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At last you see the light

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Jesus Christus Judas Iskariot Maria Magdalena
22.03.2018
12.05.2019
3
3.120
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22.03.2018 813
 
Die kühle Brise wehte mir eine dunkelbraune Locke ins Gesicht. Die Töne meiner Gitarre und meine Stimme erfüllten die belebte Fußgängerzone. Doch niemand, blieb stehen oder schenkte mir gar im vorbeigehen Beachtung. Eine schleichende Wut ,kroch in meinen Adern hinauf. Ich spielte die Saiten meiner Gitarre heftiger und legte in meine Stimme noch mehr Volumen. Und tatsächlich, blieben vereinzelt ein paar Leute stehen.
„And in the naked light I saw,
ten thousand people, maybe more.
People talking without speaking.
People hearing without listening.
People writing songs, that voices never shared.
No one dared..
Distrub the sound, of silence...“
In diesem Lied steckte so viel Wahrheit. Die Leute sahen mich, aber nahmen mich nicht wahr.
Sie hörten meine Stimme ,und verstanden doch nicht, was ich sagte. Diese Erkenntnis ,deprimierte mich so unglaublich sehr. Als die letzten Töne verklungen waren, erntete ich einen schmalen Applaus und fünf Pfund. Aber hey, das war besser als gar nichts. Ich blickte verstohlen auf meine alte Armbanduhr, dessen Leder schon ganz zerfetzt war und allmählich abblätterte. Ich hatte noch eine viertel Stunde, bis meine Schicht im „Uptown“ anfing. Das kleine Lokal ,befand sich direkt um die Ecke. Ich stimmte noch ein weiteres Lied an, und warum es genau dieses Lied war, kann ich bis heute nicht erklären.
„I don't know how to love him.
What to do, how to move him.
I've been changed , yes really changed....“
Ein Mann in einem schicken Anzug ,blieb vor mir stehen und beäugte mich kritisch. Ich ließ mich nicht beirren und sang einfach weiter.

„.. Should I bring him down?
Should I scream and shout ?
Should I speak of love- let my feelings out?
I never thought, I'd come to this- what's it all
about ?“
Der Mann stand immer noch an der selben Stelle, seine Augen waren fest auf mich gerichtet.
Was hatte das denn zu bedeuten ? Normalerweise, blieben die Leute nicht länger als zwei Minuten stehen. Meine Kehle fühlte sich rau an, nachdem ich geendet hatte. Ich brauchte unbedingt etwas zu trinken und eine Zigarette. Der Fremde kam ein paar Schritte auf mich zu.
„Verzeihen Sie Miss, dass ich Ihnen zu nahe trete, aber ich finde Ihre Stimme ganz außergewöhnlich!“ seine Augen glänzten und das leicht ergraute Haar wurde mit viel Gel an seinem Platz gehalten.
„Vielen Dank.“ erwiderte ich mit rauchiger Stimme.
„Oh, wie unhöflich von mir! Ich habe mich noch nicht vorgestellt, mein Name lautet John Tomphson. Ich bin Regisseur und...“ Ich unterbrach ihn mit erhobener Hand.
„Okay, und was genau möchten Sie von mir ?“ ich zog skeptisch eine Augenbraue in die Höhe.
„Ich finde, Sie haben ein ganz ausgezeichnetes Potenzial und würde Sie gerne zu einem öffentlichen Casting einladen.“ Mr. Tomphson sah mich erwartungsvoll an. Ja, klar! Dachte der etwa, dass ich auf solch einen bescheuerten Trick reinfallen würde ?!
„Wie bitte ? Woher soll ich mir denn sicher sein, dass Sie kein Betrüger sind ?“ meine Stimme klang kühler, als beabsichtigt.
„Oh, hier.“ Mr. Tomphson reichte mir eine schwarze Visitenkarte mit goldenen Buchstaben.
Ich nahm das Teil zögernd entgegen. Da stand alles drauf, Name , Adresse, Telefonnummer.
„Dürfte ich vielleicht Ihren Namen erfahren ?“ der Mann lächelte mir freundlich zu. Ich überlegte für einen Bruchteil einer Sekunde, ehe ich antwortete: „Freya Drummond.“ ich streckte ihm meine schlanke Hand entgegen, die direkt von ihm ergriffen wurde.
„Freut mich, Miss Drummond.“
„Gleichfalls. Um welches Casting geht es denn ?“ ich verzog meine Mundwinkel zu einem leichten Lächeln.
„Es geht um eine Musicalproduktion. Jesus Christ Superstar. Sagt Ihnen das etwas?“
Ein Musical ? Mein Herz machte einen Hüpfer, ich liebte Musicals.
„Na klar, wer kennt es nicht ?“
„Oh da gibt es einige, aber ich schweife ab. Das Casting findet heute in einer Woche hier in London statt. Im alten Opernhaus.“ Ich nickte langsam, ich wusste wo das war.
„Okay, und um wie viel Uhr ?“
„Ab acht Uhr morgens geht es los, Sie brauchen sich nicht anzumelden. Am Empfang bekommen Sie eine Stecknummer. Der Rest ergibt sich von alleine.“
So einfach sollte das sein ? Ich runzelte immer noch etwas skeptisch meine Stirn, doch ich war dumm, wenn ich dieses Angebot nicht annahm.
„Alles klar, ich werde da sein.“ versicherte ich Mr. Tomphson selbstbewusst.
„Sehr gut, falls Sie noch Fragen haben, rufen Sie mich einfach an.“
„Das werde ich , vielen Dank!“ in meinem inneren flammte pure Freude auf, doch das ließ ihn nicht merken. Mist, ich hatte nur noch fünf Minuten, bis meine Schicht begann.
„Entschuldigen Sie mich bitte, ich muss in fünf Minuten zur Arbeit. Ich sehe Sie nächste Woche, Mr Tomphson!“
„Das wage ich doch zu hoffen, Miss Drummond. Auf Wiedersehen.“
„Bye.“ antwortete ich höflich und machte mich eilig auf die Socken. War das gerade wirklich geschehen ? Gleich würde ich bestimmt aufwachen, doch ich wachte nicht auf, sondern balancierte Teller durch das enge Lokal zu den Gästen. Ich konnte es kaum erwarten, die Neuigkeit Nancy meiner besten Freundin, zu erzählen.
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