Folge 3: Die Hauptverdächtige

GeschichteKrimi, Mystery / P16
Alexis Castle Kate Beckett Richard Castle
20.03.2018
20.03.2018
6
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Die Hauptverdächtige

Staffel 9, Folge 3

geschrieben von ipreferwestside

übersetzt von mf3381

gegengelesen von Copop83

Der nachfolgende Text ist eine fiktive Geschichte von Autoren ohne jegliche Beziehung zur ABC-Sendung “Castle”. Erkennbare Charaktere sind Eigentum von Andrew Marlowe und ABC. Namen, Orte und Geschehnisse sind Produkt der Kreativität des Autors oder werden fiktiv genutzt. Jegliche Ähnlichkeit zu tatsächlichen Personen, lebend oder tot, Unternehmen, Firmen, Ereignissen oder Örtlichkeiten ist rein zufällig.


Kapitel 1

Die Frau seufzte, als sie den Flur entlang stapfte, ihre Arme um Tüten voller Lebensmitteleinkäufe geschlungen. Sie hatte eine lange Nachtschicht hinter sich und wollte nun einfach nur in ihre Wohnung, ihr Essen wegräumen und ins Bett kriechen. Als sie mit den Schlüsseln in der Hand auf ihre Wohnungstür zuging, hörte sie entfernte Stimmen, dann den Schlag einer Tür am Ende des Flurs.

Es kamen schnelle Schritte auf sie zugelaufen, aufgrund derer sie aufschaute und erschrak, als sie sah, dass es eine Gestalt mit dunklem Sweatshirt, dessen Kapuze ihr Gesicht verbarg, war. Die Person beachtete sie gar nicht, eilte nur mit schnellen Schritten Richtung Treppe vorbei.

Neugier geweckt, gab sie die Bemühungen, den Schlüssel in das Schlüsselloch zu bekommen auf und begab sich stattdessen zur Wohnung am Ende des Flurs. Sie wusste sehr wenig über die junge Frau, die hier wohnte, nur, von kurzen Gesprächen im Hausflur, ihren Namen und dass sie Studentin war. Als sie die offene Tür bemerkte, zogen sich ihre Augenbrauen zusammen und sie wurde langsamer, falls sie die junge Frau stören sollte.

„Hallo?“, rief sie leise, dann nochmal lauter, als keine Antwort kam. „Ist alles ok?“ Nach einem kurzen Zögern an der Tür trat sie über die Türschwelle und in die Wohnung.

Immer noch keine Antwort.

Ihre Augen schweiften über das kleine Wohnzimmer, immer noch nichts. „Paige? Bist du – oh mein Gott!“

Die Einkaufstüten fielen aus ihren Armen und landeten mit einem dumpfen Ton auf dem Boden, als sie eine Hand über ihren Mund hielt. Ihre Augen waren starr auf die Szene in der Küche gerichtet, wo die junge Frau mit dem Gesicht nach unten auf dem Boden lag, unter ihr eine immer größer werdende Blutlache.

Sie bemerkte nicht mal, dass ein Apfel, der aus einer der Tüten heraus gekullert war, neben dem leblosen Körper liegen blieb.

***

Castle drehte sich, eine Tasse in jeder Hand, von dem Kaffeestand weg und schaute sich in dem gut besuchten Café nach seiner Begleitung um. Er sah das unverkennbare rote Haar in einer Ecke, und als er zu dem Tisch ging, bemerkte er, dass sie wie verrückt auf ihrem Handy rumtippte. „Ist alles klar?“, fragte er, eine Tasse vor sie stellend.

Alexis starrte finster auf ihr Handy, bevor sie es in ihre Handtasche fallen ließ, die auf ihrem Schoß lag. „Ja, alles klar.“ Sie legte ihre Finger um ihre Tasse. „Nur… Sachen halt. Wie war deine Woche?“

Castle zog eine Augenbraue hoch, bohrte aber nicht weiter. Sie hatten in den vergangenen Wochen nicht viel miteinander geredet; er war auf dem Revier und mit Schreiben beschäftigt, und Alexis hatte genug mit dem neuen Semester um die Ohren. „Sie war gut.“ Er fing an eine Geschichte über ihren neuesten Fall zu erzählen, allerdings nicht so enthusiastisch wie sonst typisch für ihn.

Alexis reagierte kaum, nickte und fragte nach, wo man es erwartete. Als er fragte, wie ihre Woche war, zögerte sie kurz, bevor sie antwortete. „Sie war ok. Viel zu tun.“ Sie warf noch einmal einen Blick auf ihr Handy und stand dann auf. „Ich muss los. Danke für den Kaffee, Dad.“

Castle stand auf um seine Tochter zum Abschied zu umarmen, setzte sich wieder, nachdem sie das Café verlassen hatte und trank dann still seinen Kaffee. Er hatte Alexis schon ruhig erlebt, aber das hier war eine andere Art von ruhig. Abgelenkt, zurückgezogen. Er starrte auf ihre halbleere Tasse, während sein Finger den Rand seiner eigenen nachzog. Er plante nicht heute aufs Revier zu gehen, aber er wollte noch nicht nach Hause. Vielleicht könnte er ja ein wenig Zeit totschlagen und Kate dann Mittagessen bringen.

Nach ungefähr einer Stunde Angry Birds vibrierte sein Handy, und das Gesicht seiner Frau erschien auf dem Display. Er grinste wegen dem Bild, eines, das er schoss, als sie ihm ihre Zunge rausgestreckt hatte. „Hey, ich hab‘ grade an dich gedacht. Hast du nachher Zeit fürs Mittagessen?“

„Schön wär’s. Ist Alexis noch bei dir?”

Castle setzte sich aufrecht auf seinen Stuhl. „Nein, sie ist gerade gegangen. Ist alles in Ordnung?“

„Ja.“ Kate seufzte, und Castle konnte sich vorstellen, wie sie ihre Nasenwurzel zusammendrückte. „Tut mir leid, die Übelkeit ist gerade kaum zu ertragen.“

„Oh, warum hast du denn nicht früher angerufen?“ Er stand auf und schnappte sich seine Tasche, schwang sie auf seine Schulter, als er zur Türe ging. „Ich bringe dir einen Tee.“

„Danke, Babe, aber ich hab‘ schon welchen. Aber Ryan und Espo haben einen Fall. Willst du dabei sein?“

***

Die Wohnung war voller uniformierter Polizisten als Castle ankam. Er wäre lieber bei seiner Frau auf dem Revier, oder besser noch zu Hause, wo er sich, um sie kümmern könnte. Aber sie wollte nicht bemuttert werden, würde nicht wollen, dass er nur herumsitzt. Er würde ihr später Tee bringen, trotz ihres Protests, und einen Cronut. Ein Cronut sorgte immer dafür, dass sie sich besser fühlte.

„Hey, Ryan, was haben wir hier?“, fragte er, als er die Wohnung betrat. Seine Augen nahmen die Szene vor sich auf: die Spurensicherung, die Fingerabdrücke nahm und etikettierten, einer zerbrochenen Blumenvase auf dem Boden ausweichend, eine heruntergefallene Einkaufstüte, aus der das Essen herausgefallen war.

„Wurde aber Zeit, dass du auftauchst“, stichelte Ryan, der neben der Leiche hockte.

„Witzig.“ Castle stoppte weit vor der Blutlache, immer bedacht, keine Spuren zu verfälschen. Er bedankte sich nickend bei LT, der ihm ein paar Handschuhe reichte. „Willst du mich auf den neuesten Stand bringen? Oder kündigst du bei der Polizei, um Comedian zu werden?“

Esposito unterbrach jegliche potentielle Antwort von Ryan. „Nachbarin kannte das Opfer nur flüchtig. Anscheinend war sie gerade nach Hause gekommen, als sie jemanden streiten hörte, konnte keine Wörter verstehen. Aber jemand eilte an ihr vorbei, der ein Hoodie trug. Sie weiß nicht, wer das war, konnte das Gesicht nicht sehen.“

Castle begutachtete den Raum. „Ich kann hier keine Bilder sehen. Wissen wir schon, wer sie ist?“

„Ja, ihr Name-“

Castle registrierte kaum, dass Ryan ihn über die Identität der jungen Frau informierte; seine Augen waren auf das Gesicht des Opfers fixiert, als Lanie sie umdrehte.

„Paige“, flüsterte er.

Ryan und Esposito warfen sich einen Blick zu. „Du kennst sie?“

Castle nickte, war sich kaum im Klaren, dass seine Hand in seine Manteltasche griff. „Paige Galloway, sie ist die beste Freundin von Alexis.“ Er wählte die Handynummer von Alexis, erhielt aber nur von ihrer fröhlichen Mailbox-Ansage eine Antwort. „Hey, ich bin’s. Kannst du mich so schnell wie möglich anrufen, wenn du das hörst?“

Wie sollte er seiner Tochter beibringen, dass ihre beste Freundin tot war?

„Oh, Mann.“ Esposito legte eine stärkende Hand auf seinen Rücken. „Das tut mir leid. Wir werden den Drecksack finden, der das getan hat.“

„Das werden wir“, erwiderte Castle bestimmt. „Lanie, wie ist sie gestorben?“

Lanie schaute zu Esposito. „Erstochen. Sie hat mehrere Messerstiche in der Brust und im Bauchbereich. Was auch immer der Täter benutzt hat, die Waffe hatte eine breite Klinge.“

„Sie hat einen Messerblock, aber das Steakmesser fehlt. Vielleicht das? Eine Gelegenheitswaffe?“

Lanie zuckte die Schultern und stand auf, zog ihre Handschuhe aus. „Könnte sein. Wenn du es findest, kann ich es vergleichen. Hey.“ Sie packte Castles Arm als er sich wegdrehte und umarmte ihn. „Es tut mir leid.“

„Danke.“ Castle löste sich aus der Umarmung und wählte Kates Nummer. „Lass‘ uns nur den Täter finden.“
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