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Chasing Hope

von Dreamer5
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Harriet Newt OC (Own Character) Sonya Teresa Agnes Thomas
16.03.2018
02.01.2021
55
104.540
16
Alle Kapitel
76 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
07.07.2019 1.595
 
Hallo und herzlich Willkommen zurück zu einem neuen Kapitel von der Person, die ständig unfreiwillige Pausen macht. Aber jetzt bin ich wieder mit einem neuen Teil da.
Ich hoffe ihr seid alle gespannt und freut euch auf das, was in den nächsten Zeilen so passiert.
Ich wünsche euch jetzt ganz viel Spaß.





„Was ist, wenn sie doch nicht kommen? Wenn ihnen doch etwas passiert ist. Wer weiß schon, wie es da draußen aussieht.“ Newt und ich waren jetzt seit vier Tagen hier unten. Newts Anfälle häuften sich und langsam reichten die Spritzen nicht mehr. Ich hatte immer mehr das Gefühl Newt zu verlieren. Ich wusste, dass ich auch nur knapp vor dem ersten Anfall stand, aber ich hatte mich noch unter Kontrolle. Es juckte hin und wieder in meinem Kopf, aber das waren auch die einzigen Anzeichen. Newts Ausbrüche sorgten dafür, dass die anderen Gestalten auf der Lichtung sich nicht mehr alleine zu uns trauten. Und ich befürchtete, dass wir nicht mehr lange hier willkommen waren. Die Menschen begannen sich vor uns zu fürchten.
„Newt, du darfst die Hoffnung nicht aufgeben. Sie werden kommen, sie haben es uns versprochen.“ Newt stand neben mir am Wald, er wurde langsam ungeduldig und hatte keine Lust den ganzen Tag auf der Lichtung an der Mauer zu sitzen. Seine Idee war es den Wald doch mal anzusehen. Er meinte, dass dort auch schöne Plätze waren, die er mir gerne noch zeigen würde. Ich sträubte mich innerlich, aber ich wollte keinen neuen Anfall von Newt hervorrufen, weshalb ich mich zu den Bäumen ziehen ließ. „Felina, jetzt komm. Ich bin ja bei dir und sonst ist keiner im Wald. Dir passiert nichts.“ Ich sah Newt lange an. Ich fühlte mich nicht wohl in der Dunkelheit des Waldes. Ich war lange nicht mehr im Wald gewesen und wenn es nach mir gegangen wäre, wäre ich auch nicht mehr hinein. Aber entweder ich stellte mich meiner Angst oder ich riskierte, dass Newt wieder wütend wurde. Newt reichte mir seine Hand und ich nahm sie leicht nervös an. „Na schön.“ Ohne ein weiteres Wort zu sagen zog der Blonde mich in den Schatten der Bäume. Eine leichte Panik überkam mich. Hinter jedem Schatten hatte ich das Gefühl Gally zu sehen. Ich wusste, dass ich mir das nur einbildete, aber die Angst war dennoch da. Newt strich über meine Hand und zog mich weiter über die Äste und Blätter am Boden. Und auf einmal klickte es in meinem Kopf und ich war es, die Newt zog. „Wohin gehst du, was ist los?“ Ich antwortete nicht, stattdessen folgte ich dem Weg, der mir vor Augen gezeigt wurde. Und dann erreichten wir die Stelle. Ich blieb abrupt stehen und Newt sah mich verwirrt an.
„Hier ist damals so viel schlimmes passiert. Hier hast du mich gefunden, gerade als ich schon bereit war aufzugeben.“ Ich zeigte auf einen der Bäume, an dem noch die Seile von damals auf dem Boden lagen. „Was ist damals passiert?“ Newt sah mich mit traurigen Augen an. „Gally und zwei seiner Freunde waren es satt mich hier zu haben. Sie verstanden nicht, warum ich als einziges Mädchen da war. Sie waren der Meinung, dass ich nicht hier hin gehörte und schon gar nicht das Recht hatte eine Meinung zu haben. Sie haben mich während der Arbeit abgefangen und in den Wald entführt.“ Ich sah auf die Seile zu meinen Füßen. Die Erinnerungen daran waren so frisch wie eh und je.

Newts Arme legten sich um mich und vorsichtig strich er die Tränen weg, die ich gar nicht bemerkt hatte. „Es ist vorbei. Gally ist nicht mehr da. Er hat das hier nicht überlebt. Er wird dir nichts mehr tun.“ Ich nickte und drückte meinen Kopf in Newts Brust, der mir beruhigend über den Rücken strich. „Es tut mir leid.“ Ich hob vorsichtig den Kopf und sah Newt an. „Ich hätte dich nicht hier hin bringen sollen. Das ist meine Schuld.“ Ich schüttelte den Kopf. „Es war nie deine Schuld. Du warst immer der, der alles besser gemacht hat.“ Newt drückte mich wieder etwas enger an sich.


Wir saßen an einem Baum gelehnt, nicht weit von der Lichtung. Ich konnte die anderen sehen, die in Gruppen auf der Lichtung standen. Einige standen bei den Beeten, an denen wir selbst einmal gearbeitet hatten.
„Ich habe dir noch nicht die ganze Wahrheit gesagt und wahrscheinlich ist jetzt der beste Augenblick dafür.“ Newt sah mich von der Seite an, meine Hand lag in seiner und er strich vorsichtig über meinen Handrücken. „Ich wusste damals, dass etwas anders war. Ich habe diesen Schmerz gespürt, er hat mich Nachts wachgehalten und mich nicht mehr alleine gelassen. Ich habe es nicht mehr ausgehalten. Ich konnte nicht mehr. Es wurde mit jedem Tag schlimmer. Die Angst nie von dort wegzukommen. Das Gefühl, keine Vergangenheit zu haben.  Eines Tages bin ich ins Labyrinth. Ich wollte alles beenden. Ich bin die höchste Mauer hinauf, ich wollte springen. Mich konnte einfach nichts mehr umstimmen. Ich habe keinen Sinn mehr gesehen. Wir waren eingesperrt und dann kam dieser Verlust dazu, der einfach nicht verschwand. Ich wusste nicht was ich verloren hatte, aber es ging nicht weg. Urplötzlich war er da und ließ sich nicht erklären. Jeder Lückenfüller war unbrauchbar.“ Ich schluckte schwer. Newt hatte sich umbringen wollen, und auch meinetwegen. Obwohl er nichts mehr von mir wusste, war ich der Grund, warum er nicht mehr weiter machen wollte. Newt zog mich ein Stück näher zu sich. Ich atmete seinen Geruch ein. Newt legte seinen Kopf auf meinen und spielte mit meiner Hand. Ich musste wieder an unseren Lieblingsort denken. Wieder löste sich eine Träne aus meinen Augen. Wir hatten etwas verloren. Nein, uns wurde etwas so wunderbares genommen und jetzt war es einfach weg, Wir waren nicht mehr dieselben. „Wir haben uns verloren. Alles was wir damals erlebt haben, all die Geheimnisse, es ist alles weg.“ Ich drückte mein tränenüberzogenes Gesicht in Newts Pullover. Seine Hand strich über meinen Rücken.
„Ich habe mich gesträubt meine Erinnerungen zurück zu bekommen und jetzt würde ich alles geben, nur um unsere Vergangenheit wiederzubekommen. Ich wüsste doch so gerne mehr von dem, was ich verloren habe, auch wenn ich nicht mehr lange zu Leben habe." Ich zuckte zusammen. "Sag das nicht. Wir finden eine Lösung. Thomas und Minho suchen danach. Sie kommen wieder und retten uns.“ Newts Augen hielten mich fest. Er glaubte nicht daran. Er hatte bereits mit dem Leben abgeschlossen.


*


„Was ist, wenn wir doch gehen? Wie kennen den Weg raus, wir können einfach verschwinden.“ Es waren weitere zwei Tage vergangen, an denen nichts passiert war. Newts Blick wurde wilder und ich hatte das Gefühl ihn bald nicht mehr unter Kontrolle zu haben. Ich spürte auch, dass ich nicht mehr ausgeglichen war. Wir waren für alle auf der Lichtung eine Gefahr.
Ich sah Newt mit fragendem Blick an. Es war meine Idee gewesen, aber die Lichtung übten einen passiven Druck auf mich aus. Durch die Unsicherheit was mit den anderen ist und dem vielen nutzlosen Sitzen, hielt ich es hier kaum noch aus.
„Vielleicht können wir ja von hier etwas verändern.“  Newt hatte sich in Denkerpose hingestellt und spon meine Gedanken weiter. „Sie erwarten ja nicht, dass wir hier rausfinden. Sie wissen ja nicht, dass wir das hier alles schon einmal geknackt haben.“ Ich nickte zufrieden. „Wäre doch einen Versuch wert, meinst du nicht?“ Ich sah in Newts Augen, dass ich gewonnen hatte, aber er schien mir noch etwas vorspielen zu wollen. „Hier ist es sicher, da draußen laufen die mit Waffen rum und warten nur darauf, uns abzuknallen.“ Ich zuckte mit den Schultern. „Wir sterben ja so oder so.“ Ich schlug mir entsetzt auf den Mund, als mir Newts Selbstmordversuch einfiel. Ich hatte versucht nicht daran zu denken, aber jedes Mal wenn das Wort Tod fiel, bekam ich ein schlechtes Gewissen. „Das meine ich so nicht, ich…“ Newt unterbrach mich: „Keine Angst, da bin ich drüber hinweg.“ Er rückte ein Stück näher an mich und sah mir tief in die Augen. „Du willst das wirklich machen? Dich in Gefahr begeben?“ Ich nickte und rückte noch ein Stück näher zu ihm. Zwischen uns passte wenn überhaupt nur noch ein Apfel. „Ich habe keine Lust mehr länger zu warten. Wir werden den anderen von hier aus helfen. Bist du dabei?“ Ich sah Newt lächelnd an. Woher ich den Mut hatte, so eine Aktion zu planen, wusste ich auch nicht. Als Newt dann nickte, konnte ich nicht länger still bleiben. Ich überbrückte die letzten Zentimeter zwischen uns und legte meine Arme um seinen Hals. Unsere Gesichter waren jetzt ganz dicht aneinander. Mein Lächeln wurde noch breiter und Newt erwiderte es. Dann beugte er sich vor und gab mir unseren ersten zweiten Kuss. Es war das erste Mal, seit ich meine Erinnerungen wieder hatte, dass er mich küsste. Und es war genauso gut, wie die Male davor. Ich lächelte in den Kuss hinein.
Als ich keine Luft mehr bekam, löste ich mich von ihm. Schwer atmend sahen wir uns in die Augen. „Wow.“ Newt flüsterte die Worte nur, aber es war klar und deutlich.


Wir sagten keinem etwas, wir verschwanden einfach durch das geöffnete Tor. Es war mittlerweile Nachmittag und die neue Gruppe hatte sich zum Essen getroffen. Es würde dauern, bis sie bemerkten, dass wir einfach weg waren.
Das Labyrinth wirkte nicht ganz so groß, wie damals. Newt und ich fanden schnell den Ausgang, keiner folgte uns und auch sonst entdeckten wir nichts auf dem Weg. Es war, als ob die Griewer nicht mehr da waren. Wir hatten das Glück auf unserer Seite.
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