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You before Me.

KurzgeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Aria Montgomery Emily Fields Ezra Fitzgerald
19.03.2018
19.03.2018
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19.03.2018 892
 
Als Aria das Brew betrat würdigte sie mich keines Blickes. Ihr Blick war geradeaus gerichtet, stur und entschlossen. Ich weiß nicht, ob es gut war, dass ich Spüldienst hatte statt Bestellungen auszunehmen. Doch ich sehnte mich danach mit ihr zu sprechen, sei es auch nur die Aufnahme der Bestellung. Aber sie wollte mich nicht sehen und das war richtig so, denn wir waren schließlich getrennt. Leider. Am liebsten würde ich mich über die These beugen, sie zu mir ziehen und sie küssen. Und nicht nur einfach sanft, sondern leidenschaftlich und Sinne raubend, denn ich sehnte mich so sehr nach ihr, dass es förmlich schmerzte.                                                                                                                                                                  
Das Einzige, was mir momentan half war Schlaf und die Stunden mit meinem Sohn Malcolm. Aber selbst dann fehlte sie mir. Es fehlte mir, sie zu sehen, wie sie mit Malcolm umging. Ich nippte an meinem Kaffee in der Hoffnung, dass ich endlich an etwas anderes als an sie denken konnte, an meine Arbeit zum Beispiel.
Unzählige Tassen stapelten sich bereits neben der Spüle und ich zögerte nicht sie zu spülen. Das unkonventionelle an den Tassen im Brew waren die vielen unterschiedlichen Behälter. Keine gab es doppelt, keine war wie die Anderen. So wie wir Menschen. So wie Aria, keine war wie sie. Gerade spülte ich eine dunkelblaue Tasse mit einem kleinen roten Stern auf der Innenseite. Aria hatte aus ihr getrunken, an dem Tag nach unserer ersten gemeinsamen Nacht. Natürlich hatten wir nicht zusammen gesessen, die Tasse gehörte noch zu der Zeit, in der wir uns verstecken mussten. Arias Wangen waren leicht gerötet gewesen und die Farbe intensivierte sich, sobald sich unsere Blicke trafen. Ich erinnerte mich daran, wie mein Bauch vor Aufregung gekribbelt hatte.
Während ich mich beim Spülen an diesen Moment zurück erinnerte wurde mir plötzlich klar, wie jung Aria war und wie viel ich ihr zugemutet hatte. Ein Mädchen in ihrem  Alter sollte nicht auf den unehelichen Sohn ihres Freundes aufpassen, sondern sich mit ihrem Freund auf Partys amüsieren. Ich dachte zurück zu der Zeit, in der es uns nicht möglich war hinaus zu gehen, sei es auch nur auf einen Kaffee sich zu treffen. Aria hatte beobachtet wie ihre Freundinnen ihre Freunde trafen und war dennoch bei mir geblieben. Immer wenn wir uns trafen spielte unser Alter keine Rolle. Es war nur eine Nummer und wir waren zusammen Eins, wir fühlten uns, als gäbe es nichts, was und trennen könnte. Doch jetzt hatte meine Vergangenheit uns eingeholt. Denn ein Kind stigmatisiert dann doch des Unterschied des Alters.
Meine Gedanken schweiften immer mehr ab, ich hörte nur wie Emily im Hintergrund die Bestellungen unserer Kunden aufnahm. Mir wurde plötzlich bewusst, dass wir niemanden hatten der an der Theke die Bestellungen aufnahm, von Kunden die ihr Getränk to go nehmen wollten. Ich spülte die letzte Tasse ab und drehte mich zu der Theke um. Dort sah ich eine Gruppe von Freunden stehen, unter ihnen erkannte ich auch Spencer und zu meiner Überraschung ganz hinten, Aria stehend. Ich versuchte meine Gedanken so klar wie möglich zu halten und die Bestellungen aufzunehmen. Es war nicht schwer sich alles zu merken. Eigentlich und nicht wenn, das Mädchen, dass du liebst in der Schlange steht. Das Mädchen, was du momentan nicht bei dir haben kannst. Schnell waren alle Bestellungen erledigt und die Gruppe begab sich nach draußen. Ich drehte mich weg, um die Kaffeemaschine neu einzustellen, da bemerkte ich, wie Spencer Aria zum Gehen aufforderte. Doch irgendetwas schien sie aufzuhalten. „Geh du schon einmal vor, ich komme gleich nach.“, sagte Aria und ich spürten ihren Blick auf mir. Plötzlich war ich ängstlich darüber, was passieren könnte. Ich seufzte und schaute sie. Unwillkürlich musste ich sie anstrahlen. Doch ihr Blick war distanzierend. „Ich nehme noch eine heiße Schokolade zum Mitnehmen.“, sagte sie und blickte hinab auf den Tresen. Ich nickte und während ich alles vorbereitete spürte ich die Spannung zwischen uns. Sie war zum Greifen nah und schwer elektrisierend. Als ich Aria den Becher reichte berührten sich unsere Finger leicht und ich fühlte mich in diese alten, schönen Zeiten zurück versetzt. Aria schien das zu bemerken und streichelte ganz sanft über meine Hand, kurz und sanft, fast wie ein kühler Windhauch. „Wie geht es dir?“, fragte ich sie und ich war mir jedoch gleichzeitig nicht sicher, ob ich die Antwort wissen wollte. Aria hob ihren Blick und lächelte mich traurig an. „Mir geht es gut und dir?“ Mein Gefühl sagte mir, dass nicht alles gut war, weder bei ihr noch bei mir. Ich beschloss ihr den Kakao auszugeben, es war nichts großes, keine romantische Geste, aber es war etwas. Als Aria sich zum Rausgehen umdrehte bemerkte ich, wie sie sich einen Flyer ansieht. Es handelt sich um eine kleine Rockband, die Samstagabend in der Bar spielt, in der wir uns damals kennenlernten. Aria dreht sich noch einmal kurz zu mir und geht dann endgültig aus dem Brew.
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