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Chasing Hope

von Dreamer5
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Harriet Newt OC (Own Character) Sonya Teresa Agnes Thomas
16.03.2018
02.01.2021
55
104.540
16
Alle Kapitel
76 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
24.03.2019 2.506
 
Herzlich Willkommen zu einem neuen Kapitel.
Ich wollte mich noch einmal ganz herzlich bei den ganzen Review-Schreibern und den Empfehlungen bedanken. Das ist wirklich unglaublich. Ich hätte wirklich nie mit so einem positiven Feedback gerechnet. Ein ganz großen Dank an euch alle.
Das motiviert wirklich unglaublich zum Weiterschreiben. Und danke, dass ihr auch meine ganzen Pausen überstehet, die ich durch die Uni immer unfreiwillig einlegen muss.

Das Kapitel ist auch mal wieder etwas länger als sonst. Also wünsche ich ganz viel Spaß und freue mich wie immer über Kommentare.
Ganz liebe Grüße,
Jess   :D







Ich rannte so schnell, dass ich jedes Mal nur knapp um die Ecke kam. Ich schlitterte so schnell ich konnte die Flure entlang. Jansons Truppen waren bestimmt schon fast da und ich hatte das Gefühl, noch Kilometer entfernt zu sein. Vielleicht hatte ich auch eine falsche Abzweigung genommen, ich war mir nicht mehr sicher, aber ich musste dennoch weiter.

Ich lief einen Flur entlang, als ich ein Rauschen vernahm. „… nicht mehr weit. Over.“ Mein Schritte wurden automatisch langsamer und ich schlich mich leise voran. Das war ein Funkgerät. Es klickte und ich hörte die leise Stimme eines Mannes. „Wir sind fast an der Halle. Von hier entkommt keiner mehr. Over and Out.“ Mein Herz pochte schmerzhaft gegen meine Brust, als ich am Ende des Flurs ankam.
Ich blickte vorsichtig um die Ecke, da waren die Männer, bewaffnet bis an die Zähne und ich? Ich hatte einen Granatwerfer. Einen einzigen gegen fünf Männer. Schnell zog ich meinen Kopf zurück und presste mich gegen die Wand. Ich hatte es fast geschafft, ich musste nur noch an den Männern vorbei. Aber genau davor hatte ich Angst, ich hatte bis jetzt viel zu viel Glück gehabt.
Aber was tat man nicht alles für Newt. Ich atmete noch einmal tief durch und sah ein weiteres Mal um die Ecke. Den ersten würde ich locker von hinten erwischen, die anderen müsste ich dann währenddessen irgendwie in Schach halten.
Ich sprang hinter der Ecke hervor und schoss, brüllend fiel der erste Mann zu Boden. Das rief die Aufmerksamkeit der anderen auf ihn und sie drehten sich zu ihm um. Ich schoss ein zweites Mal und der Nächste fiel mit einem lauten Jaulen um. Jetzt waren es nur noch drei, aber sie kamen mit erhobenen Waffen auf mich zu. „Verdammt!“
Bevor ich jedoch noch etwas tun konnte, zischte es von hinten und ein weiterer Soldat jaulte vor Schmerzen auf. Ich nutzte die Chance und schoss ein weiteres Mal auf einen der Männer, jedoch traf ich nicht. Stattdessen flog ein blauflimmernder Ball knapp an mir vorbei. Ich spürte die Energie auf meiner Haut, ein Kribbeln, dass mich an einen Luftballon erinnerte, der die Haare am Körper zum Aufstehen brachte. Das konnte nicht gut enden. Wieder schoss eine Kugel auf mich zu, diesmal war sie noch näher und für einen Moment zuckte ein leichter Schmerz durch meinen Arm.
Ein weiteres Mal zischte es von hinten, dann noch einmal.
Es war auf einmal so still und ich sah auf die Männer, die am Boden lagen. Schritte polterten um die Ecke und ich sah in die Gesichter von Thomas, Newt, Minho und Brenda. Sie hatten ihre Waffen in der Hand und richteten sie auf mich.
Dann vernahm ich eine Stimme, seine Stimme. „Feli? Bist du das?“ „Verdammt, Felina! Ich hätte dich fast angeschossen.“ Minho ließ seinen Granatwerfer zu Boden sinken. Auch die anderen nahmen die Waffen herunter.
„Wo sind die anderen? Was machst du hier?“ Minho sah mich fragend an. „Wir sollten an einen sicheren Ort gebracht werden, aber ich wollte euch nicht hier lassen. Janson sucht euch, er ist wütend.“ Thomas nickte. „Das kann er gerne sein. Nächstes Mal kriegt er noch ein blaues Auge.“ Ich schüttelte den Kopf. „Verstehst du das nicht? Ihr seid in Gefahr. Das war nur eine Gruppe, die er geschickt hat. Hier sind viel mehr unterwegs auf der Suche nach euch.“

Während ich hier hin gerannt bin, hatte ich auch noch weiter über den Virus nachgedacht. Newt und ich hatte ihn beide. „Ich musste Newt finden.“ Die Jungs und Brenda sahen mich irritiert an. „Was ist los?“ Newt kam einen Schritt auf mich zu. „Du weißt, dass du nicht immun bist, Newt. Weder du noch ich würden da draußen überleben. Ich bin mir sicher, dass du auch schon die ersten Anzeichen spürst. Sobald du von hier verschwindest, ist es vorbei.“ Tränen sammelten sich in meinen Augen. Ich machte mir wirklich Sorgen um ihn, dort draußen würde sich das Virus viel schneller im Körper ausbreiten. „Felina, mir ist das bewusst. Aber ich werde hier nicht länger bleiben, ANGST ist ein teuflischer Ort. Wir müssen ihnen zeigen, dass wir keine Versuchskaninchen sind. Wir sind Menschen. Sie dürfen so nicht davon kommen.“
„Newt, du wirst sterben.“ Jetzt brach meine Mauer und ich fing an zu weinen. „Du darfst nicht… gehen.“ Ich schluckte schwer. „Ich werde so oder so sterben.“ Ich schüttelte den Kopf. „Wenn du jetzt gehst, ist deine Chance zu überleben noch kleiner.“ Die Tränen flossen weiter. Newt zog mich ohne etwas zu sagen an sich. Ich wusste, dass er seine Entscheidung schon getroffen hatte, aber ich musste ihm umstimmen. Da draußen würde er sterben, hier drin war wenigstens noch die Chance die Krankheit für eine Weile aufzuhalten.
„Leute, wir haben nicht viel Zeit. Felina, was schlägst du vor?“ Brendas Stimme holte mich aus meinen Gedanken. Ich löste mich aus der Umarmung. Die Tränen liefen immer noch, aber ich musste es aussprechen. „Newt und ich bleiben hier. Wir werden uns verstecken und mit den Medikamenten den Virus zurückhalten.“ Thomas zog scharf die Luft ein. „Ihr werdet hier sterben.“ „Nicht unbedingt.“ Brenda stand mit verschränkten Armen vor uns. „Hier im Gebäude gibt es ein paar unbewachte Orte. Da könnten die beiden sich verstecken. Wenn sie wieder ins Labyrinth gehen, fallen sie nicht auf und sind sicher. Außerdem hat Felina ihre Erinnerungen wieder und dadurch auch einen Plan von dem Laden.“ Ich nahm Newts Hand und sah ihm in die Augen. „Wir können nicht von hier weg. Das wäre unser Tod.“ Er sah mich traurig an. „Glaube mir, davor habe ich die geringste Angst. Ich werde das zu Ende bringen.“ Ich scheiterte, ich konnte ihn nicht umstimmen.


„Newt, ich weiß, dass du dich nicht mehr daran erinnerst, aber wir beide, wir hatten eine besondere Beziehung. Ich liebe dich, Newt.“ Das war mein letzter Versuch, ich hatte mich nicht getraut ihm die Wahrheit zu sagen, aber wenn das das letzte Treffen von uns beiden sein sollte, dann wollte ich alles richtig machen. Ich sah in seine braunen Augen. Sein Blick war fest und ich wusste, dass ich verloren hatte. Ich trat einen Schritt zurück. „Es tut mir leid.“ Ich stellte mich neben Brenda.

