Warlord of the Void

von Elixier
GeschichteAllgemein / P18
OC (Own Character)
27.03.2018
21.09.2019
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Herzlich willkommen zum nächsten Kapitel meiner kleinen Geschichte. Ich hoffe dass es euch gefällt und wünsche euch allen viel Spaß beim Lesen.



42 Stunden später

„Haben sie schon Muffensausen Captain?“, fragte Velchev und der junge Mann sah seinen Vorgesetzten mit einer unterschwelligen Spur an Vorwurf an. Er konnte sich schwer vorstellen, dass der Konteradmiral nicht zumindest einen Hauch Nervosität verspürte. Velchev saß etwas ungelenk in dem Sessel auf der Brücke der Absolution und seufzte. „Glauben sie denn nicht das wir uns über Erilnar auch ziemlich schnell… naja sagen wir im Nachteil befinden können? Immerhin wissen wir nicht genau über welche Streitkräfte die dort ansässige Flotte verfügt. Wir könnten uns auf eine unangenehme Überraschung zu bewegen.“ Velchev unterdrückte ein weiteres Seufzen und richtete sich ein bisschen. „Da haben sie nicht ganz Unrecht. Aber an ihrer Stelle würde ich mir da nicht solche Gedanken machen. Die dort befindlichen Hutts finde ich viel beunruhigender.“, gab er zu bedenken und Meresal hob eine Augenbraue. „Tatsächlich Sir? Verzeihen sie ich… bin mit den Hutts und ihren Einheiten nicht so vertraut… ebenso wenig mit ihren politischen Motiven und dergleichen… üben sie tatsächlich solch einen großen Einfluss auf die Zentralität aus?“, fragte er etwas beunruhigt und Velchev nickte schon fast abwesend.

„Unglücklicherweise ja. Die Zentralität spielt den Hutts ordentlich Credits in die Tasche. Das Imperium hat schon gute Gründe warum es dort nicht allzu große Mengen an Steuern erhebt. Es ist keine reiche Gegend verstehen sie. Und ihre Abgeschiedenheit macht sie für all die Machtblöcke in der Galaxis natürlich noch weniger interessant. Was logischerweise auch einer der Gründe ist warum wir uns dort hin zurückziehen. Jedenfalls haben die Hutts dort alle bekannten und uns unbekannten Geschäfte in der Hand.“, erklärte Velchev und der Captain rümpfte die Nase. „Verbrecherisches Pack. Man würde sich wünschen irgendwer würde diesen zu groß geratenen Würmern mal eine Lektion erteilen. Aber wir werden uns wohl mit ihnen arrangieren müssen, so lange wir dort verweilen. Wer weiß wie viele von denjenigen die für die Sicherheit der Zentralität verantwortlich sind auf ihrer geheimen Gehaltliste stehen…“, überlegte Meresal laut und der Konteradmiral brummte: „Die überwältigende Mehrheit wohl. Und die, die es nicht tun stehen wohl unter ständiger Bedrohung oder leben mit der ständigen Angst des Nachts die Kehle aufgeschlitzt zu bekommen. Eine Angst ohne die man bekanntermaßen bedeutend besser Schlaf findet. Wir müssen unter allen Umständen ein deutliches Auge auf die Crew halten, von der Sekunde an in dem wir in dem System auftreten.“

Meresal holte tief Luft und klang verstört: „Captain sie… sie wollen doch nicht ernsthaft in Betracht ziehen, das unsere Männer sich diesen Schleimbolzen hingeben und ihre Fähigkeiten wie gemeine Söldner an sie verkaufen. Wir sind doch Imperiale Soldaten. Kein gewalttätiges, gesetzloses Piratenpack.“ Velchev senkte seine Stimme ein wenig und fragte: „Captain… wann haben sie das letzte Mal ihren Sold erhalten?“ Meresal runzelte für einen Moment die Stirn und entgegnete langsam: „Nun ja ich denke genau wie sie, zu Beginn des letzten Monats, ich… oh… ja das könnte… könnte sich zu einem Problem entwickeln.“ Velchev grinste schief und fuhr fort: „Zu einem nicht ganz unerheblichen. Verstehen sie mich nicht falsch Captain, ich befehlige diese Crew nun schon seit einer ganzen Weile und ich vermute durchaus das da ein gewisses Grundvertrauen zwischen mir und den Männern besteht. Aber ich würde so eine Prüfung gern an mir vorüber gehen lassen. Sagen wir einfach das es keiner großen Vorstellungskraft bedarf sich auszumalen wie befriedigend der Gedanke für die Hutts seien muss einen Allegiance-Klasse Schlachtkreuzer zu befehligen.“ Meresal schluckte schwer und ihm wurde ein wenig schwindelig. Er stütze sich an dem Sessel in dem der Konteradmiral saß und seufzte schwer. Zu seinem Glück achtete niemand in der Crew allzu sehr auf ihn.

Er senkte seinerseits die Stimme und beugte sich kaum sichtbar ein Stück näher zu seinem Befehlshaber. „Denken sie denn dass wir.. naja eine Art.. passende alternative Motivation finden werden? Oder das wir vielleicht in dem Einkommensschirm der schon vorhandenen Imperialen unter kommen können? Überleben schön und gut, aber vielleicht gibt es doch den ein oder anderen an Bord, dem das nicht genug ist…“, sagte er so neutral es seine turbulenten Gedanken es ihm erlaubten. Velchev zuckte mit den Schultern und sog Luft durch die Zähne. Er legte seinen Kopf in Richtung Meresal und erwiderte leise: „Ich denke das wir für den Moment mit dem Umstand leben müssen, das wir ihnen für den Augenblick nur eine Alternative zu dem bieten können was Pestage für sie auf Lager hat. Wir werden sicher einen Weg finden die Mannschaften zu befriedigen, aber nach meiner Einschätzung kann das von Soldat zu Soldat unterschiedlich sein. Der ein oder andere von ihnen wird sich damit allein schon zufrieden geben. Anderen… andere werden wohl etwas deutlichere Konsequenzen zu spüren bekommen, wenn sie sich unseren Befehlen wiedersetzten. Sehen sie, ich will meine Crew nicht der Willkür von diesen Kriminellen überlassen und sie diesem Bürokratenvogel überlassen kommt mir auch nicht in die Tüte. Also sehen wir besser zu das wir sie bei der Stange halten. Befehlskette hin oder her, wenn es nach mir ginge würde ich solche drastischen Entscheidungen lieber umgehen. Es könnte nämlich sehr schnell passieren das wir die bereuen werden.“

Meresal atmete langsam aus und nickte. Er trat an den Mann an der Steuerkonsole heran die für den Kurs zuständig war und fragte: „Wie lange noch bis zu unserer Ankunft?“ Der Soldat antwortete: „Nur noch 40 Sekunden Sir.“ Der Captain nickte und sah auf die verschlossenen Fenster der Brücke. Er hatte den Kurs und die dazu passende Route persönlich sieben Mal durch den Computer der Absolution laufen lassen und sie mehrere Male mit dem Rest der Flotte abgeglichen. Einige der älteren Schiffe hatten ihren Kurs entsprechend korrigieren müssen. Die Reise in die Zentralität war keine einfach und der Weg kein bekannter. Es war nicht überraschend dass schon die ein oder andere Flotte in der Vergangenheit ihren Weg nie bis in den Sektor geschafft hatte und im Dunklen des Alls einfach verschollen war. Eine Erfahrung die geübte Sternenfahrer entsprechend vorsichtig sein ließ und den jungen Meresal der sich bisher noch auf keiner langanhaltenden Hyperraumreise befunden hatte sichtlich ins Schwitzen brachte. Er selbst zählte die Sekunden herunter in denen die Maschinen des riesigen Schlachtschiffes langsam von Hyperraum auf Realraumantrieb übergingen. Es gab das bekannte Ziehe an allen Gliedern und Muskeln im Körper der Crew und schon hatte die Absolution das Ende ihrer Reise erreicht.

Als die Sicherheitsschotten der Brückte hochsprangen und den Blick auf den Ort ihrer Ankunft freigaben war Velchev nicht der Einzige der hörbar aufatmete. Jetzt sind wir hier. Kein Vorwärts und kein Zurück. Jetzt heißt es arbeiten mit dem was du hast. Sein Blick schweifte über die vielen Schiffe die über dem Planeten zu sehen waren. Die Allermeisten von ihnen waren Frachter und Transporter unterschiedlicher Größe, Herkunft und Form, aber auch eine nicht zu übersehenden Anzahl von Kriegsschiffen umgab den Planeten. Unglücklicherweise schienen die Imperialen unter ihnen nur knapp ein Viertel der anwesenden Tonnage auszumachen. „Sind alle verbündeten Schiffe unserer Flotte anwesend?“, fragte Velchev, während seine Augen immer noch den Orbit des Planeten begutachteten. Meresal räusperte sich. „Ja Sir, alle Schiffe der Flotte haben es geschafft und sind nach den ersten Meldungen unbeschadet angekommen. Die Flotte hat die Formation angenommen die sie befohlen haben.“ Velchev nickte langsam. Die Absolution hatte in der von ihm vorgeschlagenen Formation die Position der Pfeilspitze angenommen, während die Thunderer und die Revenge etwa einen halben Kilometer links und rechts von ihr Platz genommen hatten. Nur knapp 700 m hinter der Absolution hatte die Violence den Realraum betreten und über und unter den drei „echten“ Sternenzerstörern hatten jeweils ein Victory-II Klasse Sternenzerstörer Position bezogen. Die anderen Sternenzerstörer hatten eine Phalanx Back und Steuerbord von der Absolution aufgebaut und wurden ihrerseits oberhalb und unterhalb von schweren und mittleren Kreuzern gesichert, während alle Schiffe mit geringerer Tonnage hinter ihnen blieben.

Auf diese Art und Weise konzentrierte sich die apokalyptische Feuerkraft der Absolution und die der Thunderer und Revenge auf ein recht kleines Areal, hinter dem die vergleichsweise schwach bewaffnete Violence Schutz suchen konnte und im gleichen Atemzug ihren zahlreichen Jäger in die Schlacht schicken konnte. Im gleichen Atemzug beschützen die kleineren Sternenzerstörer die Flanken der im Kern der Formation befindlichen Schiffe und boten im selben Augenblick die Möglichkeit das Netz zu schließen, wenn ein Feind töricht genug war in seine Reichweite zu gelangen. Die Flotte die über Erilnar ansässig war, machte allerdings keine Anstalten sich auch nur einen Meter in die Richtung der Neuankömmlinge zu bewegen. Stumm und wahrscheinlich ein wenig geschockt saßen die Verteidiger dort und wunderten sich zweifelsohne über den unangekündigten Besuch. Mit Eile trat Meresal an den Sessel von Velchev heran und meinte: „Sehen sie die Schiffe Sir. Keiner von ihnen zeigt irgendeine Reaktion. Denken sie dass die Verteidiger den Befehl haben in Position zu bleiben? Ihre derzeitige Aufstellung lässt auf ein Standardverfahren vermuten, dass sie benutzen um den gesamten Orbit des Planeten für Schmuggler und andere ungewollte Ankömmlinge und Abreisende zu verschließen. Sollten wir sie vielleicht… naja rufen?“ Velchev erhob sich langsam und rieb sich die Hände. „Was sehen sie Captain?“, fragte er nach einer Hand voll Sekunden und der Blick des jungen Mannes scannte bedächtig die gegenüberliegende Flotte.

Es tummelte sich eine verblüffende Bandbreite von Schiffen über Verwaltungssitz der Zentralität. Die Streitkräfte die selbst unter dem Kommando der ansässigen Regierung standen waren größtenteils Fregatten und Korvetten, deren Modelle teilweise schon zwölf Dekaden auf dem Buckel hatten und im besten Fall kurz vor dem Klonkriegen vom Stapel gelaufen waren. Die Schiffe die, die Hoheitszeichen der Hutts trugen, waren größer, zahlreicher und brachten mehr Feuerkraft mit sich. Drei große Schlachtbarken führten ganz offensichtlich das Zepter und pro Schiff hatten sie mindestens genauso viele Turbolaser und Ionenkanonen zu bieten wie ein Victory-I Klasse Sternenzerstörer. Nur das ihre Schilde nicht so viel vertragen konnten und sie selbst bei Höchstgeschwindigkeit noch von jedem derzeit anwesendem Transporter hätten überholt werden können. Daneben hatten noch eine Hand voll Kreuzer und mehrere leichtere Schiffe, ebenfalls in der Größenordnung Fregatte und Korvette die Aufgabe übernommen die Interessen der Hutts über dem Planeten zu sichern.

