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Verflucht

GeschichteMystery, Fantasy / P16 / Gen
Elijah Mikaelson Niklaus "Klaus" Mikaelson OC (Own Character)
16.03.2018
26.03.2018
7
12.239
 
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16.03.2018 1.718
 
-Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen und freue mich eure Meinung zu hören! :)-

Emma's POV

Überall rotgelbe Blätter, die Vögel singen fröhlich ihre Lieder und ich sitze an diesem schönen Herbsttag auf der Terrasse und versuche zu lernen. Ich verliere mich vollkommen in meiner Umgebung, seit knapp zwei Monaten lebe ich nun mit meiner besten Freundin in New Orleans und bin noch immer wie verzaubert. Nur das Lernen funktioniert leider nicht... Ich studiere Jura, Anwältin zu werden, war schon immer mein größter Wunsch.
Allerdings habe ich vor Kurzem etwas erfahren, dass mich vollkommen aus der Bahn geworfen hat.

Alex, meine beste Freundin, ist eine Hexe. Abgefahren, oder? Ich kenne sie mein ganzes Leben lang, wir sind schon zusammen in den Kindergarten gegangen und waren bereits damals unzertrennlich. Und trotzdem habe ich nie etwas geahnt. Ihre Vorfahren stammen einem Hexenzirkel in New Orleans ab, deshalb sind wir hierher gezogen.
Ich war zuerst schockiert und wenn ich ehrlich bin, hatte ich auch ein wenig Angst.
Es gibt Hexen wirklich? Ich konnte es nicht glauben...
Doch das ist ja noch längst nicht alles, es gibt auch Vampire und Werwölfe...
Ich habe einige Wochen gebraucht, um das alles zu verkraften, aber mittlerweile sehe ich es relativ locker. Alex ist schließlich meine beste Freundin und das wird sie immer bleiben. Hexe oder nicht. Ich vertraue ihr.

Seitdem ich über die übernatürliche Welt Bescheid weiß, bemerke ich, wie ich mein eigenes Leben immer wieder in Frage stelle. Ist das Jura Studium wirklich der richtige Weg für mich? Sollte ich nicht etwas tun, dass mein sowieso schon kurzes menschliches Leben mehr erfüllt?
Seitdem wir hergezogen sind, sind diese Gedanken nur noch stärker geworden.
New Orleans ist so voller Leben, die Menschen wirken viel glücklicher. Jazz-Musiker in der ganzen Stadt rauben mir noch immer den Atem, ich könnte stundenlang den Künstlern auf dem Jackson Square beim Malen zusehen.

„Emma, bist du Zuhause?“, höre ich die Stimme meiner Freundin. „Ja, ich bin auf der Terrasse.“, antworte ich. Kurz darauf steht sie auch schon neben mir.
„Ich bin für heute fertig, wollen wir nicht ein wenig ausgehen?“, fragt sie und lächelt mich frech an. Alex ist sehr beschäftigt, ständig mit ihren Hexenfreundinnen unterwegs. Was sie genau machen, weiß ich nicht, vermutlich Zaubersprüche üben? Sagt man das denn überhaupt so? Es ist immer noch komisch für mich darüber zu sprechen deshalb spreche ich das Thema so gut wie nie an. Hätte ich ihre Magie nicht mit eigenen Augen gesehen, würde ich es vermutlich bis heute nicht glauben.
Vor einigen Wochen hat mir meine Freundin erzählt, dass viele fremde Vampire aus aller Welt in die Stadt kommen und die Hexen sich deshalb vorbereiten müssen.
Es leben auch viele hier, aber da gibt es wohl ein sogenanntes Abkommen, dass die Hexen und auch die Menschen davor schützt, ausgesaugt zu werden.
Es wird sich nur von Touristen ernährt und es wird niemand getötet.
Das betrifft natürlich nicht die fremden Vampire, deshalb hat sie mich auch gebeten, abends nicht mehr alleine auf die Straßen zu gehen.
Ich erfülle ihr diesen Wunsch zwar, trotzdem ist es langweilig und deshalb antworte ich enthusiastisch, „Unbedingt, wohin gehen wir?“.
Alex fängt sofort an zu lachen, sie kennt mich einfach zu gut, „Ich dachte wir machen die Bourbon Street unsicher? Na los, mach dich fertig, dann können wir direkt los.“.
Das lass ich mir nicht zweimal sagen, springe sofort auf und während ich ins Badezimmer renne, höre ich ihr Lachen abklingen.

Nach einer ausgiebigen Dusche, stehe ich nun, nur mit einem Handtuch bedeckt, vor dem großen Spiegel in meinem Schlafzimmer. Mir wurde zwar schon oft gesagt, dass ich einen tollen Körper habe, trotzdem sehe ich es nicht. Meine Hüften sind zu breit und ich habe Speck an den falschen Stellen. Ich trockne mir die Haare und entscheide mich dazu, meine dunklen Locken offen zu lassen. Meine Haare machen sowieso immer was sie wollen und liegen nie so, wie ich es gerne hätte.
Ich lege mir dezent Make-Up auf, ziehe mir einen Lidstrich und tusche leicht meine Wimpern. Das bringt meine Augen am besten zur Geltung.
Jetzt kommt das schwierigste, was ziehe ich an?
Nach einer gefühlten Stunde entscheide ich mich für schwarze Lederleggins, ein goldglitzerndes Top, welches meinen Bauch nicht ganz verdeckt und schwarze Schuhe, mit einem Keilabsatz und über kreuz geschnürte Riemchen.
Ich schaue noch einmal schnell in den Spiegel und renne sofort zu meiner Freundin, die bereits auf mich wartet.
Beeindruckt von ihrer Erscheinung, sprudelt es direkt aus mir raus, „Du siehst super aus!“.
Und das meine ich wirklich Ernst, Alex ist eine schöne Frau. Sie trägt ein gelbes Kleid, welches ihrer karamellfarbenden Haut perfekt schmeichelt. Ihre Haare trägt sie lässig zu einem Pferdeschwanz gebunden. Geschminkt ist sie überhaupt nicht, nur ganz leicht sind ihre Wimpern getuscht.
„Hast du dich mal selbst angeschaut? Emma du siehst bombe aus!“, antwortet sie selbstsicher.
Ich lächle sie schüchtern an und dann machen wir uns auch schon auf den Weg.
Es ist mittlerweile dunkel draussen und auch ein bisschen frisch. Zum Glück habe ich meine Lederjacke noch mitgenommen.
Auf der Bourbon Street angekommen, eilen wir von Bar zu Bar. Trinken überall ein paar Shots und es dauert nicht lange, bis ich auch schon den Alkohol spüre.
Letztendlich verweilen wir in einer der ältesten Bars von New Orleans. Bisher sind wir immer hier gelandet, wenn wir unterwegs waren.
Das macht mir aber überhaupt nichts aus, ich liebe diese Bar. Die Einrichtung ist rustikal gehalten, an den Wänden hängen Bilder mit Autogrammen von verschiedenen Musikern.
Jeden Tag spielt hier eine Band live und das bis mitten in die Nacht hinein.
Meine Hüften beginnen sich langsam im Takt zu bewegen und ich verliere mich mal wieder komplett in dieser wunderschönen Musik.
„Ich hol uns einen Drink!“, sagt Alex, während sie sich nah an mein Ohr drückt und reisst mich dabei komplett aus meinen Gedanken. „Okay, ich warte hier auf dich!“, antworte ich ihr schnell und konzentriere mich sofort wieder auf die Musik.
Ich spüre den Takt mit jeder Faser meines Körpers.
Nach einigen Minuten spüre ich Hände auf meinem Körper und drehe mich instinktiv um. Mit einem schmierigem Lächeln schaut mich dieser Mann an und berührt mich sofort wieder. „Was soll das, nimm deine Hände weg!“, sage ich mit ernster Stimme, während ich versuche mich von ihm zu lösen. Er lässt sich davon nicht beirren und kommt sogar noch näher. Sein Gesicht ist jetzt ganz nah an meinem und obwohl ich selbst getrunken habe, rieche ich seinen widerlichen Alkoholatem. „Ach komm schon Süße, du willst es doch auch.“ Noch immer versuche ich mich zu befreien, doch sein Griff wird immer fester.
Da schließe ich verängstigt die Augen.
„Lass sie sofort los! Das ist doch keine Art mit einer Lady umzugehen.“, höre ich eine mir unbekannte Stimme. Der Griff des ekelerregenden Mannes wird lockerer und ich kann mich schließlich befreien, indem ich einen Schritt nach hinten gehe.
Nachdem ich mich kurz gesammelt habe, schaue ich auf. Ein großer Mann steht nun schützend mit verschränkten Armen vor mir. Der andere ist bereits verschwunden.
Langsam dreht er sich zu mir um, „Ist alles in Ordnung?“, fragt er mit einem besorgten Unterton in der Stimme.
Ich komme nicht daran vorbei festzustellen, wie gutaussehend mein Retter ist. Er trägt einen hochwertigen Anzug und sieht damit sehr edel aus. Allerdings fehlt die Krawatte, was mich wiederum nicht sehr stört, denn bei seinem weißen Hemd ist der oberste Knopf offen und ich kann die Konturen seiner Muskeln klar erkennen. Er hat dunkelbraune Haare und braune Augen, ein äußerst attraktiver Mann.
Er schaut mich fragend an, da merke ich, dass ich ihm bisher nicht geantwortet habe.
„Es ist alles in Ordnung, vielen Dank für Ihre Hilfe.“, antworte ich peinlich berührt, während ich langsam mit meiner Hand über meinen Arm fahre. Das mache ich immer, wenn ich nervös bin.
Er lächelt mich freundlich an und streckt mir seine Hand entgegen, „Mein Name ist Elijah, ich denke die Förmlichkeiten können wir sein lassen. Freut mich dich kennenzulernen.“.
„Mein Name ist Emma, freut mich auch.“, lächle ich schüchtern zurück und nehme seine Hand.
Wir unterhalten uns eine Weile über Gott und die Welt, ich habe die Begegnung mit diesem ekelhaften Mann bereits vollkommen vergessen.
Elijah ist unglaublich höflich, da fühle ich mich sofort wohl bei ihm.
Nach einigen Minuten kommt Alex mit unseren Drinks zurück und stellt sich neben uns.
Sie lächelt wie immer, doch als sie Elijah sieht, verdunkelt sich ihre Miene schlagartig.
„Bleiben Sie von meiner Freundin fern, Elijah.“, sagt sie mit ernster Stimme und unterbricht somit unser Gespräch.
Seine Augen sind noch immer auf mich fixiert, während er antwortet, „Ich denke, ihre Freundin kann selbst entscheiden, mit wem sie sich unterhält.“.
Ich verstehe garnichts mehr, was ist hier nur los? Verdutzt schaue ich zwischen den beiden hin und her.
Elijah nimmt sachte meine Hand und haucht zärtlich einen Kuss darauf, „Ich hoffe dich wiederzusehen, Emma.“, sagt er, bevor er sich umdreht und verschwindet.
„Darauf würde ich nicht wetten“, schreit ihm meine Freundin schon fast hinterher.
Alles ging so schnell, ich bin verwirrt, was ist da gerade passiert.
Schnell drehe ich mich zu Alex um und frage, „Was zur Hölle sollte das?“.
Sie schaut mich besorgt an und zieht mich an meinem Arm aus der Bar heraus.
Ein paar Straßen weiter hält sie an und schaut mir in die Augen.
„Emma, er ist ein Vampir, du darfst ihn auf keinen Fall wiedersehen!“, sagt sie schließlich mit ruhiger Stimme. „Und wo ist das Problem? Du bist eine Hexe und trotzdem sind wir Freunde.“, antworte ich sarkastisch.
Ich weiß natürlich, worum es ihr geht. Vampire trinken Blut, menschliches Blut. Sie töten Menschen, nur weil es ihnen Spaß macht.
Aber Elijah schien mir ein netter Kerl zu schein, es gibt mit Sicherheit auch gute Vampire. Das hat mir Alex sogar selbst gesagt, also wo liegt jetzt ihr Problem?
„Du verstehst nicht Emma. Er ist nicht nur ein Vampir, er ist ein Urvampir! Du erinnerst dich, was ich dir über sie erzählt habe?“, fragt sie mich und schaut mir dabei tief in die Augen.
Ich erinnere mich.
Die Urvampire sind die ältesten Vampire aller Zeiten.
Über 1000 Jahre alt.
Sie leben schon immer in New Orleans und arbeiten auch mit den Hexen zusammen.
Aber sie sind gefährlich.
Sie tun alles für die Familie, ganz egal wer dafür sterben muss.
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