Von Hass (und) Liebe

GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P16 Slash
Ingo "Easy" Winter Kira Beckmann Richard "Ringo" Beckmann Tobias Lassner
24.03.2018
17.01.2020
26
54498
18
Alle Kapitel
109 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
 
Titel der Geschichte: Von Hass (und) Liebe
Kaps: [0/…]
Rating: P16/Slash
Genre: Romanze, Schmerz/Trost
Pairing: Ringsy (Richard ›Ringo‹ Beckmann/Ingo ›Easy‹ Winter)


Prolog

Lustlos durchblätterte Easy eines der Boulevardblättchen, welche sich in erschreckend hoher Stückzahl verkauften. Und das trotz dieser grässlich grellen Farben, die die Covers dieser Sorte Unterhaltungslektüre verunstalteten. Seufzend löste Easy den Blick von einer journalistisch fragwürdig gestalteten Homestory der Stars und starrte missmutig gen Himmel. Dunkel und regenschwer trieben die Wolken über die Dachgiebel. Mürrisch blies Easy die Wangen auf. An trüben, nasskalten Herbsttagen wie diesem trieb es nur vereinzelt Menschen auf die Straßen. Die meisten verbarrikadierten sich in ihren Wohnungen und verließen diese wohl nur im Falle einer Naturkatastrophe. Und so hatte Easy sich zähneknirschend um die längst fällige Inventur und Buchhaltung gekümmert, anstatt Kundschaft zu bedienen. Lediglich eine Schachtel Zigaretten sowie ein Jugendmagazin waren heute über die Ladentheke gewandert. Ein ungewohnt verbitterter Ausdruck trat auf Easys sonst so freundliches Gesicht. Sechs Euro und fünfzig Cent … Welch horrende Tagesbilanz.
»Wird man hier auch noch mal bedient?« Easy erstarrte. Ruckartig wandte er den Kopf. Dort stand er, lässig gegen die Außenwand des Büdchens gelehnt und mit einem gewohnt affektierten Lächeln auf den Lippen.
»Ringo«, knurrte Easy und trat instinktiv einen Schritt zurück. »Oh, du zeigst ja doch noch Reaktionen«, erwiderte der Blondschopf. Seine Stimme triefte geradezu vor Hohn und Spott. »Ich hatte schon befürchtet, du wärst zu allem Überfluss nun auch noch katatonisch.« Easy bedachte ihn mit einem eisigen Blick, während er einen Pappbecher mit frisch aufgebrühtem Kaffee füllte.
»Falls das deine verdrehte Art ist, deine Sorge über meine psychische Gesundheit zum Ausdruck zu bringen, dann lass‘ stecken!« Mit diesen Worten stieß Easy ihm den dampfenden Becher so unsanft gegen die Brust, dass Ringo strauchelnd zurückwich. Den Blick gesenkt und mit anklagend erhobener Augenbraue, rieb er über den mit Kaffeespritzern gesprenkelten Stoff seines lachsfarbenen Hemds. Ein scheußliches Ding, das ihm wie üblich wie maßgeschneidert am Körper klebte.
»Behandelt man heutzutage so seine zahlende Kundschaft?«
Easy schnaubte. »Nur, wenn sie es nicht anders verdient hat«, entgegnete er scharf und wandte dem Jüngeren demonstrativ den Rücken zu. Bebend vor unterdrücktem Zorn sortierte Easy bemüht konzentriert und doch sichtlich konzeptlos einen Stapel loser Quittungen. Hartgeld klirrte. Dann herrschte erneut Stille. Eine unerträgliche, zähflüssige Stille, bei der sich Easys Nackenhaare sträubten. Er hielt den Atem an. Irgendwann begannen seine Hände zu zittern.
Schier endlos rannen die Sekunden dahin, bis endlich das erlösende Knirschen von Schuhsohlen auf Asphalt erklang. Richard hatte den Rückzug angetreten. Endlich. Easy atmete erleichtert auf. Sog begierig den Sauerstoff in seine brennenden Lungen.
Er konnte bei bestem Willen nicht nachvollziehen, weshalb Yannick sich ausgerechnet in diesen lebenden Albtraum in Poloshirts verliebt hatte. Sein ewiges Hin und Her mit Ringo wird den Jungen noch in sein Unglück stürzen, dachte Easy und warf einen besorgten Blick auf die andere Straßenseite. Im Inneren der Konditorei Weigel saß Yannick an einem der Tische direkt am Fenster. Zusammen mit Kira.
Review schreiben