Die drei Jungs sahen mich mit traurigen Augen an. „Newt, so gerne ich dich dabei haben will, aber Felina hat recht.“ Thomas legte eine Hand auf die Schulter seines besten Freundes. „Kommt nicht in die Tüte. Ich bleibe nicht in diesem beklonkten Laden. Ich werde das mit euch zu Ende bringen.“ Jetzt schüttelte auch Minho den Kopf. „Kumpel, wenn es eine Chance gibt dich zu retten, dann nutze ich sie. Und Felina hat anscheinend eine gefunden.“ Newt sah geschockt zu seinen beiden Freunden. „Das macht ihr jetzt nicht wirklich.“ „Newt, du bist unser bester Freund und dieses Mädchen da, hat vielleicht den Schlüssel in der Hand, um dich zu retten. Und ihr und Brenda vertraue ich mehr als sonst einem Mädchen.“ Thomas lächelte mir aufmunternd zu. „Das könnt ihr doch nicht machen.“ „Newt, ihr habt nicht viel Zeit. Du und Felina solltet jetzt los.“ Brenda drehte sich zu mir um. „Du weißt wo die Medikamente sind?“ Ich nickte. „Es gibt noch etwas, es gibt einen Ortungschip in eurem Körper. Du musst ihn entfernen. Kannst du das?“ „Das werde ich.“ Ich drückte Brenda in meine Arme.
„Newt, das ist deine letzte Chance.“ Ich sah ihn mit traurigen Augen an. „Ich zwinge dich nicht, dazu habe ich nicht das Recht. Aber ich gebe dir die Wahl.“ Der Blick des Blonden wanderte von mir zu den Jungs.
„Newt, als dein bester Freund rate ich dir, dass du gehst. Wir werden wieder kommen. Wir werden euch retten. Ich verspreche es.“ Thomas legte Newt die Hand auf die Schulter. „Geh mit ihr.“ Unsicher sah ich in Newts Gesicht, er schien nur passiv da zu sein. Und das tat mir fast noch mehr weh, als der Gedanke ihn gehen zu lassen. „Gut, das.“ Ein kleines Lächeln schlich sich auf mein Gesicht, als Newt sich neben mich stellte.
„Ich habe gar keine andere Wahl, die nehmen mich ja nicht freiwillig mit.“ Dabei zeigte er mit den Fingern auf Thomas und Minho. Die beiden Jungs nickten Newt zu. „Wir retten dich, Kumpel.“ Newt biss sich auf die Lippe. „Wenn ich hier doch sterbe, dann werde ich euch das nicht verzeihen.“ Die Jungs umarmten ihn und auch ich wurde in eine Umarmung gezogen. „Pass auf ihn auf. Es hat angefangen.“ Thomas flüsterte die Worte in mein Ohr und sah mir nochmal tief in die Augen. Ich nickte. „Ich werde mein bestes geben.“


***


„Wohin müssen wir?“ „Folge mir einfach.“ Ich nahm Newts Hand in meine und rannte los. Die anderen Wachen waren mittlerweile wahrscheinlich auch schon in der Nähe, wir mussten und uns beeilen. „Was meinte Brenda mit dem Chip?“ Newt, der etwas langsamer neben mir lief, folgte mir um die Ecke. „ANGST hat uns Chips in de Hinterkopf eingesetzt. Damit lassen sie uns manipulieren. Du bist nicht mehr du selbst. Und sie wissen immer wo du dich befindest. Ich hatte es selber vergessen. Aber ich glaube, ich weiß, wie wir es ausschalten.“ „Du glaubst?“ Ich bog um die Ecke und ließ Newts Hand los. „Ich habe das noch nie gemacht.“ Newt blieb stumm und lief weiter hinter mir her, ehe wir an einer silbernen Feuertür stehen blieben.
Schnaufend sah ich den Blonden an. „Hier hinter sind die Labore, wir müssen da rein und dürfen nicht erwischt werden.“ Newt nickte, atmete noch mal durch öffnete dann die Tür.

Der Gang war still vor uns. Hier musste wirklich Ausnahmesituation herrschen. Ich öffnete die erste Tür auf der linken Seite und sah ein Krankenzimmer mit zwei Betten. Ich schloss die Tür wieder, das Zimmer half uns nicht. Newt öffnete die rechte Tür und betrat den Raum. Wortlos folgte ich ihm und entdeckte die Monitore und Flüssigkeiten. „Bingo, das brauchen wir.“ Ich schloss die Tür und setzte mich an einen der Computer. Überall waren Symbole und Abkürzungen, die ich nur zur Hälfte verstand. Ich klickte mich etwas durch das Menü, während Newt einen Schrank nach dem anderen öffnete. Ich wusste nicht, was er da genau suchte, aber ich war gerade anderweitig beschäftigt.

