Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

So wahr der Rabe fliege...

von Zeref36
GeschichteÜbernatürlich, Tragödie / P18
OC (Own Character)
19.03.2018
24.11.2019
95
113.581
5
Alle Kapitel
54 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
11.05.2019 1.142
 
Gegen Mittag des gleichen Tages im Anwesen der Rhoell, am 6.Mai 1789:


"Wann geht es endlich los nach Nancy?", frage ich mit bitterem Gesichtsausdruck Lady Haruka. Sie erwähnt nur mit grimmiger Stimme:  "Wir wissen dank meiner Organisation zwar, das dieser Adagire Isegrimm die junge Rhoell nach Nancy verschleppt hat, doch sind ihm so nicht gewachsen. Wir benöten wir Kraft, um es mit mehreren Hüllen aufnehmen zu können. Ihnen darf die Erweckung der Apostel der Finsternis nicht gelingen: andernfalls wird der Abgrund sich endgültig öffnen und uns  verschlingen. So wie meine verwirrte Schwester und mein verrückt gewordener Vater, der seitdem einem Vorfall immer versucht, mit dem Blutgral meine Mutter wiederzubeleben. Sie soll wohl ähnlich wie es Adagire mit Arielle Rhoell vorhat, als Gefäß des finsteren Gottes dienen, den sie erwecken wollen nach seinen dunklen Königen." Ich verstehe nur einen Bruchteil von dem, was die Vampirin gerade gesagt hat, doch wird mir der Ernst der Lage immer mehr bewusst. Rène nickt Haruka zu und wenig später erscheint Fiani neben Haruka, die ihr befiehlt: "Ich werde wohl deine Ritter in Anspruch nehmen müssen. Lass uns sofort aufbrechen.", und wenig später strahlt Lady Haruka ein blendenes Licht aus, und sowohl Fiani als auch Haruka Nakashima sind verschwunden!

"Da wir wie Sie sagte, nicht unüberlegt nach Nancy aufbrechen sollten, ist es besser, wenn du erstmal wieder zu Kräften kommst. Ègnis, bitte lass eine Speise für uns vorbereiten.", weist Rène einen seiner Bediensteten an, welcher sich mit einer Verbeugung auf den Weg macht in die Küche. Ich folge in Gedanken versunken meinem Freund, der wiederum selber sehr angespannt wirkt, bis ich seine Mutter erneut sehe, die uns ein betrübtes, schwaches Lächeln entgegen bringt. "Wie erfreulich zu sehen, das du deinen Freund erretten konntest. Rène, Boten der Adligen hier sind im Empfangsaal, denn es geht eine Gerücht um, du würdest die Stadt nicht beschützen können aufgrund unserer letzten Problem...Probleme."
Seufzend bedeutet er mir, ihm zu folgen. Im erwähnten Saal befinden sich einige schwarzgekleidete Jäger, die das Symbol der Nachtgeier tragen. "Wir hörten von Ihrer misslichen Lage, Herr Rhoell.  Zusätzlich zu den Aktivitäten der Isegrimm berichtete man uns von einer Kollaboration mit Haruka Nakashima, der verfluchten Tochter Ortenrosses! Wir fordern deshalb, das sie sie uns aushändigen. Wir müssen sie als Druckmittel gegen diesen lästigen Vampir nutzen.", spricht die Vertreterin der Geier, Sadina O'Neill in einem befehlenden Ton. Als daraufhin Rène ungemütlich ihre Forderung ablehnt, richtet sie das Wort an mich: "Dimi, du bist der Wache, meiner Schwester viel schuldig. Also sag mir alles, was du über Haruka weist." Ich setze nur wieder mein typisch zynisches Gesicht auf, dann erscheinen vier Personen direkt vor uns: Fiani, Fria Aster, Haruka und ein mir unbekannter Mann mit Schnauzer, der vor der blauäugigen Vampirin zurückweicht! Erschrocken ziehen die Geier ihre Waffen, doch eine wütende Stimme ertönt aus Harukas Mund: "UNTERSTEHT EUCH, MICKRIGE MENSCHEN, EUERE WAFFEN GEGEN MICH ZU ERHEBEN. ZU DIR KOMME ICH SPÄTER, KLEINER BRUDER.", dann erblickt Fiani ihre Schwester und umarmt sie stürmisch, sodass ich mich etwas entspanne!