Die Imperialen Vertreter hingegen, waren was ihre Anzahl anging noch schlechter aufgestellt als die Flotte der lokalen Regierung. Ganz oben in der örtlichen Nahrungskette, standen zwei Victory-Klasse Sternenzerstörer und ein Sternenzerstörer der Venator-Klasse, bei dem schon der ein oder andere Quadratmeter an Lackierung sichtlich verblasst war. Dazu gesellten sich zwei Acclamator-Klasse Kreuzer, fünf Dreadnaught-Klasse Kreuzer und hinter einem von ihnen versteckte sich ein Abfangkreuzer, auch bekannt als Immobilizer-418. Ein Carrack-Klasse Kreuzer und drei Munifex-Klasse Kreuzer nahmen neben zwei Nebulon B Fregatten und vier Tartan-Klasse Fregatten Platz. Das Schlusslicht bildeten 18 IPV-1 Patrouillenboote, die allesamt ein notdürftiges, imperiales Flottenzeichen oberhalb des Cockpits zeigten. Meresal Schultern sanken ein wenig und für einen Augenblick war Velchev nicht sicher, ob aus Enttäuschung, oder aus Erleichterung. „Wohl nicht ganz so was sie erwartet haben Captain hm? Sie können vielleicht verstehen warum ich nicht unbedingt geneigt war, dieser Flotte irgendeine ernsthafte Masse an Bedrohung zuzugestehen.“, erklärte der Konteradmiral und es war nicht schwer herauszuhören, das er für die Versammlung über dem Planeten nicht besonders viel Achtung über hatte. Meresal nickte stumm und schaute dann auf seine Fußspitzen. „Eine Enttäuschung.“, murmelte er und Velchev sah ihn schief an. „Wie meinen Captain?“, fragte er aufgrund der Distanz.

Der Captain drehte sich um und entgegnete wiederstrebend: „Sir Verzeihung ich… das sieht mir nicht nach einer angemessenen Besatzungsflotte aus. Nicht für unser Imperium. Die verdienen es gar nicht unser Abzeichen zu tragen.“ Es klang schon fast traurig und beschämt. Mitleid ging durch den Konteradmiral. Meine Güte, gerade erst trocken und schon an der Front. Was denkt sich die Akademie eigentlich Jungen in so einem Alter an die Flotte zu übergeben. Ein mittleres Wunder das die ohne fremde Hilfe die Uniform anbekommen. Aber naja, wir waren ja alle mal in dem Alter. In seinem Alter war ich noch Lichtjahre entfernt vom Rang des Captains. Nur Paraden und Formationsflüge gewohnt. Ob der wohl irgendwo Vitamin B hatte? Nach einem Augenblick versuchte Velchev etwas versöhnend zu wirken. „Sie müssen ja verstehen Captain das die Flotte hier keine hohe Autorität genießt. Dementsprechend wird sie auch vom Oberkommando behandelt. Nachlässig um es ganz klar auszudrücken. Die Männer die hier draußen arbeiten sind häufig auf sich selbst gestellt. Es würde mich überhaupt nicht wundern, wenn einige von ihnen hier her strafversetzt wurden. Posten wie diese hier, werden zwar nicht als zu gefährlich betrachtet, aber eben als außerordentlich undankbar. Sie können bestimmt nachvollziehen warum.“ Meresal straffte sich ein bisschen und versuchte seine Gefühle nicht zu sehr nach außen dringen zu lassen. „Sie haben Recht Sir. Wir sollten wohl mit ihnen zuerst Kontakt aufnehmen. So könnten wir zumindest schon mal von vorne herein etablieren wer hier nun das Sagen hat.“

