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So wahr der Rabe fliege...

von Zeref36
GeschichteÜbernatürlich, Tragödie / P18 / Gen
OC (Own Character)
19.03.2018
24.11.2019
95
113.581
5
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3. Mai 1945, nahe Braniewo:

Die Sonne wird mich wohl das letzte Mal grüßen, denn nun verabschiede ich mich von meiner weinenden Famile, die mich nicht gehen lassen will. Seufzend erkläre ich meinen Söhnen: "Ihr müsst schnell fliehen, die Stadt ist bald vernichtet, denn die böse Thule wollen sich an mir rächen, das ich ihre Pläne einer Herrschaft der Nazis verhinderte. Maria, kümmere dich gut um diese Racker. Und ich hoffe du findest keinen Trottel wie mich, hehe." Nun schlägt sie frustiert ins Gesicht und schreit: "Wie kannst du dich einfach aufgeben? Fliehe mit uns, sie werden uns nicht erwischen, ganz sicher!" Doch wie sehr ich ihren Worten Glauben schenken würde, so mahnt mich das Stauffenberg-Attentat, an dem ich Adagire das letzte Mal sah und bekämpfte, eine endlose Hoffnungslosigkeit, in der ich als Fluchsträger dem König der Hüllen nie entkommen werde. Deshalb muss ich wenigstens im Kampf meinen letzten Atemzug tun, auch wenn ich eines Tages als Hülle gegen meine Nachfahren kämpfen muss. Zumindest gibt mir dieser Gott des Lichtes dank Gabriel die Mittel, die Thule mit mir zu versiegeln, bis Belobogs wahrer Erbe das Licht entfesseln wird. Nun schüttel entschieden mit dem Kopf und küsse meine Frau zum Abschied auf die Lippen, dann setze ich Avengers alten Hut auf und schreite in Richtung der Laterne, wo Grismund gemeinsam mit Harimine Date steht, meinem dritten Offizier. Beide nicken mir zu und Grismund sagt bedrückt: "Ein Glück, das sich Theron nun in Toulouse befindet und nicht miterleben wird, wie sich unser Held opfert." Trocken antworte ich wenig begeistert durch seine Art, mich aufzubauen: "Dafür wird er sicher die Hölle heiß machen, weil du es ihm verschwiegen hast. Außerdem darfst du mich nicht HELD nennen. Erinnere dich an Warschau, oder andere Schlachten, in denen wir verloren." Seufzend schüttelt mein alter Kamerad seinen Kopf, und erwidert: "Doch trotzdem sind Hitler und sein deutsches Großreich Geschichte. Deshalb müssen wir uns den unbeugsamen Geistern der Vergangenheit stellen, und ein für alle Mal begraben. Dafür ist es ja notwendig, sie in die verfluchte Stadt des Blutgrals locken, und dich zu opfern..." Nun reisen wir in das von der Thule verwüstete Braniewo und ich muss zufrieden stellen, das sie den Keller in meinem Anwesen nicht betreten konnten dank Belobogs Segen auf dem uralten Zauberkreis, der eine Leyline der Kupferberge in der Nähe als Energiequelle nutzt. Es war zu meinem 32.Geburtstag im Bunker Amerikas, da erschien mir der geheimnissvolle Gott des Lichtes, Belobog, in einem Traum: "JÓZEF KOREGAZ, GROẞE BÜRDEN ERWARTEN DICH, DENN NUR DU KANNST DIE MACHT DER UNSTERBLICHEN THULE BRECHEN UND DEN KRIEG ENTGÜLTIG BEENDEN. DAFÜR MUSST DU DIE SEIT JAHRHUNDERTEN RUHENDE VERTEIDIGUNGSMAGIE DEINER HEIMATSTADT AKTIVIEREN, DIE AUF DIE GRÜNDER DER NACHTWACHE ZURÜCKFÜHRT. DOCH DEREN NUTZUNG TÖTET DEN NUTZER UNWEIGERLICH, DOCH ICH BITTE DICH IM NAMEN DIESER WELT, DIESES OPFER EINZUGEHEN AN DEM 3.MAI 1945 IN BRANIEWO, UM DIE HÜLLEN CHERNOBOGS ZU VERNICHTEN, ODER ZUMINDEST WEGZUSPERREN. MÖGE DEIN LICHT NIE ERLÖSCHEN." Das waren die Unheil verkündende Worte des Lichtgottes, welcher meinen Geburtstag ruinierte. Danach erklärte mir ein Bote dieses Gottes, Patrick O'Neill, das Ritual der Blutkristalle, welches mithilfe der in Braniewo gefesselten Seelen und meiner Hilfe die Armee der Hüllen versiegen soll, bis der zukünftige wahre Erbe des Lichtes in der Lage ist, diese Schattenwesen zu vernichten. Nur das sie meinen Tod dafür in Kauf nehmen müssen, ist eine bittere Pille für mich und meine Kameraden. Erzengel Gabriel erscheint nun und teilt mir mit, das er meine Familie zu den Jägern nach Amerika transportiert hat, und ich nun ohne Bedauern kämpfen kann gegen General Rosenbergs Henkertrupp. Mit bitterem Lächeln will Grismund protestieren, doch nun steht Sousuke Date, der Wirt Luzifers, neben ihm und bringt den vorlauten Rotschopf zum Schweigen: mit nur einem ernsten Blick! "Es ist nicht an der Zeit für Schuldzuweisungen. Belobog hat Józefs letztes Schlacht ausgesucht, und wir uns alle wäre es das Beste, du würdest seine Entscheidung akzeptieren, Isegrimm." Bislang hatte ich kaum Berührungspunkte mit dem Teufel, selbst im Krieg gegen die Thule hatte das Oberhaupt der Date-Magier sich nicht gezeigt, laut Grismunds Informationen habe er wohl gegen die faschistische Kaiserfamilie und Kempetai gekämpft, während der Großteil der japanischen Magier in Fuyuki auf Seiten der Faschisten standen. Wie ironisch, das der Teufel, ein von den Allierten nie müde gewordener Vergleich mit den Nazis, auf unserer Seite für die Menschen seine Schlachten führt. "Luzifer, es ist mir eine Ehre, Euch kennen zu lernen.", sage ich knapp, woraufhin dieser nur nickt und verbittert zischt: "Wenn nur nicht unter solchen Umständen...", und wirft seinem Bruder einen giftigen Blick zu. Gabriel zuckt unbekümmert mit den Schultern, bevor er laut denkt: "So zeigt Samael wohl sein Bedauern gegenüber einer todgeweihten Person." Knurrend nehme ich die angefangene Zigarette aus dem Mund und klage: "Du weist schon, das ich noch nicht tot bin?! Hah, dann zeigt mir, was für dieses Ritual notwendig ist..." Widerwillig folgt Grismund mir und Gabriel in den Keller unter dem verwüsteten Koregaz-Anwesen, während Sousuke und Harimine Befehle an die hier stationierten Raben weitergeben. Obwohl ich keine Freude daran habe, meine Kameraden mit in mein Grab folgen zu lassen, ließen sie sich nicht davon abbringen. Gerade Grismund, der weiseste von uns allen, verhält sich angesichts meines nahenden Todes übermäßig stur. Bestimmt ist das nur sein Isegrimm-Blut, welches  Niederlagen und Verlust nicht gut vertragen. Mir behagt es nicht, das Grismund vielleicht plant, mich auf Kosten anderer Leben doch noch retten zu wollen. Die Thule nahm uns schon zu viel, sodass er eigentlich glücklich sein sollte, das mein Leben ausreicht um diese untoten Nachtgestalten loszuwerden.

3.Mai, 17 Uhr, am Rathaus von Braniewo:

Obwohl das Wetter bislang kaum bewölkt war, sagt Gabriel neben mir, es würde gleich dunkel. Irritiert blicke ich zum Himmel, wo ohne Vorwarnung sich eine dunkle Scheibe vor die Sonne schiebt und uns in ein unheimliches Zwielicht taucht. Plötzlich fröstel ich und in weiter Ferne tauchen nacheinander schwarze Soldaten auf: es sind die Thule! Schwarze SS-Uniformen mit Sensenmänner an den Schultern und der unverkennbaren Hakenkreuzarmbinde kündigt diese Truppe magischer Massenmörder an, welchen ich in zahlreichen Schlachten unterlag. Neugierig kommentiert Gabriel an meiner Seite: "Das sind also Chernobogs bisherige Elite, du kannst vom Glück reden, das wir Himmelswesen und die Rhoell es verhindern konnten, das sie die Könige des Abgrundes beschwören. Mit diesen Monster wäre selbst Samael überfordert."  Ungläugig schaue ich kurz zu dem selten ernst drein schauenden Erzengel, bis eine Person meine volle Aufmerksamkeit erhascht: Denniss Rosenbaum, mein Todfeind nach Adagire persönlich!

Grinsen muss er, als unsere Blicke sich schon aus der Ferne kreuzen, und kurzerhand nutzt er seine Schatten, um sich so schnell zu bewegen wie Adagire oder die Asaric, sodass er nur wenige Meter vor mir steht, tief einatmend. "Ich würde ja sagen es ist schön, dich wieder zu sehen, doch seien wir ehrlich, es wäre nicht ansatzweise die Wahrheit.", beginnt er grimmig zu sprechen, woraufhin ich kühl entgegne: "Hat dir unser Geschenk in Westpreußen gefallen. Die Russen mit der Unterstützung der Rhoell und heimischen Magi überwältigen dank meinen Raben die von euch eroberten polnischen Gebiete, während ich euch hier vernichten werde." Lachend zeigt Denniss mit den linken Zeigefinger auf mich und enthüllt dabei seine schwarzen Wutadern, die als Erkennungszeichen einer untoten Hülle gelten wie die toten, hasserfüllten Augen. Ich kann wenigstens meine Rache nun an ihn nehmen, darum grinse ich zufrieden und spreche die Worte: "Belobog, lasset die Dunklen brennen."

Augenblicklich beginnt die Erde zu Beben, und die Magie durch den Magiekreis fährt in die meine Magiekreisläufe, woraufhin heißes Licht mich umgibt und die alten Geister der Stadt erwachen! Sprachlos sehen die Thule zu, wie ich vollgeladen mit puren Prana mein braunes Auge auf diese untoten blicke die sich Massen von gefallenen Jägern stellen müssen, wie auch uns und schließlich Abbilder der originalen Nachtwache!

Die silberrötliche Ritterrüstung von Peter Koregaz sticht durch die Menge der blau strahlenden Gestalten hervor, denn nur er führt solch ein Schwert mit puren Blitz! "Die Dunkelheit liegt über Braniewo.", sagt der Geist meines Vorfahren und stürmt mit seinen Gefährten in die Schlacht. Gabriel erscheint an meiner Seite und meint gequält: "Dieser Patt wird nur solange halten, bis du die Versiegelung aktivierst. Dir bleibt nicht viel Zeit, bis die Chernobog den Thule beibringt, wie sie diese verstärkten Seelen verschlingen können!"

Natürlich ist mir und Grismund klar, das diese Geister keinesfalls fähig sind, Chernobogs Hüllen zu vernichten, deshalb befehle ich ihm bitter lächelnd: "Grim, nun ist es an der Zeit, weiter zu fliegen. Solange der Rabe fliege, fallen Federn der Hoffnung auf unsere Erde. Hiermit bist du mein Nachfolger, zeige den Nazis da draußen, was die Nachtraben krächzen, hehe. Kümmere dich gut um meine Theron und meine Nachfahren." Bevor er sich zu mir umsehen kann, teleportiert Sousuke wie auch Gabriel meine Kameraden aus meiner brennenden, Heimat, sodass nur die Geister, die Thule und ich im meinem Grab übrig sind. "DECKEL VERDICHTEN.", spreche ich mit ernster Stimme und die Geister formen sich um die Stadt herum, was bei den Mengen ein blau leuchtendes Lichtspiel ist, was mit einer magischen Kuppel endet.

"Ist das etwa dein Trumpf, uns einzusperren? Erbärmlich, hahaha.", verspottet Dennis mich und tritt alleine vor mir, um mich zu einem Duell unter Magiern herauszufordern. Meine Magie knistert durch meinen blutigen Mantel, und ich beginne wild zu grinsen, denn ich wünschte mir genau so zu sterben, in als Jäger.
Mit Schnelligkeit springe ich auf ihn zu und wir kreuzen unsere Klingen, woraufhin seine Verbündeten mich mit ihren Gewehren durchsieben!  "Wie es mir Grim vorher sagte, sind die Thule nur Arschlöcher.", grummel ich tief enttäuscht, keinen ehrenvollen Tod zu erfahren und als Hülle zu enden. Nun falle ich kraftlos zu Boden und verfluche die Feigheit dieser Nazis, und  während sich Dennis sauer umdreht, erdolche ich sein Herz mit meinem vertrauten Kupferdolch, den ich mit den Seelen geladen habe, um mit einer explodierenden Seele das Ritual zu vollziehen!  Völlig überrascht versucht er schreiend mich abzuschütteln, doch ich murmel die Worte: "ÖFFNE DEN RISS ZWISCHEN DER WELT, OH BELOBOG...", und augenblicklich erscheint eine Lichtkugel über der Kuppel, und daraus tritt ein jüngerer Belobog hervor, der mir nicht in meinem Traum erschienen ist. "TAPFERER JÓZEF KOREGAZ, ZWAR ERWACHTE DEIN GÖTTERFUNKE NICHT, DOCH DU BIST EIN HELD, DER SEINESGLEICHEN SUCHEN WIRD. SO ENTFÜHRE DIESE BRUT DER FINSTERNIS, AUF KOSTEN DEINES DICH ERWARTENDEN SCHICKSALS.", ertönt über uns allen seine helle Stimme und Dennis Körper beginnt mit Seelenlicht überladen zu zerfallen, und die gesamte Stadt in ein grelles, buntes Licht zu hüllen!

