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So wahr der Rabe fliege...

von Zeref36
GeschichteÜbernatürlich, Tragödie / P18 / Gen
OC (Own Character)
19.03.2018
24.11.2019
95
113.581
5
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Dieses Kapitel
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19.04.2019 1.316
 
2.Februar  1789, Lyon:

Erneut bin ich zu Besuch bei den Rhoell, da Rène sich ganz alleine im Anwesen nur langweilt.  "Ah, ein Glück, das ich dich hier habe.", murmelt Rène und bittet mich in das gewohnte Anwesen, das heute seltsam leer scheint. Ich erinnere mich dunkel, das er erwähnte, seine Familie habe Probleme mit den Isegrimm. Nun höre ich hastige Schritte, denn nun nähert sich uns Arielle und sieht mich zufrieden überrascht, ihren Bruder wütend an: "Wieso hast mir nicht gesagt, das du Dimi eingeladen hast?" Mit einem Schulterzucken weicht er ihren Blick aus und sagt zu mir: "Tja, du meintest doch zu mir, es sei dir egal wen ich treffe und einlade, solange unsere werten Eltern sich mit der Familie beratschlagen." Schmollend haut sie ihn in die Schulter, dann wendet sie sich mir zu und meint etwas genervt: "Du hättest auch nach mir rufen lassen können. Früher warst du auch immer gleich zu mir gegangen, woraufhin der Idiot eifersüchtig wurde." Peinlich berührt schnaubt Rène und protestiert: "Als ob, es ist ja nicht so, als wäre er mein bester Freund." Da nickt sie und fügt mit einem Grinsen hinzu: "Doch auch dein einziger, weil du so selten debil bist. Komm Dimi, lass ihn stehen und trinke mit mir eine Tasse Tee, ja?" War ja klar, das sie ihre Fassade ablässt, wenn ihre Eltern außer Haus sind, muss sie ihren Bruder aber wirklich so sehr erzürnen? Nun, sie ist wie Cervin jünger als ich und Rène. Scheinbar ist es ihre Art zu rebellieren. Ich verabscheue keine Freigeister, denn schließlich ist die laute Fiani auch nicht sehr an Etikette interessiert(sehr zum Kopfzerbrechen ihrer Eltern). Fiani, meine einen Sommer ältere Kindheitsfreundin und beste Freundin von Arielle, die sich schon als erste der Flötengarde sieht, die Schutzrittertruppe der Aster, die sich abseits der Nachwache um Vorfälle mit gefährlichen magischen Artefakten und deren Bergung beschäftigt, und daher nichts von einer politischen Heirat hält. Passt zu ihren burschenhaften Auftreten, heh. Wenn sie das aber hören würde, wären ganz sicher einige meiner Knochen dran. "Dimi....warum wolltest du unbedingt hier zum Trainieren. Geht es nicht in Braniewo?", fragt Arielle unsicher und betritt den langen Speisesaal des Anwesens. Darauf antworte ich mit einem grimmigen Gesichtsausdruck: "Mein Onkel hätte mich getötet, das wäre seine Variante von Training. Seit der Erkrankung von Cervin ist der ehemalige Pestdoktor Braniewos nur im Stress. Und ich will nicht ihm als Stresspuppe dienen. Und Vater...ist eben mein Vater." Weshalb ich mich so vage ausdrücke: er hat kaum noch Zeit für uns, denn er scheint all seinen Körper in Arbeit und Alkohol zu ertränken. Was ihn nicht zum idealen Traingspartner oder Familienvater macht. Wissend nickt Arielle und sagt seufzend: "Mein Vater dagegen ist ein komischer Kauz: meistens ist er so total  wie ein Rüpel, so vulgär und  kindisch, immer gewillt, mich und dich zu verloben, doch seit letzter Woche kommt es häufiger zu Unmut in der Bevölkerung aufgrund den Handlungen unseres Königs. Da sind die interen Streitigkeiten meiner Vetter nicht hilfreich. Und das du dich mit dieser Isegrimm angefreundet hast ist mir immer noch schleierhaft. Sag mir nicht das sie diejenige ist, die du statt mir liebst....die du liebst?" Mein Herz hat gerade einen Satz gemacht, als ich gehört habe, das sie aufgeregt wurde, als sie mich fragte ob ich Gefühle für Dina Isegrimm habe. Mit einem bitteren Gesichtsausdruck murre ich innerlich nur: "Wieso muss sie das nur so missverstehen?", dann erkläre ich ihr: "Die kleine Diana wurde von meinen Onkel aufgegriffen, als die Isegrimm sie verstießen haben, da sie zu wenig Magie in ihren Adern hat. Seitdem hat sie eine gewisse Anhänglichkeit zu Onkel, Cervin und mir. Aber aus wohl reinem Instinkt zuckt sie jedes Mal zusammen, wenn ich sage, das ich mich auf den Weg zu euch mache. Ich liebe sie wie eine kleine Schwester, so ähnlich wie Rène, wenn er nicht eingeschnappt ist wie jetzt." "Hey, ich sitze neben euch, während du sie dir den Hof fegt und du sie zappeln lässt.", meckert er und Arielle verstimmt bedrückt, während ich nur es verneine: "Ganz bestimmt nicht. Ihr kapiert nicht, das ich nicht gut genug wäre." Seufzend schütteln beide Geschwister mit den Köpfen, als plötzlich die Tür aufgeht und Alesto das Zimmer betritt. "Oh, schön, das ich dich wiedersehe, Dimoz. Meine Lieben, könntet ihr euch um eure Mutter kümmern, während ich Dimoz noch etwas zu sagen habe?" Arielle will protestieren, doch ihr Vater wirkt ungewohnt ernst, was mich selbst irritiert und vor Anspannung gerade stehen lässt. Sie nickt schweigend und geht an mir mit einem besorgten Blick vorbei. Rène hingegen meint ungehalten: "Als Erbe poche ich auf Anwesenheit bei diesem Gespräch, Vater.", doch Alesto lacht nur kurz und erwidert: "Nein, denn es ist nichts im Namen der Rhoell. Sondern eine persönliche Unterredung von hoher Dringlichkeit. Du würdest dabei unseren Besucher nur irritieren." Grummelnd zieht er ab und Alesto schließt die Türen hinter uns. "Lass uns in mein Arbeitszimmer gehen, Blitz." Seine Stimme strahlt keineswegs die übliche Gelassenheit aus, was nur bedeuten kann, das er unter ziemlichen Stress steht. Schweigend folge ich ihm, dann deutet er auf den Stuhl vor den langen, rechteckigen Arbeitstisch, an den er sich mit einigen Dokumenten hinsetzt. "Nur zu, du wirst dich schon hinsetzen müssen, ehe wir anfangen." "Worum geht es, Alesto?", frage ich mit angespannter Stimme, als ich mich hingesetzt habe, und sein Blick wird ganz betrübt ehe er mich mit ernsten Gesichtsausdruck fragt: "Sag, Dimoz Koregaz, bist du fähig genug meine Tochter zu beschützen, egal was passiert?" Schon wieder diese....warte, er sagte beschützen, nicht heiraten... "Ja ich würde mein Leben geben, um Ari zu beschützen. Warum fragst du, steht uns eine Gefahr bevor?" Nun brummt Alesto etwas erleichtert und spricht weiter: "Das ist das erste Mal seit Ende des Blutgralkrieges, das ich dich ihren Spitznamen habe sagen hören. Ich konnte nicht viel um die Tragödie in Braniewo erfahren, doch ist mir nach einem Gespräch mit Donnelli O'Neill klar, das es mit Fiani O'Neill zu tun haben muss, die dort verschwand." Während er mich fragend ansieht, spüre ich, wie mich plötzlich von Schuld und Übelkeit geplagt fühle: alle sagen mir, Fiani sei gestorben, doch ich kann es nicht akzeptieren, weil ich ihre Leiche nie gesehen habe. Sie lachte schwer verletzt in ihrer Ritterrüstung, als sie zu mir sagte: "Nun ist es wohl an der Zeit, das ich mal den Ritter für dich sein kann, wie. Gehe du schon mal vor zu Cervin. Ich komme schon klar mit diesen Monstern, die dieses von Ortenrosse als URALTES BÖSE bezeichnete Gestalt befreien wollen mit dem Gral." Als ich mich das letzte Mal zu ihr umdrehte, lächelte sie mich mit einen Zwinkern an, dann sprintete ich in die Richtung, in der mein jüngerer Bruder geflüchtet war. Keiner gibt mir die Schuld dafür, das ich Fiani verlassen habe, um Cervin zu retten. Trotzdem machen mich diese Schuldgefühle fertig. "Dimoz, ich weis, das nicht sorgsam von mir war. Aber ich musste das fragen, denn in naher Zukunft könnte ein Sturm hereinbrechen, jedenfalls berichtete das uns eine Zwickstein von einer drohenden Gefahr, die uns Rhoell zerteilen könnte. Daher bitte ich dich, sei für Ari und Rène da, auch wenn du noch nicht bereit bist, sie zu heiraten. Auch wenn das mich, meine liebe Frau und Rène beruhigen würde." Seufzend bedanke ich mich für sein Vertrauen in mich und verspreche, mein Möglichstes zu tun, um Ari zu beschützen. Wir beide lächeln zustimmend, als er mir nun ein Gebäck rüberreicht, an den ich herzhaft knabbere, während wir bis zum Abend weiter über meinen Vater und Braniewos Zustand unterhalten.

Ende des Kapitels.
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