Velchev grinste zurückhaltend und antwortete: „Nana, wir sollten da nichts überstürzen Captain. Immerhin müssen wir immer noch die Anwesenheit und Kraft der Hutts respektieren. Das mag uns nicht gefallen, aber wenn wir uns ihnen gegenüber unsäglich verhalten, dann senden sie und einen Kopfgeldjäger nach dem anderen auf den Hals und ich möchte nicht unbedingt meine Zeit damit verschwenden, die angeheuerten Killer zu beschäftigen. Aber kontaktieren sie das befehlshabende Schiff doch bitte.“ Der Captain tat wie geheißen und nach einigen Sekunden hörte man die Stimme eines ganz eindeutig nicht entspannten Individuums. „Imperiale Flotte, hier spricht Captain Gramekon. Ich heiße sie im Namen der Erilnar Verteidigungsflotte willkommen. Darf ich den Grund ihres Aufenthalts erfahren? Ihre Ankunft wurde mir nicht bekanntgegeben.“, kam es etwas rauschend aus dem Verbindungskanal und Meresals Blick huschte überrascht zu Velchev und er formte mit dem Mund: „Eine Frau.“ Velchev konnte ein Kichern noch gerade so unterdrücken. Ein Tag der Überraschungen für den jungen Offizier. Vorsichtig, ohne dass es über Com zu hören gewesen wäre räusperte er sich und erwiderte dann mit seiner Flotte angemessener Autorität: „Hier spricht Konteradmiral Velchev. Gehe ich richtig in der Annahme das es sich bei ihnen um das befehlshabende Organ innerhalb der Flotte handelt?“ Für einen Moment rauschte es nur wieder im Com und dann antwortete Gramekon: „Positiv Sir. Ich befehlige die imperialen Schiffe dieser Flotte.“ Velchev nickte langsam und baute Augenkontakt mit Meresal auf.

„Wäre es möglich für sie auf einer Fähre zu uns überzusetzten? Wir haben äußerst dringende Angelegenheiten mit ihnen zu besprechen. Informationen die nur unter vier Augen zu besprechen sind.“, fragte er sie, ohne es wirklich wie eine Frage und eher wie eine dringende Bitte klingen zu lassen. Gramekon schien den Wink zu verstehen, brauchte aber dieses Mal noch länger um zu antworten. „Verstehe Sir. Ich mache mich sofort auf den Weg. Kann aber einen Moment dauern, wir müssen noch eine Fähre betanken.“, entgegnete sie und Velchev erwiderte beruhigend: „Lassen sie sich ruhig Zeit. Es eilt nicht außerordentlich.“ Es knackte und die Verbindung wurde unterbrochen. Meresal verdrehte die Augen und warf ein: „Eilt nicht außerordentlich? Sir der Imperator ist tot, das imperiale Oberkommando ist ein umgestoßener Ameisenhaufen und allen voran unter der Kontrolle eines militärischen Nichtsnutz und die Rebellenallianz verfügt über mehr Schwung als jeder imperialer Sternenzerstörer bei höchstmöglicher Überlichtgeschwindigkeit. Ich bin mir nicht so sicher ob die Situation nicht noch irgendwie deutlicher zur Eile drängen könnte.“ Velchev schmunzelte ein wenig und versuchte etwas von seiner angestauten Verärgerung zurückzuhalten. Er konnte ja verstehen das dem jungen Offizier nicht gerade nach Jubel zu Mute war, immerhin war dem bedauernswerten Kerl gerade eben quasi erst der Boden unter den Füßen weggezogen worden. Doch der Konteradmiral besaß einen Geduldsfaden der nicht so dick war wie ihn manch einer vermutete zu sein und Meresal würde eine langanhaltende Standpauke von seinem Vorgesetzten nicht gefallen. Und gebrauchen kann er sie jetzt am aller wenigsten. Also lieber runter schlucken und für später aufbewahren. Ich kann mich auch nachher noch an nem Hologramm vom Imperator austoben. Dem würde ich im Augenblick sowieso gerne mal die eine oder andere Frage stellen. Tod wie er jetzt ist kann er sie mir zwar eh nicht mehr beantworten, aber beim Captain hier hätte ich wahrscheinlich ähnliche Chancen auf eine befriedigende Antwort.

„Nun da sie nicht weiß, dass wir mit dieser Nachricht zu ihr kommen, denke ich auch nicht dass es drängt sie damit eher als nötig zu belasten. Sie soll uns ja nicht auf dem Weg hier her ihn Ohnmacht fallen, nur damit sie dann direkt auf unsere Krankenstation verlegt werden kann.“, erklärte der Konteradmiral und Meresal sah ihn irritiert an. „Sie weiß nichts davon? Woher.. wissen sie das denn?“, fragte er und Velchev seufzte. „Naja hundertprozentig weiß ich es natürlich nicht, aber nach meinem Empfinden wirkte sie ernsthaft überrascht, was unsere Ankunft anging und wenn ich ehrlich bin, glaube ich auch nicht das die Flotte so reagier hätte, wie sie reagiert hat, wenn sie gewusst hätten das der Imperator nicht mehr ist. Mich persönlich überrascht es jetzt auch nicht das sie davon noch nicht Wind bekommen hat.“ Meresal nickte abwesend und murmelte: „Die Hutts werden diese Information sicher nicht einfach so an sie weitergeben, selbst wenn sie damit irgendwelchen Druck auf sie aufbauen könnten. Und Pestage hat im Augenblick ungemein wichtigere Gebiete zu verwalten, als dieser abgelegene Sektor der ihn weder mit Materialien noch mit Steuern, oder großen Mengen an Schiffen dienen kann. So gesehen wird er sich an diese Gefilde erst wenden, wenn Coruscant schon in Flammen steht.“ Velchev zuckte mit den Schultern und mutmaßte: „Oder gar nicht erst. Wir wissen ja nicht einmal, ob er überhaupt an Coruscant festhalten kann, wenn er die Flotte nicht unter sich vereinen kann. Überlegen sie doch mal, was für eine Anzahl an Schiffen die Rebellen schon über Endor zur Verfügung hatten. Im Augenblick können die doch gar nicht schnell genug Piloten und Mannschaften ausbilden, so viele Schiffe wie sie jetzt zugeschustert bekommen, von den ganzen möglichen Überläufern haben wir noch gar nicht gesprochen. So lange also keine respektable Person das Steuer ergreift bleiben ihm vielleicht noch 10 Monate, mit ein bisschen Glück 14. So schätze ich das jedenfalls ein.“

Meresal musste den Kloß in seinem Hals nach unten zwingen. Der Gedanke das dass das Zentrum der Galaxis, der Regierungssitz des galaktischen Imperiums an diese Räuberbande fallen konnte, war kaum für ihn zu ertragen. Andererseits hatte er sich auch nicht ausmalen können, das der Imperator Zeit seines Lebens noch dahinscheide würde. Sicher, der Imperator hatte schon einige Jahrzehnte hinter sich gelassen, aber sein starker Wille und sein unerschütterlicher Glaube an das Gute und das Gerechte das vom Imperium verkörpert wurde, hätte einen Mann wie Palpatine sicher noch für einige, weitere Dekaden am Leben gehalten. Letztendlich hatte diese Hoffnung über Endor ein jähes Ende gefunden und Meresal hatte sich plötzlich einsam und allein gefühlt. Wie als hätte ihm jemand für Jahre die Augen verbunden, ihn geführt und wie aus dem Nichts seine Hand los gelassen, ohne ihm sein Sehkraft wieder zu gewähren. Innerlich wusste er dass er mit diesem Gefühl nicht allein war, aber er war nicht stark genug es offen irgendjemand gegenüber zuzugeben. Klammheimlich beschuldigte er sich selbst der Feigheit ohne richtig verstehen zu können warum. „Sir ich… ich wünschte mir wir könnten etwas dagegen unternehmen aber… vielleicht ist es nicht verkehrt gewesen das wir uns hier her zurückgezogen haben. Ich meine wenn irgendjemand, an Stelle von Pestage an die Spitze des Imperiums drängt, dann werden wir das sicherlich sofort mitbekommen. Nur weiß ich nicht, ob damit nicht noch mehr Instabilität erzeugt werden würde. Fähiger oder nicht, glauben sie nicht das diejenigen die dem Imperium wirklich ernsthaft dienen wollen, lieber im Schatten von Pestage verweilen sollten, um seine Autorität nicht zu untergraben?“

