Geschichte: Fanfiction / TV-Serien / GSG9 / Papa

Papa

GeschichteAllgemein / P12
Demir Azlan Gebhard Schurlau
23.03.2018
13.04.2018
4
3.639
 
Alle Kapitel
noch keine Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
23.03.2018 1.235
 
Die Geschichte ist frei erfunden. In der Handlung geht es um Geb's Familienleben, das sich kurze Zeit nach dem Ende der zweiten Staffel ereignet. Sein Sohn ist geboren. Lissy und Sophia haben einen kleinen Bruder bekommen.

In dieser Geschichte liegt Maja nach einem Treppensturz im Krankenhaus, weshalb Geb sich allein um seine Rasselbande kümmern muss. Ob er den Anforderungen gerecht wird und wie er die Situation meistert, erfahrt ihr in dieser Kurzgeschichte.

_________________________________


„Was ist denn los? Irgendwas stimmt doch nicht mit dir. Ich meine, immerhin hast du Urlaub und du musst uns zwei Wochen nicht sehen. Wenn das kein Grund zur Freude ist“, witzelte Demir im Umkleidebereich der Zentrale.

Geb rubbelte sich die Haare trocken und trat zu seinem Spint. Bei dem Gedanken an zu Hause war ihm die gute Laune mächtig vergangen.

„Maja liegt  nach ihrem Treppensturz doch immer noch in der Klinik und ich muss auf die Mädels und den Kurzen aufpassen“, spielte der Polizist auf seine Töchter und den gerade erst 9 Monate alten Sohn an.  Zu seinem Leidwesen fuhr die gesamte Familie statt an die Nordsee nun jeden Tag ins Krankenhaus in Mitte, um seine Frau zu besuchen.
Demirs Gesicht verfinsterte sich.

„Du hast Schiss? Oder ist ihr Zustand wieder schlechter geworden?“
Der braunhaarige GSG9 Polizist schüttelte mit dem Kopf.

„Nein, Maja wird am Ende der Woche entlassen, aber  jetzt auf einmal so viel Zeit für die Kinder zu haben ist total ungewohnt. Ich bin zum ersten Mal so lange zu Hause. Ich war eben davon ausgegangen, dass wir in den Urlaub fahren.“
Demir, der bereits ahnte was in seinem Kollegen vorging, klopfte Geb aufmunternd auf die Schulter. Seinem Gesichtsausdruck zu folgen hatte der Mitdreißiger ein paar tröstende Worte dringend nötig.

„Hey, du kriegst das schon hin. Und wenn du Unterstützung brauchst, rufst du an. Das wird schon.“
Geb lächelte schwach und verstaute sein Duschzeug in der Tasche, ehe er sich sein T Shirt und die Hose überzog.
Noch ahnte er nicht, was ihm zu Hause bevor stand…

___________________________


„Wo ist denn deine Schwester?“
Nur drei Stunden später hatte das Chaos einen Namen.
Gebs jüngste Tochter stand in hochhackigen Schuhen und Minirock vor ihrem Vater und sah den Polizisten aus unschuldigen Augen an.

„Sag mal, Lissy ist das Mamas Lippenstift? Wie siehst’n du überhaupt aus?“
Das Mädchen mit den braunen Haaren  wich den Blicken seines Vaters aus, nickte dann schuldbewusst mit dem Kopf. Geb ließ einen Seufzer verlauten.

„Du ziehst das sofort aus und machst die Schminke ab. Kann ja wohl nicht wahr sein. So gehst du mir nicht auf die Straße.“

„Das geht aber nicht.“

„Warum geht das nicht?“

Die 9 Jährige zuckte mit den Schultern.

„Dafür muss ich ins Bad und da ist Sophia jetzt. Die hat sich eingeschlossen.“

„Was? Wieso das denn?“
Aus dem Nebenraum ertönte leises Schluchzen. Sofort wurde Geb hellhörig und hämmerte an die Tür.

„Sophia?“
Aber statt einer Antwort wurde das Schluchzen noch lauter. Offenbar weinte seine älteste Tochter heftig.
Lissy sah ihren Vater aus ihren braunen Kulleraugen eindringlich an.

„Was ist denn passiert?“
Die Drittklässlerin zuckte mit den Schultern.

„Der Thorsten hat mit ihr Schluss gemacht“, piepste das Mädchen, worauf Geb die Stirn in Falten legte.

„Thorsten? Ich denke der hieß Sebastian?“
Zu einer Antwort kam es nicht, denn aus der oberen Etage ertönte lautes Quengeln. Der Polizist schloss instinktiv die Augen. Nicht das noch.

„Jetzt ist Oskar aufgewacht.“
Verzweifelt fuhr sich der Teamführer durch die Haare.

Das Weinen des Babys vermischte sich mit den Schluchzern seiner 15 jährigen Tochter. Der Polizist wusste gar nicht wohin er zuerst springen sollte.

Da er davon ausgehen konnte, dass sein Sohn in der Babywiege lag, schickte er seine Jüngste vor.

„Du siehst nach dem Kleinen. Ich bin gleich da, okay?“

„Ist gut.“

„Und du ziehst diese furchtbaren Klamotten aus. Hast du das verstanden? Wir wohnen doch nicht auf der Reeperbahn.“
Seine Jüngste rollte mit den Augen, kam dann aber seiner Bitte nach. Wenige Sekunden später verstummten die Babyrufe.
Genügend Zeit, sich um den Teenager zu kümmern.

„Sophia?“
Der Braunhaarige trommelte mit dem Handrücken gegen die Tür.

„Ich bins, Papa. Mach doch bitte mal die Tür auf.“

Alles was er erhielt war eine wenig begeisterte Reaktion.

„Hau ab. Verschwinde, ihr Männer seid doch alle gleich.“
Geb seufzte. In diesem Zustand wollte er Sophia unmöglich allein lassen. Er spürte, dass sie ihn brauchte.

„Komm schon. Du weißt doch, dass du mit mir über alles reden kannst“, aber sie schluchzte nur. Er hasste es seine Tochter weinen zu hören. Als Vater zerbrach es ihm das Herz.
Ungeduldig drückte er ein weiteres Mal die Klinke hinunter. Die Tür blieb verschlossen.

„Sophia? Bitte, mach jetzt endlich  auf. Du kannst dich nicht ewig im Bad einschließen. Komm jetzt da raus und dann reden wir in Ruhe und dann sagst du mir, wen ich verhauen soll, okay?“, versuchte er die Situation zu entschärfen und glaubte für Millisekunden ein ironisches Lachen zu erkennen, das sich kurz darauf wieder mit einem Schluchzen vermischte.

„Du weißt ich kann das. Zwing mich nicht die Tür einzutreten.“
Aber seine Tochter blieb stumm.

„Eins, zwei“, begann der Polizist zu zählen. Kurz bevor er bis zur drei zählen konnte, drehte sich der Schlüssel im Schloss und seine Tochter kam mit verheulten Augen zum Vorschein. Geb machte ein ernstes Gesicht. Ihre Mascara war verlaufen und sie gab ein wirklich jämmerliches Bild von sich.

Ungefragt betrat er den Raum, sagte nichts und nahm sie nur stumm in den Arm, wo sie abermals in Tränen ausbrach.
Er tätschelte ihr den Rücken, ließ sie weinen und hielt sie fest, bis sie sich ein wenig beruhigt hatte.
Traurig reichte er ihr ein Taschentuch, mit dem sie sich die Nase putzte.

„Sebastian hat eine Andere. Der ist jetzt mit Julia aus der Parallelklasse zusammen. Ich hab sie Händchen haltend aus dem Kino kommen sehen.“
Geb seufzte und legte ihr beschützend den Arm um die Schulter.

„Was für ein Idiot.“
Normalerweise fluchte er nie vor seinen Kindern, aber in diesem Fall war es mehr als berechtigt.
Er musste an Maja denken. An den Tag, an dem sie ihm gestanden hatte ihn betrogen zu haben.

„Ich dachte, der liebt mich“, holte ihn die Stimme seiner Tochter aus den Gedanken. Geb schüttelte mit dem Kopf, als ob er durch die Geste schneller in die Gegenwart zurück gelangte.

„Männer sind doch alle gleich.“

„Nein, hey.“
Der Polizist schenkte der 15 jährigen ein aufmunterndes Lächeln und lockerte seinen Griff.

„Sieh mal. Der Typ war es einfach nicht wert. Das ist ne Flachzange gewesen. Sei froh, dass du den los bist. Du hast doch was viel besseres verdient und ganz im Inneren weißt du das auch.“
Geb strich ihr mit dem Daumen  eine aufkommende Träne aus dem Augenwinkel.

„Irgendwo wartet der Mann, mit dem du später eine Familie gründest und Kinder haben wirst. Da bin ich mir  sicher.“

„Glaubst du?“
Geb zwinkerte ihr zu.

„Na, klar.“
Er gab ihr einen Kuss auf die blonden Haare.

„Komm, wir machen heute einen Vater- Tochter Abend. Du entscheidest was wir gucken  und dann bestellen wir uns ne fette Pizza, einverstanden?“

Sie lächelte traurig. Er wollte bereits aufstehen, hielt dann aber noch einmal Inne.
Ihre Blicke trafen sich.

„Egal was passiert. Auf mich kannst du immer zählen, okay?“

„Danke, Papa.“

Missmutig erhob sie sich nach oben, ehe ihr Geb den Arm um die Schulter legte.

„Na, komm Kleines. Mal sehen was deine Geschwister wieder fabriziert haben.“
Review schreiben