New(ts) Life

GeschichteFamilie, Freundschaft / P16
Alby Frypan Gally Minho Newt Thomas
20.03.2018
19.10.2020
37
68.981
14
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Dieses Kapitel
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20.03.2018 1.793
 
Hallo und willkommen zu meiner neuen Geschichte. Eigentlich gehör ich mehr dem Supernatural-Fandom an, allerdings bin ich auch ein riesiger Maze-Runner Fan. Mein Lieblingscharakter ist Newt. Und ich habe mich schon immer gefragt, wie sich Newt eigentlich damals als "Frischling" abgestellt hat und wie er zu dem Menschen geworden ist, der er heute ist.
Ich muss dazu sagen, ich habe Kill Order und Phase Null noch nicht gelesen, aus dem Grund, dass ich relativ frei sein wollte, in meiner Fanatsie und meiner Vorstellung, wie es vielleicht hätte sein können. Ein weiterer Punkt ist, dass ich die Filme (Ausnahmsweise) besser finde und kenne als die Schriftvariante. Deswegen seht es mir bitte nach, wenn es nicht alles wie in den Büchern beschrieben abläuft.
Rückmeldungen, Meinungen, Kritik, Lob und Anregungen sind gerne gesehen :))

Soo genug geredet, ich wünsche euch viel Spaß beim Ersten Teil.
Liebe Grüße,
eure Ritara



Kapitel 1 - Ankunft


Grunzen.

Das war das erste, was ich hörte. Doch schon eine Sekunde später gesellten sich noch das Gackern eines Vogels und das Bellen eines Hundes zu der Geräuschkulisse. Zusätzlich stieg mir der Geruch von Tier und Heu in die Nase. Noch leicht benommen drehte ich den Kopf nach links, als mich etwas an der Nase kitzelte. Ohne eine Chance, den Niesreflex noch abzuwenden, krümmte ich mich zusammen und nieste einmal kräftig. Jetzt erst bemerkte ich, dass ich auf dem Rücken lag. Dann begann ich zu sortieren. Wo war ich überhaupt? Ich sah es eigentlich nicht ein, für so eine einfache Frage die Augen zu öffnen. Das war doch offensichtlich. Ich war auf einem Bauernhof. Da gab es solche Geräusche. Und die Tiere auch. Aber warum ruckelte es dann so? Das machte keinen Sinn. Also musste ich doch nachsehen. Ich seufzte. Vorsichtig begann ich zu blinzeln und schließlich schaffte ich es doch, meine Augen zu öffnen. Sofort überkam mich Panik und für einen kurzen Moment stellte ich mir die Frage, ob ich blind war. Denn ich sah Nichts. Naja doch. Schwarz. Alles um mich herum war schwarz. Irritiert blinzelte ich erneut, um sicherzugehen, dass ich die Augen tatsächlich offen hatte. Doch schon hatte ich mich an die Dunkelheit gewöhnt und ich erkannte, dass es doch nicht alles so schwarz war wie zuerst gedacht.

In unregelmäßigen Abständen flackerte ein Licht auf und verschwand ebenso schnell wie es gekommen war. Aber es genügte, um ein wenig zu erkennen. Das nächste, was ich registrierte, waren die vier Kisten, die in einer Ecke standen. In einer Ecke von einer Art Käfig. Mein Herzschlag beschleunigte sich und pochte gegen meinen Brustkorb. Ich zwang mich zur Ruhe und schaute mich weiter um. Dieser Käfig bewegte sich anscheinend, denn das würde das starke Geruckel erklären. Nun fiel mir auch auf, dass wir uns nach oben bewegten, in einem so schnellen Tempo, dass es schon beängstigend war. Wie hoch wir wohl schon waren? Vorsichtig rollte ich mich auf den Bauch, um besser schauen zu können. Jetzt wusste ich auch, woher der Geruch von Heu gekommen war. Unter mir lag eine dicke Schicht des herrlich duftenden Grases. Gespannt spähte ich durch ein Loch im Boden des Käfigs und sofort spürte ich eine starke Übelkeit in mir hochsteigen.

Ich konnte nichts erkennen. Unter mir war es nur schwarz, vereinzelt flackerte ein Licht auf, das jedoch schnell wieder erlosch. Ich hatte keine Ahnung, wie lange wir schon fuhren und in welcher Höhe ich mich befand. Aber ehrlich gesagt, wollte ich es auch gar nicht wissen.

