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So wahr der Rabe fliege...

von Zeref36
GeschichteÜbernatürlich, Tragödie / P18
OC (Own Character)
19.03.2018
24.11.2019
95
113.581
5
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10.04.2019 1.502
 
Montag der 31.April 1788, Lyon in Königreich Frankreich, früh am Morgen:

Ich wurde vor drei Wochen neunzehn Jahre alt und durfte somit die Ehre des amtierenden Familienoberhauptes annehmen, wobei der Eintritt in den innersren Zirkel unseres verehrten Schutzritterordens, dem der Nachtwache, garantiert ist. Die Sonne scheint ab und zu durch mein Fenster der Holztür, als die Kutsche über die gepflasterten Straßen hin zum Anwesen der verbündeten Rhoell fährt. Mein jüngerer Bruder Cervin, der mir gegenüber sitzt, meint mit leuchtenden Augen ganz voller Vorfreude: "Bestimmt sehe ich heute Madmoisielle Arielle wieder, während du über langweilige Politik und blöde Todesapost--hey!" Genervt habe ich gerade mit meinen Zeigefinger an die Nase geschnippt, dann schimpfe ich mit meinem 14-jährigen, jüngeren Bruder: "Du weist, das diese T-Sache geheim ist! Zudem solltest du Madmoiselle Arielle nicht do unzüchtig anschauen, du solltest wissen, das sich das nicht ziemt. Auch ist dir nicht entgangen, wie beschützerisch ihr Bruder Réne sein kann. Dagegen sind meine kleine Bestrafungen für dich nichts." Da läuft meinen kleinen Bruder alles Blut aus dem Gesicht und auch ich will mich eher weniger an meinen ersten und letzten Streit mit meinen besten Freund Réne erinneren. "Junge Herren Koregaz, wir sind nun am Rhoell-Anwesen. Wenn ich Sie bitten dürfte auszusteigen.", hören wir beide die Stimme unseres Kutschers, meinen Onkel Demisz. Mein Herr Vater Radek, stellte ihn von seinem aktiven Dienst aufgrund einer Verletzung im letzten Blutgralskrieg zu meinen Schutz ein, weil er zu viele unserer Familienmitglieder vor drei Wochen durch unseren Erzfeind Ortenrosse verloren hat. Darunter waren auch meine werte Mutter Jannica und drei kleineren Geschwisters sowie meine zwei älteren Brüder. Daher ist mein Herr Vater daheim in Braniewo, wo er noch mit den Wiederaufbau zu schaffen hat. Wohl aus diesem Grunde sind mein Bruder und ich, Dimoz, damit beauftragt, ihn bei dem Treffen mit den Rhoell zu vertreten. Er meinte, als zukünftige Erwachsene der Koregaz sollten wir die Ehre der Familie auch ohne ihn wahren können. Nachdem er angehalten hat, steigt er vom Kutscherplatz ab und öffnet uns beiden die Tür, sodass wir nun aussteigen können. Ich höre, wie sich uns Schritte nähern, weshalb ich schon sehe, wie aufgeregt mein Bruder schon ist... "Oh, da seid Ihr endlich, junger Koregaz.", grüßt mich eine brünette junge Dame, die einen grauen Raben auf ihrer nackten Schulter sitzen hat. "Miss Arielle, wie schön Euch zu erblicken.", antworte ich mit einem bedrückten Gesichtsausdruck, als ich nun meinen Blick abwende. Onkel trug uns auf, keinen Charme mittels Lächeln wirken zu lassen, denn obwohl die meisten Rhoell immun waren, wollen sie kein Risiko eingehen. Seufzend da sie das versteht, geht sie noch einige Meter auf mich zu, ehe sie direkt neben mir steht, dann kichert sie laut: "Ich habe Euch auch vermisst. Mein werter Bruder und Vater lassen Euch ausrichten, das Sie sich aufgrund der drohenden Wärme sich mit den Bauern verständigen müssen. Denn so wie mir gesagt wurde kann es gut möglich sein, das die Ernte nicht werden wird, falls dieses Wetter so anhält bis zum Herbst." Nachdenklich klingt ihre Stimme, ehe mein zufriedener Bruder nahezu tanzend sich uns beiden nähert, vor ihr in die Knie geht und mit schmalziger Stimme förmlich gegrüßt. Ich schnaube aufgrund seiner übertriebender Art, doch Arielle ist bestimmt schon mit weitaus unangenehmeren Gestalten als älteste Tochter der Rhoellfamilie geraten. Sie und Fiani O'Neill....wir drei waren schon früher eine recht ansehnliche Kinder. Die beiden Mädchen, wohl angemerkt an dieser Stelle noch alle beide weder verheiratet, noch miteinander je im Streit gewesen, sind meine bislang einzige Stütze nach dem Gralskrieg gewesen, der meiner Familie so viel Leid bereitet hat. Ich persönlich habe von Onkel in Erfahrung gebracht, das der Patron unserer Familie, Altrouge Brunestud, uns dank der Blutsbande zu Wächtern des Blutgrals in Braniewo verpflichtet. Es gibt natürlich einige, die den Krieg entkommen wollen, auch wenn sie als Master erwählt werden. Doch unglücklicherweise trifft den meisten Verrätern des Blutschwurs ein tragisches Schicksal. Mein törichter Vater wollte den Krieg beenden, indem er sich mit Thrvnm Ortenrosse, dessen Namen kaum einer gut aussprechen kann, einigen wollte. Aber dies sprach entgegen der Blutsfeindschaft der Familie mit ihm, weshalb Onkel mich und Cervin noch in Sicherheit bringen konnte, ehe, ein großer Kampf um den Blutgral entflammte. Mein Vater verlor nicht durch Ortenrosse direkt unsere Familie, sondern seinen Todesaposteln, die er auf meine verhassten Vettern hetzte. Ortenrosse...eine mysteriöse Nemesis vieler Koregaz und Jäger, doch zugleich nie gewillt, uns völlig auszulöschen. Er sagte meinem Vater damals, als  er ihn hätte töten können: "Die meisten sehen die Wahre Natur der Wirklichkeit nicht, weshalb sie die Pfeiler nicht rechtzeitig finden. Daher ergötze dich nie der trügerischen Finsternis, denn sie ist das Ende." Weder ich noch mein Vater konnten diesen Worten Bedeutung beiwohnen, sodass es eine Art kyptische Prophezeiuung darstellt.  "Hey, Dimi...Mercury, du weist was du zu tun hast.", höre ich in Gedanken versunken Arielles Stimme nur undeutlich ihren Raben zusprechen, ehe dessen Augen zu funkeln beginnen und er nach mir hackt! Erschrocken taumele ich zurück, nur um mit dem Rücken gegen jemanden zu stoßen, der launisch meckert: "So begrüßt du also deinen alten Freund, Dimi...?" Es handelt sich um Réne Rhoell, meinem besten Freund und zudem der hitzköpfigste Magier, den ich je begegnet bin, wenn man von meinem eigenen lüsteren Bruder absieht.  Schmunzelnd entschuldige ich mich bei Réne, der nun wütend zu Cervin blickt, während Arielle ihm von dessen Begrüßung erzählt. Mit einem hilfesuchenden Blick schaut Cervin mich an, doch ich meine mit einem Rollen meiner Augen: "Du lernst deine Lektion besser, ohne das ich mich für dich opfern muss." Niedergeschlagen lässt er sich von Rène eine Predigt vorhalten, während Arielle mich am Handgelenkt packt und ins Anwesen zieht, wo die Diener sich mir gegenüber verbeugen, was mir immer noch nach den Jahren etwas merkwürdig vorkommt: denn eigentlich bin ich wie Cervin etwas entfernt von Braniewo aufgewachsen, denn wir waren die dritten und vierten Söhne von Marius Koregaz, womit wir auch öfter Zeit für die Kinder der anderen Jägerfamilien hatten. Zu meinen Herrn Vater pflege ich ein angespanntes Verhältnis, so hatte er nie viel Zeit oder Liebe für uns jüngeren Kindern seiner Zweitfrau  über. "Wenn das mal nicht der Charmeur persönlich ist. Arielle konnte deine Rückkehr kaum aushalten, weshalb ich immer noch Kopfschmerzen habe.", scherzt ihre werte Mutter, Madmoiselle Fridaelle Rhoell, die ihrer Tochter zuschmunzelt. Wie zu erwarten war, gehe ich einen Schritt nach hinten und halte mir die Ohren zu, bevor Arielle zu kreischen beginnt: "Mutter! Hör auf, mich mit Dimi verkuppeln zu wollen!!! Er hat sowieso eine andere, die er liebt. Und wenn Fiani das hört, bekomme ich wegen deiner HILFE richtige Probleme..." So wo ich darüber nachdenke, sagte ich sowas einmal zu ihr, als wir noch zusammen den Sommer in dem Anwesen hier verbrachten. Doch eigentlich wollte ich nicht vor Rène zugeben, das sie meine erste Liebe ist.

Während sich Mutter und Tochter anstarren, nähert sich mir ein bekannter Trottel, der dauernd mich fragt, wann ich mich endlich zwischen Fiani und seiner hübschen Tochter entscheide: Alesto Rhoell, ein Adliger der etwas trotteligen Art seine Gegner dazu bringt, ihn weitaus zu unterschätzen. Warum ich ihn Trottel nenne, das mag an der Tatsache liegen, das er mich beinahe bei jedem unserer Aufeinandertreffen spüren lässt, wie durchschaubar ich in seinen Augen bin. Was mir persönlich mehr Angst als die Wut meines Vaters, denn so erzählte Arielle mir, wie sie die fuchsschlaue Art ihres Vater beängstigt, wenn seine Neugierde einmal geweckt ist. Nicht ohne Grund ist Alesto Rhoell der einzig aktive Paladin der Nachtwache nach dem letzten Blutgralskrieg, obwohl seine Familie seit letztens kaum noch Jagten mitmachte. Ich darf ihn Trottel nennen, denn sonst würde er mich irgendwie zwingen, ihn "ehrwürdiger Vater" zu nennen, was mich nicht in eine gute Verfassung bringen würde. Ich bin anders als Arielles Eltern denken nicht gut genug um für Arielles Glück zu sorgen, jedensfalls glaube ich so seit der alptraumhaften Vollmondnacht in Braniewo, nach der ich und Cervin von Onkel hier nach Lyon kutschiert wurden. "Schön, dich wieder bei uns zu haben, unser Mädchen hat nächtelang deinen Namen geschrien, jedenfalls klang es so als ich es durch die Tür hörte.", sagt er sowas verstörendes mit den Grinsens eines zufriedenes Vaters, der seiner Tochter gerade ein Geschenk gemacht hat. Sie hingegen sieht es keineswegs so, denn sie nickt ihrem Raben zu, und der liefert sich mit Alestos silberfarbenen Raben, Wega, einen heftigen Kampf! Meine Kopfschmerzen sind immer am schlimmsten, wenn ich mit Arielles Vater zu tun habe.... "Du bist klug genug, um zu wissen, das sie uns nur manipulieren wollen, Dimi.", meint Arielle entrüstet und als ich nicke beginnt ihr Vater enttäutscht zu murren: "Verdammt..."


Ende des Prologs.

Dieses Mal tritt ein düsterer Koregaz in den Schatten der Revolution, der dem uns bekannten Grafen der Rache an Gerissenheit noch übertreffen wird. Aufgrund der Verbundenheit beider Familien lernte
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