Von Anfang bis zum Ende Ganons  (neu)

GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P16
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22.03.2018
12.06.2019
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Sternensplitter
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Uns trennten nur ein paar Meter, still starrte ich ihr in die Augen, die sie mir zeigte als sie mich bemerkte. Ihre Augen waren bereits durch die Tränen geschwollen, durch ihr schniefen wusste ich dass ihr anscheinend auch die Nase lief. Unnatürlich für mich, schenkte ich ihr ein Schmunzeln, griff in meine Seitentasche die ich am Hosenbund befestigt hatte und reichte ihr ein unbenutztes Taschentuch. Schniefend nahm sie es an, doch ihre zitternden Hände verriet mir, dass ihr das peinlich war, ich ihr Leibwächter den sie nicht leiden konnte, sah sie schwach.

Bis zu diesem Zeitpunkt wusste ich nicht, dass man sich die Nase edel putzen konnte, doch sie zeigte mir dass es wirklich ging, erstaunt darüber huschte über meine Lippen ein kurzes lächeln.

„Du kannst ja doch Emotionen zeigen“: neckte sie mich, nun ebenfalls mit einem Lächeln. Doch dieses verschwand leider viel zu schnell „ Ich hoffe, du kannst das was du gesehen hast…Ich mein dass du mich heulen sehen hast, kannst du dies für dich behalten?“

Wie sie mich ansah, einerseits so süß wie ein Engel aber anderseits auch leidend, so warf ich mich förmlich auf den Boden, mein Blick ernst und ehrlich auf ihr Gesicht gerichtet: „Prinzessin, zu meinen Aufgaben als euer Leibwächter zählt auch eure Würde zu bewahren. So macht euch dies bezüglich keine Sorge, niemand wird davon je erfahren.“

Ihr Blick wurde sanfter, wieder sah sie zum Mond hinauf, ihr Blick wirkte verträumt und beruhigt, mir gefiel dies, für eine kurze Zeit vergaß ich alles um mich herum. Tief in mir keimte ein bisschen Hoffnung auf, dass sie mich vielleicht doch irgendwann mögen oder auch nur akzeptieren würde. Mit der Situation absolut zufrieden tat ich es ihr gleich, der Mond strahlte in einen sanften Blauton auf uns herab, leuchtete uns damit die Umgebung. Vorsichtig sah ich aus den Augenwinkel zu ihr herüber, es schien sie noch immer was zu beschäftigen. Da ich aus eigener Erfahrung wusste, dass es manchmal gar nicht so schlecht war, mit jemandem zu reden, über Probleme zu sprechen. Lange hielt ich dies für Unfug, doch es hatte tatsächlich was gebracht. Ich bemühte mich um einen sanften Ton, sah dennoch weiter verträumt hoch in den Sternenhimmel.

„Euer Blick sagt mir, dass etwas sehr auf eurem Herzen ruht. Euch damit schadet, von alleine wird es nicht leichter, aber ich wäre gern ein Teil davon. Ich kann euch ein bisschen von eurer Last nehmen, wenn ihr es gestattet…“

Ich selber war ja schon geschockt über meinen Vorschlag, doch sie sah mich mit geweiteten Augen an, das schlagartig zu einen Herzhaften Lachen wurde. Sie konnte sich vor lachen schon gar nicht mehr halten, weiterhin lachend hielt sie sich den Bauch. Lachtränen flossen ihre Wangen langsam herunter. Verlegen kratzte ich mir den Hinterkopf: „War mein Vorschlag so blöd?“

Zelda wische sich die Tränen weg, währenddessen sie auch behutsam den Kopf schüttelte: „Aber nein, es ist nur. Noch nie hab ich dich so viel reden hören. Tut mir leid, wegen dem lachen“ Ein paar Sekunden später sah sie mich eindringlich mit ihren fast hypnotisierenden Smaragd Augen an, sie musterte mich, seufzte kurz, entschied dann aber doch mich daran teilhaben zu lassen: „Meine Mutter starb bevor sie mir beibringen konnte, wie ich meine Siegelkraft erwecken kann. Egal wie sehr ich es mir ja wünsche, dafür arbeite. Ich schaff es einfach nicht, daher….“ Sie schwieg, man konnte ihr deutlich ansehen, wie sehr sie mit den Tränen kämpfte. Vorsichtig setzte ich mich neben sie auf die Bank, leise versuchte ich mit ihr weiter zu reden: „ Daher, erforscht ihr also die Antiken-Titanen und Wächter! Da ihr Hyrule mit eurer Kraft noch nicht helfen könnt, gebt ihr anders euer bestes um euer geliebtes Land zu beschützen!“

Nun klang alles so logisch in meinen Ohren, wir Ritter dachten immer nur sie suche einen Idioten der für sie die Drecksarbeit macht, doch eigentlich wurde sie die ganze Zeit nur missverstanden. Auch ich habe ständig schlecht von ihr Gedacht, doch diese Sichtweise wurde auf einen Schlag überarbeitet.  So ein bisschen schämte ich mich ja schon für mein Verhalten ihr gegenüber, nun, wenn ich mal genauer darüber nachdachte, was hätte ich getan wenn ich einfach nicht mit einer Waffe geschweige denn, mit dem Master Schwert umgehen hätte können? Ich säße wie sie in der Klemme, von anderen Missverstanden, von mir selbst gehasst. Alleine daran wurde mir bewusst wie schwer wir auserwählten es eigentlich hatten, und wie töricht ich gegenüber Göttin Hylia war. Zu oft hatte ich sie beleidigt, und gejammert was für ein scheiß Schicksal ich doch hatte. Aber nun wurde mir klar, das sie es weitaus schlimmer als ich hatte, ich schämte mich zu Boden.

Kraftlos ließ ich meinen Kopf nach unten sinken, dies war der Jungen Prinzessin natürlich nicht entgangen, Fragend sah sie mich an. Meine Hände wanderten auf mein Gesicht, ich konnte ihr nicht in die Augen sehen, darum verdeckte ich diese. Wie sollte ich ihr nun in die Augen sehen?

Aber was ich tun konnte, war mich ihr zu erklären, was nach meiner Meinung schon längst überfällig war: „Lange hatte ich gedacht, dass ihr einfach keine Lust darauf hattet, Hyrule zu beschützen. Immer hab ich die Göttin dafür verantwortlich gemacht, dass meine Eltern starben, dass ich als Kind mit üblen Albträume geplagt wurde. Doch nun, kommt mir mein Verhalten so kindisch vor, ich schäme mich regelrecht dafür. Ihr hattet es um einiges schwerer und dennoch gebt ihr nicht auf, das finde ich unglaublich Mutig von euch.“

Lange sah sie mich an, schloss die Augen um sie ein wenig später wieder Anmutig zu öffnen: „ Danke. Ich hab noch nie solch ein Gespräch geführt, es tut wirklich gut, so mit dir zu reden. Und das mit deinen Eltern tut mir Leid, dabei fällt mir gerade ein, ich weiß so ziemlich nichts von dir. Wo kommst du zum Beispiel eigentlich her?“

//Jeah, ich rede mit ihr, als wäre ich ein guter Freund. Ist das der beginn einer guten und langen Freundschaft?//

„Meine Eltern starben bei den Monster Überfall in Hateno. Ich selber bin dort auch geboren, doch wo mein Vater her kam, das weiß ich selber nicht…““

Ihr Blick wurde traurig, doch irgendwie zerbrach bei diesem Anblick ein Teil meines Herzens. Wie konnte ich ihr nur helfen? Ohne genau zu Wissen kam ich ihr vorsichtig näher, streckte meine Arme nah ihr und hielt sie fest in den Armen. Am Anfang zitterte sie kurz, doch dies legte sich schnell. Ich konnte deutlich ihren Atem an meinen Hals spüren, aber auch wie meine Schulter so langsam immer nässer wurde. Ein tiefes schluchzen, entglitt der jungen Prinzessin. Dadurch bekam ich schnell ein schlechtes Gewissen, ich wollte ihr helfen und nun fühlte sie sich noch schlechter. In meinem Kopf ging es derzeit, quer und drüber, verzweifelt suchte ich nach einer Lösung für das Mädchen in meinen Armen. Nach einer gefühlten Ewigkeit, fand ich die tatsächlich: „ Macht euch keine Sorgen. Umso mehr Druck ihr habt, umso weniger wird sich eure Siegelkraft zeigen. Es gelingt nicht durch Zwang, ihr müsst abwarten, es braucht ruhe. Wenn der Zeitpunkt passt, wird sie euch offenbaren. Bis dies der Fall ist, werde ich mein bestes geben, um euch und Hyrule zu beschützen!“

//Na ob das überzeugend klang? Ich mag dies ja stark zu bezweifeln, und warum spiele ich mich eigentlich so auf?//

Zelda sah mich erstaunt an, das Grün in ihren Augen Blitze kurz strahlend auf, bei diesem Anblick spürte ich deutlich wie sich alles in meiner Brust verkrampfte, panisch hielt ich auch meine Hand hin. Doch der Schmerz kam unregelmäßig, tat auch nicht wirklich weh, es war mehr als würde eine Ameise versuchen mich anzuknabbern. Verlegen sah ich genau in die gegengesetzte Richtung wie sie sah, doch mein Kopf wollte unbedingt sie sehen, nach einen inneren Konflikt gab ich mich geschlagen. Mit nur einen geöffneten Auge sah ich vorsichtig zu dem Mädchen dass nun wieder begeistert zu den Sternen sah. Plötzlich sprang sie wie von einer Tarantel gestochen auf: „Link! Sieh eine Sternschnuppe!!“ sie deutete in die Richtung, mein Blick folgte ihrer zarten Hand. Die stelle kannte ich doch, ohne dass sie etwas davon erfahren sollte, beschloss ich ihr die Sternschnuppe zu holen. Alleine schon um ihre Reaktion zu sehen. Wie kam ich überhaupt zu so einer Mädchenhaften Idee? Ich konnte mir nicht helfen, warum wollte alles in mir Zelda glücklich machen? Ihr ein Lächeln auf die leicht rosa-farbigen Lippen zaubern. Es ergab für mich einfach kein Sinn, wie der Regen der urplötzlich auf uns erbarmungslos nieder fiel. Schnell ergriff ich die kleine Hand der Prinzessin, diese lies sich einfach von mir leiten, sie beschwerte sich auch nicht darüber dass ich sie so harsch angefasst hatte. Vielleicht war sie mir auch einfach dankbar dass ich sie zurück ins Schloss, zurück ins trockene gebracht hatte. Während ich mir den Hinterkopf kratzte stammelte ich: „ Ihr solltet euch umziehen und euch warm halten“

Sie lächelte und verschwand mit Impa, die gerade aus dem Flur auf uns zu kam. Kaum waren die zwei verschwunden, nahm ich meine Beine in die Hand, Ziel war der Platz wo wir die Zeremonie abgehalten hatten, denn dies war die Stelle an der die Sternschnuppe von vorhin den Boden küsste. Es dauerte auch nicht lange als ich die Tore von Hyrulestadt  hinter mir ließ, ich ignorierte auch getrost die Seltsamen Blicke die mir die Bürger sowohl auch die Positionierten Ritter zu warfen. Kurz vor dem Ziel ließ mich dann doch meine Ausdauer im Stich, mitten als ich gerade über einen gefallenen Baumstamm springen wollte, verlor ich meinen halt und fiel genau auf die Nase. Keuchend, nach Luft ringend lag ich am Boden, mein rechtes Bein schmerzte als ich es benutzen wollte um wieder aufzustehen, doch kaum tat ich dies, schmerzte es so um einiges mehr.

Wütend biss ich mir auf die Oberlippe, das wollte mir so gar nicht in den Kram passen, auf die schmerzen vorbereitet, stand ich dennoch auf. Auch dass ich fast wieder zu Boden fiel, wäre neben mir ein Baum gewesen an dem ich mich abstürzen konnte, setze ich meinen Weg fort. Nach ein paar Schritten, stand ich direkt vor besagten Objekt, ein Sternensplitter für Zelda.

//Ich hoffe, dass ihr das Geschenk Gefallen wird. Das sich die schmerzen wenigstens gelohnt haben.//

Nun mit besserer Laune sah ich zum schloss und schon sank diese auch schon.

„Das wird etwas dauern?!“ fluchte ich vor mich hin. Zum Glück war niemand in meiner Nähe der mitbekam wie ich über meine eigene Dummheit fluchte, das könnte sonst etwas peinlich werden.

Es wurde bereits Tag als ich endlich zurück im Schloss war, ich war so froh dass ich heute einen freien Tag hatte, denn ein bisschen schlaf konnte ich durchaus gebrauchen, doch ein Blick in mein Zimmer ließ mir den letzten Verstand rauben, den ich noch gedacht hatte zu besitzen. Meine Möbel, Kleidung, alles war weg!

„Wa.. was ist denn hier passiert?“ brabbelte ich überrascht. Entweder es lag daran dass ich komplett aus dem Konzept gerissen wurde, oder es lag an der Müdigkeit, jedenfalls bemerkte ich Badoo fiel zu spät, dieser lachte sich den Ast ab als er meine Reaktion sah: „Keine Sorge. Der König meinte, nun da du der Leibwächter bist, sollte dein Zimmer mehr in ihrer Nähe sein, wir haben deine Abwesenheit genutzt um den Umzug durch zu führen. Komm ich führe dich hin“

Kaum hatte er dies gesagt, lief er auch schon mit schnellen Schritten los, ich hatte müh und Not um noch mit meinem Bein mit zu halten, durch Gänge im Schloss humpelte ich notgedrungen hinterher. Irgendwann hatten wir endlich eine Tür erreicht, grinsend deutet er auf diese. Behutsam öffnete ich diese, sie Knarre etwas beim öffnen, doch der Anblick war unglaublich. Das Zimmer war um einiges größer, mehr Möbel, sogar Bücher befanden sich darin. Ein geräumiges Badezimmer, mit eigener Badewanne. Als ich mich bei Badoo bedanken wollte, war dieser schon längst verschwunden, stattdessen stand ein Dienstmädchen dort. Sie starrte mich stillschweigend an, nun folgte der Tribut dass ich mit meinen angeschlagenen Bein quer durch das Schloss gesprungen war, ich verlor den Halt und kippte um. Leicht verdattert sah ich zu den Übeltäter namens Bein, es ließ sich einfach nicht mehr bewegen. Das Dienstmädchen erkannte sofort die Problematik, half mir auf und brachte mich zum Bett. Dort lies ich mich müde fallen, die weiche Matratze, die dicke warme Decke luden geradezu zum schlafen ein. Mir fielen auch kurz die Augen zu, doch dann kam mir ein genialer Gedanke: „ Könnten sie mir einen Gefallen tun? Könnt ihr dies, an meiner Stelle zur Prinzessin bringen?“ Ich reichte ihr den Sternensplitter, verwundert sah sie zu mir: „ Und ihr? Ich werde den Arzt holen, dann wird es euch bald besser gehen.“

Daraufhin war sie verschwunden, die Tür und Vorhänge geschlossen, ich blieb alleine im weichen Bett zurück. Es dauerte auch nicht lange da schief ich seelenruhig ein, und das erste was ich sah war die Prinzessin die mir entgegen lächelte.


So, ich hoffe es hat euch bis hier hin gefallen.
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