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Chasing Hope

von Dreamer5
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Harriet Newt OC (Own Character) Sonya Teresa Agnes Thomas
16.03.2018
02.01.2021
55
104.540
16
Alle Kapitel
76 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
20.03.2020 1.908
 
Hallo liebe Leser.
Es freut mich, euch wieder bei einem neuen Kapitel begrüßen zu dürfen. Nach einem kurzen Blick auf die Geschichte ist mir aufgefallen, dass ich tatsächlich schon seit 2 Jahren an Chasing Hope/ Chasing Memories schreibe. Es fühlt sich irgendwie gar nicht so lange an. Und es wird wohl auch noch einmal Zeit Danke zu sagen.
Ich habe wundervolle Reviews lesen dürfen und die Geschichte wurde so oft favorisiert und empfohlen. Danke dafür. Es ist wirklich schön auf diesem Wege auch so nette Menschen kennenzulernen.

Bevor ich mich jetzt aber verabschiede, um euch in Ruhe das Kapitel lesen zu lassen, wollte ich euch noch eine Geschicht empfehlen. Bei The Maze Runner " Die Unbestimmten" könnt ihr selber Teil der Geschichte werden. Schaut doch einfach mal rein, wenn ihr Interesse daran habt.

Ganz liebe Grüße.





Ich hatte den Rest des Gesprächs nicht mehr aktiv mitverfolgt. Meine Gedanken waren gewandert und dieses nervige Kratzen in meinem Kopf reizte meine Stimmung noch mehr, als die ganze Situation es sowieso schon tat. Newt hatte mich immer wieder angesehen, ich hatte seinen stechenden Blick gespürt, aber ich hatte ihn ignoriert. Und das tat ich auch, bis ich wieder vor meiner Zimmertür stand. „Sollen wir zusammen etwas Essen gehen?“ Ich schüttelte den Kopf. „Ich stecke dich nur an. Das ist eine blöde Idee von dir.“ „Dich vor mir zu verstecken ist auch eine blöde Idee von dir.“ Mein Kopf zuckte nach oben. „Ich verstecke mich vor keinem. Ich habe noch genug im Kopf um zu verstehen, dass ich gefährlich bin für dich und die anderen. Ich weiß nicht, wie lange es dauert, bis ich dich angreife.“ Meine Stimme war lauter geworden. Ich hatte es gar nicht gemerkt, aber Newts Blick verfinsterte sich. Er nahm meine Hand, öffnete meine Tür und zog mich in mein Zimmer. Kaum waren wir drinnen, war die Tür auch schon wieder zu und ich stand mit dem Rücken davor und Newts Gesicht war direkt vor meinem. „Was ist los mit dir? Warum hast du so viel Angst?“ Newts Stimme war so leise und ruhig, aber ich war dennoch zusammengezuckt. „Warum hast du sie nicht?“ Newt schüttelte den Kopf. „Es geht hier um mich und die anderen oder? Du hast keine Angst zu sterben, aber du hast Angst um uns.“
Ich drückte Newt von mir. „Ich habe allen Grund dazu. Und wenn ich wenigstens ein Leben retten kann, dann habe ich wenigstens etwas erreicht. Es sind zu viele gestorben. Verdammt Newt! Sieh es doch endlich ein. Es ist vorbei! Es gibt keinen Plan B. Es gibt keine Heilung für mich. Du musst es endlich akzeptieren!“ Newt stand stocksteif vor mir. „Du solltest jetzt gehen.“ Ich drehte ihm den Rücken zu und ging in die Mitte des Zimmers. „Nein.“ Ich drehte mich um. „Das war keine Bitte.“ Newt zuckte mit den Schultern. „Ich werde das nicht tun. Du hast mich gestern schon nicht reingelassen.“ Ich sah ihn mit zusammengezogenen Augenbrauen an. „Newt, es reicht mir langsam. Warum bist du so blöd? Wir haben eine Heilung für dich gefunden, die anderen können auch gerettet werden und du kannst ihnen helfen. Warum setzt du das die ganze Zeit aufs Spiel? Warum lässt du es nicht endlich?“ Ich spürte das Blut durch meinen Körper rauschen, ich  war wie elektrisiert.
„Weil ich die liebe, Felina. Und ich habe dir versprochen, dass ich dich nicht alleine lasse. Nicht jetzt oder irgendwann anders. Wir werden das zusammen durchstehen. Und wenn wir beide drauf gehen.“ Ich sah ihn kopfschüttelnd an. „Du kannst ein neues Leben anfangen. Warum wirfst du deine neue Chance weg? Ich verstehe dich nicht!“ Newt kam wieder auf mich zu und drückte mich ganz eng an sich. „Weil ich dich liebe. Und verliebte Menschen machen das.“ Ich schubste ihn wieder weg von mir, aber der Adrenalinschub von eben ließ wieder nach und Newt stand sofort wieder bei mir. „Hör auf mich wegzudrängen. Ich werde sowieso an deiner Seite bleiben.“ Ich schüttelte nur sacht den Kopf. Tränen sammelten sich in meinen Augen und liefen meine Wangen herunter. „Du bist so ein...“ „Ein was?“ Newts Gesicht war ganz nah an meinem. Ich wollte ihn wegdrücken. Aber ich hatte nicht die Kraft dazu. „Das weißt du ganz genau.“ Newt hatte auf einmal ein verschmitztes Lächeln im Gesicht. „Ich bleibe bei dir. Und wenn ich dabei draufgehe.“ Dann kam sein Gesicht näher und er drückte seine Lippen auf meinen. Ich sollte ihn wegschieben, ihn vor mir schützen, aber ich konnte einfach nicht. Langsam erwiderte ich den Kuss. „Newt..“ In einer Atempause sah ich ihn wieder an. „Du solltest das nicht tun.“ Der Blonde grinste. „Ich mache es aber.“ Und drückte seine Lippen wieder auf meine.

Ich hatte Mühe mich zusammenzureißen, irgendwie schien mich der Kuss in eine Parallelwelt zu katapultieren, in der alles in Ordnung war. Aber es war eben nicht die Realität und irgendwann schaffte ich es doch mich aus meiner Illusion herauszuholen. „Newt, nein. Ich kann das nicht.“ Er sah mich traurig an. „Du solltest dich auf jeden Fall noch einmal durchchecken lassen. Wenn du wieder infiziert bist wegen mir, dann könnte ich mir das nicht verzeihen.“ Wieder flossen Tränen mein Gesicht herunter und Newt sah mich an. „Es ist alles in Ordnung. Und wir werden dich retten.“ Ich sah ihn stumm an. Seine Wunschvorstellung war schön und der Gedanke mit Newt und den anderen alt zu werden eine traumhafte Vorstellung, aber sie entsprach nicht dem Jetzt. Ich hatte nicht mehr viel Zeit und keiner konnte wissen, ob das Heilmittel, wenn es denn zeitlich fertig werden würde, auch wirklich bei mir nützte. Und ich glaubte einfach nicht mehr daran. Es war vorbei.
„Du darfst nicht aufgeben. Wir haben uns versprochen das gemeinsam zu machen und wir werden das auch. Ich lasse dich nicht zurück.“ Ich blieb einfach still stehen, während Newt auf meine Reaktion wartete. „Krank hilfst du keinem.“ Newt nickte, blieb aber dennoch vor mir stehen.

„Bitte, gib nicht auf.“ Newt sah mich durchdringend an und ich kämpfte mir ein leichtes Nicken hervor. Ich wollte ihn nicht enttäuschen, aber ich hatte nicht mehr die Kraft dafür.
Newt sah mich noch kurz an und ging dann wieder. Die Tür fiel leise hinter ihm ins Schloss und ich war wieder allein mit den Stimmen. Kraftlos ließ ich mich zu Boden gleiten. Mit an den Körper gezogenen Beinen sah ich auf die weiße Wand, in der die graue Tür so verloren aussah. Was hatte ich nur getan?


*


Newt war nach einer Stunde wiedergekommen. Er hatte mir etwas zu Essen mitgebracht, das ich langsam hinunter schluckte. Ich hatte keinen Hunger, aber ich wusste, dass mein Körper es brauchte. „Sie gehen davon aus, dass Thomas in den nächsten zwei Tagen kommen wird.“ Ich nickte nur, das Jucken in meinem Kopf war gerade so unerträglich und ich wollte am liebsten nur kratzen. Meine Hand krampfte sich zusammen, als ich versuchte den Drang zu unterdrücken. „Ist alles okay?“ Ich sah Newt böse an. „Natürlich nicht, mein Körper frisst mich von innen heraus auf.“ Newt war ein Stück zurück gerutscht, anscheinend war ich wieder laut geworden. Aber das realisierte ich nicht. „Weißt du, was mich hier am meisten nervt? Dass ich absolut nutzlos bin. Ich kann nur blöd herumsitzen. Und ich kann dir nicht einmal helfen, weil du unbedingt meinst dich wieder bei mir anstecken zu müssen.“ Ich warf genervt mein Brot in Newts Richtung. Dieser wich nur knapp aus und mit einem leisen Klatschen landete das Essen auf dem Boden. „Das hätte ich noch essen können.“ Er grinste mich frech an, aber meine Laune hob sich nicht. Mit böse funkelnden Augen sah ich ihn an. „Verstehst du das nicht?“ „Doch, sehr wohl. Du verlierst langsam die Kontrolle.“ Newt zog eine Spritze aus dem Ärmel und bevor ich reagieren konnte, steckte die Nadel auch schon in meinem Arm. „Ich sage es noch einmal, Feli. Ich lasse dich nicht allein.“ Ich seufzte theatralisch und schob mich wieder ein Stückchen weiter in Richtung Wand. „Du hast es mir versprochen, Felina. Halte dein Versprechen.“ Ich sah ihn stumm an. „Solange ich noch die Kraft habe, kann ich es versuchen.“ Das schien Newt zu reichen und er sah mich lächelnd an.
„Du solltest dich vielleicht etwas ausruhen, Dr. Morn hat die Spritze etwas bearbeitet und noch ein Beruhigungsmittel hinein getan. Versuch dich auf dich zu konzentrieren. Es wird besser werden.“
Damit ging Newt. Ich würde ihn an diesem Tag auch nicht mehr sehen. Ich würde keinen von ihnen sehen.


***


Meine Gedanken waren trotz des Mittels nicht zur Ruhe gekommen und überlegte fieberhaft, was ich hier tun sollte. Es hatte doch keinen Zweck hier auf den Tod zu warten. Es war das Beste, wenn ich einfach gehen würde. Newt war ohne mich besser dran. Alle waren ohne mich besser dran. Das sagte ich mir seit gefühlten Stunden und endlich fand ich die Kraft auch wirklich aufzustehen. Ich würde hier verschwinden. Ich würde mich in die Wälder schlagen und dort auf meinen Tod warten. Wenn ich schon sterben würde, dann wenigstens nicht hier.
Das würde viele Probleme auflösen, die anderen müssten keine Angst vor mir haben und ich müsste nicht die Panik haben alle zu verletzen. Es war das Beste.

Die Essensreste, die noch in meinem Zimmer lagen, packte ich in ein Taschentuch. Da es ziemlich kalt draußen war, was mir ein Blick aus dem kleinen Fenster sagte, zog ich mir unter den Pulli noch einen weiteren. Ich hatte keine Jacke, was auch verständlich war. Ich musste also mehrere Schichten tragen, um sicher zu gehen, dass ich nicht vor Kälte sofort zurückkam.
Die andere Schwierigkeit war hier herauszukommen. Durch das Fenster passte ich nicht, es war einfach zu klein. Also musste ich durch das Gebäude und aufpassen, dass niemand mich entdeckte. Vor allem nicht die Nicht-Eingeweihten.
Ein letztes Mal sah ich in das Zimmer, alles was ich brauchte trug ich am Körper. Noch einmal rief ich mir mein Ziel ins Gedächtnis. Ich tat das alles für die anderen. Sie waren besser dran ohne mich.

Ich kam ziemlich weit voran, bis ich den ersten Menschen traf. Es war ein Arzt, der über den Flur lief. Ich drückte mich gegen die Wand und hoffte, dass er in einem der Räume verschwinden würde. Mein Herz klopfte wie wild, während ich seinen Schritten lauschte. Und das Glück war ein weiteres Mal auf meiner Seite. Eine Tür wurde geöffnet und die Schritte verstummten. Nach einem kurzen Blick um die Ecke stellte ich fest, dass ich wieder alleine war.
Ich eilte immer weiter in die Richtung, in der es raus gehen müsste. Ich begegnete noch ein paar Mal Menschen, den ich meisten knapp ausweichen konnte.
Und dann hatte ich mein Ziel erreicht. Dort war eine große, silberne Tür, die mich nach Draußen bringen würde. Ich war mir sicher. Ohne noch einmal zurück zu blicken drückte ich gegen sie und bekam den kalten Wind ins Gesicht. Die Luft war so eisig, aber ich war bereit. Kaum hatte ich den ersten Schritt gemacht, rannte ich auch schon los. Ich rannte so schnell ich konnte und betete, dass niemand meine Flucht verhinderte. Ich rannte immer weiter, vorbei an dem Gebäude und vorbei an den Bänken, die mit Schnee bedeckt auf dem kleinen Vorplatz standen. Ich rannte, bis ich den Wald sah und ich blieb erst stehen, als ich den ersten Baum erreicht hatte. Schnaufend drehte ich mich zu dem Gebäudekomplex, der jetzt so klein aussah.
„Es tut mir leid, Newt. Es ist besser für dich.“ Und dann schluckte mich die Dunkelheit des Waldes.
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