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So wahr der Rabe fliege...

von Zeref36
GeschichteÜbernatürlich, Tragödie / P18 / Gen
OC (Own Character)
19.03.2018
24.11.2019
95
113.581
5
Alle Kapitel
54 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
27.10.2019 1.071
 
1. Mai 1930 München, Weimarer Republik:

[Egal was in den folgenden Kapiteln über die Nazi berichtet wird, ich unterschütze auf keinen diese Ideologie noch leugne die Opfer in Namen eben dieser. Um das Grauen dieser Zeit nicht verzerrt dazustellen, solltet ihr gewarnt sein. Sonst überspringt dieses Kapitel bitte. Euer Zeref.]

Die bayrische Haupstadt leidet wie der Rest des deutschen Reiches unter den Folgen der Wirtschaftskrise, doch aufgrund der größeren Fläche als zum Beispiel Berlin bietet die Stadt nicht so gravierende Armutszustände. Doch wie würde nun der neben mir grummelnde Grismund sagen: "Es ist nicht so wie es auf dem ersten Blick scheinen mag..." Er selber ist doch in Berlin, um an meiner Stelle den Zwickstein in deren Krieg gegen die Thule-Unterstützer Familie Braun, bei zu stehen. Derweil hatte ich vor zwei Monaten Nachricht von Kardiff erhalten, das er die Wölfe drum bitten würde, für unsere verbündeten Rhoell die Machenschaften der Isegrimm zu beobachten. Ok, er hat nicht gerade gebeten, das tut der kaltherzige Sack nicht. Doch ich lüge mich selbst an, um keinen Protest zu erheben.  Nun rauche ich meine Zigarette zuende und begebe mich in das Wirtshaus, wo ich einen NSDAP-Politiker ausspionieren soll. "Herzlich Willkommen,   werter Herr.", grüßt der Wirt kurz angebunden, ehe er sich den schwarz gekleideten Männern mit dem schwarzroten Armbinden zu wendet, die um einem auffälligen Mann mit Oberlippenbart sich scharen. "Ist das nicht dieser Hitler?", grüble ich in Gedanken und erinnere mich schließlich an Kardiffs Genörgel, das dieser Hitler eine Spielfigur von Adariges Thule ist, welcher einen mir unbekannten Plan verfolgt.  "....wie schon erwähnt, mit meiner starken Hand würdet ihr nicht unter diesen drakonischen Chaos der ungerechten Reichsregierung zu in Berlin zu leiden haben. Werte deutsche Männer und Frauen, leiht uns eure Stimme, um unser geliebtes Land wieder unabhängig und international anerkannt zu sein als Militärmacht! Zeigt den alten Männern in Berlin, was den deutschen Geist ausmacht..." Ich habe kein gutes Gefühl bei dieser Hassrede, und einer der SS sieht mich, sodass ich zähneknirschend schlucke, als Dennis Rosenbaum mich schnaubend ansieht, und kurz darauf Adolf Hitler seine Rede unterbricht, als er interessiert seinen Kontakt zur Thule laut fragt: "Wer ist dieser Mann, den du dein seltenes Lächeln schenkst?" Nun atme ich angespannt, da Dennis es in der Hand hat, mich erschießen zu lassen, aber grinsend umarmt er mich und flüstert mir ins Ohr: "Bleibe unbesorgt, heute wirst du nicht sterben, König Adagire möchte dich leiden sehen..." Mir gefriert vor Schock das Blut in den Adern, und nun klopft er mir sanft auf die rechte Schulter und sagt fröhlich: "Hey, Józef, lange nicht gesehen! Das man dich hier sieht. Entschuldige, kennst du schon unseren Sympathieträger, Adolf Hitler?" Mein Hals ist noch ganz trocken, als der erwähnte Mann sich vor mir stellt und matt lächelnd sagt: "Einen alten Kameraden von Dennis zu sehen ist mir wahrlich eine Freude. Ich hoffe, du hattest Zeit, meiner Rede zu lauschen. Schließlich geht es um nichts wichtigeres als das deutsche Erbe. Meinst, wir könnten später über deine Freundschaft zu Dennis reden? Ich richte heute Abend eine Spendenfeier für unsere Parteifreunde aus." Dennis starrt mich mit seinen toten Augen an, weshalb ich keine andere Wahl habe, als mich diesem schmierigen Politiker zu ergeben, der mir einen Schauer über den Rücken jagt, so wie es Chernobog tat als ich verflucht wurde! Zufrieden nickt Hitler, und stramm stehen die schwarzen SS-Mitglieder um ihn in Reih und Glied, was wohl zu deren Anführer macht. Interessiert fragt er mich, ob ich denn selber ein reiner Deutscher sei, da er laut Dennis erfuhr, das ich aus dem verdorbenen Osten  stamme, woraufhin ich antworte, das zu meiner Geburt die polnische Stadt Braniewo noch unter Preußens Herrschaft Braunsberg hieß.  Auch seine Frage hin, ob ich denn jüdisches Blut hätte, kann ich nur verneinen. Zwar habe ich nichts gegen sie, doch zeigten die Schriften der Wache nichts über Blutsverwandtschaft zu dem jüdischen Volke, wohl unserem erst slawischen, dann christlichen Glauben geschuldet. Ich hätte lieber nicht fragen sollen, weshalb er mich so ausfragte, da ich nun kurzerhand eines seiner Biografien, "Mein Kampf", in die Hand gedrückt bekam mit seinem netten Rat, das Buch erstmal durchzulesen, bevor ich erneut frage.  Mittlerweile bin ich froh, meine Kinder nicht mitgenommen zu haben, denn Hitler würde ich aufgrund dieser durch meinen Fluch sichtbare Finsternisaura niemals meine Kinder anvertrauen! Schon gar nicht mit einem der Rosenbaum in der Nähe. Da mich das dringende Verlangen nach einer Zigarette schon zu quälen beginnt, entschuldige ich mich und sage Dennis, das ich um 16 Uhr wieder in diesem Wirtshaus sein werde. Er nickt nur und ich haste nach draußen, wo Adagire grinsend mir zuwinkt! Plötzlich spüre ich, wie kalt die Luft hier draußen ist, was wohl an dessen Magie liegt. "Also stimmt es, das du hier herumschnüffelst, Józef Koregaz. Sag mir, denkst, die Menschen können schlimmer sein als der Teufel?" Seine Worte haben nie etwas gutes zu bedeuten, und nun muss ich an die Fassade dieses Hitlers zurück denken, der wie Adagire seine innere Finsternis gut zu verbergen weis. "Keine Sorge, Rosenbaum meinte schon, das ich jetzt nicht umbringen möchte, wo bliebe denn der Spaß dabei? Zumal auch Belobogs Götterfunken seine Chance zum Scheinen bekommen sollte, ehe er vollens meinen Schatten erliegt. Findest du nicht auch, Jó?", neckt Adagire so gelassen wie immer, wobei ich nur anmerke, das er mir nicht nachäffen soll mit dem Hut. Erstmals seit unserem Bekanntschaft im Kampf staart er mich mit einem gnadenlosen Blick an und spricht mit einer rasenden Schattenaura: "Verunglimpfe nie Serenas letztes Geschenk für mich, bevor Luzifer sie gegen mich aufbrachte!" und er teleportiert sich direkt vor mir und drückt mit einem ernsten Gesichtsausdruck die Luftröhre ab, sodass ich keuchend nach Luft ringe! "Ein Jammer, das Menschen so entsetzlich zerbrechlich sind. Ein Genickbruch kann sie schon töten, eine Amputation sie auf immer lähmen..also, sei brav und ärgere nie deine Dämonen, junger Koregaz." Mit diesem Worten wirft er mich zu nahe gelegenen Mülleimer und ich bleibe keuchend am Boden kriechend liegen, während er sich unbekümmert mich am Nacken packt und lachend sagt: "Also dann viel Spaß beim Lesen dieses NETTEN Buches, Józef." Er verschwindet und nach dem mühsamen Aufrichten bemerke, das er meine Zigaretten tatsächlich mitsamt Feuerzeug entwendet hat, dieser Hurensohn!!!

Ende des Kapitel.
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