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New(ts) Life

GeschichteFamilie, Freundschaft / P16 / Gen
Alby Frypan Gally Minho Newt Thomas
20.03.2018
15.09.2021
51
103.053
27
Alle Kapitel
190 Reviews
Dieses Kapitel
4 Reviews
 
 
15.09.2021 1.971
 
Guten Morgen, ihr Lieben <3

Ich habe es tatsächlich noch (in mühevoller Kleinarbeit ;)) geschafft, ein Kapitel zu kreieren. Jeden Abend, wenn ich fertig war mit Lernen, wurden zwei, drei Sätze hinzugefügt. Deswegen ist es auch nicht sonderlich lang geworden, aber ich dachte, bevor ich euch jetzt doch noch so lange auf die Folter spanne, schmeiße ich das (vorerst) letzte Kapitel raus. Nachschub gibt es dann (jetzt aber wirklich) nach den Prüfungen.

Aber natürlich, wie immer, zunächst ein riesengroßes Dankeschön an die ganze treuen und lieben Reviewschreiber <3Pearli, Yuna McHill, NewtmasNewtmas, sweetWatermelon (alias DarkDancer), NewtieCutieeee, Lexi777 undMary250.

Vielen, vielen lieben Dank für eure ganzen tollen Kommentare und Rückmeldungen. Ich habe mich über jedes einzelne wirklich riesig gefreut <3 Und selbstverständlich beantworte ich noch alle ausstehenden, aber höchstwahrscheinlich erst, wenn die Prüfung durch ist. Ich hoffe, das ist für euch okay.

So, wie immer wieder viel zu lange gequatscht. Ich wünsche euch viel Spaß bei dem neuen Kapitel. Lasst gerne eine Rückmeldung da, ich bin noch unsicher, ob ich es so lassen soll. Bin gespannt auf eure Meinung :)

Wir erinnern uns: Newt ist nach einem anstrengenden Trainingstag im Bach eingeschlafen und als er wieder aufwacht, ist es bereits dunkel. Er macht sich auf die Suche nach den anderen, als er plötzlich hinter sich ein beunruhigendes Geräusch hört….



Bis bald und bleibt gesund,

eure Ritara









Kapitel 51 - Angriff









Langsam und keuchend arbeitete ich mich den Hang hoch. Oben angekommen schnappte ich nach Luft und sah mich um. Tatsächlich stimmte irgendwas nicht. Ich sah Pfanne mit einer Fackel über die Wiese rennen, zwei weitere hielten etwas in den Händen und rannten ihm hinterher. Und ich hörte Schreie. Viele Schreie, die über die Lichtung hallten. Was war denn hier los? Da plötzlich hörte ich es. Hinter mir. Ein lautes, heiseres, nicht menschliches Knurren.

Ich erstarrte. Was zum Klonk war das? Mein Verstand sprang blitzschnell zwischen den Möglichkeiten hin und her. Ich konnte mich umdrehen und nachsehen, was da diese Geräusche von sich gab oder ich tat so, als hätte ich nichts gehört und wartete ab, was passieren würde. Aber erstens war ich kein Feigling und zweitens fand ich es nicht ganz so prickelnd, eine potenzielle Gefahr in meinem Rücken zu haben, ohne zu wissen, um was es sich handelte. Also blieb mir nur Option Nummer Eins. Wie in Zeitlupe drehte ich mich um. Das erste, was ich sah, war eine Silhouette. Und zwar eine menschliche. Dieser Umstand jagte mir einen gewaltigen Schauer über den Rücken. Womöglich konnte das auch der Tatsache geschuldet sein, dass dieses Etwas Geräusche von sich gab. Es klang als würde jemand mit letzter Kraft nach Luft ringen. Immer wieder drang ein heiseres Grollen mit hindurch, dass mir die Haare zu Berge stehen ließ. In unregelmäßigen Abständen ächzte und stöhnte das Ding vor mir auf und atmete ein, als würde es beinahe ersticken. Und jedes dieser Geräusche ging mir durch Mark und Bein. Doch langsam gewöhnten sich meine Augen an die Dunkelheit. Panisch registrierte ich jedoch eine Sekunde später, dass sich nicht meine Augen umgewöhnten, sondern dass die Silhouette immer näherkam.

Hastig wich ich zurück. Dann erkannte ich mit Schrecken, wer da vor mir stand. Mit vor Entsetzen geweiteten Augen starrte ich auf die Person, die die sich langsam vor mich ins Gras kauerte und mich mit schief gelegtem Kopf gierig ansah. Mich vorsichtig rückwärts tastend versuchte ich, etwas Abstand zwischen mich und das Etwas zu bringen. Dabei ließ ich es nicht aus den Augen.

Vom äußeren Erscheinungsbild her war es ein ganz normaler Mensch. Allerdings gab es eindeutige Faktoren, die diesen Umstand zweifelsfrei widerlegten. Zum einen war da die unnatürlich blasse Haut, die hier und da einen leicht ungesunden Gelbstich aufwies. Und dann waren da, abgesehen von den Atem- und Stöhngeräuschen, die Augen. Und genau diese Augen machten mir eine Heidenangst. Sie waren umrandet von dunklen Schatten. Der Bereich des Auges, der eigentlich weiß sein sollte, war durchzogen von roten und schwarzen Adern. Die Pupillen waren mit einem gräulichen Schleier überzogen. Und diese Augen waren direkt auf mich gerichtet.

Ich nahm all meinen Mut zusammen und sprach die Gestalt vor mir an. Vielleicht war es ja auch nur ein Scherz, auch wenn ich mir das beim besten Willen nicht vorstellen konnte.

„G-George? Kannst du mich hören? Ich bin es, Newt…“

Als meine Stimme erklang, zuckte George zusammen und kauerte sich ins Gras. Dann, ganz langsam erhob er sich um einige Zentimeter, sodass er weder saß, noch hockte oder stand. Er fixierte mich mit demselben gierigen Blick von eben.

Und dann, ohne Vorwarnung, sprang er auf mich los. Völlig überrumpelt stolperte ich zurück und wäre beinahe hingefallen. Doch in allerletzter Sekunde gelang es mir, mein Gleichgewicht zu halten und ihm auszuweichen. George schoss an mir vorbei. Wäre ich nicht zur Seite gehechtet, hätte er mich jetzt umgerannt und wahrscheinlich auch festgehalten.

Schon hatte er sich wieder gefangen und fuhr, vor Wut knurrend, zu mir herum. Mittlerweile lief ihm der Speichel aus dem Mund und sein Blick wurde von Sekunde zu Sekunde irrer. Wieder kam er auf mich zu. Ich sah nur noch eine Möglichkeit. Wie von der Tarantel gestochen jagte ich los. In Richtung der Fackeln, die überall auf der Lichtung herumliefen. Panisch registrierte ich, dass George mir folgte. Sein fürchterliches Atmen schallte in meinen Ohren. Mit letzter Kraft legte ich noch einen Gang zu und sah meine Rettung. Etwa 100 Meter von mir entfernt standen Gally, Minho und Alby, bewaffnet mit Speeren, Messern und Seilen. Zu ihnen musste ich es schaffen.

„Minho!“ japste ich.

MInho schaute blitzschnell in meine Richtung. Auf seinem Gesicht spiegelten sich Entsetzen, Freude, Angst und Fassungslosigkeit. Er rief Gally und Alby etwas zu, dann rannten die drei in meine Richtung. Doch plötzlich spürte ich einen starken Stoß in meinem Rücken. Ich verlor das Gleichgewicht und flog bäuchlings ins Gras. Der harte Aufprall raubte mir den Atem und ich schnappte nach Luft. Doch schon war George über mir. Mit starkem, eiskalten Griff umschloss er meine Handgelenke und hockte sich mit seinem gesamten Gewicht auf meinen oberen Rücken. Augenblicklich wurde mir die Lunge abgedrückt. Meine Muskeln waren nicht stark genug, meine Rippen zu dehnen und gleichzeitig noch Georges Gewicht so hochzuhieven, dass ich Luft bekam. Mir wurde beinahe augenblicklich schwarz vor Augen und ich registrierte, dass ich kurz davor war, zu ersticken.

Aber dann waren Alby, Gally und Minho da. Mit vereinten Kräften zogen sie George von mir herunter und banden ihm die Hände auf dem Rücken zusammen. Währenddessen drehte ich mich auf den Rücken und japste gierig nach Sauerstoff. Das war grade noch mal gut gegangen. Alby und Gally schoben ihn auf die Beine und nahmen ihn mit in Richtung Versammlungshaus. Minho hockte sich zu mir runter und blickte mich besorgt an.

„Alles in Ordnung? Hat er dir wehgetan?“

Langsam setzte ich mich auf. Ich musste mich kurz sammeln. Was war das gerade gewesen? Rasch horchte ich in mich hinein. Meine Lunge brannte wie Feuer und ich keuchte immer noch laut von meinem Sprint. Meine Beine, insbesondere das rechte, pocherten vor Schmerzen und wurden allmählich so schwer wie Stein. Und mein Bauch, sowie die Brust taten weh, insbesondere im Bereich der Rippen und Hüften. Durch den Stoß von George war ich ungebremst aufgeschlagen und hatte mir nebenbei auch noch einen Stein in die Haut gebohrt. Es grenzte an ein Wunder, dass ich mir nicht auch noch das Kinn aufgeschlagen hatte, aber zum Glück war mein Kopf unversehrt geblieben.

Unsicher über meine Antwort nickte ich.

„Ja, das hat er. Aber es ist nicht so schlimm, das ist nichts, was nicht schnell wieder weggeht. Mach dir keine Gedanken um mich, Minho. Erzähl mir lieber, was überhaupt los ist.“

Minho schüttelte den Kopf.

