Geschichte: Fanfiction / TV-Serien / GSG9 / Narben

Narben

GeschichteAllgemein / P12
Gebhard Schurlau
26.03.2018
06.04.2018
4
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26.03.2018 805
 
*Ankündigung*

Wie immer ist die Handlung frei erfunden und fiktiv. Die Serie gehört mir nicht.

Viel Spaß und FB ist gern gesehen!

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„Sophia ist sehr still geworden. Sie isst kaum, schläft schlecht und ihre Noten rutschen ab.“

Besorgt sah Maja auf Geb, der extra für das Treffen in die neue Wohnung gekommen war. Eigentlich lebten beide in Trennung, hatten aber noch immer Gefühle füreinander. Auch wenn das niemand zugeben wollte.

Nach der Geiselnahme,  die ihre Tochter und deren Freund involviert hatte, waren zwei Wochen vergangen und von Normalität schien die Familie noch weit entfernt zu sein.

Nachdenklich blickte der GSG- 9 Beamte zum Nebenzimmer, in dem seine Tochter auf der Couch saß und gedankenverloren nach draußen sah.

„Vielleicht braucht sie eine Therapie. Ich denke, sie ist traumatisiert.“

Geb, der Psychologen mit Skepsis sah, legte die Stirn in Falten.

„Ist das nicht ein bisschen früh? Sie muss das doch auch erst einmal für sich verarbeiten.“
Aber Maja sah ihren Ex Mann verwundert an.

„Glaub mir, wenn du sie nachts im Schlaf schreien hörst, sagst du das nicht mehr.“
Unsanft stellte sie seine Kaffeetasse auf der Tischplatte ab.

„Apropos. Wo wir dabei sind. Wann hast du das nächste Mal frei? Ich finde, dass du mal wieder was mit den Mädels machen könntest. Oder speziell mit Sophia. Ich glaube, so ein Vater- Tochter- Wochenende würde euch gut tun. Auch um das was ihr gemeinsam erlebt habt, noch einmal aufzuarbeiten.“
Geb wirkte wenig begeistert, machte aber gute Miene zu bösem Spiel. Immerhin bereitete ihm der Sachverhalt nicht weniger Sorgen als Maja, auch wenn er das nicht zugab. Obwohl es für Teenager normal schien, hatte auch er eine gewisse Verhaltensveränderung an seiner Tochter festgestellt. Sie wirkte sehr in sich gekehrt, lachte weniger und war sehr schreckhaft geworden.

„Nächstes Wochenende kann ich mir frei nehmen. Ich frag Anhoff, nehme unbezahlten Urlaub und dann fahren wir raus nach Brandenburg. Spreewald, da wo es ihr früher immer gefallen hat.“
Majas Gesicht lockerte sich auf.

„Klingt gut. Dann übernehme ich Lissy und gehe mit ihr in den Zoo. Sonst beschwert sie sich wegen der Gleichberechtigung.“

Geb nickte, sah seine Partnerin dann nachdenklich an.

„Hat sie mit dir über den Vorfall  geredet, als du sie gefragt hast?“
Unglücklich bewegte Maja den Kopf hin und her.

„Kein einziges Wort. Vielleicht wäre es gut, wenn wir ihr reinen Wein einschenken. Immerhin hat sie Demir und deine Kollegen im Vollschutz erlebt. Bisher hat sie Demir und deine Kollegen ja nur in Zivil gesehen und nimmt an, du wärst bei der Streifenpolizei. “
Selbstsicher nickte Geb mit dem Kopf. Fast als ob für ihn bereits feststand, dass sie sich in den Folgetagen öffnete.

„Ich bekomme das hin. Mach dir keine Sorgen.“

Maja hatte den Satz bereits unendlich aus seinem Mund gehört. Sie wusste nicht mehr was sie davon halten sollte…

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Drei Tage später fuhr er an Sophias Schule vor.
Ein seltener Anblick, denn normalerweise hatte er selten Zeit für seine Familie.

„Papa, hey“
Als die 15 Jährige ihren Vater sah, erhellte sich ihr Gesicht.

„Ich dachte, du sagst vorher ab.“
Empört blickte Geb seine Tochter an.

„Na, hör mal. Hab ich dich jemals angelogen?“

Sie schüttelte mit dem Kopf.

„Nein, aber Termine versäumt.“
Der Set-Führer setzte  eine traurige Grimasse.

„Das wird ein richtig geiles Wochenende. Du wirst sehen. Ich hab deine Tasche schon von Mama abgeholt. Freust du dich?“
Sophia nickte.

Geb schien sichtlich euphorisch, hatte seinen Pieper vorsorglich zu Hause gelassen und wie geplant  zwei Tage unbezahlten Urlaub genommen.

„Was ist eigentlich mit deinem Freund? Diesem Julian? Hast du ihn gefragt, ob er mit möchte?“, erkundigte sich der Polizist und erhielt ein schnelles Kopfschütteln.

„Wir sind nicht mehr zusammen.“
Geb sah erstaunt auf.

„Wie? Seit wann denn das?“

„Hat einfach nicht gepasst. Wir sind zu unterschiedlich.“
Spätestens jetzt realisierte er, dass Sophia wirklich ein Problem hatte. So frisch verliebt und anhänglich wie er beide am Tag der Rettung erlebt hatte, konnte er sich nur schwer vorstellen, dass sie die Beziehung aus einer  reinen Laune beendet hatte.

„Aber das war doch so ernst zwischen euch.“
Sophia antwortete nicht, fuhr sich stattdessen durch die Haare.

„Können wir das Thema jetzt bitte lassen? Es ist vorbei und das sollten alle akzeptieren.“

Kritisch sah der Polizist die Jüngere von der Seite an, nickte aber. Wirklich glücklich wirkte sie keineswegs. Eher bedrückt und traurig.

„Kann ich Musik rein machen?“, versuchte sie nach einiger Zeit die Anspannung zu lösen und holte eine CD hervor.

„Klar, was hast du dabei?“

„Die neue Platte der Pilots.“

„Cool, leg rein“, forderte sie Geb auf, weshalb Sekunden später die eindringliche Rockmusik ertönte.
Besorgt beobachtete Geb, wie Sophia aus dem Fenster sah und den müden Kopf gegen die Scheibe lehnte. Sie schaute ausdruckslos nach draußen.

Ein Blick, der dem Polizisten Angst machte und ihn sehr an die Vorkommnisse der letzten Wochen erinnerte.
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