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So wahr der Rabe fliege...

von Zeref36
GeschichteÜbernatürlich, Tragödie / P18
OC (Own Character)
19.03.2018
24.11.2019
95
113.581
5
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Dieses Kapitel
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27.04.2019 1.242
 
5.Mai 1789, früh am Morgen vor dem Saal der Menus Plaisiry, innerhalb von Versailles:

"Bist du sicher, das mein Vater meinte, ich wäre hier besser aufgehoben?", meine ich missmutig zu Alesto, der wie seine Frau, Arielle und Rène vor dem Palarmentsgebäude stehen, wo wohl der berühmte Ludwig der XVI. mit dem Generalständen zusammen treten möchte, um der drohenden Notlage Abhilfe zu schaffen. Schmunzelnd erwidert er nach dem Krächzen seines Raben: "Das dir dein Vater nichts gesagt hat trifft mich sehr...nunja er meinte eigentlich, du solltest dich mit Arielle ablenken." Mit der Zunge genervt klickend  knurre ich sarkastisch: "Und dann meinte er bestimmt, ich wäre sein Lieblingsohn, wie?" Sein Gelächter fängt ihm einen peinlich berührten Blick seiner aufgebrausten Tochter ein, die protestiert: "In der Öffentlichkeit könntest du dich doch mal benehmen, Herr Papa." Beleidigt schüttelt er nun mit dem Kopf und sagt, das wir ihn nun folgen sollen. Noch etwas grimmig drein schauend bewege ich mich dicht hinter Arielle, um sie genauer beobachten zu können, ohne mir peinliche Kommentare wie vorhin entgegen fliegen.  Mit einer sauren Miene, die laut Cervin und Arielle ich ständig bei politischen Treffen aufgesetzt habe, setze ich mich neben Rène und Arielle, als ihre Eltern sich den Alesto zugewiesenen Platz bequem macht, nicht ohne mich zu necken: "Seid nicht zu laut da hinten, ja?", woraufhin ich schnaufe und Ari  schmunzelt mir kurz zu, ehe sie ihrer Mutter etwas sagt und diese wütend ihren Mann anknurrt.

Ein lautes Geräusper ertönt und alle verstimmen schlagartig aufgrund der in den Saal schreitenden Person: es ist totenstill aufdrund der bedrückenden Atmosphäre, die Ludwig XVI., der Enkel des berühmten Sonnenkönigs Frankreich umgibt! "Meine Untertanen, heute seid ihr zu einem sehr dringlichen Anliegen hier.
Ihr wisst um die Dürre des letzten Jahres, sowie der wachsende Ungehorsam der Bauern. Leiht mir euer Ohr und hilft mit, die Krise zu überwinden." , spricht er mit kräftiger Stimme alle Vertreter der Stände an, sodass ich Alestos sich verfinsterne Miene sehe, die mir nur bis jetzt drei Mal gezeigt wurde. Lautes Getuschel erfüllt den Saal, bis jemand aus den Stand der Bürgerlichen und Bauern sich zu Sprechen erhebt und klagt: "Verehrte Hoheit, was meint Ihr denn mit Verrat? Die Menschen können einfach nicht mehr leben aufgrund der unerträglichen Brotpreise, welche uns in die Armut und schließlich den Tod treiben." Ich kann seine Argumentation nachvollziehen, so waren wir Koregaz nach dem Blutgralkriegen oft gezwungen, wie die Bauern zu speisen, da die Stadt schon oft verwüstet worden war. Mein Bruder mag mich einen Verräter nennen, denn für die Rhoell lasse ich meine Heimat in Stich, doch mein Herz gehört hierher. Der König schnaubt nur missmutig und entgegnet: "Es ist eure Pflicht als Bauern und Bürger, dem Adel mit Arbeit und Gold zu dienen. Viele erhofften sich diesen Tag, also müssen wir Ergebnisse liefern, keine Klagen vorbringen. Necker, wenn ich bitten dürfte." Ein hagerer Mann mit Brille, der mehrere Seiten Papier mit sich trägt, stellt sich als Jacques Necker, der zuständige Beamte des Finanzressorts vor, und klärt uns in einer mehrstündigen Rede über die knifflige Lage auf, wobei er betont, wie wichtig aufgrund der Schulden von 56 Millionen Livre, weshalb er eine Anleihe um 80 Millionen für eine angebrachte Investition sieht, um der Krise Herr zu werden. Innerlich zwinge ich mich, nicht los zu lachen, denn er und der König würdigen der Probleme ihrer Bürger keinen einzigen Moment.

[NUR ALS WARNUNG: DIMOZ NUN FOLGENDE TRAGÖDIE IST NICHT SEHR VERDAULICH, ALSO AN DIESER SEID GEWARNT]

Das Ergebnis dieser Versammlung war weder im Sinne der Rhoell noch des dritten Standes: denn nun wird drum gestritten, ob nach Stand oder Kopf gewählt werden soll. Es ist nun spät am Abend und ich bin mit Arielle auf der Avenue des Champs-Élysées, unweit des Schlosses, denn wie ich mir sicher denken kann ist dieser Stress und diese eintönigen Debatten Ari zu viel geworden, weshalb ich sie hier herbrachte, sodass sie sich etwas entspannen kann. Die momentane Tageszeit erleichtert es mir, mich ungestört Arielle bis auf wenige Meter zu nähern, ohne das gleich Passanten mich mit einen Taschendieb verwechseln. Tja, wir Koregaz haben noch nie den Modegeschmack der Könige verstanden und zu schätzen gewusst. "Du, Dimi, alles ok bei dir? Heute bist du verschwiegen.", meint Ari mit ihren Augen mich anleuchtend, sodass ich nur zögernd meine Hand schließe, um nicht sie nach ihrer greifen zu lassen. Peinlich berührt starre ich hoch zum sternenklaren Himmel, ohne zu merken, wie Arielle aus atmet und sich dann an mich lehnt!  "Einfach herrlich, nicht wahr?", meint sie glücklich klingend und ich nicke nur, ehe ein bedrückendes Gefühl mich fast umhaut! Schreckhaft schafft es Ari, mich zu stützen, woraufhin  sie besorgt fragt: "Was hast du?!", und ihr es zu frieren scheint, denn nun bekommt sie eine Gänsehaut und ihr Rabe krächzt angsterfüllt, ehe um uns drei dunkle Gestalten umzingeln und ich meine Waffe greife. "Was wollt ihr?", zische ich und wundere mich darüber, weshalb meine Magie nicht zirkulieren kann! Stattdessen höre ich eine tiefe Stimme in meinen Kopf:  "DU, DER DEN SEGEN PERUNS ERHALTEN HAST, STÖRE DIESE OPFERUNG NICHT!", und falle auf den Boden zusammen, nur um hilflos zuzusehen, wie  sich Arielle mein Schwert greift und mit ernsten Blick nach den Angreifern schwingt. "Argg.", stöhnt sie schmerzerfüllt auf, als der größte Vermummte seine Kapuze abnimmt und sich als Adagire Isegrimm vorstellt, der den dunklen Gott Cherzbog dient, sprich  wie Ortenrosse mir während des Blutgralskrieges berichtete, seien seine Anhänger diese
Regnum sanguinis nocturni  sind, die schon länger diesen Gott auf die Erde bringen wollen. Das darf ich nicht zulassen!!! Unter großen Schmerzen erhebe ich mich und atme schwer, dann forme ich mit gelben Blitzen meiner Gravur zwei Breitschwerter aus puren Blitzen und greife Adagire an, dem Mann mit den zersausten, feuerrotem Haar und der Brandnarbe über dem rechten Auge. Ari schreit laut, als die zwei anderen Gestalten sie besiegen und ihren Raben erstechen, damit sie ihr endlich die Kleidung vom Leib reißen, NEIN. Rasend blicke ich mich von Adagire weg, sodass er seine Chance nutzt und mich in die Seite sticht!! "DIMI!", kreischt sie schockiert und Alesto erscheint wenig später neben ihr, nur um von  weiteren Gestalten, niedergestreckt zu werden.  Rène, der ihm helfen will,  gelingt mit seiner Mutter dank eines blonden Vampirs mit fremdartigen Gesichtszügen die Flucht, und mir strömen die Tränen aus den Augen, als ich schwächer werdend sehe, wie sie nacheinander in Ari eindringen, und ihr sogar die linke Hand abschlagen. Adagire meint mit einen Fusstritt zu mir: "Unser Gott benötigt ein Gefäß, sowie ein Opfer, weshalb deine Kleine gut genug ist, heh. Nur zu schade, das sich die Junge Lady Haruka eingemischt hat. Du stirbst doch nicht vor Schmach, oder? Meine Herrin und unser Gott brauchen deine Hülle noch, haha." Sein irres Lachen drängt nur noch dumpf an meine Ohren, denn ich verliere allmählich den Verstand und das Bewusstsein mit. ".....Nein....", kann ich nur noch Röcheln, bevor mein Körper sich der Kälte hingibt, hoffentlich nicht für immer...

Ende des Kapitels.

Ich weis, das ist ein krasses Kapitel, doch es ist der Zeit geschuldet und ich habe kein Gefallen dran gefunden, trotzdem muss es sein, um ihn zu einem Rächer werden zu lassen. Ich hoffe ihr könnt das später nachvollziehen. Euer Zeref.
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