Der braune Mann, die blauäugige Haruka gerade mit sich hier her gebracht hat, sieht mich wissend an, ehe er lächelnd meint: "Ihr Koregaz macht nur Ärger, wie...", dann wird er von Haruka getreten und er murrt beleidigt: "Ist ja schon gut, Michael. Also du bist also der junge Mann, der dem fiesen Isegrimm sich entgegen stellte und erbärmlich gescheitert ist? Nun gut, dann werden die Aster euch gegen die Finsternis helfen." Zufrieden lächelt Haruka, dann spricht sie zu der Gruppe: "Esst erstmal. Morgen begeben wir uns nach Nancy und jagen diese Mistkerle." Alle von uns stimmen dem zu, außer die Jäger der Wache, die ihren Kopf fordern und nun Fianis Schwester knurrt: "Was planst du, dreckiger Blutsauger?", und fängt sich eine Schelle von der blonden Wirtin Michaels ein. Der Engel Gabriel erklärt uns, das der oberste Erzengel Michael in Harukas Körper steckt! "Ich bin nicht dreckig, sondern immer noch eine unschuldige Jungfrau, du eifersüchtige Furie. Wieso müsst ihr Jäger immer nur unverschämt mir gegebüber sein!?" Beleidigt lässt zwar das blaue Glühen in ihren Augen nach, doch dafür blitzen jetzt ihre langen Reißzähne auf und sie wirkt ziemlich erzürnt. Fiani versucht zwischen Haruka und Sadina zu schlichten, während ich Fria zunicke, die mich kurz mitleidig anlächelt, ehe sie sich zu Rène gesellt. Ich kann verstehen, wie viele Kopfschmerzen er durch dieses Chaos hier hat. Einige Stunden später kamen die zankenden Frauen zu einem temporären Waffenstillstand, was Gabriels Silberzunge und Fianis Schlichtung zu verdanken ist. Der zunehmende Mond geht schon über den Anwesen auf, als ich mich vom Vorschlacht-Festmahl entferne, um auf der Terrasse frische Luft zu Nachdenken zu schnappen. Fiani sieht wohl, das ich mich von der Gruppe abgrenze. "Hey, Dimi, lass dich nicht von deinem Ziel abbringen. Ich weis, das du nur sie liebst, aber ich hoffe das du nichts dagegen hast, mich dich begleiten zu lassen.", dann umarmt sie mich kurz, wobei ich ihr Zittern spüre. "Oh...Fia...ich habe eine Frage...", kann ich überrumpelt nur murmelnd. Leise summend sieht Fia mich an, dann fahre ich fort: "Wenn du nicht in Braniewo gestorben bist, wieso du mich und die Anderen in den Glauben gelassen hast?" Schuldbewusst festigt sich ihre Umarmung, und sie beißt auf ihre schmale Unterlippe, bevor sie erklärt: "Haru, entschuldige, Lady Haruka meinte, ich würde so oder so sterben, und das der Zeitpunkt dieser Tatsache nicht zweimal meine Liebsten treffen sollte. Weißt du, was Sadi ihr sagte, hat sie sehr gekränkt. Ihr Jäger seht sie wie ihren Vater als Monster, dabei hat sie niemanden, an den sie sich klammern kann, anders du oder Ari. Was mich betrifft, naja, dir ist klar das ich nie zwischen dir und Ari stehen möchte. Übrigens, sag nach dem Kampf Sadi, das Rène noch frei ist, hehe." Ihr gequält klingendes Lachen stellt mich wieder vor dem gleichen Dilemma wie damals in Braniewo, wo ich zwischen ihr und meinem Bruder entscheiden musste. "Nimmst du es mir übel, das ich dich verlassen habe?", hake ich nach, obwohl ich Angst vor der Antwort habe. Doch Fia küsst mich mit Tränen und meint verständnisvoll: "Ich verstehe es vollkommen. Du bist eben nicht mein Ritter, sondern Aris. Ich werde dich in diesen Kampf begleiten, komme was wolle. Dimi, versprichst du mir eins?" Ich starre sie sprachlos an und einige bedeutungsvolle Sekunden der Stille später blickt sie mich erwartungsvoll an und sagt: "Könntest...könntest du  nach all dem mit Ari über eine..Zukunft mit uns Drei nachdenken?" Danach verdrückt sie mit einem Abschiedskuss noch eine Träne und flieht wieder in den Saal, nur mich sprachlos alleine da stehen lassend!

Ende des Kapitels.
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast