Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Chasing Hope

von Dreamer5
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Harriet Newt OC (Own Character) Sonya Teresa Agnes Thomas
16.03.2018
02.01.2021
55
104.540
16
Alle Kapitel
76 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
01.09.2020 1.934
 
Ein neues Kapitel nach gefühlte Ewigkeiten. Es tut mir leid, dass es immer so lange Pausen dazwischen gibt. Ich habe einfach nicht die Zeit gefunden.
Aber jetzt habe ich es endlich geschafft und wünsche viel Spaß beim Lesen.




Ich öffnete erschöpft die Augen. Das Licht war so grell, dass ich meine Augen sofort wieder schloss. Mein Kopf hämmerte und mir war übel. Ich wusste nicht was los war. Ich hatte das Gefühl vollkommene Leere in meinem Kopf zu haben.
„Thomas!“ Blitzschnell sprang ich von meiner Unterlage und war auf meinen Beinen. Kaum hatte ich es geschafft auf den Füßen zu stehen, verlor ich sofort wieder die Kontrolle und landete mit einem dumpfen Knall auf meinen Knien. „Feli?“ Erschrocken atmete ich scharf die Luft ein. Das konnte nicht wahr sein. Das konnte alles nicht sein. „Newt?“ Mein Herz klopfte und je mehr ich von meiner Umgebung wahrnahm, desto mehr hatte ich das Gefühl innerlich zu explodieren.

„Nein! Nein! Das hat er nicht getan! Nein!“ Ich schrie bis ich keine Luft mehr dafür hatte. Ich presste meine Hände auf meine Ohren. Das war alles nur ein Traum. Ich war nicht hier. Ich konnte nicht hier sein. Ich spürte die Hand an meiner Schulter, schüttelte sie aber sofort wieder ab. Mir sollte keiner zu nahe kommen. Das war alles ein Albtraum, das alles konnte nicht real sein. Ich konnte nicht wieder hier sein. Ich war so weit gekommen. Tränen  liefen meine Wangen hinunter und tropften auf meinen Pulli. Nein, ich wollte es nicht wahrhaben, das konnte nur eine Illusion sein. Ein Traum von mir. Das war der Virus. Vielleich starb ich gerade und das war mein Abschied von dieser furchtbaren Welt. Ein Kloß formte sich in meinem Hals, als ich die Augen erneut öffnete und Newt ansah, der vor mir kniete. Er wirkte so entsetzt. Der Schmerz in seinen Augen. Immer mehr Tränen rannen mein Gesicht hinunter.
„Feli, beruhig dich. Alles wird gut.“ Newt wollte nach meiner Hand greifen, ich stolperte von ihm zurück und landete auf meinem Hintern. „Nein, bleib weg. Ihr bleibt alle weg. Ich wollte nicht mehr hier sein.“ Newts Blick wurde traurig, ohne noch etwas zu sagen stand er auf und stellte sich neben Ava Paige, die ebenfalls im Raum stand und mich beobachtete. Mein Herz klopfte laut in meiner Brust, ich hatte doch nur einen Wunsch. Nicht einmal der war mir noch erlaubt. Wut breitete sich wieder in mir aus. ANGST hatte es wieder getan. Sie hatten mir meine letzte Chance genommen.
Das Öffnen der Tür hinter mir ließ mich aus meinen Gedanken aufschrecken. Dr. Morn betrat das Zimmer und hielt in der Bewegung inne. „Felina, du bist wach.“ Er wirkte eher erstaunt als glücklich und sah dann uns drei an. Er schien zu bemerken, dass hier etwas nicht ganz stimmte. Unsicher wanderten seine Augen von mir zu Ava Paige. Diese nickte nur leicht. Dann trat sie einen Schritt auf mich zu. Da ich immer noch auf dem Boden saß, wirkte sie so viel größer. „Felina, ich weiß, dass der Virus immer mehr von dir wegnimmt, aber du bist noch da. Du hast noch nicht verloren. Kämpfe dagegen. Du bist so stark.“ Ich Worte sollten mich wohl beruhigen, mich wieder auf ihre Seite ziehen, aber es war vorbei. Ich konnte ihren Worten nicht mehr glauben. Ich konnte das alles nicht mehr. Die Wut in mir war so groß und ich stand langsam auf. Ich war fast auf ihrer Höhe und starrte sie böse an.
„Sie sind schuld an allem. Sie haben mich in dieses Höllenloch gesteckt. Zweimal! Sie haben meine Freunde umgebracht. Ich bin ein Monster und an allem sind Sie schuld. Ihre heuchlerische Art kommt immer zum Vorschein. Ich hasse Sie." Ich rannte auf Ava Paige zu. Ich wollte meine Hände um ihren Hals legen. Wollte sehen, wie sie mich nach Luft lechzend anbettelte loszulassen. Ich wollte sie am Boden sehen. Ich packte ihren Kittel und zog sie näher zu mir. Meine rechte Hand umschlang ihren Hals. Bevor ich zudrücken konnte wurde ich zurückgezogen und landete unsanft auf dem Boden. Keuchend sah ich in das Gesicht des Blonden vor mir. „Verdammt, was ist los mit dir? Reiß dich zusammen! Das bist du nicht." Newt schrie mich an, aber es interessierte mich nicht. Ich sprang wieder auf meine Beine. Ich hatte mein Ziel genau vor Augen.
Ich wollte Rache. Ich wollte Vergeltung für das, was sie mir angetan hatte.
Ich rannte wieder auf die Kanzlerin zu. Bevor ich sie ein weiteres Mal erwischte, wurde ich zurückgerissen. Arme schlangen sich um meinen Körper. Ich versuchte mich aus dem Griff zu winden. Je mehr ich mich jedoch wehrte, desto fester wurde der Griff. Wütend schrie ich auf. Ich trat mit den Füßen um mich. Ich versuchte die Person zu erwischen. Es war mir egal, ob ich mich damit selber traf.