Völlig durcheinander und der Panik nache drehte ich mich in meine Ursprungslage und starrte in die Richtung, in der ich die Decke vermutete. Ich grübelte und dachte, versuchte aus alledem irgendwie schlau zu werden. Doch keine meiner Gedanken ergab in irgendeiner Art und Weise Sinn, sodass ich schließlich aufgab. Es würde sich alles aufklären, da war ich mir sicher. Also blieb mir nichts anderes übrig, als zu warten.

Einige Zeit blieb es alles schwarz und ich begann mich zu fragen, ob ich jemals wieder Licht sehen würde. Dann bemerkte ich über mir in der Schwärze ein rötliches Licht, das in rasender Geschwindigkeit auf mich zuschoss. Mittlerweile konnte ich auch erkennen, dass es eine Tür war. Und genau auf diese Tür rasten wir immer weiter drauf zu ohne auch nur im Geringsten an Tempo zu verlieren. Schnell versuchte ich mich aufzurappeln, bereit, jederzeit zu fliehen, auch wenn es aussichtslos war. Aber es gab mir das Gefühl, nicht völlig machtlos zu sein, gegen den unausweichlichen Aufprall, der mich garantiert das Leben kosten würde.

Sie kam immer näher und ich schloss die Augen, wartete auf den Schlag. Doch der kam nicht. Stattdessen ging ein starker Ruck durch den Käfig und ich wurde zu Boden gedrückt. Vollkommen regungslos blieb ich liegen, wartete darauf, dass irgendetwas passieren würde. Ich wagte es nicht, die Augen zu öffnen. Zu groß war meine Angst vor dem, was sich mir bieten würde. Aber ich wusste, früher oder später würde ich die Augen aufmachen müssen. Ob ich wollte oder nicht. Ich konnte schließlich nicht für immer und ewig hier liegen bleiben. Also beschloss ich, dass es für den Anfang genügen würde, zu blinzeln.

Doch fast sofort kniff ich die Augen wieder fest zusammen, denn urplötzlich wurde es über mir taghell. Ungelenk versuchte ich, mein Gesicht mit der Hand abzuschirmen. Ich konnte eine Stimme hören. Sie murmelte etwas, aber ich verstand nicht, was sie sagte. Ich wusste nur, dass mich die Erleichterung durchströmte, so froh war ich, endlich wieder eine menschliche Stimme zu hören. Und dennoch war ein Teil von mir misstrauisch. Wer war das? Wo kam die Stimme her? Und noch viel wichtiger war: Wo war ich jetzt? Würde man mir sagen können, wo ich war? Ein Knarren riss mich aus meinen Gedanken und beförderte mich zurück auf den Boden der Tatsachen. Ohne großartig nachzudenken riss ich jetzt doch die Augen auf und erkannte, trotz gleißenden Lichts, eine Gestalt. Ich sah sie nur schemenhaft, aber es sah aus wie ein Mann. Jetzt ging er in die Hocke und tat dasselbe wie ich. Völlig verwirrt glotzen.

„Hey, wer bist du?“

Erschrocken fuhr ich zusammen.

„W…w…was?“ fragte ich irritiert.

„Wer bist du?“ wiederholte der Mann seine Frage geduldig.

Ich wollte schon antworten, da wurde mir etwas klar. Ich hatte keine Ahnung wer ich war. Also wirklich keinen blassen Schimmer. Ich wusste nicht, wie ich hieß, wie alt ich war, wie ich aussah und auch wo ich herkam war mir schleierhaft. Ob ich Familie hatte, wann ich Geburtstag hatte, wo ich gewohnt hatte wusste ich nicht. Ich hatte schlicht und ergreifend keinerlei Anhaltspunkte wer ich war. Und diese Tatsache schockte mich dermaßen, dass mir ein kleiner Schluchzer entfuhr.
Sofort änderte der Mann über mir seine Haltung. Er griff neben sich und ein Seil kam zum Vorschein. Das eine Ende ließ er zu mir hinunter, dass andere legte er sich in einer Schlaufe um Brust und Schulter.

„Jetzt holen wir dich da erst mal raus, dann können wir reden“ erklärte der Mann.

Zögernd stand ich auf, meine Beine zitterten bedenklich, aber sie trugen mein Gewicht. Kurz wog ich ab ob es sicherer wäre, im Käfig zu bleiben oder endlich wieder im Licht zu stehen, allerdings mit einem Fremden Mann. Mein Wunsch nach Freiheit und Licht gewann und kurz entschlossen packte ich das Seilende und schlang es mir um die Hüften. Ich kratze meine Kräfte zusammen, bündelte sie und begann, mich die Wand hochzuarbeiten. Sie war nicht hoch, aber nach so einem Erlebnis kam mir alles groß und neu vor.

Doch schon 2 Minuten später kraxelte ich über den Rand und brach völlig erschöpft vorneüber auf dem weichen Rasen zusammen. Besorgt hockte sich der Mann neben mich. Entschuldigend hob ich den Kopf und blickte in ein freundlich aussehendes Gesicht. Jetzt konnte ich auch sehen, dass es eher ein Junge war, vielleicht 16 oder 17 Jahre alt. Er hatte dunkle Haut und kurz geschorene Haare. Die weißen Zähne blitzen. Eigentlich machte er einen netten Eindruck, zumindest lächelte er ein wenig. Jetzt streckte er mir die Hand hin.

„Hi, Ich bin Alby.“

Eben hing ich noch auf Händen und Knien auf dem Boden. Jetzt ließ ich mich zur Seite fallen, drehte mich und landete auf dem Hintern. Erleichtert streckte ich die Beine aus und stützte mich mit einer Hand nach hinten ab, während ich mit der anderen Hand bei Alby einschlug.
„Hi Alby.“

Er ließ sich neben mich auf den Boden sinken und zog die Beine an. Die Arme auf den Knien abgestützt, schaute er mich an. Ich fühlte mich unwohl unter seinen Blicken. Jetzt stahl sich ein Lächeln auf sein Gesicht.

„Ich weiß, wie du dich fühlst“ begann er.

Ungläubig blickte ich auf und starrte ihn an. Wie bitte? Er wusste was? Alby lächelte weiter.

„Du hast Angst“ stellte er nüchtern fest. „Du hast Angst, weil du nicht mehr weißt, wer du bist, wo du herkommst. Das gleiche habe ich auch durchgemacht. Ich kann dir aber versprechen: In ein paar Tagen weißt du wieder, wie du heißt.“

Alleine der Gedanke daran trieb mir die Tränen in die Augen. Das sah auch Alby.

„Ich hab eine Idee. Ich zeige dir, wie du aussiehst, dann weißt du immerhin das wieder. Dann bekommst du was zu essen und ich erzähle dir alles, ok?“ schlug er vor.

Einen Moment zögerte ich. War das ein Trick? Eigentlich kannte ich den Jungen gar nicht. Andererseits wollte ich unbedingt mehr erfahren. Also schob ich meine Bedenken beiseite und nickte. Das klang gut. Zu wissen, wie ich aussah. Freude durchströmte mich, als ich aufstand und Alby in Richtung einer Hütte folgte. Sie sah halb fertig aus, hatte aber schon ein Dach. Einladend hielt er mir die Tür auf, die aus einem Losen Holzbrett bestand, anschließend betrat er selber den kleinen Raum.

„Was ein Spiegel ist, weißt du, oder?“ wollte er wissen.

Ich nickte. Klar wusste ich das. Alby trat neben mich und drückte mir etwas in die Hand. Ich hob die Hand und blickte hinein. Der Spiegel. Es war nur ein kleiner Handspiegel, aber es reichte mir völlig. Zum ersten Mal konnte ich mich selber sehen:

Ich hatte blondes Haar, das mir vorwitzig in die Stirn hing. Meine Augen hatten eine dunkelbraune Farbe. Ich erkannte eine gerade Nase, Lippen, ein kantiges Kinn, hohe Wangenknochen. Alles in allem fand ich mich ganz passabel. Meine Kleidung  bestand lediglich aus einer dunklen Hose, einem orangenen Top und einem weißen Hemd, sowie die Schuhe, die ich trug. Meine Figur ließ sich laut Spiegel als schlank bezeichnen. Ich schien relativ groß zu sein. Das fand ich gut.

„Besser?“ fragte Alby?

„Viel besser“ lächelte ich zurück.

Da plötzlich durchzuckte es mich. Wie eine Erleuchtung. Da war etwas. Etwas Wichtiges. Ich riss die Augen auf und starrte Alby an. Der guckte fragend zurück.

„Ich weiß wieder, wie ich heiße!“ rief ich aufgeregt.

„Ich heiße Newt!“
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