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Für immer (one-shots)

GeschichteAllgemein / P12 / Gen
Demir Azlan Frank Wernitz Freddy Sedlack Gebhard Schurlau Konny von Brendorp
25.03.2018
25.04.2018
16
22.482
 
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26.03.2018 548
 
*Kapitel 2*

Im zweiten Teil geht es um die Nachwirkungen eines heftigen Einsatzes. Geb und sein Team haben nach einem Übergriff mehrere tote Kinder zu beklagen, die nicht rechtzeitig gerettet werden konnten und vor den Augen der Bundespolizisten starben.

Geb kämpft mit den Bildern der letzten Stunden und muss sich eingestehen, dass auch er verletzlich ist.

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Mit Tränen in den Augen saß Geb Schurlau vor dem Bett seiner jüngsten Tochter und beobachtete das Mädchen beim Schlafen.
Normalerweise war der Bundespolizist hart im Nehmen, aber der Anblick der letzten Stunden hatte selbst ihn geschockt und steckte ihm noch tief in den Knochen. Die Eindrücke hatten sich tief in sein Hirn gebrannt.

Jedes Mal wenn er zur Ruhe kam, liefen die Bilder vor seinem Inneren in der Endlosschleife ab.  Die Heranwachsenden waren nicht älter als Lissy gewesen. Kinder zwischen 8 und 10 Jahren, die fast das ganze Leben vor sich gehabt hatten. Kinder, die unschuldig waren und deren Leben durch Sinnlosigkeit beendet wurde.
Aufmerksam lauschte der Familienvater den gleichmäßigen Atemzügen der 9- Jährigen. Es hatte fats etwas meditatives.  Ihr ruhiges Atmen symbolisierte Leben, die Tatsache, dass es Lissy gut ging und sie bei bester Gesundheit war.
Liebevoll strich er ihr über die Stirn, zog dann seine Hand zurück und sah gleichbleibend auf sein kleines Mädchen, während sich die warmen Tränen einen Weg aus seinen Augen suchten.

Er wusste nicht, wie lange er bereits an ihrem Bett gesessen hatte, als ihn das Knarren der Tür zusammenzucken ließ.
Geb musste sich nicht umdrehen, um zu wissen, um wen es sich dabei handelte.
Er spürte eine warme Hand auf seiner Schulter, unterdrückte aber den Reflex sich nach hinten umzudrehen.

Auch so hätte er seine Frau zwischen tausenden unterscheiden können.
Wortlos bewegte er seinen Arm und platzierte seine Finger auf Majas Hand.

„Ich bin da“, flüsterte sie leise, was er mit einem stummen Nicken kommentierte.
Eigentlich war es ihm unangenehm, dass sie ihn in dieser Lage sah, aber gleichzeitig hatten sie die Höhen und Tiefen ihrer Ehe zusammengeschweißt.

Nachdem er sich etwas gefasst hatte, erhob er sich leise nach oben, schloss kommentarlos die Tür und folgte ihr in die Küche, wo sie ihm einen starken Kaffee reichte.

Wie ein nasser Wassersack ließ sich Geb auf einen der Stühle fallen und sah traurig vor sich hin, während er an seiner Tasse nippte.

„Was ist passiert?“, hörte er Majas vertraute Stimme sage und schüttelte nur stumm mit dem Kopf.

„Sie sind gestorben. Alle sind tot. Wir waren zu spät“, sprach er kaum hörbar und erschrak über seine eigene Gefühlskälte, mit der er die Worte ausgesprochen hatte. Es fühlte sich an, als ob er sich selbst völlig fremd geworden sei.
Seine Frau schwieg.

„Sie waren Kinder, Maja. Kleine Kinder“, versuchte er das was er gesehen hatte in Worte zu fassen. Sie sagte nichts, hörte einfach nur zu und war da, bis er ihr nahezu mechanisch ins Schlafzimmer folgte.

Völlig geistesabwesend zog er sich sein Schlafzeug über, kroch dann neben sie unter die warme ecke.
Maja suchte nach seiner Hand, die sie viel sagend drückte, als ob sie ihm symbolisieren wollte, dass sie in Gedanken bei ihm war.
Eine Geste, die ihn innerlich vollständig kapitulieren ließ.

Zärtlich zog Maja ihren Mann zu sich an ihre Brust, wo er leise weinte und seinen Gefühlen freien lauf ließ…
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