So wahr der Rabe fliege...

von Zeref36
GeschichteÜbernatürlich, Tragödie / P18
OC (Own Character)
19.03.2018
24.11.2019
95
116274
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Nach getaner Arbeit auf dem Feld steht die Sonne schon wieder kurz vor ihrem Untergang, und Toshanka läuft zu mir, um mich zum gemeinsamen Abendessen abzuholen. Noktiz errötet stark angesichts der Schönheit meiner Schwester, weshalb ich nicht anders kann, als gelassen zu schmunzeln und mich etwas abseits zu halten. Derweil erblicke ich eine vermummte Person in einem rot-schwarzen Umgang, die im Schatten zur untergehenden Sonne durch Straßen Braniewo in Richtung Koregaz-Anwesen unterwegs zu sein scheint. Ich weis nicht was es ist, doch irgendetwas an seiner Ausstrahlung schier mir schon seit dem Vorbeischreiten an mir klar gewesen. Doch bevor ich inmitten durch Fackellicht dämmrig beleuchtete Straße auf diese mysteriöse Person zurückblicken kann, rempelt mich jemand an, sodass ich in den staubigen Boden falle. "Oh, tut mir leid. Hast du dir etwas getan?", klingt eine erschrockene, zarte Stimme an meinem rechten Ohr, weshalb mein Herz kurz einen Satz aussetzt! Sofort will ich die Besitzerin der weiblichen Stimme mit eigenen Augen sehen, warum ich nun meinen Kopf hebe und in das Gesicht einer rotäugigen, blonden jungen Frau blicke, die in einer schlichten roten Robe etwas besorgt lächelnd auf mich runter sieht. Ich frage mich, warum ihre besonderen Augen mich wohl so fazinieren, schaffe es doch nach mehreren Minuten der Stille, mich selbstständig aufzurichten. Etwas noch schwach in den Gliedern, öffne ich endlich meinen trockenen Mund und stammel: "Eh...nein, alles in bestert Ordnrung. Wie heißsen Sie, werte Dame?" Während Toshanka mir in die Seiten sticht und grinst, erwidert die blasse Schönheit nur: "Dann ist es gut, nicht wahr..Meinen Namen wisst du wissen, doch wozu?" Nun hat sie mich überrumpelt, sodass ich wohl rot anlaufe und mir als Antwort ausdenke: "Ich, Mikołaj Koregaz, möchte mehr über Sie erfahren." Puh, das ich das ohne zu stottern sagen konnte. "Ah, ihr seid wohl einer der Anwärter des Hauses Koregaz. Verstehe. Na dann will ich mal nicht so sein: Mein Name lautet Altrouge Brunstud und ich bin auf der Suche nach einem gefährlichen Mann, der schlimmes hier vorhat. Entschuldigt mich, doch ich darf keine weitere Zeit verstreichen lassen." Nach dieser knappen Antwort verabschiedet sich die jugendlich anmutende Schönheit und rennt weiter in Richtung Koregaz-Anwesen, wie die andere vermummte Person. Ein Glück, das ich dort wohne, weshalb ich sie wohl doch nicht zum letzten Mal gesehen habe. Noktiz meint etwas verwirrt: "Was war nur mit diesem Mädchen?", dann haut Toshanka ihn eifersüchtig auf den Hinterkopf. Ich muss bei ihrem Anblick kichern, weshalb ich nun ebenfalls einen zornigen Blick meiner Schwester ernte. Seis drum.

Vor unserem Anwesen verabschieden wir beide uns von Noktiz und betreten es durch das große Holztor, hinter sich drei Diener unseres Hauses befinden und uns von der Arbei zurück erwartet haben. "Wo sind Vater und meine großen Brüder?", frage ich, da ich mich von der Tatsache ablenken will, das Altrouge tatsächlich in Richtung des Anwesens gegangen ist. Einer der Diener verbeugt sich und antwortet demütig: "Der Herr und die werten Söhne unternehmen soeben eine Unterredung mit einem Gast von weit her. Unglücklicherweise weis ich weder, wer dieser Besuch ist, noch wie lange diese Unterredung dauern wird. Wünscht Ihr noch etwas zu wissen, junger Herr Mikołaj?" Ich lächel zufrieden und bedanke mich bei Dizer, ehe ich ais dem Keller ein lautes Krachen höre und mir kurz daraufhin schwindlig wird! "Mikołaj!!", ruft Toshanka nach mir und fängt meinen Fall ab, obwohl sie doch nicht verhindern kann, das ich ohnmächtig werde.

"Warum wurde der magielos diagnostizierte Mikołaj aufgrund unseres Rituals ohnmächtig?", höre ich undeutlich die nachdenkliche Stimme meines älteren Bruders, Klaudiusz, der nun vor meinen erwachenden Augen erscheint und neben Pezer steht. Beide schauen auf mich herunter, wobei mir auffällt, dass Klaudiusz nun rote Augen besitzt und zudem extrem bleiche Haut, was seine blonden Haare nur noch mehr unterstreichen in unserer Familie von durchweg Schwarzhaarigen! Es ist nämlich so, das weil Klaudiusz der einzige Sohn von Vaters erster Frau ist, aber vom Alter nur der zweite, trotzdem irgendwie weiterhin ein Anwärter bleibt, anders als ich der der zweite Sohn von Amelie Koregaz bin, die mittlerweile aufgrund der letzten Seuche, wohl aus Wut Peruns über Vaters Verlust gegen Herrn Ludiz von Krakau, gestorben ist. Es ist nicht so, das ich meine Mutter vermisse, denn eigentlich muss ich zugeben, das ich sie nie richtig kennenlernen durfte und konnte wegen meiner Stellung. "Ah...werte große Brüder, was ist passiert?", frage ich in den Raum hinein, nachdem ich diese Gedanken von eben beendet habe. Klaudiusz räuspert sich, baut sich einschüchternd vor mir auf und fragt mich: "Wie fühlst du dich, Mikoł? Wir hörten von Dizer, das du plötzlich ohnmächtig geworden bist. Hast du dich etwar überarbeitet?" Einige Sekunden starre ich Klaudiusz bedeppert an: er tatsächlich besorgt um mich! Ich erhebe ich mich rasch aus meinen Bett, in welchen man mich wohl gelegt hat, und antworte: "Mir wurde auf einmal übel, als ich die Erde beben spürte." Mit Stirnrunzeln schauen meine zwei älteren Brüder sich an, dann grummelt Klaudiusz: "Lasst Vater holen, es scheint, als benötige Mikoł eine weitere UNTERSUCHUNG." Mit diesen seltsam klingenden Worten verlässt er mein Zimmer, weshalb nur Pezer verbleibt, den ich frage: "Ist dir nicht aufgefallen, das Klaudiusz Augen rot sind?" Er schüttelt nur mit dem Kopf, tätschelt meinen mit einen sanften Lächeln und sagt irritiert: "Bestimmt warst du zulange in der prallen Sonne, kleiner Bruder." Obwohl er meine Beobachtung als irrsinnig abtut, kann ich nicht so einfach vergessen, wie blutrot Klaudiusz' Augen leuchteten, ganz so wie bei Altrouge! Ob das miteinander zutun hat?

Ende des Kapitels.
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