Etwas Spitzes rammte sich in meinen Oberarm. Wütend packte ich die Hand, die die Spritze hielt. Ich zog an ihr. Riss ihr die Spritze aus der Hand und warf sie in Richtung Ava Paige. Ich verfehlte und in dem Moment in dem die Spritze mit einem klirren auf dem Boden auf kam verlor ich die Kraft mich auf den Beinen zu halten. Der Griff um meinen Körper wurde nicht weniger und so blieb ich langsam erschlaffend in der Umarmung. Ich wusste, dass es Newt war. Ich wusste, dass er mich zurückhielt.
„Wie kannst du dich mit ihnen verbinden? Warum entscheidest du dich gegen mich?" Wütend drehte ich meinen Kopf zu ihm und starrte in seine braunen Augen. „Du hast uns verraten." Newt sah mich mit traurigen Augen an. Ich hätte sie ihm am liebsten ausgekratzt. Ich schrie wieder auf und versuchte mit meiner letzten Energie loszukommen, aber es half nichts. Newts Griff war zu stark und so verlor ich das Bewusstsein in seinen Armen.


*


Das Heulen von Sirenen riss mich aus der Dunkelheit. Es war so laut an meinen Ohren. Ich wollte mich aufsetzen, aber ich war gefesselt. Ich lag in einem Labor auf einer Liege und war festgeschnallt. Sie hatten Angst vor mir. Eine Spur von Stolz keimte in mir auf, aber so schnell wie sie gekommen war, war sie auch wieder verschwunden.
„Was bedeutet das?“ Newt stand bei Dr. Morn, der ein paar Dinge in den Computer eintippte. Sie schienen irgendwie ruhig zu sein, obwohl hier anscheinend etwas ganz und gar nicht stimmen konnte. „Hier ist jemand eingedrungen. Und ich befürchte, dass sie mehr als gut ausgerüstet sind.“ „Was meinen Sie damit?“ Keiner von beiden schien zu merken, dass ich wach war. Mit halbem Ohr hörte ich dem Gespräch zu. „Wenn uns hier jemand angreift und Alarm gegeben wird, ist schon etwas Schlimmes passiert. Aber ich habe Probleme mit dem Computer. Ich kann nicht auf die Daten im Netzwerk zugreifen.“ Ein kleines Lächeln schlich sich auf mein Gesicht. War das etwa die Rache an ANGST? Würde endlich jemand die Reißleine ziehen? Ich versuchte die Schnallen zu lösen, aber es gab keine Möglichkeit.

„Felina?“ Erschrocken sprang mein Blick zu den beiden Personen, die mich jetzt überrascht ansahen. „Seit wann bist du wach?“ Mehr als einen bösen Blick gab ich ihnen nicht. Ich versuchte etwas zur Seite zu rutschen und die Schnallen etwas zu lockern, aber es funktionierte nicht. „Das ist zu deiner eigenen Sicherheit.“ Schnaubend sah ich Dr. Morn an. „Sie haben Angst, dass ich Ihnen die Augen auskratzen könnte!“ Der Arzt sah mich traurig an. Der Alarm jaulte immer noch weiter, aber irgendwie schien niemand von uns darauf zu achten. „Felina, du bist nicht du selbst. Kämpfe dagegen.“ Ich sah den Mann an und fing dann schallend an zu lachen. „Dagegen kämpfen?“ Wieder musste ich lachen. „Sie machen wirklich unglaublich gute Witze, Sie Komiker. Der Virus ist nun ein Teil von mir. Und Sie bekommen ihn auch nicht mehr aus mir raus. Es ist vorbei, hören Sie doch endlich auf alle anzulügen.“ Newt schüttelte traurig den Kopf. Er schien am Rande der Verzweiflung zu sein, Tränen sammelten sich in seinen Augen. „Feli, tu mir das nicht an. Wenn du jemals etwas für mich empfunden hast, dann lass uns dir helfen. Lass uns einen Weg raus finden.“ Für einen Moment war ich wie gefesselt von Newts Worten. Mitleid und Verständnis für seine Situation breitete sich in meinem Körper aus. Aber dann war es, als ob sich ein Schalter in meinem Kopf umgestellt hätte. „Du hast dich für diese Seite entschieden. Du wusstest genau wie hoch die Chance war. Es ist vorbei, Newt. Lasst mich einfach gehen.“ Newt schüttelte den Kopf und die Tränen brachen aus seinen Augen aus. „Thomas ist hier. Felina, er ist hier. Wir können dich retten.“ Ich zog meine Augenbrauen zusammen. „Ich will es aber nicht.“ Noch einmal versuchte ich mich aus den Fesseln zu befreien, aber es war absolut sinnlos.

„Feli, bitte denk darüber nach. Wir haben eine Zukunft.“ Ich schüttelte traurig den Kopf. „Du hast es immer noch nicht verstanden oder? Selbst wenn du mich gegen meinen Willen heilen würdest, es wäre nie wieder wie vorher.“ „Natürlich nicht. Klonk! Felina, mir ist das bewusst, aber du wärst dann wenigstens nicht tot!“ Newt kam auf mich zu und versuchte meine Hand zu nehmen, ich konnte nichts dagegen tun und sah ihn einfach nur wütend an. „Du verstehst es nicht. Ich kann dich nicht sterben lassen.“ Tränen sammelten sich in meinen Augen. „Aber Newt, mach deine Zukunft nicht von mir abhängig. Ich bin doch auch nur eine von vielen. Gib mir doch einfach meinen Frieden.“ Newt schüttelte den Kopf. „Du bist die eine.“ Dann beugte er sich zu mir herunter und gab mir einen Kuss. Seine Lippen waren so weich und ich konnte nicht anders als den Kuss zu erwidern.

„Ihr seid ja immer noch hier!“ Ava Paige hatte den Raum betreten und Newt und ich fuhren auseinander. „Wir haben keine Zeit für all das hier.“ Sie wedelte mit ihren Händen in der Luft herum und fuhr dann wieder fort: „Ich habe Thomas informiert. Wir müssen den Plan jetzt umsetzen. Wir haben keine Zeit mehr.“ „Aber Felina?“ Newt sah die Kanzlerin fassungslos an. „Wir nehmen alles mit für ein Heilmittel. Wir werden alles geben, um Felina zu retten. Aber jetzt los.“ Newt band mich los und nahm mich an der Hand. Unsicher sah ich den Blonden vor mir an. Ich fühlte mich gerade so verloren. Meine Wut war verschwunden, aber ich fühlte mich dennoch nicht besser. „Bitte verlass mich nicht. Feli, ich brauche dich so sehr. Gib nicht auf.“ Dr. Morn sah mich immer noch etwas unsicher von der Seite an. Er wartete auf meine Reaktion. Ich wendete meinen Blick wieder von dem Arzt ab und sah Newt an. „Ich… möchte nur, dass ihr überlebt.“
„Ich unterbreche euch nur ungern, aber wir müssen wirklich los.“ Ava Paige sah uns an. Der Alarm war immer noch da, aber irgendwie hatte ich ihn über das ganze Gefühlschaos vollkommen vergessen. Newt zog mich auf die Beine und stützte mich, als wir hinter Ava Paige her gingen.

„Wir können Thomas vielleicht abfangen. Wir müssen zum Labyrinth.“ Dr. Morn, der sich eine Kiste aus dem Raum mitgenommen hatte, übernahm die Führung und gemeinsam liefen wir zu dem Labor, in dem Newt und ich damals entdeckt wurden. „Einen schnelleren und sicheren Weg gibt es nicht. Jedoch ist es dunkel. Aber das wisst ihr ja.“ Ich nickte und versuchte mit Newt mitzuhalten, der jetzt einen Schritt schneller ging. Wir erreichten den Raum und Dr. Morn hielt seine Chip-Karte an einen Sensor an der Wand, an der sich die geheime Tür befand. Mit einem leisen Klicken öffnete sie sich und der dunkle Gang offenbarte sich uns. „Na dann mal los.“
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast