Eine noch unerzählte Geschichte

GeschichteAllgemein / P12
OC (Own Character)
23.03.2018
24.03.2018
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23.03.2018 2.126
 
Ich wache auf und starre aus die Decke meines Zimmers. Das unangenehme Kratzen meines Halses hält seit gestern an und scheint sich sogar verschlimmert zu haben. Ich richte mich auf und verspüre augenblicklich ein furchtbares Stechen meiner Schläfen. Nach ein paar Minuten stehe ich schließlich auf und gehe in mein Bad um mich wie immer für die Schule fertig zu machen. Meine Jeans und das weiße Top habe ich gestern schon rausgelegt und bin deswegen schnell angezogen. Beim Schminken lasse ich mir länger Zeit, versuche die dunklen Augenringe und die roten Flecken in meinem Gesicht zu verdecken- ohne Erfolg. Aus dem Spiegel sehen mich grüne Augen aus einem blassen, fleckigen Gesicht welches von dunkelblonden, glatten Haaren umrahmt wird, an. Nachdem ich mir meinen Rucksack geschnappt habe, eile ich zu dem schwarzen Audi meines Fahrers ,,Morgen Charles!“.   ,,Guten Morgen Miss Chase“ ,begrüßt er mich freundlich, ,,geht es Ihnen besser?“. Verneinend schüttle ich den Kopf und bedanke mich für seine Nachfrage mit einem möglichst ungequälten Lächeln. ,,Nur noch heute, dann haben Sie Ferien“, versucht er mich aufzumuntern.

In der Schule angekommen steige ich aus dem Wagen, bedanke mich bei Charles und eile die Stufen der Privatschule hoch. Meine Eltern haben mir ermöglicht auf eine der besten Schulen des Landes in New York zu gehen. Aufgrund ihrer Arbeit sind sie jedoch hauptsächlich in Seattle oder im Ausland tätig. Mein Dad hat eine Wohnung ziemlich im Zentrum der Stadt gekauft und einen Fahrer eingestellt. Ich habe zwar zu meinem 16. Geburtstag einen dunkelgrauen BMW geschenkt bekommen, werde jedoch meist von Charles gefahren.  Das erste Jahr habe ich mir noch mit meinem Bruder Ted die Wohnung geteilt, dieser studiert jedoch seit Anfang des Jahres rund 400 Kilometer von hier entfernt. Kurz darauf wurde meine beste Freundin Cathy gezeichnet, was ebenfalls eine ziemliche Umstellung für mich bedeutete. Zwar besuchte ich sie so oft es ging in dem House of Night, welches nur rund 50 Kilometer entfernt ist, dennoch haben wir uns natürlich etwas auseinander gelebt. Wir hatten uns durch unser gemeinsames Hobby, das Reiten, kennen gelernt. Ich reite seit ich denken kann und habe von meinem Dad letztes Jahr einen dunkelbraunen Hengst namens Aragorn d´Avalon bekommen.

Nach der 3.Stunde bekomme ich einen Hustenanfall, welcher nicht aufhören zu wollen scheint. Nach rund 10 Minuten Quälerei verlasse ich den Klassenraum und gehe auf den Flur, mein Banknachbar Jack begleitet mich. ,,Bist du dir sicher, dass zu nicht zur Krankenschwester willst, Eve?“, fragt er mich besorgt zum gefühlt hundertsten Mal, ,, Mr. White hat gesagt…“. ,,Ich weiß Jack.“, unterbreche ich ihn harsch, bevor ein weiterer Anfall meinen Körper erschüttert. Er sieht mich leicht verletzt an und ich lächle ihm entschuldigend zu. ,,Ich denke nur einfach nicht, dass sie mir helfen kann.“. ,,Bitte, du machst mir Angst.“. ,,Na gut“, gebe ich nach einer kurzen Pause nach. Ich mag Jack, er gehört zu einem meiner besten Freunde in der Klasse und auch generell, erstrecht nachdem Cathy weg ging. Ich überlege gerade wie ich der Krankenschwester am besten meine Lage erkläre, da sehe ich ihn. Dunkel gekleidet mit einer blauen, nicht zu übersehenden Verschnörkelung um die Augen, einen Späher. Der Vampir sieht mich direkt an und beginnt zu sprechen: ,,Evelyn Chase! Sie wurden von der Nacht erwählt; ihr Tod wird ihre Geburt sein. Die Nacht ruft sie; höre und gehorche Ihrer lieblichen Stimme. Das Schicksal erwartet dich im House of Night!“  Er streckt seinen Zeigefinger aus und deutet auf mich. Meine Stirn zerbarst vor Schmerz, ich schreie auf und mir  wird schwarz vor Augen.

,,Oh Gott, Eve! Bitte, bitte nicht!“, Jacks Stimme ist das erste was ich höre als ich wieder aufwache. ,,Du bist wieder wach!“, sagt er erleichtert und grinst mich etwas gezwungen an. Ich sehe ihn verwirrt an und versuche zu begreifen warum ich auf dem Boden mitten im Flur liege, Jack kniend neben mir. Da fällt es mir wieder ein. ,,Der Späher…“, stoße ich hervor und sehe Jack eindringlich an. ,,Hat er mich gezeichnet?“. Er sieht mich unsicher an und scheint mir keine rechte Antwort geben zu wollen. Nach einigen Augenblicken scheint er sich zu einem leisen ,,Ja“ durchringen zu können. ,,Du musst in das House of Night Eve“. Ich weiß, denke ich. Jeder hier weiß das. Jeder kennt die Konsequenzen einer Zeichnung, wenn du nicht schnellstmöglich in die Nähe von Vampiren kommst, stirbst du. Packt dein Körper die Wandlung zu einem Vampir nicht stirbst du. Das sind ja tolle Aussichten, denke ich sarkastisch und stehe langsam auf. Jack hilft mir, dennoch sehe ich die Überwindung , die es ihn kostet sich nichts anmerken zu lassen deutlich in seinen Augen. ,,Ich rufe Charles an und lasse mich abholen“, sage ich knapp und beginne bereits Charles´ Nummer zu tippen, ,,kannst du vielleicht meine Sachen holen und Mr. White Bescheid geben?“, bitte ich ihn. Erleichtert nickt er und eilt förmlich zurück ins Klassenzimmer. Auch wenn ich weiß, dass er es nicht böse meint verletzt mich sein Verhalten. Charles ist schon losgefahren als Jack mit meinen Sachen wiederkommt. ,,Danke“, sage ich ,, du kannst ruhig wieder ins Klassenzimmer.“ Ich wende mich ab. ,,Natürlich nicht, ich begleite dich.“, sagt Jack bestimmt, lächelt mich sanft an und läuft schonmal Richtung Parkplatz ,, kommst du?“ .
Charles fährt mich sofort heim wo ich die wichtigsten Dinge in eine große Tasche werfe und eine Kopfschmerztablette nehme, in der Hoffnung, dass sie mir vielleicht wenigstens zu ein wenig Minderung verhilft. Daraufhin fahren wir sofort zu dem House of Night. Auf dem nun doch vom Gefühl her sehr langen Weg, muss ich immer wieder Husten. Das Stechen meiner Schläfen hat nicht nachgelassen sonst hat eher zugenommen.
Dort angekommen bedanke ich mich bei Charles und möchte sofort reinlaufen. ,,Ich begleite Sie natürlich Miss!“, hält Charles mich auf, nimmt mir meine Taschen ab und geht mit mir durch den Eingang des Internats. Im Inneren scheint bereits eine atemberaubend schöne Frau auf uns zu warten mit beneidenswert schwarzen, lockigen Haaren. ,,Evelyn Chase nehme ich an“, strahlt sie mich an. ,,Willkommen im House of Night! Mein Name ist Melissandre und ich bin die Hohepriesterin hier“.  Perplex starre ich sie kurz fassungslos an bevor ich mich an meine Manieren erinnern kann und mich lächelnd bei ihr bedanke. Nach einem kurzen Gespräch verabschiedet sich Charles mit einer kurzen Umarmung bei mir und verspricht meine Eltern sofort anzurufen und sie aufzuklären.  ,,Passen Sie bitte gut auf sie auf.“, wendet er sich an Melissandre. ,,Aber natürlich“, entgegnet sie und lächelt ihn an. Charles drückt mich noch einmal kurz an sich und flüstert mir ein ,,Viel Glück“ ins Ohr, bevor er umdreht. ,,Charles?“, halte ich ihn auf. ,,Ja Miss?“, fragt er verwundert und sieht mich an. ,,Aragorn…“, beginne ich. Er sieht mich verständnisvoll an, ,,Ich kümmere mich darum. Leben Sie sich erst einmal ein, dann kommt eins zum anderen, Sie werden sehen“ und geht aus dem Gebäude, aber nicht ohne mir zuvor noch einmal aufmunternd zuzulächeln. Ich sehe ihm hinterher und versuche meine aufsteigenden Tränen zu unterdrücken. Melissandre gibt mir kurz Zeit, dann beginnt sie mit einer kurzen Führung des Geländes. Sie war wirklich unglaublich schön und strahlte eine unfassbare Machte aus, dennoch gibt sie mir ein Gefühl von Geborgenheit und Trost.  In dem Wohnabteil der Schülerinnen vor einer großen, schweren Tür bleibt sie stehen. ,,Den Rest zeigt die bestimmt deine Mitbewohnerin. Sie heißt Ana und ist selbst erst seit 2 Monaten hier. Ich würde euch nach noch gerne einander vorstellen, leider bin ich jetzt bereits sehr spät dran. “ Ich bedanke mich noch einmal bei ihr und wende mich der Tür zu und zögere. Sie bemerkt dieses Zögern natürlich und lächelt mich weich an ,,Du wirst schon sehen Evelyn, du lebst dich hier sehr schnell ein. Es scheint viel auf einmal und ist ohne Frage eine gewaltige Umstellung, aber du wirkst wie jemand der gut damit umgehen kann.“ Sie drückt mich kurz und geht. Ich atme ein und klopfe bevor mich der Mut verlässt. Nach kurzer Zeit wird die Tür energisch geöffnet und ein wunderschönes, blondes Mädchen öffnet strahlend die Tür. ,,Du musst Evelyn sein!“, strahlt sie mich an und bedeutet mir reinzukommen. ,,Hi“, erwidere ich und muss unwillkürlich auflachen wegen  ihrer guten Laune während ich in das Zimmer gehen und mich umsehe. Es ist erstaunlich groß und modern. ,,Ich bin so froh, dass du endlich da bist. Ich bin übrigens Ana, kurz für Anastacia.“  ,,Meinen Namen weißt du ja bereits“, entgegne ich grinsend und lege meine Taschen neben den leeren Schrank bevor ich mich auf dem freien, bereits bezogenen Bett niederlasse. Ana setzt sich neben mich und sieht mich mitfühlend an. ,,Ziemlich viel auf einmal nicht?“. Ich nicke. Sie lächelt mich an, ,, Wie haben deine Eltern reagiert?“. ,,Sie wissen es noch gar nicht, beziehungsweise erfahren es gerade“, erwidere ich mit einem leichten Lachen. ,,Aber ich denke nach einem anfänglichen Schock versuchen sie zumindest sich mir gegenüber wie immer zu verhalten“. ,,Dann hast du Glück“, sagt Ana und sieht au den Boden, ,, meine Eltern meiden den Besuchstag und versuchen mir noch nicht einmal mir gegenüber zu  verstecken, dass sie enttäuscht von mir sind“. ,,Aber das ist ja nichts wofür du etwas kannst!“, entgegne ich energisch und lege ihr einen Arm um die Schultern. Sie lächelt mich dankbar an bevor sie aufsteht und zumindest versucht mich wieder anzustrahlen. ,,Egal. Ich hab riesigen Hunger und muss dringend etwas essen!“, sie lacht etwas gezwungen. Ich stimme ihr ebenfalls lachend zu und stehe auf. ,, Du musst dich aber erst noch umziehen. Du bekommst etwas von mir“, sagt sie mit einem kritische Blick auf meine Klamotten. Sie reicht mir eine schwarze Bluse wie sie sie trägt. ,,Gibt es eine Schuluniform?“, frage ich sie während ich die Bluse anziehe. ,,Jein“, erwidert sie und wirft mir einen schwarzen Rock zu und eine dunkle, durchscheinende Strumpfhose. ,,Wir müssen nur die T-Shirts beziehungsweise Blusen mit unserem jeweiligen Stufenzeichen anziehen, sonst ist es eigentlich ziemlich locker. Allerdings tragen die meisten hier so gut wie immer schwarz“. Ich ziehe die Sachen an, und hole aus meiner Tasche schwarze Stiefeletten. Nach einem kurzen drüber schminken eilen wir auch schon in den Essenssaal. Während unserem Weg klärt sie mich noch über den Unterricht hier auf und über alle möglichen Regelungen. Wir holen uns Salat und ich laufe ihr zu einem großen ziemlich zentralen Tisch hinterher, an dem bereits 3 andere Jungvampire sitzen. Eine wunderschöne Latinos Jungvampirin mit tollen Locken, ein sehr süßer braunhaariger Junge mit einem sehr netten Lächeln und eine ebenfalls freundlich lächelnde Brünette. Sie stellten sich als Celine, Joe und Liz vor. ,,Hi, ich bin Evelyn Chase, aber bitte nennt mich nur Eve.“  Sage ich und beginne meinerseits mit Smalltalk. Nach einiger Zeit höre ich auf einmal einen sehr bekannten Aufschrei und sehe mich suchend im Raum um . Als ich Cathy auf mich zu rennen sehe  kann ich nicht anders und renne meinerseits die letzten Meter entgegen bevor wir uns stürmisch umarmen. ,,Ich kann nicht glauben, dass du auch gezeichnet wurdest!“. ,,Und ich erst“, erwidere ich und lache. Sie sieht wie immer unglaublich aus, sie einen von Natur aus dunkleren Teint und tolle dunkelbraune, dicke schulterlange Haare und beruhigende dunkelbraune Augen. ,,Wo sitzt du?“, fragt sie mich. ,,Bei Ana, Celine, Liz und Joe“, antworte ich und deute auf die uns dort verwundert ansehenden. ,,Ist es okay wenn wir uns zu euch setzen?“, fragt Cathy sie und deutet ihrerseits auf die hinter ihr stehenden 2 Mädchen und 2 Jungs. ,,Klar“ erwidert Ana. Sie  4  stellten sich als Cassie, Jennifer, Jan und David vor. Besonders die Jungs, die sich ziemlich ähnlich sahen, waren extrem gut aussehend. Himmel gab es eigentlich auch nicht attraktive Vampire?! In dem darauf folgenden Gespräch stellte sich heraus, dass Cathy und Ana sich zwar gut verstanden, jedoch in unterschiedlichen Stufen waren, weswegen sie recht wenig Kontakt bisher hatten, außerdem waren Jan und David Brüder . Sie waren beide sehr sportlich, Jan auf eine schlankere und David auf eine deutlich breitere Art.
,,Wie geht es eigentlich Aragorn?“, erkundigt sich Cathy zwischendrin. ,,Aragorn?“, fragt Jan und sieht mich verwundert an. ,,Mein Pferd“, erkläre ich und muss lächeln, ,, es geht ihm gut. Charles hat mir geschrieben, dass er erst einmal für 2 Wochen in Beritt kommt. Ich hoffe er kann vielleicht hier her kommen, wenn sich die Lage etwas normalisiert hat. Es gibt hier doch einen Stall oder?“. ,,Ja“, versichert mir Cathy, ,,Ich habe dort auch eine Reitbeteiligung, ihr Name ist Vita.“ Nachdem wir alle fertig gegessen hatten und ausgemacht hatten morgen wieder zusammen zu essen und dass wir das Wochenende nutzen würden indem sie mir das Gelände zeigen wollten, gehen Ana und ich relativ spät- eigenlich für mich ja früh wegen der Zeitumstellung- in unser Zimmer. Ich dusche und höre dabei mit Anas Anlage Musik bevor ich mich ins Bett lege.  ,,Gute Nacht Eve“, höre ich Ana leise sagen. ,, Gute Nacht. Schlaf gut“, erwidere ich ebenfalls müde bevor ich in einen tiefen Schlaf vor lauter Erschöpfung falle.
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