Versprechen

GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P16
Bellamy "Bell" Blake Clarke Griffin Dr. Abigail "Abby" Griffin Marcus Kane
26.03.2018
15.06.2019
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Nachdem sie das Council-Treffen beendet hatten, waren Abby und Marcus in die Essenshalle gegangen, um ein wenig zu Essen. Sie waren sich sicher, dass Clarke bei Bellamy war und so mussten sie sich wenigstens für den Moment nicht um ihn sorgen. Beim Essen stießen mehrere Leute zu ihnen, unter ihnen Raven und Murphy, die sich nach Bellamy Befinden erkunden wollten, aber auch weitere Bewohner Arkadias, die wissen wollten, wie auf die Grounder reagiert werden würde. Beiden Gruppierungen konnten die beiden Eltern nicht viel erzählen. Ersteren nicht, weil Bellamy sich noch immer nicht gerührt hatte, Zweiteren nicht, weil sie das im Council so abgesprochen hatten. Sie wollten erst am morgigen Tag von ihrer Entscheidung berichten, um mögliche Angst und Panik nicht früher als nötig zu schüren.

"Was machen wir, wenn Bellamy bis zu dem Kampf noch nicht aufgewacht ist?"

Als sie sich nach ungefähr einer Stunde wieder in Richtung der Krankenstation bewegten, sprach Kane das an, was ihm schon seit mehreren Stunden durch den Kopf schwirrte. Er hatte Angst, dass sein Sohn regungslos im Bett lag und keinerlei Chance zur Verteidigung hätte, wenn die Feinde zu ihnen stießen.

"Entweder Jackson oder ich werden die ganze Zeit in der Krankenstation sein."

Abby nickte ihm versichernd zu, als sie vor der Tür der Krankenstation angekommen waren. Einer der Ärzte wäre stets dort, um möglichen Verletzten möglichst schnell helfen zu können.

"Aber wenn sie hier rein gelangen?"

Marcus' Brust schmerzte bei dem Gedanken daran. Er war sich nach Octavias Verhalten vor zwei Tagen sicher, dass keiner der Grounder davor zurückschrecken würde, einen ohnmächtigen Jungen zu ermordern.

"Ich würde ihn mit meinem Leben beschützen, okay?"

Abby blickte ihm ernst in die Augen, sodass keine weitere Widerrede mehr möglich war. Sie wollte nicht, dass Marcus glaubte, jemand würde seinen Sohn umbringen, solange sie daneben stand. Sie würde dafür sorgen, dass dies nicht passierte.

"Danke."

Marcus seufzte leise und presste seiner Freundin einen kurzen Kuss auf Wange, bevor er seine Hand an die Klinke der Tür legte und sie aufschob. Er trat über die Schwelle in den bekannten Raum, in dem er so viele der vergangenen Stunden verbracht hatte, nur um nach wenigen Schritten erstarrt stehen zu bleiben. Er stoppte so unvermittelt, dass Abby stolpernd gegen ihn stieß und leise fluchte. Was hatte er denn plötzlich? Marcus drehte sich mit offenem Mund zu ihr herum, sagte nichts und wandt sich wieder um.

"Was hast du?"

Abbys Sicht war durch Marcus' Rücken vor ihr eingeschränkt, weshalb sie nicht das Gleiche sehen konnte wie er.
Marcus konnte ihr nicht antworten, sondern blickte weiterhin zum dem Schauspiel, was sich ihm bot. Dort in dem Bett, in welchem er jedesmal zuvor, wenn er die Station betreten hatte, seinen ohnmächtigen Sohn erblicken hatte können, lag nun auch Clarke. Beide schliefen selig, doch Bellamys Arme waren um Clarkes Körper geschlungen, weshalb er sich sicher war, dass sein Sohn wach gewesen sein musste.

"Sie lagen schon so da, als ich kam."

Jackson, der schon seit einigen Minuten in der Krankenstation war, eilte schnell an die Seite seines Kanzlers, als er ihn mit erstauntem Blick an der Tür stehen sah.

"Was ist denn?"

Abby schob sich an ihrem Freund vorbei, um selber einige Meter weiter zum Stoppen zu kommen. Sie konnte nun auch das erkennen, was die Männer schon zuvor erblickt hatten können. Ihre Tochter lag neben Bellamy in seinem Krankenbett, ihr Kopf war gemütlich auf seiner Schulter platziert.

"War er wach?"

Marcus trat näher an das Bett heran, während er sprach. Seine Augen waren fest auf die beiden Jugendlichen gerichtet.

"Wahrscheinlich."

Abby folgte ihm nickend, während Jackson zurück an seine Arbeit ging. Er wollte die beiden Eltern nicht weiter stören.

"Er liegt anders."

Auch Abby entging Bellamys neue Liegeposition und dessen Arme um dem Körper ihrer Tochter nicht.

"Sie sehen so friedlich aus."

Marcus stand inzwischen direkt neben dem Bett und schaute zu den schlafenden Kindern hinab. Er genoss es, beide so entspannt und ruhig sehen zu können.

"Ja, das tun sie."

Abby lächelte leicht und stellte sich neben ihren Freund, um ihm einen Arm um die Hüfte zu legen. Marcus zog sie zu sich heran, woraufhin Abby sich näher gegen ihn kuschelte. Sie wollte ihrer Kinder wirklich häifiger so sehen. Sie hatten all das Leid und die Gewalt dieser Welt nicht verdient.

"Sollen wir sie wecken?"

Nachdem sie einige Minuten stumm dargestanden hatten, setzten sich die beiden auf die Stühle neben dem Bett. Marcus flüsterte leise und Abby versuchte, ihm ebenso leise zu antworten.

"Ich weiß nicht, vielleicht -"

Ihre gedämpfte Stimme wurde durch ein leichtes Seufzen und das Rascheln der Bettdecke unterbrochen. Beide Erwachsene blickten direkt alarmiert zu dem Bett, um Clarke zu sehen, die sich langsam räkelte. Zögernd öffneten sich ihre Augenlider, die verwirrt gegen das helle Licht anblinzeln mussten. Sie schien ein wenig zu brauchen, bis sie Marcus und ihre Mutter neben dem Bett ausmachte, was beide amüsiert beobachteten. Clarke hatte offensichtlich sehr tief geschlafen, denn sie wirkte sichtlich verwirrt und fuhr sich mehrmals durch die verschlafenen Augen.

"Was -"

Sie legte verwundert ihre Stirn in Falten, als sie die Situation langsam verstand und hob ihren Kopf schwerfällig von Bellamys Schulter, um sich in eine sitzende Position zu schieben.

"Was macht ihr?"

Abby lachte leise, als sie die müde Stimme ihre Tochter vernahm. Vermutlich dachte sie, sie hätten sie schon seit Stunden beobachtet.

"Wir sind gerade erst gekommen."

Beruhigend schüttelte Abby den Kopf, bevor Marcus zur Frage ansetzte.

"War er wach?"

Clarke konnte ein glückliches Lächeln in Marcus', aber auch in Abbys Gesicht erkennen, als sie bejahend nickte.

"Er war aufgestanden, als ich kam, aber ich habe ihn schnell wieder ins Bett verfrachte und wir sind anscheinend, naja, beide eingeschlafen."

Ein wenig verlegen zuckte Clarke die Schultern. Sie konnte sich selber nicht mehr  daran erinnern, wie sie beide eingeschlafen waren. Eigentlich hatte nur Bellamy schlafen sollen und sie hatte neben ihm sitzen bleiben wollen, doch offensichtlich hatte auch sie einigen Schlaf nachzuholen gehabt.
Marcus und Abby hatten noch gar nicht die Möglichkeit gehabt, nach Bellamys Empfinden zu fragen, da bewegte sich dieser schon leise stöhnend. Offensichtlich hatte er noch Schmerzen. Seine Bewegungen wurden ein wenig langsamer, ehe auch seine Augenlider flatterten und sich letztlich jedenfalls halb öffneten. Er wirkte nicht minder verwirrt als Clarke einige Sekunden zuvor und schien auch das Gefühl zu haben, sich wie Clarke aufsetzen zu müssen.

"Bleib liegen, Bellamy."

Sie drückte ihn sanft an der Schulter nach unten, woraufhin sich dieser seufzend wieder zurück in die Kissen fallen ließ. Es dauerte ein wenig, ehe Bellamy langsam begann, sich mit müden Augen umzusehen. Sein Blick traf auf den von Marcus', welcher mit einem breiten Grinsen neben seinem Bett saß. Es glitzerten kleinen Tränen in seinen Augen, weshalb Abby schmunzelnd ihr Wort an seinen Sohn richtete. Sie war sich sicher, dass Marcus gerade zu sehr damit beschäftigt war, seine Freundentränem zurückzuhalten, um das Gespräch zu beginnen. Es fiel eine riesen Anspannung von ihm ab, die sich über die letzten Tage in ihm angestaut hatte. Er hatte unglaubliche Angst gehabt, seinen Sohn nie wieder sprechen zu hören.

"Wie geht es dir, Bellamy?"
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