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So wahr der Rabe fliege...

von Zeref36
GeschichteÜbernatürlich, Tragödie / P18 / Gen
OC (Own Character)
19.03.2018
24.11.2019
95
113.581
5
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1 Review
 
02.07.2018 785
 
Sonntag, der 23.Januar 1580, am Hafen von Lissabon, Königreich Portugal:


"Hey Junge, du siehst ein bisschen jung für eine Wache aus. Wo sind deine Eltern?", raunt eine harte Stimme an meine Ohren, weshalb ich gereizt knurre: "Verflucht, jedes mal werde ich das gefragt, und das nur weil ich für mein Alter zu wenig wachse. Ich bin Arteo Koregaz, die Wache der Kirchenmänner hier, auf Auftrag des Papstes." Dann fische ich aus meinen schwarzen Mantel einen Siegelbrief hervor, der in Latein mir die Aufgabe erteilt hat, mich um diese Nonnen und drei Prediger zu kümmern. Der Kapitän der Barke grinst schief das Schriftstück an, und schreit danach genervt: "Als ob ich das lesen könnte du Vogel. Warte du hier. Ich frage den örtlichen Kirchenprediger, ob dieses Schriftstück echt ist?!" "Vergiss es.", drohe ich ihm mit gezogener Armbrust und richte sie ihm vors Gesicht, wobei ich das Schriftstück wieder einstecke. "Wenn sie denken, ich sei nicht mannes genug, um diese Mission zu bestehen, stellen Sie mich als Schiffsjunge an und testen Sie mich. Doch ich werde diesen Brief nicht fortgeben. Nur über meine verfaulende Leiche." Resigniert seuzft der Kapitän und nun sagt er entschlossen: "Junge du bist mutig. Ok, arbeite als unser Küchenjunge, und du kannst mitfahren nach Zipangu." Zufrieden lege ich auch meine Waffe beiseite und sehe auf die jüngste der fünfzehn Nonnen, Aria, die mit ihren schwarzen Gewand näher zu mir herantritt und sagt: "Wie es aussieht, scheinst du Probleme mit den Älteren zu haben?" Ich schaue nur kurz in ihre komisch leuchtenden blauen Augen, und wende meinen Blick ab, weil ich mich bei ihrem Blick seltsam eingeschüchtert fühle. Der oberste Maat ruft mich zu sich, wo ich eine Konbüsenkleidung bekomme, die ich in meiner zugewiesenen Koje anziehe. In einer Holztruhe verstaue ich meine Jägerkleidung und mein Tagebuch, und mit einem unsicheren Schritt mache ich mich auf in die Kombüse. Dort strahlt mir ein dickbäuchiger Mann mit einem roten Ziegenbart entgegen, der mir die Hand reicht und sich als Chefkoch Antonio Sanguis vorstellt, der mit dem Schiff hier ebenso nach Zipangu abfährt. "Also ich hoffe wirklich, ein Jungspund wie du bist in der Lage, die gesalzenen Kartoffeln zu schneiden." Mit einem leichten Lächeln nicke nur und setze mich an einem Topf, wo ich den Sack Kartoffeln bearbeite. So sieht meine Hauptbeschäftigung auf der Santa Gabriela aus, die unter der Flagge der portugisische Krone eine Reise in das fernöstliche Zipangu fährt, um Missionare in das Land zu geleiten. Die Sonne geht aufgrund der kalten Jahreszeit schon früh unter, weshalb ich nur kurz oberhalb der Schlafkojen die Aussicht des sternenklaren Nachthimmels genieße und dabei meine Magiekreisläufe einen nach den anderen kurzzeitig aktiviere, das sie auch nicht verkümmern während ich kein richtiges Training bei den harschen Wetterbedingungen absolvieren kann. "Ihr seid also Magier? Wie ironisch, das Roms heiligster Mann einem seiner Feinde zu unserem Schutze abstellt. Trotzdem bin ich dankbar, keinen Mann dieser Kirche hier als Aufpasser zu haben.", höre ich eine Stimme neben mir sprechen und blicke auf Aria, deren Augen kurzzeitig rot leuchteten. "Hmm, selbst für uns Jäger der Nachtwache ist Zipangu noch unerschlossen, weshalb man mich wohl auch als Siedler schickt, um möglichen Gefahren auch tatkräftig begegnen zu können.", antworte ich, es nicht schlimm findend, mit einer einfachen Missionarsnonne über meinen Auftrag zu reden.

12.Mai 1580:

So vergingen die weiteren Monate auf hoher See eher mühselig, wobei nur das tägliche Gespräch mit Aria und dem Küchenchef mir doch die einzigen Freuden sind. So friedlich, das ich nicht glauben kann, bei Ankunft noch Dämonen besiegen zu können. Wobei angemerkt werden muss, das ich nicht wissen kann, was mich dort erwarten wird. Der Himmel ist von schwarzen Wolken durchzogen, und wir sehen erstmals Festland in der Ferne. "Land in Sicht.", rufen die Maate freudestrahlend, nicht auf das erschrockene Gesicht ihres Kapitäns schauend wie ich. "Verdammt-!!", kann er nur noch brüllen, ehe uns eine meterhohe Gestalt mit einer roten, irrwitzig lachenden Maske entgegenfliegt und mit einem Hieb seines Beils den gesamten Bug aufreißt! Die Wucht lässt mich von Bord fliegen, doch zuvor krache ich noch gegen einen Mast, ehe ich in langsam bewusstlos werdend in die Tiefen der See hinabgleite...Ich höre nur noch eine sanfte Stimme sagen: "Bleib am Leben, Koregaz, deine Aufgabe ist noch nicht zuende.", dann falle ich entgültig in Bewusstlosigkeit, ungewiss, ob ich nun unweigerlich ertrinke oder diesem Monster zum Opfer falle!

Ende des Prolog.

Ihr könnt euch wohl sicher denken, das dies Arteos Ende, sondern erst der Anfang seiner Reise durch Zipangu ist(Zipangu ist wie schon erwähnt der Name Marco Polos für Japan)
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