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So wahr der Rabe fliege...

von Zeref36
GeschichteÜbernatürlich, Tragödie / P18 / Gen
OC (Own Character)
19.03.2018
24.11.2019
95
113.581
5
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Dieses Kapitel
2 Reviews
 
02.11.2019 1.312
 
8.September 1939, Warschau, Polen:

Es ist gegen Mittag und ich erinnere mich nur ungerne an meine Begegnung mit Hitler zurück, den ich nicht augenblicklich tötete, was  die bevorstehende deutsche Invasion verhindert hätte können! Die polnische Regierung weis dank allierten Vertretern des Uhrenturms um meine Person und die Jäger, weshalb wir Raben nun uns mit Astersoldaten mit der Vorhut der Thule bekämpfen müssen, die abseits der regulären deutschen Armee angreift, schließlich wollen auch sie nicht Magie der Öffentlichkeit bekannt machen. Ein Glück das sich meine Familie in meiner Heimat Braniewo befindet, wo die Nazis uns bestimmt nicht erreichen werden, wenn wir hier gewinnen. Die letzten Jahre vereitelten wir Raben in Kooperation mit den Geiern zahlreiche Projekte der Thule, Untotenarmeen zu erschaffen oder sich dämonischer Hilfe zu bemächtigen. Nach meinem Treffen mit Hitler kam es zum Kampf gegen die Rosenbaum, weshalb ich eine senkrechte Narbe am linken Arm trage und schließlich ich Dennis unterlag. Ich flüchtete wie ein Tier und hätte schwören können, das Adagire mich mit der folgenden Niederlage der Zwickstein nur weiter quälen wollte. Ich wurde in die polnische Spezialverteidigungsarmee einberufen, was umgangssprachlich für die polnische Magi-Allianz gegen die Thule steht. Gegen meinen Willen ernannten mich die Oberhäupter anderer großen Magierfamilien zu deren General, was mich besonders störte, weil sie so alle Verantwortung auf mich abwelzen konnten. Neben mir steht Grismund, der in den Jahren wie auch sein Sohn Theron tapfer an meiner Seite kämpfte. Seufzend meint er: "Ich denke, die dritte Division sollte weiter den Bereich Nordost überwachen. Sohn du bist für die Verteidigung von Posen verantwortlich, was meinst du?" Sein natürlich rothaariger Sohn denkt entschlossen nach, bevor er antwortet: "Nein, wir sollten uns auf die Schlacht hier konzentrieren, da die Geier uns sagen, das die größte Armee der Thule hier zu schlagen wird." "Ich bin deiner Meinung, und froh Unterstützung durch deine Wölfe zu bekommen. Schließlich ist der Feind zäh, und wir nicht gerade gut ausgerüstet..." Theron nickt nur zustimmend.  Mein Patensohn ist sowieso seit Kriegsbeginn sehr schweigsam, wahrscheinlich da mein durch verstorbener Vater ihn zu in Vorrausicht dieses Krieges zum Soldaten ausbildete. Er führt seine Wölfe aus der Wehrgebäude, und ich begebe mich in die nächste Dusche, denn aus bitteter Erfahrung ist mir bewusst, das mit Beginn des Kampfes die Situation rapide sich verschlechtern wird. "Hey, Onkel Józef?", höre ich Therons Stimme an der Tür vor der geschlossenen Dusche. "Was hast du denn?", frage ich ganz aus meinen Gedanken gerissen. Er räuspert sich und beginnt zu reden: "Ich weis ich kann es dir nicht oft genug sagen, doch es tut mir leid, das ich Meister Atteuz nicht beschützen konnte beim Angriff meiner niederträchtigen Verwandten. Vater weis das nicht, doch hatte ich eine Freundin in Lyon, die dabei verstarb, um die ich noch trauere. Selbstverständlich  hatte er mir gesagt, das du keine Schuld daran hast, das du nicht zur Stelle warst, schließlich hat der Uhrenturm dich erneut auf Drängen der Thule-Unterstützer als Magier ausschließen wollen, sodass die Wache keine Möglichkeit hätte, dich vor ihnen zu beschützen. Das verstehe ich, doch eines will ich wissen: lohnt sich der Kampf gegen diese unsterblichen Monster überhaupt?!" Während das warme Wasser über mich herein prasselt, lehne ich tief bestürzt mit Zähneschlottern an der Wand, und richte meinen Blick zu den Füßen. Ich selber merkte doch schon, wie hart es in Braniewo war, diese Hüllen zu bekämpfen, doch nun soll eine ungefähr 1000 Mann starke Truppe von denen  einmarschieren. Ich hoffe nur, Lady Haruka erreicht Grismunds Flehen um Unterstützung. So drehe ich den Wasserhahn zu und steige aus der Dusche heraus, und wickel mich erstmal in einem Handtuch ein, bevor ich jetzt den sonst nie unsicheren, jungen Erwachsenen Theron sehe, der erstmals seit seiner Geburt wohl tief verstört ist aufgrund der uns bevorstehenden Grauen. Da ich wie er erwähnte viele Intrigen der Thule erleiden musste, ist mir selbst als Anführer der Nachtwölfe nicht gestattet gewesen, eines dieser Katana genannte Schwerter, bei mir zu führen. Nur den alten Revolver, einen Colt New Service meines Vaters sowie mein Kupfermesser aus Jugendtagen gestattet der Rat mir noch als minimale
Selbstverteidigungs-maßnahmen. Wohl können sie einen ihrer Paladine nicht ausliefern, doch ihn aber sanktionieren, auch wenn ich nur wie Grismund leidlich dabei zusehen kann, wie die Engstirnigkeit der Räte sie vom beeinflußbaren Uhrenturm abhängig macht. Wohl einer der Gründe, weshalb keiner der verbündeten "wahren Ahnen" dort aufzufinden und schwer zu kontrollieren sind. Nun ziehe ich mich an, denn die Alarmsignale ertönen, und ich schocke Theron mit einem Fingertipp an die Stirn, wie Koregaz seit Generationen tun, um ihre Kindern zu belehren, das sie bald weitaus größere Schmerzen zu überwinden haben. Meckernd grummelt Theron, das dies zwickt und er versteht meine Geste nicht, weshalb ich ihm sage: "Frage später einmal Markez oder Matteuz zu der Bedeutung, haha. Doch nun ist die Zeit für eine Zigarette." Ich kann nur darüber schmunzeln, als dieser wie sein Vater die Augen rollt und versucht, dem Rauch weg zu wedeln. Die beiden sind sich sehr ähnlich, obwohl keiner der Dickköpfe es je zugeben würde, heh.

Die Mittagsonne versteckt sich hinter dunklen Wolken, die schon das bevorstehende Unheil zu verkünden scheinen. In der Ferne der Stadt sehe ich einige Jagdflieger, die sich mit unseren Luftstreitkräften treffen, wodurch zahlreiche Explosionen den Himmel rot färben. Ich erhebe meine Hand und brülle zum Angriff, schließlich erscheinen nun die Thule-Soldaten mit mordlustigen Fratzen 3km vor uns, angeführt von meinem Todfeind, Dennis Rosenbaum, der mir bei unserem letzten Kampf in Berlin 1936 ein Auge verletzte. Ich bin seitdem nur mit einer ledernen Augenklappe unterwegs, da mein linkes Auge dem Schattenfluch erlag und sich nicht mehr öffnen lässt. Kardiff meinte, selbst er könne diesen Fluch nicht brechen, lehrte mich aber, auch mit einem Auge zu kämpfen.  Nun starren wir einander an, nachdem ich mit Grismund zusammen  ihn erreiche, und sehe wie Lady Haruka mit ihrer Organisation Bleeding Crows sich uns anschließt! "Fang, Koregaz.", spricht sie kurz angebunden und wirft mir ein schlichtes Katana zu, welches sich gut in meiner rechten Hand anfühlt, woraufhin ich zuversichtlich zu grinsen beginne. Grismund begibt sich argwöhnisch in Kampfstellung, und Dennis knurrt: "Wie könnt Ihr es wagen, diese Sterblichen zu unterstützen, Tochter des weißgeflügelten Grafen?" Haruka stampft mit dem rechten Stiefel auf den kalten Boden, und erwidert: "Es stimmt, das ich der Wache nichts schuldig bin, aber es ist Belobogs Befehl, diesen möglichen Funken zu leiten, also kenne deinen Platz, verrottende Leiche." Zornig wegen ihrer Arroganz hält sich Adagires Untergebener nicht zurück und greift Haruka an, nur um von meinem Katana geblockt zu werden! Überrascht schaut sie mich kurz an, dann lächelt Haruka und sagt: "Danke dir. Ich muss mich um weitere Leichen kümmern.", bevor sie ihre Engelsflügel ausbreitet und wegfliegt.

28.September 1939, Lyon:

Ich, Grismund und Dennis lieferten uns einen erbitterten Kampf, doch trotz Lady Harukas Unterstützung mussten wir nach mehreren Wochen Straßenkämpfen uns zur Flucht entschließen, denn obwohl ich Dennis eine Hand abschlagen konnte und Haruka mit Michaels Macht die Thule Armee verbrannte, wurde Warschau von den noch regulären deutschen Truppen trotzdem am heutigen Tage eingenommen, und dies konnte auch nur durch die Beteiligung der Sowjets passieren, weshalb die anderen polnischen Magierfamilien um ihre Herrschaft bangen. Verdammt, warum musste Grismund zwei unserer Rekruten opfern, um uns vor Dennis zu retten! Ich weis warum, will mir meine eigene Schwäche nicht immer wieder erneut eingestehen. Zumindest will ich meine Familie nach Dublin bringen. Wenn einer von uns diesen Krieg nicht überleben wird, dann soll ich das sein, doch werde ich nicht kampflos aufgeben, das schwöre ich als Koregaz!!

Ende des Kapitels.

Mit dem Blitzkrieg der Nazis beginnt der II.Weltkrieg, in dessen Wirren die Thule unentwegt von den Nachtraben bekämpft werden, auch wenn sie viele Niederlagen der Allierten nicht verhindern könnten.
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