zurück. Er starrte auf seine Hände die er gefaltet hatte und schloss für einen Moment die Augen. Er hatte eine ungefähre Vorstellung wie das auf Gramekon wirken mochte, aber es fiel ihm selbst immer noch nicht so ganz einfach diese deutliche Tatsache auszusprechen. Er öffnete sie wieder und sah sie direkt an und verkündete: „Es hat einen schweren Zwischenfall gegeben Captain. Der Imperator ist tot.“

Gramekon schaute ihn an, als hätte er etwas gesagt das sie nicht ganz zu verarbeiten vermochte. Als würde ihr Gehirn in Zeitlupe arbeiten, verzogen sich ihre Augenbrauen in Argwohn und ihre Augen selbst sprachen Verunsicherung und Angst aus. Ihr Mund hatte sich ein bisschen geöffnet und als sie ihn wieder schloss, schaute sie mit einer ruckartigen Bewegung vor sich auf die Tischplatte. „Wie.. wie genau ist es passiert?“, fragte sie ihn leise und mit trockener Stimme. Velchev holte tief Luft und berichtete: „Nun der Imperator hat dem neuen Todesstern einen Besuch abgestattet. Wir wurden von einer Rebellenflotte attackiert und sie haben die Station vernichtet, während der Imperator noch an Bord war. Zehntausende, Lord Vader mit eingerechnet, haben bei seiner Vernichtung den Tod gefunden. Die lokale imperiale Flotte konnte sich gegen die Rebellen nicht behaupten und hat schwere Verluste erlitten, bevor sie dazu in der Lage war den Rückzug anzutreten.“ Gramekon schluckte schwer und schloss selbst für einige Sekunden die Augen. Sie schluckte noch einmal und sah ihn mit Verwirrung an. „Wer hat denn jetzt das Oberkommando?“, fragte sie mit belegter Stimme. Das Zittern in ihr war dem Konteradmiral nicht entgangen. „Der Großwesir hat die Regierungsgeschäfte und das Oberkommando übernommen.“, antwortete er und die Kapitänin nickte so als hätte sie seine Erwiderung nur am Rande mitbekommen.

„Aber warum hat er… ich meine warum hat man sie hier her geschickt? Sollten sie jetzt nicht irgendwo da draußen sein und Rebellen jagen?“, fragte sie und ihre Stimme klang ganz eindeutig wie die von jemandem der gerade mit zu vielen Fragen beschäftigt war. „Vielleicht schon. Unglücklicherweise hat mich niemand geschickt.“, sagte Velchev darauf und sie sah ihn noch verwirrter als zuvor an. „Ich bin auf meine eigene Verantwortung hier Captain. Viele der verbliebenen Befehlshaber sind desertiert und haben sich ihren eigenen kleinen Herrschaftsbereich ausgesucht. Das Imperium ist zersplittert Gramekon. Es gibt keine einheitliche Flotte mehr. Nur noch große Fetzen und kleine Flicken. Kriegsherren und selbsternannte Herrscher. Der Großwesir hat alle Hände voll zu tun, die imperialen Streitkräfte beisammen zu halten um die Rebellen auf Abstand zu halten. Die Regierung ist in Aufruhr Captain. Viele Planeten im Süden der Galaxis paktieren nun offen mit den Rebellen und deren Flotte hat bereits angefangen das Imperium hier und dort als herrschende Macht herauszufordern und in mehr Fällen als es uns lieb ist abzulösen. Es herrscht offener Bürgerkrieg. Und die gesamte Galaxis muss als Kriegsschauplatz herhalten.“, erklärte er einer zunehmend zusammengesunkenen Kapitänin. Sie atmete tief ein und aus und ein Zittern ging durch ihren Körper. Sie hatte den Kopf gesenkt und sah langsam auf. Velchev zuckte ein trauriges Lächeln über das Gesicht. Sie versuchte so wenig wie möglich von dem Chaos in ihrem Kopf sichtbar werden zu lassen. Ihre Augen verrieten sie, obwohl sie ihre Lippen unter größter Anstrengung wohl zu einem nichtssagenden schmalen Strich verkniffen hatte.

