Personal Assistant

von Skaska
GeschichteRomanze, Familie / P16
Asahina Natsume Asahina Ukyo OC (Own Character)
18.03.2018
16.04.2020
14
42.673
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18.03.2018 2.980
 
Kapitel 1

Ich hatte an diesem Tag gezögert. Erstaunlicherweise sei dazu gesagt. Seit zwei Jahren habe ich nichts lieber getan, als durch diese Tür zu gehen. Doch heute hatte ich einen Moment davor gestanden, aus dem Fenster gesehen und wahrgenommen wie die Mitarbeiter der Abteilung wild durcheinander auf ihren Tastaturen tippten. Mir war aufgefallen, dass etwas nicht so gewesen ist, wie es immer war. Zumindest hatte ich dieses instinktive Gefühle und versuchte herauszufinden, was genau mich störte. Doch nach einigen Augenblicken fasste ich den Entschluss, dass ich mir etwas zusammen spann und so drückte ich schließlich endlich die Klinke zu Asahina-sans Büro herunter.

Mit einer Tasse Tee in der Hand stand ich da und öffnete bereits die Lippen, um ihn anzusprechen, als mir plötzlich klar wurde, was es vorhin gewesen ist, das mich hat zögern lassen. Er war nervös. Unruhig drehte er einen Stift zwischen seinen Fingern und tippte ihn ab und zu gegen die Oberfläche des Schreibtisches. Asahina-san hat nicht einmal bemerkt, dass ich herein gekommen bin. Seine Hand strich ihm durchs Gesicht und blieb auf seinen Lippen liegen. Die Kupfer-blonden Haare waren zerzaust und standen in alle Richtungen ab. Er sah wirklich müde aus und wirkte beinahe wahnhaft. Ohne ein Wort zu sagen stellte ich den Tee vor ihm ab. Seine Reaktion besorgte mich zunehmend. Erschrocken zuckte er zusammen und riss den Kopf beinahe ertappt in meine Richtung. „Verzeihung“, murmelte ich leise und blickte ihm geradewegs in die weit aufgerissenen violetten Augen. Sie wirkten matt und glanzlos. Er seufzte und langsam senkten sich seine Schultern wieder. Ohne zu antworten schaute er auf die Tasse mit dem brühenden Getränk, ehe seine Augen die meinen erneut erreichten, da ich mich nicht vom Fleck bewegte.  Anscheinend konnte ich meine Sorge um ihn wirklich nicht verstecken. Mit einem leisen Seufzen nahm er die Tasse an sich. „Vielen Dank.“ Stille legte sich über uns. Noch immer dachte ich nicht daran zu gehen. Irgendetwas stimmte doch nicht mit ihm.  „Bitte gucken Sie mich nicht so an.“ Er klang beschämt und unzufrieden. Jedoch eher mit sich selbst, als mit mir.

Es juckte mich in den Fingern ihn zu berühren, ihm durch die Haare zu streichen und seine Schläfen zu massieren. Doch das stand mir bei unserer Beziehung bei Weitem nicht zu. „Bitte überarbeiten Sie sich nicht, Asahina-san. Verzeihen Sie mir den Ausdruck aber Sie sehen furchtbar aus. Die Designer sind bereits am Überlegen den Endboss für das neue Level nach Ihrem Antlitz zu entwickeln. Ist vielleicht Etwas passiert? Bedrückt Sie etwas?“ Der Mann vor mir zeigte mir ein sekundenlanges Schmunzeln und atmete tief durch. „Vielleicht sollte ich mir tatsächlich mal einen Tag frei nehmen.“ Ich hatte das Gefühl als würde er nicht zu mir, sondern mehr zu sich selbst sprechen. Dennoch nickte ich zustimmend. Schwermütig erhob er sich von seinem Stuhl, der ihm knarrend hinterher weinte. Der rot-haarige nahm sich sein Jackett von der Rückenlehne. Als er sich zu mir umdrehte, merkte ich deutlich dass ihm meine Anwesenheit unangenehm gewesen ist. In meinem Blick stand Besorgnis und auch Strenge. Er sollte sich wirklich ausruhen, egal ob ihm die Standpauke nun gefiel oder nicht. Es schmerzte mich ihn so zu sehen. Er wirkte beinahe als wäre er seit gestern einige Jahre gealtert. „Ich werde gleich mein Handy ausschalten, nach Hause fahren und nichts anderes tun als mich schlafen zu legen. Wie klingt das?“ Er rang sich ein Lächeln ab. Erleichtert nickte ich. „Das klingt gut und wird Ihnen hoffentlich helfen!“ - „Aber es gibt eine Bedingung!“, fiel er mir schnell ins Wort und ich sah ihn verwirrt an. Eine Bedingung? Was für eine Bedingung denn?

„Verabschieden Sie mich bitte mit einem Lächeln und nicht mit diesem sorgenvollen Blick. Sie sehen aus wie eine Mutter, die ihr erkältetes Kind vor sich hat.“ Sofort – auch wenn ich es nicht wollte! - musste ich anfangen zu lächeln. „Und Sie sehen aus wie ein Mann, der seit Tagen in der Miene gearbeitet hat, ohne zu schlafen.“ Ein kurzes, müdes Lachen verließ seine Lippen. „Sind sie sich sicher, dass Sie nicht übertreiben, Ueda-san? Lassen wir die Metaphern lieber, sonst bringen Sie die Designer tatsächlich noch auf Ideen.“ Eine Gänsehaut tänzelte meine Arme entlang. Niemand konnte meinen Namen so wunderschön aussprechen wie er. Mein Blick glitt an ihm herunter und blieb an seiner dunklen Krawatte hängen. Kurz zögerte ich, doch dann legte ich meine Hände vorsichtig um den dünnen Stoff, knotete ihn auf und band ihn ihm gekonnt erneut. Er beobachtete mich ruhig dabei. Ich konnte seinen Blick auf meiner Haut spüren. Ich verglich seine Augen immer mit den ersten Sonnenstrahlen des Sommers, die auf einen herab fielen. Passend dazu stieg mir die Wärme ins Gesicht, wofür ich mich innerlich verfluchte. Ich betete dafür, dass er es nicht bemerken würde. Als meine Arbeit getan war ließ ich schnell von ihm ab und ging einen Schritt zurück. „Ihre Krawatte war sehr grob gebunden“, erklärte ich mich mit unsicherer Stimme. Lächelnd sah er zu mir herunter und zog den neuen Knoten so, wie es für ihn am Angenehmsten gewesen ist. „Was würde ich nur ohne Sie tun?“ Mit einem Seufzen schritt er an mir vorbei. „Bitte kümmern Sie sich um den neuen Auftrag. Ich verlasse mich darauf, dass in meiner Abwesenheit alles gut läuft.“ Sein Vertrauen ehrte mich. Etwas zu verträumt um professionell zu sein sah ich ihm nach. Er öffnete die Tür und blieb noch im Rahmen stehen. „Da fällt mir ein… Könnte ich Sie noch um einen privaten Gefallen bitten?“ Die Verwirrung stand mir ins Gesicht geschrieben. „J-Ja, selbstverständlich!“, hörte ich mich selbst schneller antworten, als ich darüber nachdenken konnte.

Doch absolut verunsichert stand ich nun vor dem riesigen Gebäude-Komplex der Asahina Familie. Ich hatte schon gehört, dass sie sehr wohlhabend gewesen sind, doch diese Residenz schüchterte mich dann doch ein wenig ein. Ich blickte auf den kleinen Umschlag in meiner Hand. Laut Asahina-san befand sich darin die Demo unseres neuesten Spieles. Seine kleine Schwester möchte es wohl gerne ausprobieren. Ein Lächeln schlich sich auf meine Lippen. Asahina-sans Familie… Wie sie wohl war? Ich würde zum ersten Mal einen der Angehörigen kennen lernen. Irgendwie war ich wirklich aufgeregt! Ob seine Schwester ihm wohl ähnlich sah? Und wie alt war sie überhaupt? Er sagte nur, dass sie jünger war als er. Aber das Spiel war auch recht anspruchsvoll, er hätte es sicher keiner zehn-jährigen gegeben. „Nicht, dass es mich stören würde, doch wie lange hat die schöne Frau eigentlich noch vor hier wie angewurzelt rumzustehen?“ Erschrocken zuckte ich zusammen und wirbelte herum. Vor mir stand ein Mönch! Wie konnte ich ihn denn nicht bemerkt haben? Wie lange war er schon hier gewesen? Seine Karamell-farbenen Augen funkelten mich amüsiert an und auf seinen Lippen lag ein breites neugieriges Grinsen. Schnell verbeugte ich mich entschuldigend vor ihm. „Bitte verzeihen Sie vielmals die Störung. Mein Name ist Ueda Ayane. Ich bin die Assistentin von Asahina-san.“ Ich richtete mich langsam wieder auf und das Grinsen des Blonden wurde immer breiter, bis er schließlich anfing lauthals zu lachen.  Verwirrt und unsicher sah ich ihn an. Hatte ich… vielleicht etwas Falsches gesagt? Oder sah ich komisch aus? Ich wollte gerade nachhaken, als er sich auch schon wieder beruhigte und mir eine Hand auf die Schulter legte.

Nur schwer unterdrückte ich mir ein Quietschen wegen dem plötzlichen Körperkontakt. „Oh, meine Teuerste. Ich fürchte allein Asahina als Information nicht ganz aus. Es gibt einige von uns.“ Seine Miene veränderte sich und ich habe noch nie einen so charmanten und gleichzeitig unangenehm verruchten Mönch gesehen. Das war sicher! Eine seiner großen Hände umspielte frech meinen Nacken und schließlich auch meine Wange. Erst durch diese kühle Berührung bemerkte ich, dass ich regelrecht verglühen musste. „Wobei ich auch nichts dagegen einzuwenden hätte, wenn du meine Assistentin werden würdest. Ganz im Gegenteil sogar! Doch wie könnte ich mich bei diesem Gesicht nur auf die Arbeit konzentrieren?“ Mein Herzschlag hallte unerträglich laut in meinen Ohren wider und ich musste Augen so groß wie Teller haben. Zittrig legte ich meine Hände auf seine Brust und drückte mich so gut es ging von ihm weg. „Ver... Verzeihung, vielleicht… bin… bin ich auch einfach nur falsch. Ich komme später wieder.“ Ängstlich, vielleicht sogar verängstigt, wirbelte ich herum und setzte an um davon zu rennen, doch wurde mein Vorhaben sehr zeitnah vereitelt. Mit Schwung stieß ich mit jemandem zusammen. Gemeinsam verloren wir das Gleichgewicht und mir entwich ein erschrockenes Kreischen. Vor Schreck hatte ich meine Augen fest zusammen gekniffen. Eine Hand legte sich sanft auf meinen Kopf. „Ist bei Ihnen alles in Ordnung?“ Ich sah auf und blickte geradewegs in ein warmes, verständnisvolles Lächeln. „J-Ja… natürlich.“ Der Mann setzte sich auf und ließ mich vorsichtig auf den Boden neben sich rutschen. Mir war nicht einmal aufgefallen, dass er beschützend den Arm um mich geschwungen und mich abgefangen hatte. „Das ist gut.“ Seine Stimme war so beruhigend. Es fühlte sich ein wenig an, als würde er zu einem Kind reden… Was eigentlich nicht sehr schmeichelhaft für mich sein sollte. „Eine ziemlich ungeschickte Assistentin, wie mir scheint“, riss mich die amüsierte Stimme des Mönches aus meinen Gedanken.

Entsetzt über mein eigenes Verhalten sprang ich auf und verbeugte mich tief vor dem Brünetten, der noch immer auf dem Boden saß. „Ich bitte vielmals um Verzeihung. Haben… haben Sie sich wehgetan?“ Der Mann lachte und winkte schnell ab. Welch Erleichterung! Also wirklich, was war nur los mit mir? Ich schluckte den Ärger über mich herunter und hielt dem Mann meine Hand hin, um ihm aufzuhelfen. Eine Zeit lang blieb sein Blick auf dieser haften, bis er sanft mein Handgelenk umschloss. „Sie haben sich also doch wehgetan.“ Er deutete auf meine leicht aufgeschürfte Handfläche, die ich noch nicht einmal wahrgenommen hatte. Er stand auf ohne meine Hand loszulassen, doch er übte auch keinen Druck darauf aus um sich rauf zu ziehen. „Bitte lassen sie mich das auswaschen und desinfizieren. Nicht, dass sich die Wunde noch entzündet.“

Natürlich wurden meine Proteste nicht bewilligt und so bin ich im großen Wohnzimmer der Asahina Familie gelandet. Asahina Masaomi-san kümmerte sich um meine Hand, während Asahina Ukyo-san mir einen Tee brachte und mich aufmunternd anlächelte. „Nun beruhigen Sie sich doch. Sie sind so angespannt. Bitte verzeihen Sie den ganzen Tumult. Bei einer so großen Familie ist es immer ein wenig chaotisch“, erklärte mir der Brillenträger mit entschuldigendem Unterton. Schnell winkte ich ab. „Oh nein, nein. Es tut mir aufrichtig leid, dass ich so viel Ärger mitgebracht habe. Hier sind alle so nett. Ich bedanke mich vielmals.“ Dies ging auch an den brünetten Arzt, der mir gerade ein großes Pflaster auf meine Wunde klebte. „So, schon fertig!“, meinte er schließlich freudig. „Vielen Dank, Asahina Masaomi-san.“ - „Wessen Assistentin ist unser geheimnisvoller Gast denn nun?“, meldete sich eine mir bereits vertraute Stimme. Der Mönch – Asahina Kaname-san, wie mir erklärt wurde – lehnte oben an einem Geländer und grinste freudig vor sich hin. Ich nickte schnell. Das hatte ich in dem ganzen Durcheinander komplett vergessen. Ich sah zu dem Briefumschlag auf meinem Schoß und nahm ihn als eine Art Beweis für meine Person in die Hand. „Ich bin die Assistentin von Asahina… Natsume-san. Ich soll diese Demo hier für seine kleine Schwester vorbei bringen.“ Das war das erste Mal, dass ich seinen Vornamen laut ausgesprochen habe. Ich hoffte es war in Ordnung. „Natsu-nii? Ist er da?“ Ein kleiner Junge mit rosafarbenen Haaren kam herein gerannt und lief hektisch auf und ab. Er sprang in hohem Bogen zu mir aufs Sofa und schaute mich mit strahlenden Augen an. „Wann kommt er uns denn mal wieder besuchen? Weißt du das?“ Seine großen, kindlichen Augen schienen direkt durch mich durch zu blicken. „Nun… das… das weiß ich leider nicht! Er hat sich heute frei genommen für den Rest des Tages… bzw. habe ich ihn wohl ein wenig dazu gedrängt. Ihm ging es nicht gut aber...“ - „Was? Natsu-nii geht es nicht gut?“ Das pure Entsetzen in seiner Stimme ließ mich zusammen fahren. „Ist er im Krankenhaus, ist er umgefallen, so wie Azu-nii?“

Ein wenig verloren sah ich zu den anderen Brüdern und dann wieder zu dem Kleinen. Vorsichtig streckte ich meine Hand aus und strich ihm durch sein Haar. „Nein, keine Sorge, Asahina Natsume-san geht es bald wieder besser. Er war nur ein bisschen müde und ich habe ihn ins Bett geschickt.“ Langsam schien er sich wieder zu beruhigen und zeigte mir ein Lächeln mit all seinen Zähnen. „Passt du auf ihn auf?“ Der Kleine war so niedlich, am liebsten hätte ich ihn mitgenommen. Ich nickte zustimmend. „Ich pass auf, ich lasse ihn nicht umkippen, fest versprochen!“ „Hurra! Nee-chan passt auf ihn auf!“ So schnell wie er gekommen war, ebenso schnell sprang er wieder vom Sofa herunter und rannte umher. Ich konnte mir ein Lachen einfach nicht verkneifen. Was für ein lebendiger Haushalt! Ich war sehr überrascht über Asahina-sans vielen Geschwister! Schnell, Bevor er kalt wurde, nahm ich mir meinen Tee und trank vorsichtig den ersten Schluck. Der war aber lecker! Den könnte ich Asahina-san bei der Arbeit machen! „Bitte entschuldigen Sie, Asahina Ukyo-san. Dieser Tee schmeckt wirklich köstlich. Dürfte ich fragen, wie Sie ihn zubereitet haben? Den würde ich Asahina-san gerne auch im Büro machen!“ Der Brillenträger lachte auf. „Sie kümmern sich anscheinend wirklich sehr gut um unseren Bruder. Da sind wir mehr als beruhigt. Er neigt dazu gelegentlich ein wenig einsam zu werden. Vor allem jetzt, da Subaru ausgezogen ist.“ Meine Ohren zuckten und ich wurde aufmerksam. „Ausgezogen? Denken Sie, dass er vielleicht deswegen so niedergeschlagen ist?“ Ich merkte, wie ich mit meinem plötzlich bestimmenden Ton für ein wenig Verwirrung sorgte. Bis zu diesem Moment hatte ich es ja kaum geschafft den Mund gescheit zu öffnen. Der Blonde zuckte entschuldigend die Schultern. „Niedergeschlagen, sagen Sie?“ Für einen kurzen Moment wechselte er einen vielsagenden Blick mit Asahina Masaomi-san, der noch immer ruhig neben mir saß und dem Gespräch folgte.

„Er hat sich schon eine ganze Zeit lang nicht mehr gemeldet“, setzte Asahina Ukyo-san dann schließlich vorsichtig wieder an, „wir waren auch schon kurz davor ihn bei sich zuhause zu besuchen, wären Sie nicht vorbei gekommen und hätten uns über die Situation unterrichtet!“ Fasziniert bewunderte ich die Wortwahl und das Auftreten des Blonden1. Er wirkte sehr professionell, aber auf keinen Fall unterkühlt dabei. Ich würde ihn als Gentleman, wie auch Geschäftsmann bezeichnen. Als er ein wenig verwundert eine Augenbraue hob, weil ich ihn  wohl ein bisschen länger als angemessen gemustert hatte, trank ich verlegen noch einen Schluck meines Tees. „Wir sind zuhause!“, ertönte eine fröhliche Stimme und im Wohnzimmer erschienen zwei junge Männer. Der eine mit sehr hellen Haaren, der andere trug sie dunkel. Doch hatten sie beide eine sehr ähnliche Frisur, die beiden jeweils ein Auge verdeckte. „Huch? Wen haben wir denn da?“, strahlte der Mann mit den weißen Haaren, als er mich erblickte. Neugierig trat er näher heran und ließ seine große Tasche, die er dabei hatte auf dem Weg achtlos auf dem Sofa fallen. Ich stand auf und verbeugte mich vor den beiden. „Einen guten Tag. Mein Name ist Ueda Ayane. Ich bin die Assistentin von Asahina… Natsume-san.“ Es fiel mir wirklich nicht leicht seinen vollen Namen auszusprechen. Ich hatte das Gefühl ihm damit vertrauter zu sein, als es mir zustand. Jedoch konnte ich auch nicht anders, als darauf zu hoffen ihn irgendwann vielleicht mal nur mit dem Vornamen anzusprechen. Wie verträumt und versunken ich in diesem Gedankengang gewesen bin merkte ich erst, als sich zwei Arme fest um mich legten und ich gegen den weiß-haarigen Mann gedrückt wurde. „Was… Was tun Sie denn da?“, stammelte ich vollkommen erschrocken und aus der Fassung gebracht und versuchte mich von ihm wegzudrücken, was mir enttäuschend schlecht gelang. „Nun, mein Name ist Tsubaki und das dahinten ist Azusa. Natsume ist unser Drilling! Weißt du, was das bedeutet?“ Wie, was, Drillinge? Das… Wie viele Geschwister hatte Asahina-san denn nur? Asahina Tsubaki-san drückte mich noch enger an sich und strich mir verspielt über die Wange. „Das bedeutet, wir teilen uns eine Seele. Ich spüre alles was auch Natsu-nii spürt. Und gerade hat er wirklich das Bedürfnis etwas Unaussprechliches zu tun.“ Seine Stimme flüsterte mir ins Ohr und sein Gesicht kam dem meinen immer näher. Inzwischen verließ mich sämtliche Kraft im Körper und ich stand einfach nur da wie ein erschossenes Reh.

„Tsubaki!“ Mit einem Ruck wurde er von mir weggezogen. Sein Bruder, Asahina Azusa-san hielt ihn hinten am Kragen wie einen Hund an der Leine. „Nun komm schon, lass mich doch meinen Spaß haben!“, jammerte mein Angreifer nahezu empört. Das war es für mich. Ich war fertig, fix und fertig. Das reichte mir für heute. Meine Beine sackten zusammen und ich plumpste auf den Boden. „Ueda-san!“ Asahina Ukyo-san eilte sofort zu mir hin. „Bitte entschuldigen Sie meine Brüder, vor allem Tsubaki nimmt sich manchmal zu viele Rechte heraus.“ Fast schon panisch winkte ich ab und rutschte ein Stück bei Seite. „Nein, nein, nein es ist alles in Ordnung. Wirklich! Ich finde es nur wirklich sehr bequem hier auf dem Boden! Haben Sie eine Fußbodenheizung? Die ist wirklich richtig klasse! Also die Demo liegt da auf dem Sofa, ich wäre Ihnen allen sehr verbunden, wenn das an Ihre Schwester gehen könnte. Ich bedanke mich vielmals für den köstlichen Tee und für die Fürsorge mit meiner Wunde und entschuldige mich für die ganzen Umstände und den Ärger, den ich bereitet habe. Ich werde Asahina-san darüber in Kenntnis setzen, dass er mal wieder nach Hause kommen soll. Also dann, ich wünsche noch einen angenehmen Abend.“

Ich hatte das Gefühl während meines nervösen Vortrags nicht einmal Luft geholt zu haben. Ohne noch weiter auf jemanden zu achten sprang ich auf und eilte so schnell es ging aus der Tür heraus. Was für eine… chaotische Familie. Wäre ich doch nur vorgewarnt worden!
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