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Chasing Hope

von Dreamer5
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Harriet Newt OC (Own Character) Sonya Teresa Agnes Thomas
16.03.2018
02.01.2021
55
104.540
16
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Dieses Kapitel
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08.07.2020 1.444
 
Schweigend starrte mich Thomas an, sein Blick war so leer. Ich verstand, dass die Nachricht aus dem Nichts kam, das niemand bisher an so etwas gedacht hatte. Aber je länger er mich so anstarrte, um so mehr hatte ich das Gefühl, das Falsche getan zu haben.

„Wie ist das möglich?“ Nach einer gefühlten Ewigkeit kamen die Worte aus Thomas' Mund. Er wirkte immer noch so unkoordiniert und nicht ganz bei sich, aber die Worte von vorhin schienen langsam bei ihm angekommen zu sein. „Wir haben eine Lücke gefunden. Eine Kleinigkeit, auf die nie einer geachtet hatte.“ „Aber ihr wolltet euch doch verstecken. Wie kamt ihr an die Informationen?“ Ich sah ihn traurig an. „Das ist eine lange Geschichte, aber ANGST ist nicht vollständig gegen uns.“ Wie von der Tarantel gestochen sprang Thomas einen Schritt auf mich zu. „Was hast du gesagt?“ Ich wich sofort wieder von ihm weg, aber seine Augen folgten jeder meiner Bewegungen.
„Du bist krank! Du bist nicht geheilt.“ Ich nickte, unsicher wo seinen Gedanken als nächstes hin sprangen. Ich konnte Thomas' Gedankengängen nicht mehr folgen. Er schien auf einmal ganz woanders zu sein. „Sie haben euch gefunden und dich weggeschickt.“ Ich schüttelte den Kopf.
„Nein, Thomas. Es ist alles nicht so wie du denkst. Es ist alles anders. Es hat sich alles verändert.“ Thomas schüttelte den Kopf. „Felina, ich komme nicht mit. Was ist in unserer Abwesenheit passiert? Warum bist du hier? Und warum bist du allein? Es ergibt alles keinen Sinn.“ Ich seufzte leise, mein feuchter Atem ließ eine kleine Wolke vor meinem Gesicht formen, die auch sofort wieder verschwand.
„Ich versuche es dir zu erklären, aber du musst mir etwas versprechen.“ Flehend sah ich ihn an. Thomas nickte leicht und seine braunen Augen musterten mich unsicher. „Sobald ich dir alles erzählt habe, wirst du mich vergessen und niemandem verraten, dass du mich gesehen hast. Du musst mir das versprechen.“ Thomas Mund klappte auf und eine Gänsehaut breitete sich auf meinem Körper aus. Er schien so erschüttert zu sein. Aber wer konnte es ihm verübeln. Er hatte gerade eine seiner Freundinnen im Nirgendwo gefunden und das einzige was sie von ihm wollte, war Abstand und Diskretion. „Ich… ich. Warum?“ Ich biss mir auf die Lippe, sie war so kalt, dass ich den Schmerz durch meine Zähne kaum spürte.

„Wenn ich es dir erzähle wirst du es verstehen. Aber erst versprichst du es mir.“ Thomas nickte. „Du musst es laut sagen, ich möchte es von dir hören.“ Halb taub vor Verzweiflung sah ich ihn an. Thomas seufzte leise. Es fiel ihm nicht leicht meinem Wunsch nachzukommen, aber er tat es nach einer stillen Ewigkeit dennoch. „Ich verspreche, dass ich dich danach ziehen lassen werde.“ Ich nickte langsam und atmete noch einmal tief durch, ehe ich Stück für Stück begann ihm alles zu erzählen. Ich erzählte von den Menschen im Labyrinth, ich erzählte von Newts und meiner zweiten Flucht. Wie wir entdeckt wurden und dann aber von ANGST aufgenommen wurden. Wie wir es geschafft hatten Newt ein Heilmittel zu geben. Jedoch sagte ich ihm nicht, dass Newt es nicht ganz freiwillig eingenommen hatte und auch verheimlichte ich ihm, dass er selbst möglicherweise die Person war, die mir das Leben retten konnte. Diese Information würde nur dafür sorgen, dass er mich nicht alleine lassen würde. Er sollte so wenig darüber erfahren wie möglich. Als ich bei meiner Flucht an kam stockte ich etwas.
„Wie lange ist deine Flucht jetzt her?“ Ich seufzte. „Gestern. Ich bin jetzt einen guten Tagesmarsch entfernt von dem Gebäude.“ Thomas nickte.


„Du kanst mir den Weg zeigen. Du musst mit mir kommen. Felina, ich brauche dich.“ Ich schüttelte heftig den Kopf. „Nein! Thomas, du hast gesagt, dass du mich ziehen lässt, wenn ich dir alles erzähle.“ Der plötzliche Sinneswandel ließ mich erzaudern. Wieder nahm ich einen Schritt mehr Abstand. „Dann habe ich gelogen. Du bist meine Freundin und ich lasse dich nicht im Stich“ Ich ging einen Schritt weg von ihm. „Nein! Nein! Nein!“ Kurz musste ich nach Luft schnappen, die plötzliche Wut in mir ließ mich schwitzen. „Du hast es mir versprochen und es ist mein Wunsch. Ich werde nicht mitgehen!“ Thomas zog die Augenbrauen zusammen. „Felina, das kannst du mir nicht antun.“ Demonstrativ sah ich zur Seite. Ich wusste, dass Thomas nicht so schnell locker lassen würde. Aber ich würde mich wehren. Ich würde nicht zurückgehen und wenn er mich fesseln und dahin tragen sollte. Ich würde all meine Kraft nutzen. Ich würde nicht an diesen Ort zurückkehren. „Niemals. Ich bleibe hier.“ Thomas sah mich traurig an. „Kann ich dich gar nicht überreden?“ Ich schüttelte heftig mit dem Kopf. „Ich werde eure letzte Möglichkeit nicht zerstören. Ich werde Newt nicht in Gefahr bringen und auch euch muss ich vor mir selbst schützen.“ Thomas blieb regungslos. Er schien nachzudenken, ich wusste, dass er mich doch versuchen würde zu überreden. Aber da würde ich nicht mit machen. „Steh zu deinem Versprechen. Ich bitte dich. Ich werde nicht mitkommen. Und du darfst keinem erzählen, dass du mich getroffen hast. Egal was passiert.“ Den Tränen nahe sah ich den Braunhaarigen an. Thomas' Lippen waren aufeinander gepresst. Er war Zwiegespalten. Einerseits wollte er mich nicht allein lassen, andererseits flehte ich ihn ja an, genau das zu tun.

Eine unangenehme Stille hatte sich ausgebreitet. Thomas sah mich immer noch etwas verloren an. Langsam wieder frierend, da der Hitzeschub durch die Wut wieder abgeklungen war, wippte ich von einem Bein auf das andere. „Ich möchte dich nicht verlieren, Felina.“ Ich seufzte. „Das wirst du früher oder später. Und damit deine letzten Erinnerungen an mich nicht zerstört werden, solltest du mich gehen lassen. Du solltest zu Newt, mit ihm solltest du den anderen eine Zukunft schenken. Ich bitte dich nur um diese eine Sache. Mehr will ich nicht von dir. Gib mir meinen Frieden.“
Thomas' Augen waren feucht als er endlich wieder etwas sagte. „Ich konnte die anderen damals nicht retten. Ich habe Chuck verloren. Er starb in meinen Armen. Das alles muss ein Ende finden und wir finden es zusammen. Felina, ich brauche dich. Du kennst dich aus, du bist der Kopf. Und wir werden auch für dich einen Weg finden. Ich flehe dich an, du musst mit mir kommen. Du bist der Schlüssel.“ „Nein! Nein, bin ich nicht. Ich werde euch nur töten. Nein!“ Ich schrie Thomas an, meine Stimme zitterte ein wenig. Je länger wir hier standen, desto genervter und wütender wurde ich. „Du bist ein Mistkerl. Du hast es mir versprochen!“ Ich drehte mich abrupt um und stampfte so schnell es mir möglich war von Thomas weg. Ich hielt es nicht länger aus. Jedes Wort das er sagte, all die Versuche mich weich zu klopfen, sie taten so furchtbar weh. Aber er verstand es einfach nicht. Er wusste nicht das, was ich wusste. Er wusste nicht, wie schnell der Virus mich fraß, er wusste nicht, wie sehr ich litt. Ich konnte nicht mehr zurück.

Ich wusste, dass er mir folgte, ich hörte seine Schritte hinter mir. Ich wollte mich umdrehen und ihn anschreien, aber er war ein verdammter Dickkopf. Er hörte auf niemanden, wenn er sich etwas in den Kopf gesetzt hatte. Aber mich würde er nicht knacken. Niemals.
Im nächsten Moment wurde ich von hinten gepackt und umgedreht. „Ich gebe dir eine letzte Chance. Bitte komm mit mir mit.“ Thomas war so nah an meinem Gesicht, dass ich seinen heißen Atem im Gesicht spürte. „Nein! Ich sage es auch kein zweites Mal.“ Thomas sah mich traurig an. „Es tut mir leid.“ Ehe ich etwas fragen konnte spürte ich schon etwas Spitzes an meiner Hand.
„Was tust du? Bist du wahnsinnig?“ Wie betäubt sah ich auf die Spritze, die Thomas aus meiner Hand zog. "Gally hat sie mir gegeben. Sie war zur Verteidigung gedacht, aber es ist wohl besser, wenn ich sie für dich nehme.“
Meine Beine begannen zu kribbeln und fassungslos sah ich Thomas ins Gesicht. „Du bist ein Verräter! Du bist ein ganz mieser Kerl. Hätten dich doch die Griewer gefressen!“ Ich legte so viel Verachtung wie möglich in meine Worte. Das was Thomas tat, das taten Freunde nicht. „Es ist zum Beruhigen von Cranks. Es wird ein paar Stunden anhalten. Felina, ich brauche dich.“ Ich spürte, wie mein ganzer Körper zu Kribbeln begann. Wie ein warmer Schauer wanderte es von unten nach oben. Ich musste mich an Thomas abstützen. Ich hatte kaum noch Kraft mich auf den Beinen zu halten. „Ich hasse dich.“ Dann verlor ich komplett die Kontrolle und fiel zu Boden. Thomas hielt mich in seinen Armen, damit mein Kopf nicht im Schnee landete. Die Trauer in seinen Augen war das letzte, das ich sah, bevor alles schwarz wurde.
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