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ME plus Zwei

GeschichteSci-Fi / P16
Ashley Williams Commander Shepard Garrus "Archangel" Vakarian Kaidan Alenko Liara T'Soni OC (Own Character)
20.03.2018
31.05.2020
29
106.063
10
Alle Kapitel
45 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
20.03.2018 2.196
 
Disclaimer:  Mass Effect sowie seine Charaktere gehören mir nicht sondern BioWare und ich erhebe darauf keinen Anspruch und habe kein Interesse mit dieser Fanfiction Geld zu machen.
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Paul gähnte herzhaft und wischte sich mit einem zufriedenen Lächeln eine Müdigkeitsträne aus dem Augenwinkel. Er hatte gerade den Abspann des dritten Mass Effect Teils vor sich und wie schon die Male zuvor etwas Gänsehaut.
„So, jetzt aber ins Bett, sonst verschlaf‘ ich morgen wieder“, murmelte er zu sich selbst und schaltete den Rechner aus, bevor sein Blick auf die Projektion der Uhrzeit an seiner Zimmerdecke fiel.
„Och nö“, dachte er sich, als ihn die Erkenntnis traf, dass er gerade noch genug Zeit hatte um zu duschen, bevor er auf Arbeit musste. Es war passiert, was bislang immer passiert war, wenn er Mass Effect spielte: Er vergaß komplett die Zeit und prompt klingelte auch sein Handywecker.
„Jedes Mal das Selbe“, sagte er halblaut und grinste, während er sich ein Handtuch schnappte und ins Bad trottete. Er würde dann wohl heute etwas mehr Kaffee brauchen um nicht einzuschlafen.

Eine Dreiviertelstunde später, hatte Paul seine winzige Wohnung, die er sich gerade so von seinem Azubigehalt leisten konnte, hinter sich gelassen und stand auf der wirklich kurzen Strecke Autobahn, welche er jeden Tag fahren musste, im Stau. Es kam äußerst selten an dieser Stelle vor, dass Stau aufkam, aber wenn, dann ging selten überhaupt noch etwas. Naja außer einer Rettungsgasse, welche wie durch ein Wunder eingehalten wurde.
Es war zum ins Lenkrad beißen. Nicht nur war er müde, da er die ganze Nacht durch gezockt hatte, nein jetzt würde er auch noch zu spät kommen.
Da es schon seit mehreren Minuten so gar nicht mehr vorwärts ging, hatte Paul den Motor seines Wagens abgestellt und versuchte aus Langeweile über die Außenspiegel des quietschgelben Mikras vor ihm zu erkennen, wer denn so mit ihm gemeinsam im Stau gefangen war, aber außer ein paar Schemenhaften Bewegungen konnte er absolut nichts erkennen und ließ seinen Blick wieder schweifen.
Als er wieder in den seinen Rückspiegel schielte, wurde ihm  jedoch anders und rein aus diesem dummen Gefühl heraus startete er seinen Motor wieder und wollte wegrollen, doch da schepperte es schon gewaltig und ein ungeheurer Ruck ging durch seinen ganzen Wagen, der ihm allein durch die Wucht schon das Bewusstsein nahm.
Als er wieder zu sich kam, fühlte er sich wie in Watte gepackt. Irgendwo in weiter Ferne fühlte er ein dumpfes Pochen, konnte aber nicht zuordnen wo es herkam, oder ob es überhaupt ein Gefühl seines Körpers war. Er brauchte lange um überhaupt schemenhaft etwas wahrzunehmen und erst als er versuchte seine Hand an sein Gesicht zu führen, weil sich dieses verklebt anfühlte, erkannte er, dass das Innere seines Autos total deformiert und er Bewegungsunfähig eingeklemmt war.
„Hey hierher, ich glaube er ist wach“, rief plötzlich links neben ihm jemand und unter großen Anstrengungen schaffte Paul es seinen Kopf zu drehen.
„Ganz Langsam und erst mal keine hektischen Bewegungen“, meinte der Sanitäter, der anscheinend neben dem Kniete, was einmal seine Autotür war. „Wie sieht es aus, haben Sie Schmerzen?“, fragte der junge Mann neben ihm.
„Nein, nicht wirklich“, krächzte Paul, „Was ist passiert?“
„Sie standen im Stau, und ein LKW ist Ihnen hinten aufgefahren. Aber keine Sorge, wir sind da und holen Sie hier raus“, erklärte der Sanitäter und jetzt bemerkte Paul auch die Feuerwehrmänner, welche auf der rechten Seite des Wracks begonnen hatten irgendwie in den Wagen zu kommen.
Augenblicke später trat  wohl ein Notarzt an die Stelle, wo eben noch der Sanitäter war, doch das bekam Paul nur geradeso durch den Nebel mit, der seinen Verstand langsam wieder umhüllte.
nur eine gelbliche Masse verschwamm noch so gerade vor seinen Augen.

Er hatte keine Ahnung, wie lange jetzt schon an ihm und seinem Auto herumhantiert wurde, zu surreal war das Gefühl, welches ihn immer wieder umfing, aber scheinbar waren die Feuerwehrleute jetzt soweit ihn aus dem Fahrzeug zu befreien, denn einer der Helfer war neben ihn gekrochen und setzte ein riesiges Werkzeug unter dem Armaturenbrett an.
Schon in dem Moment, als der Mann ‚Jetzt‘ zu seinen Kollegen rief, schrie Paul auf und ihm wurde übel vor Schmerz. Arzt und Sanitäter waren augenblicklich zur Stelle und fluchten leise, als sie erkannten, dass das aufhebeln der Trümmer ein großes, scharfes Stück Plaste aus dem Unterleib des Verunglückten zog. Sofort brach routinierte Hektik auf und jemand presste mit aller Macht gegen Pauls Bauch in dem Versuch das Leben langsamer aus dem verletzten Körper sickern zu lassen.
„Scheiße wie konnten wir das übersehen“, murmelte einer der Helfer, während Paul sich vor lauter Schmerzen übergab und heftig anfing zu zittern.
„Mir ist kalt“, lallte er noch, bevor er langsam weg driftete.
„Verdammt, wir verlieren ihn“, war der letzte hektische Ruf, den er noch am Rande hörte, bevor die Schwärze ihn Umfing.

„Was zum…?“, rief eine ihm bekannt vorkommende Stimme und er hörte das Geräusch von sich aktivierenden Waffen, bevor er unsanft auf den Rücken gedreht wurde und er in vier Läufe von vier Pistolen blickte, die jeweils von äußerst angespannten Uniformträgern gehalten wurden.
„Keine Bewegung oder es war deine Letzte“, knurrte ein hochgewachsener, dunkelhäutiger Mann mit Glatze ihn an, woraufhin Paul sich, irritiert wie er war, nicht einmal traute die Hände über den Kopf zu nehmen.
„Durchsuchen und auf die Füße mit ihm“, befahl die Stimme, die ihm so bekannt vorkam und nur Sekunden später stand Paul, unsanft auf die Füße gehoben und mit nach hinten gedrehtem Arm, vor Captain Anderson.
„Was zum…?“, sprach Paul nun seinerseits aus, was ihm durch den Kopf schoss. Er musste träumen, schließlich hatte er die letzten Tage viel Mass Effect gezockt und war ja anscheinend dem Tode nahe gewesen, doch der Schmerz in seinem Schultergelenk sprach eine andere Sprache.
„Wer sind Sie und wie kommen Sie hier wie aus dem nichts in meine Einsatzbesprechung?“, fragte ihn Captain Anderson ruhig, aber mit strengem Befehlston, nachdem eine Soldatin ihn kurz abgeklopft hatte und dann zu Anderson genickt hatte.
„W..Was?“, stammelte Paul völlig überfordert, obwohl er die Frage genau verstanden hatte, was den Soldaten, der seinen Arm hielt dazu veranlasste diesen noch etwas weiter zu hebeln. „Aaarhg“, zischte Paul daraufhin.
„Ein letztes Mal: Wer sind Sie und wie kommen sie so plötzlich auf mein Schiff?“
„I..ich bin Paul Trebuchs. Ansonsten weiß ich nicht mal wo ich bin.“
„Ein Anfang“, murmelte Anderson, „Bringt ihn zu dem anderen Eindringling. Wir müssen erst mal diese Mission abschließen.“
„Eye Captain“, antwortete der Soldat, der Paul im Haltegriff hatte und schob selbigen auch schon unsanft vor sich her.

Eine ganze Weile später war Paul immer noch kein Stück schlauer, was hier vor sich ging und auch wenn er noch so angestrengt in seiner kleinen Zelle grübelte, würde er auf keinen grünen Zweig kommen.
Plötzlich ertönte ein knisterndes Geräusch und die Wand an der er lehnte wurde plötzlich durchsichtig. Aufgeschreckt wich er zurück und traute dann seinen Augen nicht.
„Paul?“, fragte da auch schon die junge Frau aus seiner Nachbarzelle.
„Christin“, antwortete er verwirrt, als er seine ehemalige Klassenkameradin erkannte.
„Wie ich sehe, kennen Sie beide sich also, was doch die Vermutung aufkommen lässt, dass Sie beide Komplizen sind“, stellte da Anderson fest und tauchte im Gang vor beider Zellentüren auf.
„Captain Anderson“, murmelte Christin mit einem geschockten Gesichtsausdruck.
„Sie kennen mich also. Damit haben Sie beide mir anscheinend etwas voraus. Also wer sind Sie?“
„Mein Name ist Christin Nadler. Ich bin Medizinstudentin und ich hab keine Ahnung wo ich hier bin, noch wie ich hergekommen bin.“ Paul konnte Anderson im Gesicht ablesen, dass er erstens mit der Antwort nicht wirklich zufrieden und zweitens beunruhigt war.
„Und Sie sind?“, wandte er sich nun Paul zu.
„Paul Trebuchs und leider kann ich mich ihrer Aussage nur anschließen: Ich weiß weder wo ‚hier‘ eigentlich ist, noch wie ich hier gelandet bin.“
Anderson wollte gerade zu einer Erwiderung ansetzen, als aus den Schiffslautsprechern eine weibliche Stimme ertönte: „Captain Anderson auf die Brücke, das Außenteam meldet verwundete.“
„Wir sprechen uns später weiter und ich hoffe doch, dass Sie dann bessere Antworten für mich haben werden“, sprach der Captain ernst und verließ die beiden Eindringlinge.
„Fuck,“, fluchte Paul, „was ist passiert?“
„Ich weiß es nicht, das letzte an was ich mich erinnere ist, dass ich auf dem Weg zu meinem Praktikum im Stau stand und naja, dann bin ich hier plötzlich auf einem Gang aufgewacht und man hat mich als Eindringling hier eingesperrt“, antwortete Christin auf die in den Raum geworfene Frage. Paul konnte die Nervosität aus ihrer Stimme hören, als ihn ein ungutes Gefühl beschlich.
„Auf der A72 Richtung Hof?“, fragte Paul.
„Ja, woher weißt du das?“
„Ich stand dort im Stau. Fährst du etwa einen gelben Mikra und standest hinter einem Roten LKW?“
„Ja genau, aber von jetzt auf gleich, war ich nicht mehr dort, sondern hier.“
„Ich glaube ich stand hinter dir und...“, Paul gefror im Satz, wurde bleich und riss sich hektisch sein Hemd hoch, um seinen Bauch zu betrachten und abzutasten.
„Was ist los?“, fragte Christin und kam besorgt zu ihrer Trennwand.
„Ich habe mich nur an das erinnert, was geschah, bevor ich hier aufgewacht bin. Ein anderer LKW ist mir hinten rein gekracht und mein Armaturenbrett hat sich, glaube ich, in meinen Bauch gebohrt. Als die mich aus dem Wrack holen wollten, bin ich denke ich verblutet“, sprach Paul mit dem Schock der Erkenntnis in der Stimme.
„Keine Ahnung, wie ihr hier herkamt, aber damit das ihr beide gestorben seid, liegst du ganz gut“, sprach da auf einmal eine quietschige Stimme in amüsiertem Plauderton und neben Christin materialisierte sich ein kleines Mädchen mit pink-blonden Haaren und beäugte sie von allen Seiten.
„W..Wer bist du?“, fragte sie darauf auch ängstlich.
„Mir gehört dieser Ort hier“, quietschte das Mädchen vergnügt, verschwand und tauchte neben Paul wieder auf.
„Das Schiff?“, fragte Paul, da er vermutete, dass sie auf dem Allianzschiff von Anderson waren.
„Ach quatsch du dummes Nüsschen. Das Universum.“
„Was?“, reagierten Paul und Christin gleichermaßen verwirrt.
„Achja, ihr wisst so was ja nicht….hmmmm wie fange ich am besten an???“, überlegte das Mädchen zu sich selbst. „Ah ja. Ihr habt doch bei euch bestimmt auch schon mal von der Theorie mit den unendlichen Universen gehört oder?“ Paul konnte nur stumm nicken. „Supi,“, sprach das Mädchen da vergnügt weiter, „also es sind nicht unendlich, aber ein paar Tausend gibt es da schon. Jedes davon gehört jemand anderem aus meiner Familie.“
„Familie?“, fragte Christin und blickte das Mädchen verständnislos an.
„Es ist unhöflich jemanden zu unterbrechen der einem etwas erklärt“, rügte sie Christin, klang dabei aber genauso vergnügt, wie schon die ganze Zeit. „Also es gibt viele wie mich und jeder hat irgendwann mal seine eigene Welt geschaffen. Mein Cousin eure und nachdem er mal hier war hat er bei euch das Spiel Mass Effect hinein geschmissen“, erklärte sie den Beiden was abging. „Anscheinend hat sich mein lieber Cousin einen Spaß erlaubt, indem er euch nach eurem Tod hergeschickt hat. So mit eurem Wissen über das Spiel“, ergänzte sie dann noch mehr zu sich selbst.
„Ihr kontrolliert uns also?“, hakte Paul nach, der erstaunlicherweise kein größeres Problem hatte ihr zu glauben, zumal sich das Mädchen schon mehrfach zwischen ihren Zellen hin und her ‚gebeamt‘ hatte.
„Einige von uns tun das wohl, ich hab mehr Spaß daran zu sehen, was ihr macht, wenn ich dies oder das in dem Durchlauf ändere. Ich stecke sozusagen nur ein paar Rahmenbedingungen und warte dann ab. Aber euer Auftauchen verspricht auch Spaß. Hihi.“
„Wie Spaß“, fragte Christin, „Ich wollte Ärztin werden“, rief sie und plötzlich standen ihr Tränen in den Augen und Verzweiflung lag in ihrer Stimme.
„Tja Süße“, quietschte das Mädchen, „das wird nichts zumindest nicht so wie du das geplant hast. Ach das kann lustig werden. Ich bin ja mal gespannt, was passiert, wenn ich euch auf mein kleines Universum loslasse, hihihi.“
„Wir haben doch gar keine Chance“, rief Paul wütend. Er wollte auch nicht einfach akzeptieren was hier gerade geschah. Oder konnte er nicht akzeptieren, dass sie gestorben sein sollten?
„Hmm...“, überlegte da das Mädchen und für einen Moment wirkte sie nicht so quietschvergnügt, „das stimmt wohl. Aber das haben wir gleich.“ Daraufhin hüpfte sie erst zu Christin und klopfte ihr auf den Kopf, bevor sie das gleiche bei Paul wiederholte, dessen Kopf sofort dröhnte, als würde ihn jemand aufblasen und der Druck könnte nicht entweichen.
„So, ich hab euch Zweien ein paar Kenntnisse eingeflößt: militärische Grundausbildung, alltägliche Informationen über mein Universum, bei dir aktuelle medizinische Grundkenntnisse und bei dir Informatik. Das, was ihr bislang auch bei euch hattet. Achja und bei dir“, damit blickte das Mädchen Paul in die Augen, der sich die Schläfen rieb, „hab ich noch eine kleine Überraschung dagelassen. Viel Erfolg euch beiden.“ Mit einem letzten langsam verklingenden Kichern war das Mädchen dann auch so plötzlich verschwunden wie sie aufgetaucht war.
„Was tun wir jetzt“, fragte Christin, sich ebenfalls die Schläfe reibend.
„Wenn ich das wüsste“, murmelte Paul, der den Druck im Kopf kaum noch aushielt und sich daher auf den Boden setzte.
„Erstmal rausfinden, wo und wann hier genau ist und dann überlegen, wie wir Anderson dazu bringen uns zu glauben, wo wir herkommen und dann eventuell versuchen die Reaper zu überleben. Einmal sterben reicht mir.“
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