Warum man sich nicht mit Drachen anlegen sollte (und warum ich es trotzdem tue)

GeschichteMystery, Freundschaft / P16 Slash
Chelia Blendy Lyon Bastia OC (Own Character) Orga Nanagear Rogue Cheney Sting Eucliffe
18.03.2018
11.10.2019
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Die Welt war getaucht in Feuer und Eis. Heiß und Kalt. Hell und Dunkel. Schwarze Flammen wüteten in den Trümmern der Gilde, ließen das Eis zischend verdampfen.
   
"Arya!", rief eine piepsige Stimme. "Arya, wir müssen hier weg! Komm schon!"
   
Wie in Trance blieb ich auf dem kalten Stein sitzen, starrte auf das züngelnde Feuer, das das Eis wie nichts verschlang.
   
Ich war unfähig. Unfähig mich zu bewegen. Unfähig Das zu Ende zu bringen, was ich begonnen hatte.

Zwei Hände packten meine Schultern und schüttelten mich. "Wach auf! Aufwachen Arya! Arya?"


Ich schlug die Augen auf und zuckte zusammen.
   
"Man, erschrick mich doch nicht so!", beschwerte sich Chelia. Irritiert starrte ich ihr in die Augen. Meine Freundin lächelte. „Schläfst wohl noch. Wir sind gleich da!", sagte sie.
   
Ich blinzelte und betrachtete den kleinen Raum, in dem ich zu mir gekommen war. Ein angenehmes Rütteln ließ einen Schauer über meinen Rücken fahren. Eine Kutsche. Natürlich! Wir waren ja unterwegs...
   
Unruhig massierte ich mir die Schläfen, mein Kopf schmerzte. Dieser Traum… Ich unterdrückte den plötzlichen Würgereiz, der sich in meiner Kehle breit machte. Wie lange hatte ich eigentlich geschlafen? Bestimmt die ganze Fahrt...  
   
„Du hättest einfach mal frei machen sollen.“ Lyon betrachtete mich mit strengem Blick. Ich seufzte und ignorierte ihn geflissentlich. Immer dieselbe alte Leier.
   
„Er hat Recht. Du hättest dich vor dem Turnier lieber ausruhen sollen.", stimmte Sherry ihm zu. Daraufhin grummelte ich nur. Hätte hätte Fahrradkette. Und wieder mal eine allgemeine Verschwörung gegen Arya. Gut, vielleicht waren sie nur besorgt, aber ich war doch wohl keine dreizehn mehr.
   
"Leute, ich bin top fit… Fit genug, um Saber in den Arsch zu treten!"
   
"Du meinst, um den Zwillingsdrachen in den Arsch zu treten.", korrigierte Lyon.
   
"Das sowieso.", stimmte ich grinsend zu. Allein bei dem Gedanken an diese arroganten Arschlöcher drehte sich mir der Magen um. Sting und Rogue waren vielleicht Dragon Slayer und verdammt stark, das hieß aber noch lange nicht, dass in den letzten Jahren vernünftige Menschen aus ihnen geworden waren. Außerdem hatte ich von Natur aus ein klitzekleines Problem mit Drachen.
   
"Übertreibs nicht.", bat Chelia mich. "Das gibt nur wieder Probleme, wenn du dich mit Sting anlegst. Er ist es nicht wert."
   
Ich schnalzte mit der Zunge. "Ich denk drüber nach."
   
"Arya!", protestierten meine Freunde.
   
"Okay, okay!" Ich knirschte mit den Zähnen. "Aber nur wenn er keinen Müll labert."
   
"Sag doch gleich nein."
   
"Nein."
   
Das brachte die Drei zum Schweigen. Jura-san lachte in der anderen Ecke leise in sich hinein.
   
Mit einem Ruck stoppte der Wagen. Schnell setzte ich mich in Bewegung, bevor noch jemand einen Kommentar ablassen konnte. Sofort stieg mir ein blumiger Duft in die Nase und bevor ichs mich versah schlugen mir die vielen Farben der Hauptstadt nur so ins Gesicht. Das florierende Crocus. Die Hauptstadt Fiores, Sitz des Königs und Austragungsort der alljährlichen Grand Magic Games. Endlich waren wir zurück.
   