„Und sie Sir, sind sie… ebenfalls desertiert?“, fragte sie mit nur schwer verborgener Nervosität. Velchev räusperte sie und antwortete: „Ich habe lediglich die Teile der Flotte in Sicherheit gebracht die mit mir vor der Vernichtung geflohen sind. Sagen wir einfach, ich halte Pestage nicht dazu in der Lage das Imperium siegreich gegen diese Rebellion zu führen. Er ist ein Bürokrat und Staatsmann, sicherlich kein schlechter, sonst hätte ihn der Imperator nicht in dieser Position belassen, aber er ist kein Stratege oder Feldherr. Und solange er sich nicht dazu durchringen kann an jemand kompetenten die Hand über das Militär zu überlassen, denke ich nicht das ich meine Männer und Begleiter seinem Willen aussetzten möchte. Verstehen sie, ich will nicht dass man mein oder ihr Leben einfach sinnlos in irgendeiner Schlacht wegwirft, die wir ohnehin nicht gewinnen können. Und wenn wir uns einem der Deserteure anschließen, dürfen wir für ihn nur die Drecksarbeit machen und uns abschlachten lassen, was ich auch nicht für mich oder meine Untergebenen eingeplant habe. Was genau der Grund ist warum ich hier aufgetaucht bin und auch plane für erst einmal unbestimmte Zeit zu bleiben. Auf die Zentralität erhebt noch keiner der Deserteure Anspruch und so lange wir hier unterkommen können, ohne Gefahr zu laufen vom Oberkommando auf Coruscant registriert zu werden, bin ich glücklich.“ Gramekon sah ihn noch für einige Sekunden an, dann starrte sie auf den Tisch und faltete die Hände. Wenigstens hatte das Zittern in ihrem Körper nachgelassen.

„Sicherlich werden sie es nicht sofort mitbekommen. Ich muss nur alle drei Monate einen Lagebericht nach Coruscant schicken. Ansonsten passiert hier ja nicht sonderlich viel. Die Hutts haben hier die meisten Angelegenheiten in der Hand und als ich das Kommando hier übernommen habe, hat man mir eindringlich klar gemacht, dass diese Angelegenheiten auch in diesen Händen verweilen sollen. Aber… ich muss denen auf Coruscant ja nicht erzählen das sie hier aufgetaucht sind.“, meinte sie hoffnungsvoll und lächelte ihn nervös an. Dankbarkeit lag in der Stimme des Konteradmirals und er lächelte sie aufmunternd an. „Ich schulde ihnen etwas Captain. Es ist sehr freundlich von ihnen dass sie uns hier aufnehmen und uns nicht verpfeifen. Das ist nicht selbstverständlich.“ Sie seufzte und sah wieder auf den Tisch. „Ist es nicht nein… aber sagen wir einfach, das ich von dem freien Willen den wir alle besitzen eine Menge halte und es nicht gerne sehe wenn er jemandem genommen wird. Es… würde mir schlichtweg nicht in den Kram passen, wenn ich sie an das Oberkommando verrate.“ Velchev hob seine Augenbrauen und fragte: „Darf ich fragen warum?“

Sie sah zu ihm, öffnete für einen Moment den Mund und schloss ihn wieder. Dann begann sie zu erklären: „Ich bin ohne einen freien Willen aufgewachsen. In die Sklaverei geboren. Ich habe es dem Imperium zu verdanken, dass ich nun frei bin und über mich selbst bestimmen kann. Ich schulde ihm also mehr als nur meine Karriere. Aber ich kann es… naja ich kann den Gedanken nicht ertragen sie einfach so weg zu schicken und sie dann… damit in den Tod zu schicken.“ Die Kapitänin grinste ihn schief an und er nickte verstehend. „Seit wann sind sie denn hier?“, wollte er wissen und ihr Grinsen gefror etwas. „Seit knapp drei Jahren.“, entgegnete sie und der Konteradmiral verzog die Lippen. „Klingt schon fast als hätte sie jemand bestrafen wollen. Haben sie irgendwas ausgefressen?“, wollte er wissen und klang dabei etwas erheiterter als die Situation es wahrscheinlich hätte zulassen sollen. Sie legte den Kopf schief und kratzte sich über ihren Handrücken. „Nicht direkt. Ich habe… naja ich habe bevor ich das Kommando über mein Schiff bekommen habe einen Carrack Cruiser befehligt und im äußeren und mittleren Rand Piraten nachgesetzt, Schmugglern festgenommen und gesuchte Söldner dingfest gemacht. Das habe ich für ungefähr fünf Jahre gemacht. Dann hat man mich nach Eriadu gerufen, dort sollte ich an einer Neuverteilung für Sektorenkommandos teilnehmen. Als ich da ankommen bin, waren wir alle so ungefähr vom selben Rang. Aber wir waren mit beinahe 300 Kameraden dort und es gab nur vier Kommandos zu übergeben. Sie können sich vorstellen dass ich etwas überrascht war als man mich für die Zentralität ausgewählt hat. Und das Prozedere war auch etwas… fragwürdig.“

Velchev sah sie etwas verwirrt und gleichzeitig neugierig an. „Inwiefern würden sie das Prozedere als fragwürdig bezeichnen?“, wollte er wissen und sie wirkte schon fast so als wenn ihr die Frage unangenehm war. Sie sah wohl ein dass sie sich diese Frage selbst eingebrockt hatte. Sie zog die Luft durch die Zähne und antwortete: „Nun ja, man hat uns keinerlei Tests oder dergleichen unterzogen, sondern wir sind einfach ernannt worden. Es war merkwürdig. Nachdem man ein kleines Erfrischungsbuffet für uns aufgetischt hatte und wir ungefähr zwanzig Minuten miteinander geplaudert hatten, hat man uns in eine entsprechend große Versammlungshalle geführt und wir haben alle stramm gestanden. Dann sind einige Offiziere in den Raum gekommen und ehe ich noch lang und breit Gesichter studieren konnte, stand auf einmal ein Großadmiral vor mir.“ Der Konteradmiral hob seine Augenbrauen, sagte aber nichts weiter und ließ sie weiter erzählen: „Und da legt er mir doch die Hand auf die Schulter, lächelt mich an als wenn wir uns schon seit Anbeginn meiner Karriere kennen würden, dreht sich zum Rest der Offiziere und meint: „Captain Gramekon hier wäre eine äußerst passable Kandidatin für unsere Stelle im äußeren Rand.“ Sie können sich denken dass ich da doch eher bescheiden aus der Wäsche gekuckt habe.“

Velchev konnte sich das nur zu gut vorstellen und musste ein Grinsen unterdrücken. Er konnte sich ausmalen, was der jungen Frau damals durch den Kopf gegangen sein musste. „Das klingt ja äußerst interessant. Wissen sie denn wenigstens, wem sie dieses unverhoffte Kommando zu verdanken haben?“, fragte er und sie nickte schnell. „Natürlich. Es war Großadmiral Takel der mich vorgeschlagen hat.“, antwortete sie und Velchev sog tief den Atem ein. Er biss kurz die Zähne aufeinander und erwiderte: „Verstehe. Und danach sind sie ohne große Umschweife hier her gekommen?“ Sie nickte: „Ganz richtig.“ Der Konteradmiral biss sich auf die Lippe und sagte dann entschuldigend: „Dann tut es mir leid dass wir sie hier in ihrer Ruhe so stören. Ich wünschte nur wir kämen nicht mit der Nachricht vom Tode unseres Oberkommandierenden zu ihnen.“ Gramekon grinste lediglich und schnaubte: „Wenigstens passiert mal etwas in diesem Hinterhof der Galaxis. Und noch sind wir ja nicht tot.“



Ich hoffe dass euch das neue Kapitel gefallen hat und danke allen meinen Lesern. Natürlich würde ich mich sehr freuen, wenn ihr mir eure Meinung oder eure Verbesserungsvorschläge mitteilen würdet. Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit.

HG Elixier
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