keine Angst vor Liebe

von moere1112
GeschichteRomanze, Freundschaft / P16 Slash
OC (Own Character) Philipp Burger
20.03.2018
18.06.2018
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"Wo ist denn schon wieder meine Mütze verdammt noch mal!" fluchte ich in meiner Wohnung umher. Meine Bandkollegen und ich wollten heute weg gehen und draußen hatte mal wieder der Winter eingezogen , mitten im März und das obwohl wir schon locker 20 ° zeitweise hatten.
"Hattest du sie gestern als wir das Uhrenwerk verlassen haben?" fragte mich Moritz, der Gitarrist unserer Band.
Ich überlegte kurz und dann fiel es mir wieder ein, nein hatte ich natürlich nicht. Ich latschte mit der flachen Hand gegen meine Stirn und rollte die Augen dabei.
"War ja klar das du irgendwas liegen lassen musst." lachte Moritz.
"Hm, danke! Wie komm ich da jetzt ran?"
"Ruf doch den Besitzer an und frag ob er da ist, ich glaub da ist heute eh was. Frei.Wild oder so macht da eine Promo Party oder so!" kam nun von Sebbi , den Schlagzeuger meiner Band.
Ich fand die Idee gar nicht so doof und suchte gleich die Nummer raus, ich hoffte er reist mir den Kopf nicht ab, wir hatten schließlich schon nach Elf am Abend.
"Timo?" sagte ich in den Hörer, als ich nur Musik am anderen Ende hörte.
"Ja, wer ist da?"
"Hier ist Jessy von den Ostrockerz!"
"Ach hey Jessy, was gibt es denn um dieser Uhrzeit?" grinste er hörbar.
"Ich hab was liegen lassen gestern. Kann ich mir das noch holen?"
Ich weiß sehr verrückt das ich die Mütze noch holen will, wäre mir auch so egal aber diese habe ich schon so lange und war mal ein Geschenk meiner verstorbenen Oma, sie hatte sie mir gestrickt und war mein absolutes Lieblingsstück.
"Ehm, ja na klar ich sag an der Tür bescheid. Bin eh noch da."
"Ok, super also ich würde in ca 30 Minuten aufschlagen." grinste ich und schon war auch das Gespräch erledigt.
Meine Jungs schaute mich nun alle an.
"Wir können, ich kann sie mir holen und es liegt ja eh auf den Weg oder nicht?" grinste ich.
Oh man meine dusseligen Art hat uns schon so manche extra Kilometer auf den Tacho unseres Bandmobiles gehauen, immer und über all lasse ich irgendetwas liegen und wir müssen noch mal zurück fahren oder manchmal lasse ich es mir auch zu schicken.
Wir Touren manchmal durch kleine Kneipen durch Deutschland und spielen den einen Abend vor 100 Zuschauern den andern vor 50 aber uns geht es einfach nur darum zu spielen egal wie viele da stehen.
"Super" kam belustigt von Moritz, dem eh klar war, das ich wieder irgendwas liegen lasse. Er war heute unser Fahrer und so machten wir uns quer durch Weimar und fuhren zum Uhrenwerk, in dem wir gestern ein Konzert gaben , also wir und noch 4 andere Bands. Das liebte ich an der Stadt Weimar, die hatten immer mal so Abende wo Bands die nicht so bekannt waren speilen konnten und es kamen immer mehr Zuschauer zu solchen Abenden . Timo war immer der Veranstalter und mittlerweile ein wirklich guter Bekannter geworden. Er war ende 40 und eine wirklich coole sau. Rocker durch und durch und hatte früher auch mal in einer Band gespielt und wusste wie viel es einem bedeutet außerhalb des Proberaums spielen zu können.

Die Jungs blieben im Auto und ich ging allein rein.
"Hast du ein Ticket!?" hielt mich ein älterer mit Irokesenschnitt vor der Tür an.
"Nein aber es ist mit Timo abgesprochen, ich will nur was holen."
"Bist du Jessy?" fragte er mich nun.
"Genau die bin ich" grinste ich und er lies mich rein.
Ich ging durch den Großen Raum, in dem wirklich nicht mehr viel los war, nach hinten in den Backstage Bereich.
"Hi Jessy , da bist du ja schon."
"Hi Timo, ja und gleich wieder weg, ich will nur die Mütze holen."
"Mütze" lachte er.
"Ja" grinste ich und ging Richtung Aufenthaltsraum.
Ich checkte gerade mein Handy als ich nur einen Stoß spürte und schon am Boden lag.
"Oh, verdammt, das tut mir Leid" hörte ich jemanden sagen, ich hielt mir nur den Kopf und nahm mein Handy vom Boden. Ich griff nach der Hand die mir entgegen gestreckt war und schaute meinen Rempler das erste mal an.
"Sag mal bist du nicht der Sänger von Frei Wild?" fragte ich , denn ich erkannte ihn. Ich mein ich höre auch Deutschrock und da kennt man so manche Gesichter.
"Genau und du ein Fan?"
"Naja geht so ich bin eher nur hier um was abzuholen" grinste ich .
"Naja geht?" zog er belustigt die Augenbraue hoch.
"Müssen wir das jetzt ausdiskutieren? Ich hab echt kaum Zeit!" grinste ich und machte schon Anstalten weiter zu laufen.
"Na noch mal sehen werden wir uns bestimmt nicht. Hast du nicht Lust ein Bier zu trinken und mir dein Naja genauer zu erklären?"

Philipp:

Die letzten Tage waren wirklich anstrengend, wir hatten unser neues Album veröffentlicht und auch so manche Kritik aus den eigenen Reihen bekommen, die Promotour war mehr als anstrengend und ich war unzufrieden. Unzufrieden mit mir selber, denn ich konnte den Fans nicht die Fan nähe geben die ich eigentlich wollte und mir gewünscht hatte. Ich hatte mich etwas abgeduckt, ich stöberte auf FB herum und las mir so manchen Beitrag von Fan´s auf unserer Seite durch, manche waren gut aber auch viele die sich über die Autogramm stunden beschwert hatten oder über das Album, der gewissen Rockige Kick würde fehlen, dabei hatte ich mir bei allem so viel Mühe gegeben. Nach außer sage ich immer ich vertreten alles was ich mache und wem es nicht gefällt dann halt nicht Geschmäcker sind nun mal verschieden, doch dieses mal war es anderes, ich war eh sentimentaler. Meine Frau und ich hatten uns getrennt ende letzten Jahres und naja es ist halt Privat gard sehr schwierig.
Ich entschied nach eine Stunde des Rückzuges wieder zurück zu den anderen zu gehen, ich wusste das nicht mehr viele Fan´s da waren und wir wollten uns am Ende im Backstage Bereich noch etwas zusammen setzten. Die Region Thüringen die uns immer sehr unterstützt war auch da und so luden wir sie ein mit uns ein Bier zu trinken.
Ich war immer noch ganz in Gedanken und dachte über diese Beiträge nach als ich nach vorne ging, dabei rempelte ich eine Dame an die dank mir zu Boden fiel.
"Es tut mir Leid" sagte ich, doch sie reagierte nicht und hielt sich nur den Kopf. Als sie dann doch hochschaute , sah ich in Eisblaue Augen und hatte noch nie so strahlende Augen gesehen wie diese, sie faszinierten mich.
Ich schaffte sie davon zu überzeugen, mit uns ein Bier zu trinken und sie holte noch ihre 3 Freunde zu uns.

"Also das ist Moritz, Sebbi und Möcki." stellte sie mir ihre drei Kumpels vor.
"Hey nett euch kennen zu lernen ich bin Philipp und das sind Föhre, Zegga, Jochen, Stefan und Kai, wollt ihr ein Bier?" stellte ich erst mich und dann die anderen vor.
Da alle nickten holte ich gleich einen ganzen Kasten und wir setzten uns. Die Gruppe aus Thüringen kam dann schließlich auch nach hinten und wir sahen in einer Großen Gruppe zusammen. Doch ich musste unbedingt wissen warum sie kein Fan von uns ist, mit einem Naja geht gab ich mich nicht zu frieden!.
"Also, erklärst du mir dein Naja geht?" hakte ich nach und musste immer wieder in dieser wunderschönen Augen schauen.
"Ehm also, naja ich mein ich höre euch schon aber eher die Alten Dinger, die die noch nicht so frisiert waren und mehr Echtheit versprühten. Ich habt super Themen in euren heutigen Liedern, doch klingt das alles nicht mehr so Rockig wie ich es mag. Ich halt Geschmackssachen." lächelte sie.
Auch sie kritisierte unseren Wandel, ich finde immer noch das es rockig ist aber man wird halt auch Älter und verändert sich.
"Kennst du unser neues Album schon?" fragte ich nun.
"Also niemand kam um dieses Album Drumherum, es wurde ja über all bei FB geteilt und so habe ich die Hörprobe mir reingezogen. Wie gesagt super Themen aber es klingt vieles nach dem 15 Jahre Album wo ihr gesagt habt ihr wolltet es nur mal ausprobieren und nie wieder in diese Schiene zurück und doch habt ihr einige Lieder drauf die sehr danach klingen. Was um Gottes willen nicht schlimm ist, ich weiß selber das man nicht jeden Geschmack trifft und mir ist das als Songwriterin auch schnuppe ob es jemand anderen gefällt aber naja ich glaub es spaltet sehr die Meinung eurer Fan´s."
"Moment mal, Songwriterin?" Wie sie schrieb Songs.
"Ach so, das haben wir ja noch nicht erwähnt, wir sind auch eine Band und ich bin die Sängerin, wir haben gestern hier gespielt"
"Wow, echt. Das find ich Cool."

Jessy:

Philipp starrte mich regelrecht an und genau in die Augen, ich mochte es wenn man sich ansah wenn man sich unterhielt aber er fixierte meine Augen ja regelrecht was ich ja gewohnt war. Ich hatte nun mal Eisblaue Augen und die sahen viele nicht so oft aber das wurde langsam unangenehm, so das ich immer wieder dem Blick ausweichen musste.
"Was macht ihr so für Musik?" Philipp und ich unterhielten uns allein, während die anderen in Gespräche vertieft waren.
"Das ist so eine Sache, also ich sag ja man kann es nicht jedem Recht machen und ich , also wir, machen viel gemischt. Mal Rappe ich, mal grülle ich, mal singe ich, mal klingt es nach Deutschrock mal nach Mainstream scheiß , wir haben keine Schublade in die wir passen."
"Klingt interessant. Kann man euch da auch mal spielen hören?"
"Also wir haben ja gestern hier gespielt und da wir noch neben bei Arbeiten ist das immer sehr schwierig. Aber das nächste kleine Konzert ist im April geplant auf einen Indoor Festival am Bodensee."
"Echt, das ist gar nicht sooo weit weg von uns, wann denn im April?"
"Anfang April den 7.4 spielen wir um 17 Uhr"
"Ich schau mal das ich das schaffe."
"Wirklich jetzt?" war ich erstaunt.
"Ja warum nicht."
"Naja ich kann dir ja auch mal bei Youtube Videos zeigen, wir haben ja eine kleine Fanbase, seit dem wir nicht mehr Cover."
"Ja aber Live ist besser. Wie lange spielt ihr schon?" wollte er nun wissen.
"Seit dem ich 14 Bin, also 13 Jahre" sagte ich leise, das war wirklich schon eine lange zeit.
"Also bist du 27 ?"
"Wow du kannst rechnen" lachte ich
"Siehst du mal" grinste er und nahm einen schluck von seinem Bier.

Der Abend war wirklich noch sehr lustig, wir unterhielten uns schließlich quer über den Tisch und tauschten auch fleißig Handynummer aus und so gegen 3 Uhr verabschiedeten wir uns und fuhren nach Hause, ich lebte mit Moritz in einer WG und so brachten wir erst alle anderen nach Hause. Müde und erschöpft auch etwas angetrunken , lies ich mich nach einer Dusche ins Bett fallen und versuchte das erlebte zu verarbeiten.
Hatten wir jetzt wirklich den Abend mit Frei.Wild verbracht? Das glaub uns keiner und schon gar nicht glaubt es Sebbi´s Freundin, diese ist nämlich ein riesen Fan und wäre mit Sicherheit heute dabei gewesen, wenn sie nicht in Hamburg studieren würde.


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Hallo meine Lieben, ich musste diese Idee schnell umsetzten und hoffe sie gefällt euch, ich würde mich über ein kleines Feedback wahnsinnig freuen!
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