In der Mitte des Platzes, auf dem wir angehalten hatten thronte ein großer Springbrunnen inmitten eines Meeres aus roten und gelben Lilien. Rings herum herrschte ein lebendiges Treiben, Menschen lachten und feixten und Kinder rannten herum. Nichts ungewöhnliches für Crocus. Ich hatte es vermisst, diese Euphorie. Die Grand Magic Games konnten kommen. Und dieses Jahr würde ich unter keinen Umständen Sabertooth die ganzen Lorbeeren einheimsen lassen.
   
"Es ist so wunderschön…", bewunderte Chelia die Stadt mit großen Augen. „Ich hab das echt vermisst.“ Ich grinste sie an. Sie grinste zurück.
   
Ehe ichs mich versah, hatte Lyon mich mich schon am Kragen gepackt. Verdammter Langweiler.  
   
"Hiergeblieben.", befahl er. "Um zwölf treffen wir uns wieder an der Unterkunft. Hier ist die Adresse.“ Er drückte mir einen kleinen Stadtplan mit einem fetten roten Kringel in die Hand. Ich kniff die Augen zusammen, um die Karte ein wenig zu entziffern. Blueberry Hill. Witziger Name.
   
„Cool!“ Ich drehte mich schon zum gehen weg, da packte Lyon mich schon wieder am Kragen.
   
„Und noch was, bei allen verdammten Göttern des Meeres, geht Sabertooth aus dem Weg!"
   
Ich würgte demonstrativ, um meiner übermäßigen Freude Ausdruck zu verleihen. Chelia musste sich Mühe geben, nicht loszuprusten. "Yes sir, Captain!", erwiderte ich schließlich. "Und du mach dich vor Juvia nicht noch mehr zum Affen, als ohnehin schon!" Mit einem Grinsen machten Chelia und ich uns aus dem Staub, bevor Lyon mir einen Eisbrocken an den Kopf schmeißen konnte.
   
Als wir ein paar Straßen weiter zum Stehen kamen musste ich prusten. Chelia kicherte. "Du änderst dich nie oder?"
   
"Sollte ich?" Sie schüttelte nur fröhlich den Kopf. Leider entgingen mir dabei nicht die Blicke der Menschen, die wir auf uns zogen. Ebenso wenig wie ihr Getuschel.
   
'Da ist Lamia Scale!' 'Die ewigen Zweiten, huh?' 'Dass die überhaupt noch teilnehmen. Saber gewinnt sowieso!' 'Sag bloß die Vastia Geschwister sind in der Stadt?!'
   
Ich ignorierte sie gekonnt. Solches Gerede waren wir mittlerweile gewohnt. Solange nicht jemand zu ausfällig wurde, störte es mich nicht einmal...
   
Ich betrachtete den mittlerweile zerknitterten Stadtplan, den Lyon uns gegeben hatte. Die Herberge 'Blueberry Hill' war gar nicht mal so weit von hier entfernt. "Komm schon!", sagte ich und griff Chelias Hand. Der Abend ist noch lang!"
   
Wir spazierten durch die Straßen von Crocus und bestaunten die Architektur, die zahlreichen Menschen und vielen Gärten mit ihren tausenden von Blumen. Die Hauptstadt war meiner Meinung nach die schönste auf dem ganzen Kontinent. Nicht einmal Magnolia konnte da mithalten. Trotzdem würde ich unser stilles Margaret jederzeit diesem Trubel vorziehen.
   
"Wir sollten langsam gehen.", bemerkte Chelia als die Uhr oben im Mercurius halb zwölf schlug. Es war längst dunkel, aber trotzdem waren die Temperaturen nicht wirklich gesunken. Sehr zu meinem Missfallen.
   
Sie spielte mit einer Strähne meines weißen Haares und hatte diese zu einem langen Zopf geflochten, in welchen sie vereinzelt kleine violette Blüten gesteckt hatte. Ich strich die Strähne hinters Ohr und stand auf.
   
"Stimmt. Ist schon spät."
   
Auf dem Weg zurück zur Unterkunft sprachen wir kein Wort. Doch plötzlich entdeckte ich von weitem eine Ansammlung von Menschen, die etwas zu beobachten schienen. Neugierig beschleunigte ich meinen Schritt, da hörte ich auf einmal eine mir nur zu gut bekannte Stimme, die meine Laune instant in den Keller stürzen ließ. Allerdings nahm ich neben dieser auch noch eine andere wahr, und das bereitete mir dann doch ein wenig Sorgen. Natsu und Sting auf einem Haufen? Katastrophe vorprogrammiert. Würde ich mir dieses Theater antun? Wahrscheinlich. Sollte ich es lieber lassen? Definitiv. Aber scheiß auf gesunden Menschenverstand.
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