Doch nun dröhnt Chernobogs Stimme und ein starker Schmerz durchfährt mich: "DU WIRST WEITER LEIDEN, DU MICKRIGE HÜLLE, DIE SICH MIR WIDERSETZT!", und rotschwarze Blitze formen sich um das bunte Licht und ich spüre wie sterbe und als Hülle wiederauferstehe. Während der Entladung der Seelenenergie verbrennen meine Handschuhe und mein Hut, nicht der verstärkte Mantel. Dann zerrt eine unbekannte Macht so heftig an mir, da sich ohnmächtig werde.

Nebenereignisse:

Adagire erschreckt durch die gewaltige Ansammlung von Seelen und fliegt mit Schattenschwingen in Richtung Braniewo, wo er von Sousuke Date im Flug gerammt wird und beide durcheinander trudeln. "Du! Was habt ihr getan.", meint er fassungslos zu Luzifers Wirt und plötzlich umzingeln ihn auch Patrick O'Neill, Haruka Nakashima und Gabriel! Alleine hat selbst der König der Hüllen keine Siegeschance, wenn die Verbündeten Belobogs seine endgültige Vernichtung wünschen. Alle landen auf den Boden kurz vor dem im Licht
vollständig ohne Reste verschwundenen Braniewo, und Luzifer spricht: "Gib deine Thule auf, Adagire. Sie sind vernichtet durch Józefs Opfer. Wir töten dich nicht, denn Belobog meint, du seist wichtig in der Zukunft. Hau endlich ab.", und schlägt Adagire ins Gesicht, sodass er mit schmerzerfüllten Gesicht zu Boden fällt. Mit seiner unordentlicher Kleidung voller Schmutz, ist Luzifer nun zufrieden, zumindest etwas seines Frustes an ihm abreagiert zu haben, bevor sich Haruka räuspert und Adagire zähneknirschend sich in schwarze Schattenpartikel auflöst.


Überall auf der Welt schreien in diesen Stunden die Raben der Rhoell, denn nur sie bemerkten, das es ein Zeitbeben gab, was bedeutet, die Stadt Braniewo mit der dunklen Bedrohung wurde nicht vernichtet, sondern nur auf eine Welt freigelassen!

Grismund seufzt traurig, und Harimune lächelt ihn zu, denn beide glauben, das ihr ehemaliger Anführer das Richtige getan, um alle zu retten, doch der Preis zu hoch war. Nun macht Grismund mit den Nachtraben sich auf, die in Not geratenden Rhoell zu unterstützen, die anscheinend in einen Hinterhalt der Isegrimm geraten sind.

Adagire kehrt zu seinem Meister zurück in die Tiefen der dunklen Leere, wo er sich seine Verfehlungen anhören muss, währen die dunkle Könige Artorias und Fillsz gemeinsam neben ihm knien. "DU HAST ZUGELASSEN, DAS ICH DEINE NACHSICHT MIT DEM HÜLLEN-KOREGAZ KORRIGIEREN MUSSTE. SEI UNBESORGT, EINE ANDERE VERSION MEINER SELBST WIRD SICH AN NUN DEINEM VERLUST ANNEHMEN. NUN SCHLAFE ETWAS." Angsterfüllt will sich Adagire widersetzen, doch der Fluch lässt ihn bewegungslos, als nun die dunkle Hände aus dem Boden nach ihm greifen und in finstere Tiefen ziehen, wo er als Strafe für sein Versagen den Verrat Luzifer und Seranas erneut durchlebt in einer Endlosschleife.

Ende von Józef Koregazs Geschichte.

Jedenfalls hier in dieser Zeit, denn bald folgt eine mit der neuen Zeitlinie, der nun die Thule dank Chernobogs Eingriff der Abgrund droht. Ich hoffe es hat euch gefallen.
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