So wahr der Rabe fliege...

von Zeref36
GeschichteÜbernatürlich, Tragödie / P18
19.03.2018
18.05.2019
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4.Oktober 643, mein schicksalshafter, letzter Tag auf Erden:

"ORTENROSSE!! Heute werde ich keine Gnade walten lassen, wie damals.", keuche ich inmitten des brennenden Verstecks meines Erzfeindes, Trhvnm Ortenrosse, und schwinge mit meinem Blutschlächter nach ihm! Der blonde Vampir knurrt nur zornig und stürmt mit seinen ausgefahrenen Reißzähnen und Krallen auf mich los! Aus der Ferne höre ich Altrouges besorgte Stimme und plötzlich muss ich verbittert lächeln, da ich mich wohl nicht mehr von ihr verabschieden kann, so wie sich meine Lungen langsam mit dem Rauch füllen, während Ortenrosse mir gegenüber steht. Bitte pass nur auf Nicgosz auf, liebste Altrouge. Lass ihn zusammen mit Arya zu einem würdigen Nachfolger des Hauses Koregaz und erwachsenen Mann der Nachtwache heranwachsen, auf das er die Sünden seines sterbenden Vaters bereinigen kann... Nun kreuzen sich Ortenrosses Krallen und mein Schwertklinge, wodurch Funken die hungrigen Flammen nur weiter provozieren. Ich werde ohne Marcus' Runenverstärkung ganz klar von Ortenrosse zurück in eine Ecke gedrängt, wobei ich hinfalle und meine Waffe aus der Hand fällt!! "Scheiße..", entfährt es mir und ich trete nach dem Vampir, der sich einen heruntergefallenen, brennenden Holzbalken nimmt und meinem Tritt entgegenwirft, sodass mein rechter Fuß ein lautes Knacken von sich gibt, woraufhin neben nahezu unerträglichen Schmerzen auch die brennde Hitze der Flammen meinen Körper fluten! An diesem Zeitpunkt bündel ich meine letzten Kräfte und raffe mich wacker meinem Feind gegenüber wieder auf, wobei ich entschlossen meine Fäuste balle und mit einem versteckten Silberdolch eine bleibende Wunde nur knapp über dem Herzen zufüge! Vor Schock taumelt der Todesapostel zurück und fässt sich an die Brust, wobei ich nun wütend zische: "Mir ist schon seit dem Beginn dieses Kampfes klar geworden, das ich durch deine Hand heute hier sterben werde. Du aber bist seitdem von meiner Nachtwache verflucht, auf ewig gegen dein eigenes Blut zu bestehen zu müssen, bis jemand mit den Blutschlächter dich endgültig von dieser Welt tilgt!..*hust*" Verdammt, langsam ist der Rauch nun so dick, sodass mein linkes, noch nicht erblindetes Auge wie auch die Nase brennen, weshalb ich Ortenross' Schlag nicht mehr ausweichen kann und er mein Herz durchbohrt mit seinen Krallen, dabei triumphierend auf meinen fallenden Oberkörper tritt und spottet: "Ihr seid nicht mehr mein Blut, sondern nur schwache Menschen, die ihren Platz über uns Vampire zu stellen versuchen..." So schwindet auch mein letztes Augenlicht dahin, weshalb ich mich an den Beginn meiner Geschichte als Held der Polen zurückerinnere, bis ich endgültig sterbe und das Erbe, Ortenrosse endgültig zu töten,  an meine Nachkommen weiter geben muss...

2.Mai Jahr 625 im Namen des Herrn, Braniewo, im Reich des Samo, Kleinpolen:

"Herr Mikołaj, aufwachen.", höre die Stimme unserer Amme Aliza, die sich innerhalb unser kleine  immer um mich und meine Geschwister kümmert und uns immer zur Feldarbeit ruft. Obwohl ich als ein Mitglied der Koregaz-Familie ein niedriger Adliger bin, habe ich aufgrund meiner zwei älteren Brüder Klaudiusz wie den Erstgeborenen Pezer keinerlei Ansprüche auf das Erbe, weshalb nur die zwei auch am Hofe unterrichtet werden. Ich, meine zwei jüngeren Schwestern Olga und Toshanka, wie meine drei kleineren Brüder der Geliebten meines Vaters sind nicht sehr von der Liebe und Erziehung unserer Familie gesegnet worden, warum man uns lieber als unbezahlte Feldarbeiter anstellt.  "Mikołaj, hast du geschlafen?", fragt mich mein jüngerer Bruder Pavel,der zugleich der viertgeborene Junge der Koregazfamilie ist. Daraufhin erwidere ich nur, das ich gut geschlafen hätte. Nun scheucht uns Aliza zum Anziehen, denn gleich nach dem alltäglichen Frühstück mit unseren anderen Geschwistern und Eltern werden wieder zur Feldarbeit abbeordert. Obwohl es eigentlich gang und gebe ist, das die nicht erbenden Kinder nach ihrem 12.Lebensjahr entweder verheiratet werden oder zur Arbeit fortgeschickt werden, kann es unsere Familie als Statthalter des Stammes Braniewo sich aufgrund der letzten Seuche der Bauer nicht erlauben. Deshalb werde auch ich, der ja schon sein sechzehntes Jahr auf diesen heimischen Boden wandelt, auch weiterhin den Bauern bei ihrer Getreideernte helfen. Was man scheinbar nicht über uns weis, der Stammeshäuptling ernannte meinen geehrten Herr Vater zum Statthalter über die Kasse, was wohl mit den Silbertalern aus den Minen zu tun hat. Genaueres erzählte man mir nicht. Sowieso bin ich etwas neidisch auf meine älteren Bruder, da diese sogar in einem Kloster Peruns das Schreiben und Lesen gelehrt bekommen haben. Jetzt fertig angezogen in meinen Wollhemd begebe ich mich ins Esszimmer, wobei ich vor meinem Vater und älteren Brüdern mich verbeuge, um meine Demut zu zeigen. Vater würdigt mich keines Blickes, wie so oft, doch Klaudiusz wünscht mir einen guten Morgen, dann essen wir. "Herr Vater, es kam ein Rabe mit einer Nachricht für Euch.", unterrichtet ein Diener des Hauses und übergibt dem Hausherren einen Brief. Genervt schickt er alle außer Pezer und Klaudiusz aufs Feld, denn es handle sich um "geheime Angelegenheiten"

Die Sonne brennt wie immer mit ihren unnachgiebigen Strahlen auf mein Gesicht, während ich mit Pavel zusammen die Felder pflüge, so wie die Bauern um uns. Ein Seufzen entfährt mir, weil ich nicht verstehe, weshalb ausgerechnet meine großen Brüder nicht so hart schuften brauchen. Etwas grimmig dreinblickend trinke ich etwas Wasser aus meinen Trog, der mir zur Verfügung gestellt wurde, wobei ich mich neben einem schmächtigen, braunhaarigen Jungen von 14 Jahren in mit erschöpften, grünen Augen setze. "Brauchst du auch etwas zum Trinken?", frage ich grinsend, wobei er nur schüchtern meinen Trog nimmt und sich bedankt. " Bist...bist du einer der Bauernsöhne?", fragt der Junge und ich erkläre ihm, das ich der Drittgeborene der Koregazfamilie bin. "Oh, also auch ein Adliger, der von der Familie abgeschoben wurde zur Feldarbeit...Oh mein Name ist übrigens Noktiz Mieszko." Ich werde fast bleich im Gesicht, denn er gehört zur Familie des Stammesoberhauptes!! Doch ehe mich verbeugen kann, meint er nur: "Lass das, ich bin sowieso nur der siebte in der Thronfolge und gehe nicht davon aus, das Erbe antreten zu können. Zumal auch deine Familie als persönlicher Kämmerer eher großen Einfluss haben als ich... Ich hoffe, wir können Freunde werden. Wie heißt du?" Etwas perplex nenne ich ihn meinen Namen und er schüttelt lachend meine Hand, bis wir weiter arbeiten.

Es war der Beginn einer schicksalsverändernen und spannenden Freundschaft!

Ende des Prologs.
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