Velchev nickte und rieb sich gedankenvoll das Kinn. „Kein schlechter Einwand. Nur sehe ich nicht ganz, wie jemand von Rang und Namen so einfach hinter Pestage Platz nehmen könnte. Wir wissen ja nicht mal genau, welche Befehlshaber sich wirklich seiner Autorität unterordnen und wer genau sich selbstständig gemacht hat. Und was der Geheimdienst und die anderen Institutionen so für ihn in Petto haben, will ich gar nicht so genau wissen. Die könnten uns nebenbei erwähnt auch ganz schön übel mitspielen, wenn sie sich dazu entscheiden sollten unsere Suppe zu versalzen.“ Meresal sah auf den Eingang zum Besprechungsraum hinter der Brücke und knirschte mit den Zähnen. „Tja deswegen sollten wir besagtes Süppchen wohl lieber vorsichtig köcheln lassen. Der Geheimdienst hat auf Coruscant seine Machtbasis sicher noch erweitert, seitdem der Imperator nicht mehr ist. Sicher hatten die schon irgendein Protokoll auf Lager das für so einen Ernstfall gedacht war.“ Der Konteradmiral sah aus dem Fenster der Brücke und meinte in einiger Entfernung eine Lambda Fähre auf die Absolution zusteuern zu sehen. Nach einem kurzen, angestrengten Blick sah er sich bestätigt. „Sicherlich. Nur glaube ich, dass das eher mit der Vorsicht des Imperators zusammengehängt. Sie wissen doch, der Geheimdienst hat den Imperator doch selten mit irgendwelchen Neuigkeiten überraschen können. Man munkelt ja dass er sich deswegen so aus dem öffentlichen Leben zurückgezogen hat. Weil ihn nichts mehr wirklich begeistern konnte.“

Meresal bejahte und sah ebenfalls aus dem Fenster der Brücke. Er hatte ebenfalls das Gerücht gehört, das der Imperator immer mehr von seinen Aufgaben und Tätigkeiten an Vertreter und Würdenträger übergeben hatte. Nicht das er das dem alten Mann wirklich vorhielt, Imperator hin oder her, ab einem gewissen Alter musste man einfach kürzer treten, vor allem wenn man noch die Aussicht haben wollte das Imperium für einige folgende Jahre zu regieren, aber etwas in Meresal fragte sich ob es dem Imperator nicht doch gelungen wäre diesen verwerflichen Terroranschlag der Rebellen vorherzusehen, wenn er sich persönlich um diese Angelegenheit gekümmert hätte. Eine einfache Unaufmerksamkeit konnte einem Staatsmann vom Kaliber des Imperators einfach nicht passieren, dessen war sich der junge Captain sicher. „Was meinten sie eigentlich mit vier Augen, als sie zu Gramekon sprachen Sir? Wollen sie mich bei der Unterhaltung mit ihr nicht dabei haben?“ Velchev gluckste und legte den Kopf schief. „Haben sie so wenig Vertrauen in mich Captain?“ Meresal fühlte sich von dieser Frage etwas übertölpelt und entgegnete: „Nun ja ich… nein eigentlich nicht Sir ich… dachte nur da sie… mich auch bei den anderen Captains mit dabei gehabt haben da… hat mich das nur verwundert ich…“ Velchev hob sein Kinn ein wenig und senkte seine Augenlider. Dieser Anblick brachte Meresal zum Schweigen. So sah der Konteradmiral eher abschätzend und zurückgezogen aus. „Sie werden an der Unterhaltung teilhaben. Allerdings nur als ungesehener Beobachter. Sie werden sich an das Sicherheitssystem des Schiffes klemmen und mit der Sicherheitskamera im Besprechungsraum eine genaue Ton und Bildaufnahme von meinem Austausch mit Gramekon machen. So können wir danach noch eine ausführliche Analyse gemeinsam mit den uns bereits loyal gegenüber stehenden Captains machen. Wenn wir eines Tages in diesem System von unseren Waffen Gebrauch machen, dann will ich das Gramekon dieselben Ziele hat wie ich. Und zwar im wortwörtlichen und übertragenen Sinne.“



Ich hoffe dass euch das neue Kapitel gefallen hat und ich würde mich freuen, wenn ihr mir eure Meinung oder eure Verbesserungsvorschläge mitteilen würdet. Vielleicht darf ich euch ja auch beim nächsten Mal begrüßen.

HG Elixier
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