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Dark Blossom

von Galaktyx
GeschichteFantasy / P12 / Gen
Sakura
24.03.2018
21.10.2018
22
48.876
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24.03.2018 2.110
 
Mit gesenktem Blick stand die hoshidische Prinzessin da und wischte sich immer wieder durchs Gesicht. Der Tag ihrer Krönung war nun also gekommen, dabei war das doch nie so geplant. Eigentlich sollte nun Ryoma über das Land herrschen und mit seinen Geschwistern alles geben, um jeden gerecht zu werden. Doch nein, diese schwere Last trug nun Hinoka auf ihren Schultern. Dabei war der Verlust ihrer Brüder doch schon genug. Wie sollte sie in diesem Zustand ein ganzes Königreich regieren? Es musste machbar sein, doch nur wie? Bestimmt gab es einen Weg und ihre kleine Schwester war ja auch noch da, genauso wie ihre Getreuen.
"S-Schwester... Bist du soweit?", fragte mit einem Mal unsicher die junge Sakura, welche mit tränengefüllten Augen in den Raum sah. Beide hatten sie geweint und waren erfüllt von unendlicher Trauer, jedoch mussten sie dies auf später verschieben. "Sakura! Ja, natürlich!", erwiderte Hinoka sofort erschrocken und nickte einige Male, während sie sich nun die restlichen Tränen eifrig weg wischte, "Geh schon mal vor, ich komme gleich sofort nach!" Schwach nickte die Kleinste einzig und schloss den Raum wieder, ehe sie mit tapsigen Schritten in den großen Thronsaal eilte. Dort warteten bereits wahnsinnig viele, Bürger und Adel. Hoshiden und auch Nohren. Alle waren sie gekommen, um sie zur Krönung zu beglückwünschen. Doch war dies wirklich nötig? So etwas sollte man mit diesen Umständen nicht feiern, keineswegs. Eine Frechheit, in den Augen der Thronfolgerin.
Mit schweren Schritten lief Hinoka nun aus dem Raum, direkt auf die laute Menge  zu. Ihre eigenen Schritte halten in ihrem Kopf wieder, desto näher sie kam, umso mehr befreite sie sich von ihren Gedanken. Hoshido benötigte eine neue Regentin, es wurde also Zeit dazu. "Mutter, Vater, Brüder... Ich werde euch stolz machen, versprochen. Dich natürlich auch, Sakura.", dachte sie entschlossen und setzte ein mildes Lächeln auf, während sie nun gerade Wegs auf den Thron zu schritt. Das Haupt voller stolz erhoben, die Schritte elegant wie noch nie und die Körperhaltung gerade, aber ohne jegliche Anspannung. "Sie ist so wunderschön...", flüsterte Hana begeistert und machte große Augen, während sie begeistert die Hand von Sakura drückte. Diese versuchte sie schon seit längerem aufzumuntern, bislang erfolglos. Andauernd wollte sie alleine sein, weinte in ihrem Zimmer nur und sprach kaum noch ein Wort. All die Opfer belasteten sie weitaus mehr, als Hinoka.
Bald schon blieb die baldige Königin vor dem Thron stehen und faltete die Hände vor ihrem Bauch. Somit drehte sie sich zu allen Gekommenen um und schenkte ihnen ein mildes Lächeln. "Nun sollte eigentlich meine Krönung beginnen, aber ich bitte nochmal um eine Schweigeminute. Nicht nur für meine Brüder und Mutter, sondern um alle unnötigen Tote, die in diesem Krieg gefallen waren.", sprach Hinoka daraufhin mit kräftiger Stimme und man sah deutlich, wie sich einige Tränen in ihren Augen widerspiegelten. Doch dies schloss sie kurz darauf, genauso wie es alle anderen auch taten. Es herrschte für eine komplette Minute stille, nur selten hörte man kurz Sakura wehleidig Schluchzen. Noch nicht mal die Vögel oder Wind machte Krach, es war als wäre die Welt für einen kurzen Moment stehen geblieben.
"Vielen Dank.", meinte Hinoka nun aufrichtig, als die Minute vorbei war und sah wieder in die Menge. Dennoch blieb ihr Blick eine ganze Weile an Sakura hängen, welche ihre Tränen noch immer nicht unterdrücken konnte. Aufmunternd lächelte sie ihrer kleinen Schwester zu, welche dies nur mit einem recht schüchternen Lächeln erwiderte. Zumindest schon mal etwas. "Alles wird gut, Milady Sakura. Das verspreche ich Euch.", meinte Subaki zwar leise, aber dennoch überzeugt zu ihr und nickte bekräftigend. Doch darauf erhielt er nur ein stumpfes Nicken, was dem Getreuen leise seufzen ließ. "Wir schaffen das.", flüsterte Hana nun zu ihrem Kollegen und stupste diesen dann lächelnd an. Doch als sich mit einem Mal Azama hinter ihnen räusperte, als Zeichen sie sollen den Mund halten, erschraken sie beide und nickten nun stumm. Somit wandten sie sich wieder der Krönung zu. Denn soeben begab sich Orochi mit der hoshidischen Krone zu Hinoka, welche sich bereits nieder gekniet hatte. Den Blick star voraus, noch immer ein mildes und stolzes Lächeln auf den Lippen. Doch nun recht angespannt hob und senkte sich ihr Brustkorb, während sie versuchte die Nerven zu behalten. Dabei ruhten ihre Hände, welche - wenn man ganz genau hinsah - leicht zitterten. "Sie macht das gut... Auf jeden Fall wird sie eine würdige Nachfolgerin.", überlegte Sakura nun, welche es geschafft hatte ihre Tränen vorerst zu trocknen. Immerhin wollte sie diesen wichtigen Moment nicht verpassen, denn sie wurde ja nur einmal gekrönt.
Sorgsam bekam Hinoka nun die Krone aufgesetzt, es war jene die auch Mikoto gehörte. Genauso, vom Aussehen her, das gleiche Gewand trug sie und war ihr somit
ähnlicher denn je. Nun trat Orochi also weg und stellte sich beiseite, wobei sie sich verbeugte, als sich die Königin nun erhob. Alle anderen taten es ihr sogleich nach und fast schon ein wenig überrumpelt, beobachtete sie dies. "Hiermit schwöre ich feierlich, Hoshido in eine neue Ära des Friedens zu leiten. Nimmer mehr soll ein Krieg dieses Land ereilen.", schwor sie dann jedoch mit überzeugter Stimme und hob dabei leicht den Kopf an. Augenblick wurde ihr applaudiert und lauthals gejubelt. Lächelnd sah sie alle an, welche gekommen waren. Doch vor allem die nohrischen Gäste fielen ihr ins Auge, da sie ziemlich hervor stachen. Die Königsfamilie und ihre Getreuen... Xander, Camilla, Leo und Elise. Allerdings natürlich auch noch Corrin, von welchem sie sich bis heute noch verraten fühlte. Allerdings konnte sie nichts mehr daran ändern und nahm es stumm so hin. Was hatte sie auch für eine andere Wahl? Denn wenn sie ihn jetzt beschuldigen würde, dann trat dies nur wieder einen neuen Streit los. Im derzeitigen Zustand Hoshidos und der seelischen Verfassung von knapp allen, konnte sie durchaus darauf verzichten.
"Esst euch satt, beim Bankett! Wir haben Essen aus aller Welt zubereitet!", verkündete Hinoka dann noch lächelnd und kurz darauf verschwand der Großteil auch schon, um zu speisen. Doch einige wenige blieben noch da. Darunter die nohrischen Familie, sowie des Königings Getreue und Sakura, sowie die ihre. "Herzlichen Glückwunsch, Königin Hinoka.", sagte Xander aufrichtig und verneigte sich noch einmal. "Das hast du wirklich wunderbar gemacht, Liebes.", beglückwünschte sie somit auch Camilla, mit einem sanften Lächeln und nickte bekräftigend. Als nächstes kamen nun noch die Worte Seitens Leo:"Ja, ganz nett auf jeden Fall... Ich gehe schon mal, zum Bankett." Somit entschwand er aus dem Thronsaal, wobei ihm Niles und Odin wie treue Schoßhunde folgten. "Hört nicht auf den Spaßverderber, der hat bloß wieder schlechte Laune!", sprach Elise sogleich aufmunternd und sprang auf der Stelle, "Wirklich, herzlichen Glückwunsch!" "Natürlich auch von mir alles gute.", fügte Corrin noch eilig hinzu und lächelte recht unschuldig in die Runde. Mehr als nur dankbar verbeugte sich die Königin und faltete nun ihre Hände. "Dank gebührt euch allen natürlich... Ich hoffe nur, dass wir das Kriegsbeil endgültig begraben können und endlich Frieden im beide Reiche kehren lassen können.", sprach sie ruhig und nickte dabei immer wieder leicht bestätigend. "Keine Sorge, wir haben keinerlei Böse Absichten.", versprach ihr König Xander und reichte ihr freundschaftlich die Hand, "Nohr wird natürlich bei dem Wiederaufbau Hoshidos sich genauso mit bemühen, dass ist das mindeste was wir für Euch tuen können, nach allem was geschehen war." Aufmerksam hörte sie zu und schlug dann sogleich lachend ein, wobei man direkt ihre eigentlichen Charakterzüge sah. "Vielen, vielen Dank, für Eure Hilfe, König Xander! Kommt, lasst uns zusammen essen!", sagte Hinoka voller Freude in der Stimme und deutete somit auf die Tür. Doch zuvor noch drehte sie sich um, zu Sakura, und setzte bereits zum Reden an. Allerdings war von ihr dort keine Spur mehr, selbst ihre Getreuen waren weg. "S-Sakura?!", fragte sie überrascht, fast schon geschockt, und machte dabei große, besorgte Augen. "Keine Sorge, Königin. Milady Sakura, Subaki und Hana haben sich einzig auf gemacht, um bereits den Bauern zu helfen.", erklärte Azama gelassen wie immer und blickte sie ruhig an, "Bestimmt wird ihr dies helfen, erstmal den Kopf frei zu bekommen." Ein leises Seufzen entwich der Rothaarigen und sie schüttelte ihren Kopf. "Gerade das sie sich von uns los löst wollte ich verhindern... Doch gut, ich muss sie wohl erstmal machen lassen.", wank sie dies ab und kratzte sich leicht an der Wange. "Ihr wird es schon gut gehen, versprochen. Alleine ist sie ja auch nicht, vor allem weil sie nicht nur ihre eigenen Getreuen begleiten. Sondern auch die von Milord Ryoma, Milord Takumi und Milady Mikoto.", fügte der Heiler noch prompt hinzu und wandte dabei seinen Blick nicht von der Königin ab, "Apropos... In welcher Falle steckt Setsuna nun schon wieder?" Direkt schreckte sie hoch, bei seiner Frage, und schickte die Nohren schon mal vor zum Essen. "Du hast recht, oh je... Wo kann sie nur sein?", fragte sie, eher sich selbst, enorm hysterisch und besorgt. Was wenn sie in irgendeinem Wald war und dort in einer Bärenfallen, Fallgrube oder irgendetwas dergleichen war? Es konnte wirklich alles sein, denn bei der unachtsamen Bogenschützin wusste man wirklich nie was war.
"Milady?", rief mit einem Mal jemand, mitten in die Stille zwischen den zweien hinein, "Azama? Irgendwer?" Natürlich war es Setsuna, die dort rief. Allerdings war sie nirgendwo zu sehen. "Wo bist du?", hakte Hinoka direkt überrascht nach und ließ wie wild den Blick überall umher schweifen, nur um sie ausfindig zu machen. "Ich bin hinter dem Thron.", erwiderte sie so gelassen wie immer und war überhaupt nicht Eile, was ihre Situation anging. Doch das kannten Beide ja schon. Dennoch standen sie zügig auch schon bei ihr, wobei Hinoka die Nohren schon vor geschickt hatte, um zu essen. Nun sahen sie die Blauhaarige kopfüber hängend, kurz vor dem Boden. Ein Seil hatte sich um ihr Bein geschlungen und hielt sie so irgendwie fest. "Wie hast du das jetzt schon wieder geschafft?", hakte Azama direkt kritisch nach und machte sich direkt mit der Rothaarigen daran sie zu befreien. Kurz herrschte Stille, weil sie zur Abwechslung mal mithalf. "Ich eh... wollte Dekoration aufhängen, gestern, und dann ist... das halt passiert.", erklärte Setsuna dann, kurz nachdem sie wieder auf den Beinen stand. Direkt klopfte sie sich den Dreck von der Kleidung und reckte sich einmal ausgiebig. "Du hängst also seit gestern hier?! Och, Setsuna...", meinte Hinoka kopfschüttelnd und legte eine Hand auf ihre Schulter, während sie milde lächelte, "Jetzt schlag dir beim Bankett erstmal den Magen voll!" "Wie Ihr befiehlt...", erwiderte sie daraufhin nur und zog dann einfach den Heiler mit sich, ließ die Königin somit erstmal alleine zurück. Doch dies war ihr erstmal ganz recht, so hatte sie Zeit kurz einmal durch zu atmen. Schweigend trat sie zu dem Thron und strich über die leicht verstaubte Armlehne, ehe ihr leises Seufzen entwich. Früher saß hier noch Mikoto und eigentlich hatte sich Hinoka erhofft, hier als nächstes Ryoma sehen zu können, anstatt selbst darauf zu thronen. Es war ein seltsames Gefühl, nun über Hoshido zu regieren. Dies ganz ohne ihre beiden Brüder. Einerseits trauerte sie um die Beiden und auch um alle anderen, die in diesem Krieg gefallen waren. Allerdings war sie auch um etwas froh. Nämlich darum, dass Sakura noch am Leben war und somit nicht vollkommen alleine war. Natürlich waren da auch noch Azama und Setsuna, aber es ging ja soeben um ihre Familie.
"Königin Hinoka, wollt Ihr Euch nicht auch zum Bankett begeben? Auf Euch wird gewartet.", sprach plötzlich König Xander, welcher den Kopf in den Raum steckte und sie erwartungsvoll ansah. Direkt zuckte sie erschrocken zusammen und drehte sich zu ihm herum. Sie wurde komplett aus ihren Gedanken gerissen und musste sich gerade erstmal sammeln. Kurz herrschte deswegen stille und perplex nickte sie dann bald schon. "Entschuldigt, dass ich Euch hab warten lassen!", sprach sie sogleich lächelnd und kam dann auch schon zu ihm geeilt, "Ich war gerade noch etwas in Gedanken, hehe." Breit grinste sie für einen Moment und setzte sich dann gemeinsam mit dem König Nohrs in Bewegung. Dieser wank dies einfach ab und blickte sie ruhig an. "Das macht doch gar nichts. Nach Euren Verlusten ist dies verständlich, aber denkt heute nicht mehr darüber nach.", sprach er ermutigend und nickte bestätigend. "Danke Euch, ich werde mich sehr darum bemühen.", versprach Hinoka somit lächelnd.
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