Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

So wahr der Rabe fliege...

von Zeref36
GeschichteÜbernatürlich, Tragödie / P18 / Gen
OC (Own Character)
19.03.2018
24.11.2019
95
113.581
5
Alle Kapitel
54 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
15.10.2019 707
 
14.1.1930, Berlin, innerhalb der Weimarer Republik:

Ein kalter Wind weht durch die so karge Hauptstadt der Weimarer Republik und ich halte mir die Ecken der dünnen Jacke, die mich nur spärlich vor der Kälte schützt, als ich zusammen mit meiner Frau Maria und Kindern Matteuz und Markez die Vertreter der Zwickstein Familie besuche.  Wir treten gemeinsam aus dem Zug aus, mit welchen wir aus Warschau die Grenze überquerten. "Papa, ist das wirklich ein Freund dieser Alan Zwickstein?", fragt mich der neugierige Markez und ich raufe grinsed durch sein Haar, woraufhin wir nun Alan sagen hören: "Ach, ist Grismund nicht bei dir?", und mit dem Kopf schüttelnd erkläre ich ihm nur, das mein bester Freund in meiner Abwesenheit die Nachtwölfe leitet, doch wir hier nicht über Details reden sollten, denn hier hätten die Thule zahlreiche Augen und Ohren wie ich nur selber weis.

Die Gesellschaft der Thule, die meine Heimat vor mittlerweile drei ganzen Jahren wegen den Blutgralskrieg überfielen, konnte ich nicht auch mit der Nachtewache auslöschen, nein im Gegenteil sie gewannen dank der Wirtschafskrise an Macht. Wie diese NSDAP, die  laut den Rhoell sehr mächtige Unterstützer in Thule und auch den hinterhältigen Isegrimm haben. Ich nenne Isegrimms Sippe hinterhältig, denn bei meinen letzten Besuch mit ihm in seiner Heimat wollten seine Neffen mich lebendig verspeisen. Nicht sehr apetitlich, wenn ich im Nachhinein darüber so nachdenke. Er müsste nun in Lyon sein, um sich um meinen Patensohn Theron zu kümmern, den Vater auf dem Rhoell-Anwesen ausbilden will. Ja, mein alter Herr nutzte das Ende des Gralkrieges für einen Abschied in die Altersruhe, womit er seine letzte Zeit bei Kardiff fristen will. Doch ich musste ihn versprechen, ab und zu ihn seine Enkel vorbei zu schicken.  Allmälich werden mir die Konsequenzen meines selbstsüchtigen Wunsches an den Blutgral offenbahrt: denn hätte ich Grismund und meinen Vater geopfert wären die Thule bestimmt vernichtet sein können! So bleibt mir dank dem Fluch, wie es Haruka nannte, nur die Flucht in eine eisige Zukunft voller drohender Gefahr, für mich und meine Söhne.

Wir nutzen Alans Dieselauto, eine ziemliche alte Maschnierie dem Anschein nach, und alls bald erreichen wir die große Einfamilienwohnung der Zwickstein, um dessen Mauern ein mich wärmender Runenkreis gelegt wurde. "War das Kardiff?", frage ich Alan ungläubig, denn ich kann nicht glauben, das der Drecksack so selbstlos einen Schutzkreis um das Haus eines Verbündeten zieht, ohne eine Belohnung zu verlangen, und gelassen lacht Alan. "Mit nichten, es war ein nettes Mitglied der O'Neill namens Patrick glaube ich... Er meinte so vor vier Jahren, das meine Familie viel Licht in uns tragen und deshalb schützenswert sind." Irritiert schaut meine Frau mich an und ich kann nur verwirrt lächeln, denn uns beiden ist aus Grismunds Geschichtsstunden die Legende um den Untotenschlächter und Beschützer Patrick O'Neill, der den Jägern als zweiter Heiliger Patrick bekannt ist! Wortlos schlucke ich schwer und bekomme leichte Kopfschmerzen, ehe Alan meine Familie und mir Einlass gewährt.  Nun legen wir unsere Jacken alle ab und meine Frau schimpft wie immer mit mir, weil ich meinen Hut nicht abnehmen, woraufhin unsere Söhne gleichzeitig schadenfroh zu grinsen beginnen, und ich sturr mich sträube. Seufzend gibt Maria es auf und ich bin erleichtert das ich meinen Hut behalten kann, den Avenger nach seinem Verschwinden liegen ließ. Ich trage ihn als Andenken an meinen treuen Kameraden, doch auch um meine Sünde gegenüber der Welt nie zu vergessen, da ich die Leben meiner Liebsten über die Auslöschung der Thule setzte. Alan stellt meine Kinder seinen Sohn Felix vor, der scheinbar mit Holzritter spielt als wir in die Küche eintreten, und Alan fragt unsicher: "Wo ist deine Mama?" und er  antwortet: "Sie schläft immer noch. Papa sie hustet so schwer, kannst du ihr helfen?", und Besorgnis breitet sich auf des Vaters Gesicht auf, als er die Stufen herauf rennt um nach Claudia Zwickstein zu sehen. In der Zwischenzeit lese ich die heutige Zeitung und erinnere mich etwas von dem Angeschossenen namens Horst Wessel gelesen zu haben, der wohl sich mit Kommunisten stritt. Echt verrückte Zeiten...

Ende des Kapitels.

Ich hoffe, ihr musstet nicht zu lange ohne mich und Józef ausharren, hehe.
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast