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So wahr der Rabe fliege...

von Zeref36
GeschichteÜbernatürlich, Tragödie / P18 / Gen
OC (Own Character)
19.03.2018
24.11.2019
95
113.581
5
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Dieses Kapitel
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19.01.2019 1.210
 
6.     August 1580, Oshu, Burg Yamagata:  

Die letzten Tage sorgten nur für weitere Frustation der zwei Mädchen, was selbst den sonst der lebhaften Nobunaga nicht entgangen ist, woraufhin sie die Gelegenheit nutzt, um ohne Probleme die Zwei mit diplomatischen Aufgaben abzulenken.
Touka ist zurzeit als Diplomatin damit beauftragt worden, einem Boten der zahlreichen Clans in ihre reservierten Räume zu geleiten.

Burg Yamagata, Provinz Oshu:

"Kniet nieder, Arteo Koregaz. Ich bin Terumune Date, Herr der Ländereien von Oshu. Ich habe von Shigezane erfahren, das Ihr meiner Einladung gefolgt seid, obwohl Ihr wichtige Anliegen in Kyoto beim Dämonenkönig des sechsten Himmels habt. Ich mache es Euch kurz: Herzlich Willkommen in meiner Heimat. Wir sind wie andere Clans von den niederträchtigen Yokai bedroht, und wissen viel zu wenig, um ihnen nahezu wirkungsvoll entgegentreten zu können wie Sie es befähigt sind, Koregaz-san. Daher nachdem Sie ihre Angelegenheit in Kyoto beendet haben, würde ich mich freuen, Sie in die Dienste des Date-Clans berufen zu können. Selbstverständlich würden sie entsprechend entlohnt werden als des Clans Yokaijäger. Ich wäre sogar gewillt, Ihnen einen Vasallenstatus zu verleihen. Doch dafür müssten Sie mir als Fürst und zukünftiger Shogun die Treue schwören." Seine bellende Stimme überrascht mich, Artorias Koregaz, keineswegs, und doch verbleibe ich in meinem Ritterknicks, genau die Überraschung auf den Gesichtern der Clanmitglieder sehend. Da ich zwar weis, das Arteo zu Nobunagas Treueschwur steht, und Aria wie auch Touka in Kyoto sich aufhalten, ich doch mich nicht von dieser eiskalten Frau benutzen lassen möchte, hebe ich meinen Kopf provokant und bitte um die Erlaubnis zu sprechen. "Ich möchte ungezwungen nach Kyoto zurückreisen, doch vorher möchte ich eine Sache überprüfen: Besitzt der Date Clan die Macht, zu bestehen? Ich sah viele Menschen in Kämpfen sterben, die unter Weisheit ihrer Anführer hätten gewonnen werden können. Zudem müsst Ihr euch sicher um darum sorgen, das ich eines Tages unter Nobunagas Banner Euer Land verwüsten könnte. Ist es wirklich das, was Euch aus Angst leitet, mich einen Treueschwur aufzunötigen?" Ich stehe langsam auf, meine linke Hand an der rechten Hüfte, wo Arteo ein kurzes Tachi befestigt hat in seiner blauem Schwertscheide, und spüre meine Mordsaura in die Umgebung dank der Blitzmagie in Form von kleinen, schwarzen Funken aus. Der Raum wird schlagartig totenstill, nur Tojiro beginnt begeistert zu grinsen, was seiner Mutter ganz und gar nicht gefällt. Terumune Date hustet laut, und korrigiert seine Aussage, eindeutig unter meiner bedrohlichen Aura einknickend: "Nein, ich würde Euch nichts aufzwingen, doch ich kann nicht anders als mich um das Wohl meiner Bevölkerung zu sorgen. Wenn es Euer Wunsch ist, uns zu verlassen, dann sei es so. Doch ich wäre auf eine zukünftige Zusammenarbeit sehr gespannt. Grüßt Fürst Oda vom alten Terumune Date, haha." Nun nehme ich meine Hand von der Schwertscheide und grinse leicht, und so verflüchtigt sich auch meine bedrückende Aura, was die meisten Personen im Raum aufatmen lässt. Mit einer schlichten Verbeugung entschuldige ich mich und will den Raum verlassen, doch Yoshihime meint mit finsterem Gesichtsausdruck: "Wenn ich fragen darf, was hetzt Euch denn zu dieser Flucht, Koregaz?" Eins muss man Tojiros Mutter lassen, sie ist hartnäckig, auch wenn es um Provokationen geht. So drehe ich meinen Kopf zu ihr nach links um und antworte gelassen, doch mit einem irren Schmunzeln: "Ich flüchte doch niemals, denn das wäre doch völlig Schwachsinn. Außerdem scheine ich nicht sehr willkommen, wie die Eurer Clan micht empfängt, so wie Eure werte Gemahlin pure Boshaftigkeit mir gegenüber auszuströmen. Und zwar die gleiche Art wie ich es von den Yokai kenne. Und bevor ich Euch an meiner Klinge zu laben versucht wollt, seid gewarnt, das mein Groll nicht nur euch gelten wird, sondern auch Eure Verwandten." Da sie angefangen hat, mich als Feind zu sehen, tue ich ihr nur den gleichen Gefallen. Außerdem habe ich Arteo mich schon als das in Monster von uns beiden vorgestellt, warum soll ich mich dann zurückhalten? Zähnefletschend starrt mich Yoshihime an, doch bevor eine Wache reagiert, tritt Tojiro an neben mir heran und flüstert mir zu: "Um ehrlich zu sein: Ich bin von Euch ganz und gar beeindruckt, Arteo Koregaz. Ihr seid nach mir der erste, der Mutters wahres Ich abscheulich findet und lieber einen Krieg mit dem Date-Clan beginnen würdet als an Ketten gelegt zu werden von ihr. Mögen wir uns unter besseren Umständen wiedersehen." Sein heiles Auge leuchtet voller Bewunderung, als er nun laut zu seinem Vater spricht: "Lassen wir doch Koregaz ziehen. Ich bleibe im Kontakt mit ihm, denn scheinbar sind hier einige Personen anwesend, denen er nicht trauen kann." Nach einigem Überlegen begreift Terumune den Zug seines Sohnes und nickt, während Yoshihime vor stiller Wut schäubt und ich mich zur Tür langsam bewege. "Dieser Tojiro scheint nicht auf dem Kopf gefallen zu sein.", denke ich nur innerlich schmunzelnd. Nun werde ich zu einem Stall geführt, wo ich mit meiner Ausrüstung gegen Westen reite. Auf dem Weg dorthin stelle ich mich im Traum wieder Arteo und gemeinsam kommen wir zu der Übereinkunft, das jeder dort einen selbstzugefügten Stromschlag den Platz jede Woche mit dem anderen tauscht!



13.August 1580, unweit von Kyotos Toren, während eines fahl leuchtenden Vollmondes:  

Ich, Arteo, habe dank Artorias' plötzlichem Friedensvorschlag wieder die Oberhand und bin meiner Rückkehr zu Aria und Touka nur wenige Meter entfernt, als auf einmal der rote Crowley erscheint und grinsend an einem Baum gelehnt mich fragt:
"Denkst du, ich lasse so einfach von dir ab, Koregaz? Sei nicht albern." Ich verziehe voller Wut mein Gesicht, höre aber auf Artorias' Warnung, mich nicht in eine Falle hinreißen zu lassen, weshalb ich zwar vom Pferd absteige, doch nicht angreife. "Wow, da hat aber jemand dazu gelernt, wie? Wärst du ohne deine zweite Persönlichkeit, wärst du ohne Probleme in dein Verderben gerannt. Sag, Koregaz, was will der weiße Graf von dir? Was unterscheidet dich von anderen Blitzfackeln ohne Grips?", meint er mit spöttischer Art, und ich lasse eine blasse, schwarze Blitzaura um mich ausströmen, die um ein Haar Crowley samt dem Baum in Brand gesetzt hätte! Mit einem Klicken meiner Zunge richte ich mich mit meiner Naginata aus, die nun dank vor Strom zu Knistern beginnt und ein kaum sichtbares, grünes Licht ausstrahlt, als ich mit einem Stoß einem Stromfunken Crowley nachjage, dem er knurrend nur teilweise ausweicht. Der Dämon fällt zu Boden und merkt, das seine rechte Körperseite völlig benommen sich seiner Kontrolle verweigert, sodass er mich schockiert ansieht und sagt: "Wie kann ein Koregaz Blitze von solcher Intensität erschaffen, die nicht den Körper, sondern die Seele beeinflussen können?" Warum fragt er da ausgerechnet mich, der erst nach Artorias' Erwachen bemerkt hat, wie viel mächtiger seine korrupten, schwarzen Blitze sind. Nun flüchtet der Dämon, da ich von einem ankommenden Mann überrascht werde, dem ich nur ein einziges Mal begegnete: und zwar als ich nach Jonaizs Tod erwachte und zu Arteo wurde: Trhvnm Ortenrosse, der von der Nachtwache erklärte Blutsfeind meiner Familie, seit Bestehen der Wache! Ich weis nicht, wie ich reagieren soll, als er seinem Strohhut abnimmt und hinter ihm Aria und Touka mit einer mir unbekannten Japanerin in das fahle Mondlicht sichtbar werden!

Ende des Kapitels.
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