„Ehrlich gesagt, wir wissen es auch nicht genau. Ich bin, wie jeden Tag, mit ihm ins Labyrinth gelaufen. Wir haben heute wieder einen neuen Abschnitt erkundet. Jeder hat sich eine Ecke vorgenommen. Ich hatte eine Zahl gefunden und wollte ihn gerade darauf aufmerksam machen, als ich gesehen habe, dass er auf dem Boden lag. Natürlich habe ich zunächst gedacht, er macht einen Spaß oder sowas in die Richtung. Aber eigentlich ist er nicht der Typ, der im Labyrinth Scherze macht. Dazu ist es ihm zu unheimlich. Jedenfalls habe ich mich erstmal zu ihm gesetzt und seinen Puls gefühlt. Alles soweit in Ordnung, er war nur rasend schnell. Dann habe ich ihn mir über die Schulter gelegt und mich mit ihm auf den Weg zurück zur Lichtung gemacht. Aber irgendwas war komisch gewesen. Sein Atem ist immer lauter und rasselnder geworden. Irgendwann musste ich ihn ablegen, weil er doch ganz schön schwer wurde. Und kaum hatte ich ihn abgelegt, hat er die Augen aufgerissen, mich angeknurrt und ist auf mich losgesprungen.“

An dieser Stelle sog ich entsetzt die Luft an. Hoffentlich war Minho nichts passiert. Keine Ahnung, was mit George los war, aber es war höchst gefährlich.

„Naja, auf jeden Fall habe ich gerade noch rechtzeitig mein Messer gezogen und ihn damit getroffen. Ich habe keine Ahnung wo, aber es hat gereicht, dass er von mir ablässt. Jedenfalls ist er dann von mir weg in Richtung Ausgang gelaufen. Und ich kann dir sagen, dass er sehr schnell ist. Ich habe den ganzen Weg zurück Vollgas gegeben, aber ich habe ihn nicht mehr erwischt. Und dann kam ich hier an und habe sofort allen Bescheid gesagt, dass sie vorsichtig sein sollen. Dann haben Gally, Alby und ich uns bewaffnet und wollten gerade los, als du auf einmal auf uns zugerannt kamst. Mit George auf den Fersen.  Und den Rest weißt du ja.“

„Aber was ist mit ihm passiert?“

Während ich diesen Satz mit letzter Kraft formulierte, fing ich plötzlich an, am ganzen Körper zu zittern. Kein Wunder. Ich trug immer noch nichts außer meinen feuchten Boxershorts, hatte stundenlang in einem Bach gelegen, der mir anscheinend jegliche Wärme entzogen hatte, war erschöpft und müde und jetzt hatte ich auch noch ein Schock. Und jetzt fingen auch meine Zähne an, wie wild zu klappern. Na großartig. Mir wurde schummerig und wenn es nach mir ginge, würde ich mich einfach rückwärts ins Gras fallen lassen und auf der Stelle einschlafen. Aber mir war so kalt wie noch nie in meinem Leben. Das Zittern wurde von Sekunde zu Sekunde stärker.

Auf Minhos Gesicht war der Schreck deutlich erkennbar. Schnell zog er mich auf die Beine, stütze fast mein gesamtes Gewicht und führte mich in Richtung Küche. Dort ließ er mich wieder auf den Boden sinken und bugsierte er mich ans Feuer, dass Pfanne jeden Tag entfachte, um darüber zu kochen. Sobald ich die Wärme der Flammen spürte, kroch erneut eine Gänsehaut über meinen Körper. Die Hitze fühlte sich beinahe unwirklich an. Und noch half sie nicht. Ich spürte immer noch, wie meine Zähne aufeinanderschlugen. Ich bekam vage mit, dass Minho wieder verschwand. Ich wusste nicht, wie lange, aber langsam ließ dieses Symptom der Unterkühlung und des Schocks nach. Wenn es nach mir ginge, würde ich ins Feuer kriechen, mich darin zusammenrollen und schlafen, schlafen, schlafen. Aber ein leider nicht so ganz geringer Teil von mir protestierte. Wusste mein Verstand denn nicht, dass Feuer mich umbringen würde?

Während mein Wille und mein Verstand sich stritten und sich gegenseitig Argumente an den Kopf knallten, merkte ich, wie ich langsam wegdämmerte. Doch bevor ich wirklich einschlafen konnte, war Minho wieder da, zusammen mit Alby. Jeder trug ein paar Decken in den Armen und etwas zu essen und zu trinken. Minho warf mir eine trockene Boxershort zu. Während ich mich aus dem nassen Stoff pellte und ihn gegen warmen, trockenen tauschte, hatten Alby und Minho auf dem Boden beim Feuer ein Lager errichtet. Insgesamt drei, für jeden von uns eins.

Ich war mittlerweile so müde, dass ich mich zum erstbesten Lager schleppte, mich in die Decken kuschelte und sofort einschlief. Das letzte, was ich registrierte, war die Wärme, die mich umhüllte.
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