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Chasing Hope

von Dreamer5
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Harriet Newt OC (Own Character) Sonya Teresa Agnes Thomas
16.03.2018
02.01.2021
55
104.540
16
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Dieses Kapitel
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02.01.2021 1.254
 
Epilog


Newt sah zu, wie das Mädchen fiel. Wie sie einfach in der silbernen Scheibe verstand. Sein Freund hielt ihn fest, krallte seine Finger in seinen Arm. Newt hörte seinen eigenen Schrei nicht. Sie war einfach weg, er wollte hinterher, aber Thomas hielt ihn zurück. Nur wenige Augenblicke später war der Flat Trans weg. Einfach vor seinen Augen verschwunden und mit ihm Felina. Kraftlos ließ der Blonde sich zu Boden gleiten. Thomas hielt ihn immer noch fest. Newts Blick wurde durch die aufkommenden Tränen verschwommen. „Sie ist weg.“ Thomas kannte die Tonlage und er kannte seinen Freund. Thomas legte seine Arme um seinen besten Freund und umarmte ihn. Newts Schultern zuckten, er war nicht wirklich bei sich. Er hatte gerade die Liebe seines Lebens verloren. Das Mädchen, für das er sich opfern würde. „Sie wollte dich retten. Sie wollte uns alle retten, Newt.“ Thomas‘ Stimme war leise, aber selbst wenn er geschrien hätte, hätte Newt das nicht wirklich mitbekommen. Er war mit seinen Gedanken ganz woanders.

Unter den Geretteten befanden sich auch die übrigen Lichter aus Labyrinth A und Labyrinth B. Einige hatten mitbekommen was passiert war. Bleich sahen sie auf die beiden Gestalten, die auf der Lichtung knieten und sich weinend in den Armen lagen. Die Lichter standen bedrückt beieinander. Auch sie hatten eine Freundin verloren. Aber ein blondes Mädchen konnten ihren Blick nicht von Newt wenden. Sonya, die wusste, wer er war, klopfte das Herz laut in der Brust. Immer hatte sie gedacht allein zu sein. Im Labyrinth mit vielen Mädchen gefangen, die sie irgendwann als Familie akzeptiert und lieben gelernt hatte. Aber jetzt wusste sie, dass sie tatsächlich einen richtigen Bruder hatte. Aber sie wusste, dass der Zeitpunkt, um sich richtig vorzustellen und über alles zu sprechen, noch kommen würde.
Sie würde ihm alle Zeit geben, die er brauchte. Denn Zeit hatten sie jetzt. Und die Lichter und die anderen Geretteten nutzen sie. Sie bauten ein neues Zuhause auf. Erkundeten den Ort und seine Umgebung. Lernten sich besser kennen und fingen an wie eine große Gemeinschaft zu arbeiten. Sie hatten alle einen Neuanfang bekommen, eine zweite Chance, die jeder glücklich annahm.


*


Newt und Sonya standen an einem See, der in dem Wald versteckt lag. Sie hatten sich ein weiteres Mal kennengelernt und diesmal über alles gesprochen, was sie wussten und woran sie sich erinnerten.
„Sie würde stolz auf dich sein.“ Sonya hatte die Hand auf Newts Schulter gelegt. Es war genau ein Jahr her, dass sie hier angekommen waren. Beide hielten eine Blume in der Hand. „Ich hätte sie so gerne noch einmal gesehen.“ Tränen wallten in Newts Augen auf und auch Sonya war den Tränen nahe. „Ich weiß, aber sie ist jetzt an einem besseren Ort. Sie hat sich für ihren eigenen Weg entschieden und selbst am Ende noch einmal gezeigt, wie stark sie war, auch wenn sie es selbst nie geglaubt hat.“ Newt lächelte für einen Moment. „Ich verspreche, sie nie zu vergessen und sie immer in meinen Erinnerungen aufzubewahren.“ Dann kniete er sich hin und legte die Blume aufs Wasser und stupste sie etwas an, damit sie in die Mitte des großen Sees schwamm. Sonya tat es ihm gleich. „Auf Felina und alles was sie für uns getan hat.“ Newt legte den Arm um seine kleine Schwester und zog sie etwas näher zu sich. Die beiden würden das Mädchen nie vergessen, sie war für immer ein Teil von ihnen und ihrer Geschichte.
                              

***


Felina saß, in eine dicke Wolldecke eingewickelt, auf der Bank auf der kleinen Veranda. Ava Paige hatte in der Küche einen Tee gekocht und ihr in die frierenden Hände gegeben. Sie vermisste ihre Freunde sehr. Sie vermisste Harriet, sie vermisste Sonya und vor allem vermisste sie Newt. Eine Träne rollte ihre Wange herunter, als sie an ihre Freunde dachte. „Wenigstens leben sie jetzt an einem friedlichen Ort.“ Felina tat es leid, so einen Abschied provoziert zu haben. Sie wollte nie, dass es so eskalierte, aber sie bereute nichts. Sie spürte, wie sie sich veränderte. Sie merkte, dass ihre klaren Momente weniger wurden. Sie spürte die ständig aufquellende Wut, obwohl doch nichts passierte. Ava Paige hatte ihr versprochen, dass sie irgendwann ganz friedlich einschlafen würde, wenn sie bereit dazu wäre.
Trotz der anfänglichen Schwierigkeiten hatte Felina in Ava Paige eine Person gefunden, der sie vertrauen konnte. Einmal war sie kurz davor gewesen, die ältere Frau Tante zu nennen. Sie hatte das Wort schon fast ausgesprochen, als ihr das selbst auffiel. Ava Paige hatte ein Lächeln auf dem Gesicht gehabt. Sie hatte das Mädchen sehr ins Herz geschlossen. Felina war damals nur ein Teil einer Versuchsreihe gewesen, aber jetzt war das junge Mädchen eine Vertraute. Ava Paiges neue Aufgabe und sie hatte sich geschworen, ihr das Ende so schön wie möglich zu machen. Schuldgefühle hatten die Frau jahrelang gequält. Aber sie tat das alles nicht nur für ihre Schuldgefühle, sondern weil sie dieses Mädchen wirklich ins Herz geschlossen hatte.


Es waren einige Tage und Wochen vergangen. Felina war immer aufbrausender und aggressiver geworden. Ava Paige wusste, dass sie sie nicht mehr lange bei sich haben würde.

Sie hielt das Mädchen im Arm auf dem großen Bett. Felina hatte gerade einen schweren Tobsuchtsanfall hinter sich und war kurz davor gewesen Ava Paige zu packen. „Es ist an der Zeit.“ Felinas Stimme war schwach, als sie die ältere Frau ansah, die mit Tränen in den Augen über Felinas dunkelblonde Haare strich. „Wenn du soweit bist, dann ist das in Ordnung.“ Felina nickte und lächelte die ehemalige Kanzlerin an. Ava Paige seufzte leise und drehte sich zur Seite, um eine der Spritzen aus dem geheimen Unterboden der Schublade zu holen.
„Möchtest du das wirklich?“ Felina nickte. „Ich hatte eine schöne Zeit und die geht jetzt zu Ende.“ Ava Paige nickte und schluckte den dicken Kloß im Hals herunter. Sie zog den Deckel der Spritze ab und zog Felina in ihren Arm. „Ich bin sehr stolz auf dich. Du bist ein tapferes und starkes Mädchen.“ Dann injizierte Ava Paige die Flüssigkeit in den Arm von Felina und legte die Spritze zur Seite, um Felina enger an sich zu ziehen.
„Danke, Tante.“ Dann schloss Felina die Augen. Ava Paige liefen die Tränen über ihr Gesicht. Noch nie hatte sie so sehr geweint. Sie strich über Felinas Wangen und flüsterte ihr ein Gedicht zu, dass sie in der Zeit, die sie gemeinsam verbracht haben, geschrieben hatte.
Felina lächelte ein letztes Mal und tat ihren letzten Atemzug. Ava Paige brach weinend neben ihr zusammen.
Felina war nun an einem neuen Ort, an dem sie ewigen Frieden finden würde.  




Vielen Dank.
Die Geschichte hat nun nach über zwei Jahren ein Ende gefunden und ich bin doch ein wenig stolz darauf. Danke, dass ihr euch die Zeit genommen habt, die Geschichte zu lesen. Auch über jede Rückmeldung habe ich mich sehr gefreut. Das war wirklich eine schöne Zeit.

Wer aber noch mehr aus diesem Fandom von mir lesen will, kann ja noch bei
Seine Vergangenheit
und
Es war nur einer von vielen schlechten Tagen
vorbeischauen. Die erste ist die Vorgeschichte von Thomas. Die zweite Geschichte ist die Vorgeschichte von Minho. Ich habe mir etwas Gedanken gemacht, aus welchen Gründen und wie die beiden zu ANGST gekommen sind und dann die beiden Geschichten geschrieben. Wer also Interesse hat, kann gerne mal vorbeischauen.

Vielleicht liest man sich ja hier irgendwann mal wieder.
Ganz liebe Grüße
Jess
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