Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

So wahr der Rabe fliege...

von Zeref36
GeschichteÜbernatürlich, Tragödie / P18 / Gen
OC (Own Character)
19.03.2018
24.11.2019
95
113.581
5
Alle Kapitel
54 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
13.05.2018 1.608
 
Nun klatscht Altrouge etwas entspannter lächelnd in die Hände, bis sie meinem Blick mit roten Wangen ausweicht und Archer nach einem Räuspern Brian scheinbar etwas zu fragen lässt. Wenig später übersetzen beide Servants für uns: "Wo befindet sich denn deine Stele oder Kreide?" Etwas verwirrt lächele ich stumm vor mir hin, bis Archer erneut mir an die Stirn sacht tippt und mault: "Was brauchen Runenmagier wohl zum Zeichen/Schreiben ihrer Symbole, sollten sie nicht in der Lage sein, sie freihändig in die Luft zeichnen zu können? Keine Sorge, du wirst es spätestens im Kampf gegen Ortenrosse kapieren, Kleiner." Ich nicke nur und Archer steckt sich wieder eine dieser Zigaretten an und geht in Richtung Ausgang unseren Verstecks, ehe die rothaarige Caster ihm entgegenkommt, den Rauch voll abbekommt, und deshalb zornig ihre Krallen in seine Richtung zeigt, bereit loszuschlagen! Doch der Mann mit der schwarzen Augenklappe und weiten, schwarzen Mantel seufzt nur leicht gereizt und tätschelt Caster kurz auf den Kopf, dann murmelt er ein: "Tut mir Leid, Fräulein.", und ist unsichtbar geworden!! Zornig murrt Caster in einer mir nicht verständlichen Sprache und stampft mit aufgeplusterten Wangen in die Gegenrichtung, um etwas mit ihrem Master zu besprechen. Avenger übersetzte mir diese Aussage von Archer und fragte mich, wie spaßig denn das Training mit unseren verbündeten Kauz von einem Bogenschützen so sei. In den letzten Tagen lehrte mich Avenger einige Ausdrücke einer Sprache, die wir alle untereinander zur Verständigung sprechen sollen, die Latein heißt. Mittlerweile kann ich zwar nur einzelne Sätze, doch bessert es sich. Auch ist mir Altrouge als Todesapostel eine großartige Hilfe, wobei sie häufig mit rotem Gesicht verstummt, sollte ich sie länger als einem kurzen Augenblick angeschaut haben. Ich hoffe ich bereite ihr nur keine Probleme... Zudem frage ich mich in den nächsten vier Wochen der Verschleierung vor Ortenrosses Schergen, welche Qualen Archer wohl durchlebt haben muss, sodass die Asaric-Zwillinge fast jede Nacht vor Albträume schreiend aufwachen und sich zähne schlotternd bei ihrem Servant zu beschweren scheinen. Wohingegen dieser nur bedrückt seufzt und mit einer Verbeugung entschuldigt. "Es tut mir leid, das ihr meine schreckliche Vergangenheit erleben musstet, in welcher diese untoten, braunen Nekromanten versuchten uns alle mit ihrem FÜHRER-Glauben zu terrorisieren. Unglücklicherweise konnte ich meine Familie nicht erneut in die Arme schließen, dafür nur Unmengen an Feinden...wie zynisch..." Ich und die anderen Master verstummen, doch Caster lächelt kurz mitleidig und meint: "Was ich von meiner Familie über die Koregaz in dieser Zeit hörte, war das sie zusammen mit den Rhoell und einen vermeintlichen Fehler von Isegrimm um die Freiheit der Welt kämpften. Dabei teile ich weder die Meinung meiner Familie über eure Familie, noch die über Grismund, dem Helden von Prags Revolte." Zufrieden ist auf Archer kurz ein Lächeln zu sehen, ehe er sich erinnert, Caster nie etwas über Grismund erzählt zu haben. Mit verschränkten Armen hakt er sie zu einer Erklärung dazu nach, weshalb Caster nur meint: "Als du den FÜHRER erwähnt hattest, ist mir sofort klar gewesen, das du der Freund von Grismund Isegrimm, Jozef Koregaz des Nachtrabentrupps sein musst!" Vorsichtig mustert mein Nachfahre Caster und fragt mit der rechten Hand an seiner Armbrust und finsteren Blick: "Was willst du mit dieser Information denn anfangen? Mich hinterhältig angreifen?" Seine Stimme wirkt wie Messerstiche auf die umgebenden Personen, warum Altrouge und Avenger dazwischen gehen und schlichten. Svelten erhebt und unterstützt seine Herrin dabei. Adam Rhoell, der mich in meiner Muttersprache teilweise zu verstehen scheint, freundet sich in den kommenden Wochen mit mir an und hilft mir bei Archers Lektionen, falls ich etwas nicht verstanden habe. Jedenfalls ist er weniger gewalttätig als Jozef Koregaz, welcher dem Rhoell bedachtsam beobachtet und scheinbar seine Wut auf jemanden herunterschluckt.

12.Juni 625:

Nun beherrsche ich die Elektromagie meiner Nachfahren, wohl auch dem Umstand zu verdanken, das sich die von Archer erwähnte Gravur auf meinen Rücken gebildet hat und meine Einsicht in die Beschaffenheit meines Körpers sich ebenso verbesserte wie meine allgemeine Konstitution. Natürlich blieben auch die Todesapostel und feindlichen Master wie Servants ruhig: Sie überfielen weiter entfernte Dörfer, weil nach Avengers Meinung deren Assassin uns zwar wahrnehmen kann, doch Brians Runen diese Manasignaturen der Servants nach außerhalb der Stadt verlagern. Mir tut es persönlich für die Menschen leid, welche deshalb leiden müssen. Archer wie Avenger machten mir und Adam klar, das wir nicht die sterbenden Helden spielen sollten, wenn wir keine Chance zu Überleben haben und dad Opfer in einem Krieg wie diesem durchaus nicht vermeidbar sind, wenn man am Ende viele Menschen durch dieses Opfer rettet. Seufzend empfangen Brian und ich die geschmuggelten Essensrationen, welche uns Braniewos unterdrückte Bevölkerung hat zukommen lassen, die mit dieser Geste ihre eigene Form des Widerstandes gegen die Herrschaft der Todesapostel ausüben. Mittlerweile können wir Master und Nicht-Servants uns dank der gemeinsamen Sprache Latein einigermaßen ohne Probleme miteinander unterhalten.
"Wie kamst du denn in Sveltens Fänge, Brian?", frage ich neugierig, woraufhin er mit seinen Augen nur in die Ferne der Stadtruinen starrt, während die kühlen Morgenluft uns um die Ohren pfeift. "Ich komme aus einem fernen Land, jenseits eines Meeres, und eben meine Heimat beherrschte trotz zahlreicher Kämpfe der Magierfamilien eine besondere Art der Anti-Todesapostel Verteidigung. Sagen dir RUNEN etwas?" Beschämt lächelnd muss ich mit dem Kopf schütteln, ehe er munter weiter redet: "Keine Sorge, sie sind scheinbar außerhalb meiner Heimat nur bei den Sachsen bekannt, die meines Wissen sie aber nie für Magie nutzten. Wenn ihr nichts dagegen habt, werde ich unser Versteck mit Schutzrunen versehen, sodass feindliche Todesapostel den Standort nicht ermitteln können. Ach, eigentlich dachte ich, du wärst nur ein verschreckter Junge, der unglücklicherweise zu einem Master wurde, doch ich irrte mich wohl. Dafür entschuldige mich." Ich lächele nur kurz und meine: "Alles gut, Brian. Wäre ich so rigoros von Archer traniert worden, hättest du bestimmt noch recht damit. Doch nun fühle ich mich eher wie ein Soldat, der seine Heimat, nein sogar die gesamte Menschheit zu beschützen versucht."

Nun gesellt sich Adam zu uns und kichert ausgelassen: "Das sind wahrlich ehrenhafte Worte, nicht wahr? Ich werde dich auch weiterhin bei deinem Kampf gegen Ortenrosse unterstützen, wie hoffentlich auch meine Nachkommen, die unsere Verbundenheit unserer Familien aufrechthalten werden. " Zu Dritt gehen wir wieder ins Versteck, wo Altrouge mich mit aufgeplusterten Wangen ansieht und meint: "Eurer Gespräch dauerte wohl ziemlich lange." Ich entschuldige mich bei ihr, bis Archer auf mich herantritt und sagt: "Ich frage Avenger, ob sich hier Kupfervorkommen hier in der Nähe befinden, und meinte, ich sollte dich fragen. Schließlich scheinen sich die Vorkommen bestimmt im Laufe der Geschichte verlagert zu haben." "Kup..fer..?", frage ich verwirrt und seufzend zeigt Archer mir einen rötliche metallisch glänzenden Draht, der ebenso aussieht wie der an seiner Fernkampfwaffe. "Es ist ein sehr wertvolles Metall für die Koregaz, da fast jeder nach dir es zur Verteidigung oder im Kampf nutzte, um sich einen Vorteil gegen unsere Gegner zu erhalten." Mit großen Augen bin ich vor lauter Verwunderung ganz aufgeregt, als ich frage: "Ist dieses Kupfer wirklich eine Wunderwaffe gegen Ortenrosse' Truppen?"

Sofort verfinstert sich Archers Gesicht und er schnippt mir wieder auf die Stirn! "Du Narr. Natürlich ist es nicht soo einfach! Dieses besondere Metall leitet scheinbar unsere Elektrizität besser als andere Metalle wie das weit genutzte Eisen oder verbesserter Stahl. Wie dem auch sei, müssen wir für dich Kupfer auftreiben. Hat jemand andere Vorschläge oder etwas gegen meine Meinung?" Alle enthalten sich, bis Caster kurz kichert und meint: "Doch da ist Silber ein besser leitfähiges Metall. Und am besten wäre Legierung  aus Silber-Kupfer und Eisen, um einerseits die Beständigkeit des gewünschten Schmiedeobjekts zu gewährleisten, ebenso aber auch die Leitfähigkeit zu maximieren." Archer nickt zustimmend und sagt zu mir: "Du benötigst eine besondere Rüstung und Waffe, wenn du an der Seite unserer Verbündeten gegen zahlreiche Todesapostel kämpfen und davon noch lebend berichten willst."

So suchten sie innerhalb der nächsten Woche nach einer Kupfer- und Silberader, doch fanden nur eine mit reichlich Kupfer, die Brian mit seinen Runen vor Ortenrosse' Truppen unpassierbar und unsichtbar machte.

19.Juni 625:

In tiefster Nacht überwachen Avenger und Caster, wie ich, Brian und Adam mit Spitzhacken des Hofschmieds bewaffnet das Kupfererz selber abtrennen. Ich frage mich schon länger, weshalb Caster gemeinsam mit Archer uns dazu zwingen, woraufhin Archer nur meinte: "Jeder Koregaz muss seinen Körper stählen, um gegen Untote und andere Gefahren gewappnet zu sein. Dafür musst du Muskeln aufbauen, genau wie die anderen Zwei Schwächlinge auch. Magier sollte eben auch ihren Körper trainieren, es ist schließlich ihr wichtigstes Werkzeug."  Plötzlich erscheint vor Archer Berserker, der von schwarzen Rauch umhüllt brüllt: "SEBASTIAN!!", ehe ich meine Arbeit einstelle und wie Adam und Brian Ortenrosse, meinem ehemaligen großen Bruder Klaudiusz, erkenne!
"Ihr kleines Vieh habt euch lange genug vor mir versteckt. Oh, Berserker scheint dich zu erkennen, Archer. Nun ist es an der Zeit für euch, mir die Befehlszauber eurer Allianz zu übergeben, dann werde ich sie nach Ende des Blutgralkrieges zu meinen persönlichen Blutkonserven machen. Die Brunestud ausgeschlossen natürlich." In mir brodelt der Hass auf ihn: er verwandelte meine Eltern, tötete Toshanka und meine restlichen Geschwister. Nur Noktiz, der seit ihrem Tod in einem unnatürlichen Schlaf fiel, ist mir noch geblieben wie des Schmieds Tochter Aryn und auch meine Altrouge...wieso denke ich das? "Konzentriere dich, Peter!", ruft mir Jozef Koregaz zu und Caster flucht sich die Stirn haltend: "Warum muss es ausgerechnet ER sein?!"

Ende des Kapitels.
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast