Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Chasing Hope

von Dreamer5
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P18 / Het
Harriet Newt OC (Own Character) Sonya Teresa Agnes Thomas
16.03.2018
02.01.2021
55
104.540
18
Alle Kapitel
76 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
12.01.2020 1.882
 
Und hier bin ich wieder. Ich war tatsächlich wieder etwas schneller mit dem Schreiben.
Also viel Spaß beim Lesen.





Schwer atmend lag ich in meinem Bett. Mein Körper hatte immer größere Schwierigkeiten mit dem Virus klar zu kommen. Ich würde nicht mehr lange haben. Ich spürte das Zittern in meinen Armen und Beinen. Alles kribbelte und ich hatte nicht einmal die Kraft einen Arm zu heben um den Versuch mich zu kratzen tatsächlich umzusetzen. Ich lag einfach nur mit offenen Augen im Bett. Ich konnte auch gar nicht einschätzen wie spät es mittlerweile war. Irgendwie schien das für einen Moment auch irrelevant, da ich das alles sowieso nicht überleben würde. Ich würde sterben, schmerzvoll und grausam würde ich hier zugrunde gehen. Und keiner konnte daran etwas ändern.
Ich werde sterben. Ich werde hier sterben.

Ich hatte gar nicht mitbekommen wie eine Gestalt sich neben mich gestellt hatte. Ich bemerkte sie auch erst, als sie meinen Namen flüsterte. Es war so leise, es klang so verloren. Ich sammelte meine Kraft und drehte meinen Kopf zu Newt, der mit geröteten Wangen neben mir stand. Schwaches Licht, das ich vorher auch nicht bemerkt hatte, fiel durch die geöffnete Tür ins Zimmer. Wir schwiegen uns lange an. Ich wusste nicht genau warum er so traurig war. Er sollte sich die Zeit nehmen es auszusprechen.
„Du wirst nicht sterben. Ich werde das nicht zulassen.“ Immer noch sah ich ihn stumm an. Konnte er Gedanken lesen? Woher wusste er was ich gedacht hatte. Mit leiser Stimme fuhr er fort. „Ich werde dafür sorgen, dass du lebst. Und wenn ich dafür sterbe.“ Wie von einem Stromschlag fuhr ein Energieimpuls durch meinen Körper und ich saß aufrecht auf dem Bett. „Ich habe das laut ausgesprochen?“ Newt nickte, Tränen traten aus seinen Augen und liefen seine Wangen hinunter. „Newt, ich wollte nicht… ich möchte nicht…“ Ich schaffte es nicht weiterzusprechen. Was sollte ich sagen? Ich konnte nichts an dem Virus ändern. Er hatte mich in seiner Hand und ich hatte kein Heilmittel. Newt ließ sich langsam auf die Knie sinken und tastete nach meiner Hand. „Ich werde das nicht zu lassen.“ Ich schüttelte den Kopf. „Du wirst nichts dagegen tun können.“ Newt wischte mit seiner anderen Hand eine Träne aus meinem Augenwinkel. „Wir geben nicht auf. Noch hat der Virus dich nicht bekommen.“ Ich blieb stumm. Die Entwicklung war in den letzten Tagen drastisch gewesen. Jeden Tag war es eine Stufe schlimmer geworden und heute war ein ganz furchtbarer Tag. Mein Körper gehorchte mir immer weniger. Ich würde eine dieser schleichenden Gestalten werden. Nicht mehr lange und ich würde nicht mal mehr meine Sprache unter Kontrolle haben. Ich wurde ein Crank.
„Du solltest lieber nicht in meiner Gegenwart sein. Du steckst dich nur an.“ Newt schüttelte heftig den Kopf. „Wir stehen das zusammen durch. Du warst bei mir und jetzt bleibe ich bei dir.“ Ich sah Newt traurig an. „Ich möchte das nicht. Du bist geheilt, Newt. Du kannst mit den anderen fliehen.“ Newt schüttelte weiter den Kopf, so dass mir beim zu sehen schon schummrig wurde. „Nein.“ Das Wort war so kurz und doch wog es so viel. „Ich möchte nicht, dass du wieder krank wirst. Wir wissen nicht, ob das Heilmittel ein weiteres Mal funktioniert. Wir wissen nicht, ob ich dir nicht bald die Augen auskratze. Newt, du bist nicht sicher bei mir.“ „Klonk! Das ist mir egal, Felina. Es ist mir egal. Ich lasse dich nicht allein. Du bist kein Monster und du wirst auch keins werden!“ „Du kannst nichts daran ändern!“ Unsere Stimmen wurden immer lauter und mein Herz fing immer schneller an zu pumpen. Eben fühlte ich mich noch so sicher, jetzt wollte ich am liebsten etwas kaputt machen. Vielleicht Teller gegen die Wand schmeißen oder Kissen durch die Gegend werfen bis die Federn alle durch die Luft wirbelten.

Dr. Morn erschien am Türrahmen und schaltete das Licht an. „Hey, was geht hier denn los?“ Unbewusst wichen wir ein Stück voneinander. „Ihr schreit hier durch den Gang, wollt ihr, dass euch jemand entdeckt?“ Wir schüttelten gleichzeitig den Kopf. Dr. Morn nickte nur und kam dann zu mir.
„Wir sollten deine Werte noch einmal überprüfen. Ich habe die Befürchtung, dass es bei dir schneller voran geht.“ Ich nickte und streckte meinen Arm aus, so dass der Arzt mir Blut abnehmen konnte. Ein Keuchen kam aus Newts Mund als er meinen ausgestreckten Arm sah und auch der Arzt schien für einen Moment komplett regungslos zu sein. Dunkle Fäden zogen sich durch meinen Arm nach oben. Sie schienen zu pulsieren. Wie Würmer drückten sie gegen meine Haut und ließen ein unwirkliches Bild entstehen. Der Arzt schluckte kurz, nahm dann vorsichtig meinen Arm und besah sie die Neuerscheinungen. Ganz leise sprach er das aus, was ich die ganze Zeit im Gefühl hatte. „Ich hatte es befürchtet. Die Zeichen sind bei dir viel früher da, als bei anderen. Aber wir warten lieber die Laborwerte ab, damit wir auch ganz sicher sind.“

Dr. Morn hatte die Vergleichsproben der letzten Tage genommen und nebeneinander gelegt. Man musste kein Profi sein um zu erkennen, dass die Anzahl der Erreger unnormal schnell gestiegen war. „Es passiert schneller.“ Ich war die erste die etwas sagte. Ich hatte es gewusst, ich fühlte es. Von Kopf bis Fuß war alles am Vibrieren. Ich hatte es gewusst!

„Was bedeutet das jetzt für mich?“ Ich achtete nicht auf Newt, der totenblass neben mir stand und weiter die Ergebnisse betrachtete. „Wir haben weniger Zeit als wir gedacht haben. Bei dir läuft die Entwicklung dreimal so schnell als sie es normalerweise tut. Und ich habe keine Erklärung dafür.“ „Immer besonders.“ Ich murmelte die Worte vor mich hin. Immer war irgendwas anders an mir. Im Labyrinth war ich besonders, in der Wüste war ich anders und jetzt war der Virus auch anders als bei den anderen. Newt wagte es mich anzusehen. Tränen rannen sein Gesicht herunter und er sah auf einmal so verletzlich aus. Ich traute mich nicht ihn zu berühren, Angst er könnte einklappen und die Beherrschung verlieren. „Und was machen wir jetzt?“ Dr. Morn sah mich traurig an. „Wir müssen Thomas herbringen. Er könnte vielleicht deine letzte Chance sein.“


*


Ich hatte mich selber in mein Zimmer gesperrt. Ich wollte Newt nicht länger in Gefahr bringen. Er hatte sich geweigert mich alleine zu lassen. Minutenlang hatte er gegen meine Tür gehämmert und mich gebeten die Tür zu öffnen. „Ich mache das nur für dich, Newt. Ich werde nicht dafür sorgen, dass du wieder infiziert wirst.“ Newt hatte weiter geklopft. „Das ist mir alles egal, Feli. Es ist mir egal. Ich habe dir versprochen dich nicht alleine zu lassen und du hast es mir auch versprochen. Jetzt brich dein Versprechen nicht.“ „Wenn ich dich retten kann, breche ich mein Wort.“ Von der anderen Seite war nur ein leises Stöhnen gekommen.
Ich wusste, dass Newt auf der anderen Seite der Tür saß, ich konnte spüren, dass er nach Worten suchte. Solange schwiegen wir. Ganz ruhig war es in meinem Kopf sowieso nicht. Die Stimmen wurden lauter. Sie sagten, dass es keinen Sinn machte. Dass ich bald bei meinen Freunden war. Sie riefen Kristins Namen. Ich verstand warum die Cranks alle so verloren aussahen. Sie wurden durch ihre eigene Vergangenheit verrückt gemacht. Ihre Vergangenheit zerstörte ihre Zukunft. Ich wurde nach und nach von unsichtbaren Wesen in meinem Kopf übernommen. Und je mehr ich auf sie hörte, desto mehr verlor ich den Blick auf die Realität.


„Thomas wird kommen. Er hat es uns versprochen. Sie wollten alle wiederkommen.“


Mein Kopf lag an der Tür, da sie aus Metall war, gab sie eine gewisse Kälte an mich zurück. „Wer weiß wo sie sind. Wer weiß, was ihnen dort passiert. Du hast die Bilder aus New York gesehen. Wenn es ihnen auch so ergeht, können wir nur hoffen, dass sie überleben." Ich wartete lange auf eine Antwort. Ich wollte auch gar nicht so pessimistisch sein, aber ich war nicht mehr überzeugt, dass ich meine Freunde je Wiedersehen würde. Ich verlor meine Hoffnung und sie war das einzige gewesen, was mich von der Angst vor dem Virus beschützt hat. Ich konnte mich an mein früheres Ich aus dem Labyrinth kaum noch erinnern. War ich tatsächlich einmal mutig gewesen?
„Sie waren schon immer ein gutes Team. Sie sind stark und wir haben gegen Griever gekämpft, wir schaffen es auch gegen Cranks. In der Wüste haben wir es ja auch geschafft." Ich wusste, dass die Jungs eine Menge durchgemacht haben, ich wusste, dass wir aus einem guten Grund ausgewählt wurden, aber das war hier kein Test mehr. Hier beobachtete uns keiner mehr. Das war die Realität. Hier konnte keiner mehr ein Gegengift gegen den Virus vorbeibringen. Es gab keine Lösung. Ich begann langsam von innen heraus zu sterben.
„Tommy hält seine Versprechen. Er hat es immer getan." Das waren die letzten Worte die ich mit Newt an diesem Tag wechselte. Es war auch das letzte Mal an diesem Tag, dass ich etwas von ihm mitbekam.


***


Dr. Morn und Newt hatten mich am nächsten Tag aus meinem Zimmer geholt und waren mit mir ins Büro der Kanzlerin verschwunden. Traurig sah sie mich an. „Felina, ich bedaure, dass es alles so kommen musste, aber ich bin mir sicher, dass wir auch für dich eine Lösung finden." Ich antworte nicht, sondern ließ mich nur erschöpft in den Stuhl sinken. Ich hatte das Gefühl noch schwächer als gestern zu sein.
„Es gibt einen Grund weshalb ich ein Treffen einberufen habe. Sie haben Thomas gefunden. Janson hat ihm gesagt, dass es bald zu Ende ist. Das wir nur noch ihn brauchen." Newt war nach vorne gerutscht, ein verwirrter Blick auf seinem Gesicht. „Es geht ihm gut? Es geht allen gut?" Die Kanzlerin nickte. „Nach meinem Wissensstand, ja. Und ich denke auch, dass eure Freunde bald kommen werden. Aber wir müssen sie abfangen, bevor es die anderen tun." „Was passiert wenn wir es nicht schaffen?" Ich meldete mich leise zu Wort und die Kanzlerin sah mich traurig an. „Dann müssen wir hoffen, dass wir eine zweite Chance haben. Irgendwann werden uns alle auf die Schliche kommen. Janson vertraut mir schon lange nicht mehr, aber noch stehe ich über ihm." Wir nickten. So wie wir Janson kennengelernt hatten, war mit ihm nicht gut Kirschen essen.
„Wir könnten auch ein Heilmittel für dich entwickeln, Felina." Der braunhaarige Arzt, der links von mir saß, sah mich aufmunternd an. „Wenn ich dann nicht schon tot bin."

Es legte sich eine gewisse Kühle über den Raum und ich wusste, dass ich schon wieder das falsche gesagt hatte. Ich konnte Newts bohrenden Blick förmlich spüren. Aber er wusste nicht, was die Stimmen alles in meinem Kopf riefen. Er konnte es auch nicht wissen, weil ich ihn versuchte von mir zu drücken. Ich wollte ihm diesen Leidensweg nicht antun. Er hatte genug gelitten. Ich verlor vielleicht langsam die Kontrolle über mich, aber ich hatte noch genug Verstand um auf meine Mitmenschen zu achten.
„Wir geben unser bestes. Und noch ist nichts verloren.“ Ich sah sie alle nur stumm an. Ich dachte mir meinen Teil und ich war mir auch ziemlich sicher, dass man mir das auch ansah, aber keiner sagte etwas dazu. Es hätte mich auch nicht umgestimmt. Ich würde nie wieder ich selber sein, dafür war schon zu viel passiert.
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast