Mein Leben an der Hero-Academia

von SuYuki
GeschichteRomanze, Freundschaft / P16
OC (Own Charakter) Shoto Todoroki
25.03.2018
19.11.2019
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Hey! ^_^

Vielen Dank, dass ihr auf meine Geschichte geklickt habt. Eigentlich hatte ich nicht vor sie zu veröffentlichen, aber irgendwie war mir in den Ferien langweilig, sodass ich angefangen habe zu schreiben und gerade wieder voll im Boku No Hero Academia-Fieber.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen!


Alles begann in der chinesischen Stadt Qingping. Die Nachricht: »Ein Baby, das Licht ausstrahlt!«
Danach entdeckte man auf der ganzen Welt Paranormales, ohne die genaue Ursache dafür herauszufinden. Heute besitzen etwas 80% aller Menschen irgendeine spezielle Veranlagung. In unserer chaotischen und wirren Welt steht nun ein Beruf im Rampenlicht, von dem einst alle sehnsüchtig träumten.

Alle, bis auf mich.

»Ich will nicht!«, rief ich zum wahrscheinlich zehnten Mal, doch auch wie die Male davor hörten mir meine Eltern genauso wenig zu. Ich hatte mir lange Vorträge über Rum, Geld und Anerkennung anhören müssen. Dinge, die ich nicht wollte. Ich wollte einfach nur ein ganz normales Leben führen.

»Du wirst auf die Yuei gehen. Ob du willst oder nicht«, sagte meine Mutter, ohne mir auch nur einen Blick zu würdigen. Sie rührte seit fast zehn Minuten den Eintopf und langsam fragte ich mich, ob dies wirklich nötig war. Doch einen Blick auf ihre Hand, auf der die Adern hervor traten, beantwortete miene Frage. Sie würde bald ihre Geduld vollends verlieren und in einen hysterischen Wutanfall verfallen. »Du hast die Aufnahmeprüfung bestanden. Es spricht also nichts dagegen. Oder möchtest du das mit deinem Vater besprechen?«

Ich schüttelte mechanisch den Kopf, bis mir auffiel, dass sie meine Geste nicht sehen konnte. Also murmelte ich ein kurzes »Nein«, bevor ich in mein Zimmer ging und die Tür schloss. Vor dieser blieb ich stehen und versuchte alles zu verdauen.

Dieser sogenannte Vater, von dem sie gesprochen hatte, war niemand anderes als mein Stiefvater. Unser Verhältnis war nicht besonders gut. Ich wollte ihm nicht noch einen Grund geben, mich zu verachten.

Doch wie sollte ich eine Heldin? Ich wollte niemanden weh tun. Ich konnte niemanden weh tun.

Die theoretische Aufnahmeprüfung war mehr oder weniger kinderleicht gewesen. Ich war im Bereich des Lernens schon immer super gewesen. Die praktische Prüfung war im Vergleich dazu deutlich schwieriger, und dennoch leichter als erwartet gewesen. Denn in dieser hatte ich nur gegen Roboter kämpfen müssen. Nicht-menschliche Roboter. Ich hatte niemanden verletzen müssen.

Meine Spezialität hatte ich von meinen Eltern geerbt. Meine Mutter konnte sich in alles, was sie wollte, verwandeln. Als ich klein war, war ich so begeistert von dieser Spezialität gewesen und hatte nur darauf gewartet, sie zu bekommen. Mein Vater wiederum hatte Materialisierungskräfte. Ob Schatten, oder Wasser, er konnte es materialisieren, erhärten und als Waffe benutzen. Schließlich war ich vier geworden und meine Kräfte hatten sich zum ersten Mal gezeigt. Es hatte meine Eltern mit unglaublichen Stolz erfüllt, als sie feststellten, dass ich beide Kräfte bekommen hatte.

Für sie war es ein Segen. Für mich kurze Zeit später ein Flucht.

Aufgrund eines Zwischenfalls wurde meine Angst vor diesen paranormalen Kräften größer. Meine Eltern ließen sich daraufhin scheiden und ich hatte meinen Vater seitdem nicht wieder gesehen. Als Mutter dann ihren jetzigen Ehemann kennengelernt hatte, wurde mein Leben noch schlimmer.

Nur an eins hielt sie noch penetrant fest. Sie wollte, dass ich eine Heldin wurde.



Heute war mein erster Schultag an der Yuei. Mit zittrigen Beinen stand ich vor dem großen Gebäude und spielte mit den Gedanken, mich einfach wieder umzudrehen und zu verschwinden. Jedoch würden es meine Eltern erfahren. Die Strafe, die mir dann bevorstand, wollte ich mir nicht einmal ausmalen.

Also zwang ich meine Beine sich zu bewegen und lief mit stark klopfenden Herzen durch die Gänge meiner neuen Schule, auf der Suche nach der Klasse 1-A. Ich fand diese auch relativ schnell und stand erst einmal vor der gewaltigen Tür, die ich bestaunte. Einige hatte ja auch Spezialitäten, die ihre Körpergröße beeinflussten beziehungsweise bestimmten. Dabei sah ich so schon neben normal großen Personen aus wie ein Zwerg. Seufzend sah ich an mir herunter. Ob ich wohl noch wachsen würde?

Ich rang noch einmal kurz mit mir selbst, bevor ich schließlich die Tür öffnete und in das Klassenzimmer eintrat. Hier waren schon zahlreiche andere Schüler versammelt, die an ihren Tischen saßen. Am auffälligsten war ein großer Junge mit Brille und blauen Haaren, der mit starker Gestik auf einen blonden Kerl einredete und ihn irgendeinen Vortrag über Anstand und Respekt hielt. Mit schnellen Schritten ging ich an den beiden vorbei. Mir war es nur recht, wenn ich nicht auffiel. Beinahe automatisch steuerten meine Beine die letzte Reihe an und ich setzte mich auf einen der hintersten Plätze neben einen Jungen mit halb weißen und halb roten Haar. Erst als ich saß und kurz ausatmete, realisierte ich, was ich gesehen hatte und musterte den Jungen. Tatsächlich. Er hatte weiß-rotes Haar. Sein linkes Auge zierte eine Brandnarbe und war türkis, während sein rechtes Auge grau war.

Ich musste wohl gestarrt haben, denn plötzlich bewegten sich seine Pupillen zu mir und sahen mich durchdringlich, fast schon warnend an. Ich wandte meinen Blick schnell nach unten, wobei mir mein langes braunes Haar ins Gesicht fiel. Verdammt, ich hatte mir doch fest vorgenommen nichts Komisches zu machen, damit ich eben nicht so abgestempelt wurde.

»Yuna-Chan?«, fragte plötzlich eine Stimme ungläubig.

Verwirrt sah ich auf und blickte geradewegs in die blauen Augen von Mizuki Yato. Ich hatte ganz vergessen, dass er sich ebenfalls beworben hatte, größtenteils auch, weil ich mein mögliches Schicksal an der Yuei verdrängt hatte.

Bevor ich auch nur reagieren konnte, zog mich Mizuki in eine feste Umarmung, die mir sämtliche Luft abschnürrte.

»Ich wusste gar nicht, dass du angenommen wurdest! Ich dachte, du wolltest keine Heldin werden«, sagte er.

»Ich... Luft...«

»Oh, tut mir leid«, sagte Mizuki und ließ mich direkt los. »Also, sag schon, was hat die Meinung von unserer verehrten Yuna Yukiri geändert.«

Fieberhaft dachte ich nach einer möglichen Erklärung nach und bemerkte dabei, wie sich alles in mir sträubte den blondhaarigen Jungen mit dem spitzbübischen Gesicht vor mir anzulügen. Ich kannte Mizuki jetzt schon seit dem Kindergarten. Wenn einer die Wahrheit verdient hatte, dann er. Doch hier konnte ich es ihm nicht erzählen. Niemand sollte erfahren, dass ich nicht aus demselben Grund wie alle anderen hier war. Zu meiner Erleichterung, wurde die Aufmerksamkeit sämtlicher Schüler auf den Lehrer gelenkt, der in einem komischen Kokon die Klasse betrat.

»Es hat 8 Sekunden gedauert, bis ihr verstummt seid«, sagte er zu dem Jungen, der vorhin den Vortrag gehalten hat, einem grünhaarigen Wuschelkopf und einem Mädchen mit kurzen braunen Haaren. »Zeit ist endlich. Euch mangelt es an Rationalität.«

Dann wandte er sich an die Klasse und stellte sich kurz vor. »Ich bin Aizawa Shota, euer Klassenlehrer. Freut mich.«

Für einen Moment entglitten mir meine Züge. Das war unser Lehrer? Vielleicht würde die Schule doch nicht so schwer sein, wie ich dachte. Wenn sogar der Lehrer im Schlafsack zum Unterricht kam. Meine Hoffnung wurde jedoch sogleich im Keim erstickt. Er trug uns auf, unsere blau, weißen Anzüge anzuziehen und zum Sportplatz zu gehen für einen sogenannten "Spezialitäten-Erfassungs-Test".

»Und die Eintrittsfeier? Die Einführung?«, fragte das braunhaarige Mädchen fassungslos.

»Wenn ihr Helden werden wollt, habt ihr keine Zeit für solche Annehmlichkeiten«, sagte Aizawa.

Und was ist, wenn wir keine werden wollen, dachte ich bitter.

»Die Yuei rühmt sich ihrer Tradition der Freiheit«, fuhr Aizawa fort. »Und ihrer Lehrer sind genauso frei. An der Mittelschule habt ihr sie doch auch absolviert. Die Fitnesstests ohne Einsatz von Spezialitäten. Der Staat hängt immer noch an Mittelwerten aus normierter Auszeichnung. Das ist nicht rational. Na, die um Erziehungsministerium sind eben auch faul. Den ersten Rang in der Praktischen hast du belegt, Bakugou?«

Er wandte sich nun an den blonden Jungen, der sich zu Anfang den Vortrag von den Brillenträger anhören musste. Nach einer kurzen Demonstration im Ballweitwurf bei der Bakugou seine Spezialität einsetzen durfte, war ich erst mal baff. Seine Explosionen waren wirklich faszinierend, aber auch unglaublich gefährlich. Damit konnte er leicht jemanden verletzen und die Tatsache, dass er beim Wurf »Stirb« gerufen hatte, beunruhigte mich auch. Die Begeisterung meiner Mitschüler konnte ich nicht wirklich nachvollziehen und auch unserem Lehrer schien sie gewaltig durch den Strich zu gehen. Doch was er uns als nächstes eröffnete, weckte bei mir Begeisterung und bei den anderen Entsetzen.

»Den, der in der Gesamtbewertung der acht Disziplinen Letzter wird, stufe ich als chancenlos ein und verweise ihn von der Schule.«

Das war meine Chance! Hätte ich die Aufnahmeprüfung nicht bestanden, wäre die Wut meiner Eltern wirklich groß gewesen. Wenn ich aber schon am ersten Tag wegen Chancenlosigkeit rausgeworfen werde, mussten sie sich eingestehen, dass ich nicht das Zeug zur Heldin hatte.

»Hey, Yuna-Chan, warum strahlst du denn so?«, fragte Mizuki, der neben mir stand, skeptisch und beäugte mich kritisch, als würde ich den Verstand verlieren.

Ich erstarrte und hielt mir beide Hände vor den Mund. »G...gar nichts«, sagte ich schnell. »Ich habe nur gerade an etwas Witziges gedacht.«

»Ah...okay«, sagte Mizuki nicht ganz überzeugt und wandte sich wieder Aizawa zu.

Ich sah mich schnell um, um sicher zu gehen, dass es sonst niemand bemerkt hatte, wurde jedoch enttäuscht, als ich auf die grau-türkisen Augen meines Sitznachbars traf. Er sah mich für zwei Sekunden genauso unergründlich monoton an wie vorher, bevor er sich ebenfalls abwandt. Hoffentlich hatte er nichts bemerkt.


Ich hätte niemals gedacht, dass Aizawa seine Aussage nicht ernst gemeint hatte. Im Gegensatz zu den anderen, die wirklich voll in ihrem Element waren und ihre Spezialitäten einsetzten, wann sie nur konnten, hatte ich die Disziplinen ohne gemeistert, wobei ich dennoch nur zweit letzte wurde. Zwar war ich nicht besonders sportlich, eher im mittleren Bereich, aber dennoch hatte es ein gewisser Izuku Midoriya geschafft, noch schlechter abzuschneiden, obwohl er beim Weitwurf um weiten besser war als ich. Wie sich aber dann direkt herausgestellt hatte, sollte der letzte Platz nicht rausgeworfen werden. Meine ganzen Bemühungen mich nicht zu bemühen waren also umsonst gewesen.

Rationale Unwahrheit. Ich schnaubte, während ich zusammen mit den anderen Schülern den Papierkram, der Lehrplan und  Bücherlisten beinhaltete, aus dem Klassenzimmer holte. Ich wollte einfach so schnell wie möglich nach Hause.

»Yuna-Chan, warte!«, rief Mizuki.

Fragend drehte ich mich um. Er kam auf mich zu gelaufen, obwohl er sich gerade noch mit einen rothaarigen Jungen mit Stachelfrisur und einem wuscheligen blonden Jungen mit schwarzen Blitz-Highlights unterhalten hatte. Wenn ich mich recht erinnere hießen sie Kirishima und Kaminari.

»Wieso hast du nicht deine Spezialität angewendet?«, fragte er. Ich bemerkte wie einige bei seiner Frage den Kopf hoben.

»Ich...ich fühle mich heute nicht so gut«, sagte ich, was nicht mal wirklich eine Lüge war.

Mizuki war jedoch nicht Mizuki, wenn er nicht weiter nachbohren würde.

»Bist du krank? Aber was hat das mit...« Bevor er zu Ende sprechen konnte packte ich ihn am Arm und zerrte ihn aus dem Klassenzimmer.
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