„Ich hab es.“ Ich drehte den Stuhl zu Newt um, der mich jetzt fragend an sah. „Ich habe das richtige Programm gefunden. Wir müssen uns jetzt nur och da auf den Stuhl setzen und dann macht der Scanner den Rest.“ „Was macht er?“ Newt stellte sich neben mich und sah auf die Buchstaben auf dem Bildschirm. „Du hast hier im Nacken den Chip. Der Scanner verbindet sich mit dem Chip und man kann ihm neue Befehle geben oder eben auch ausschalten.“ „Tut das weh?“ Ich schüttelte den Kopf. „Das Entfernen wahrscheinlich, aber wir schalten ihn ja nur aus und löschen die Daten.“ Newt setzte sich auf den Stuhl und ich hielt das kleine silberne Gerät, das irgendwie wie ein Sauger aussah an Newts Nacken. Newt stöhnte auf. „Das ist ja voll kalt!“ Ich musste kurz grinsen. „Aber ohne geht nicht.“ Ich betätigte den kleinen Knopf und ein leises Summen war zu vernehmen, dann piepte der Computer. „Das war‘s.“ Newt zog seinen Kopf zurück. „Dann mache ich das jetzt bei dir.“ Wir wechselten Plätze und Newt hielt den Scanner an meinen Nacken. Eine leichte Gänsehaut breitete sich auf meinem Körper aus. Wieder piepte es und Newt zog das Gerät wieder weg. „Das war es jetzt?“ Ich nickte.
„Wir brauchen noch die Medikamente. Sie lassen die Symptome langsamer auftreten.“ Ich öffnete ein paar Schränke, bis ich eine Dose mit Spritzen entdeckte. „Hier, das sind sie. Wie auf der Lichtung.“ Newt nahm mir eine Spritze ab und öffnete sie. „Dann probieren wir das doch mal.“
Bevor ich noch etwas sagen konnte, hatte er sich die Nadel schon in den Arm gesteckt und spritzte die Flüssigkeit in seinen Körper. Ich sah ihn stumm dabei an. Meine Anzeichen waren noch nicht ausgeprägt genug, weshalb ich die Spritzen nicht vergeuden wollte. Wir würden sie bestimmt noch brauchen.

„Wir müssen weiter, Newt.“ Der Blonde schmiss die Spritze in den Mülleimer und öffnete dann die Tür. Immer noch war der Gang leer und ich versuchte mich an die richtige Richtung zu erinnern. Wir konnten den Aufzug nicht nehmen, wir mussten durchs Labyrinth zurück.
„Wir müssen nach unten. Komm.“ Wieder lief ich los und augenblicklich folgte mir Newt durch die Flure.


*


Wir betraten die Halle, in der ich damals völlig verängstigt und von ANGST gesteuert gerutscht war. Ein seltsames Gefühl breitete sich in meiner Magengegend aus. Unsere Schritte echoten in dem riesigen Raum. Dort war die Rutsche, irgendwo musste ja auch ein Weg nach oben sein. Newt blieb an einer hellen Stelle am Boden stehen. „Was ist los?“ Newts Kopf sprang zu mir, so als ob er vergessen hätte, dass ich da war. „Hier wurde Chuck ermordet. Gally hat ihn umgebracht.“ Bei dem Namen Chuck hatte ich kein Gesicht im Kopf. Ich hatte den Jungen nie kennengelernt. Aber Gally sagte mir sehr wohl etwas. Newt starrte noch einen Moment auf die Stelle, ehe er dann zu einer Wand ging. „Hier ist eine Leiter.“ Ich sah nach oben zur Decke. Ich konnte nicht sagen, wo sie endete. „Nach dir, Newt.“ Ich schob die Packung mit den Spritzen zwischen meinen Hosenbund und meinem Bauch und hoffte, dass sie da nicht herausfallen würde.

Die Leiter wackelte heftig, als Newt und ich nach oben stiegen. Es war komisch wieder an den Ort zurück zu kehren, an den wir doch so schreckliche Erinnerungen hatten. Keiner hatte schöne Erinnerungen daran, aber es war tatsächlich der sicherste Ort für uns.
Ein schwaches Licht kam von der Seite, als wir den Ausgang erreichten. Newt sah zu mir herunter, als ich die letzte Sprosse empor kletterte. „Wir sind wieder da.“ Ein trauriger Blick lag auf Newts Gesicht. Ich schüttelte den Kopf. „Wir müssen noch durch das Labyrinth und wir haben nicht mehr so viel Zeit.“ „Na gut, dann los.“ Newt lief als erstes los, kurz sah ich ihm nach. Er humpelte stärker als eben. Was wohl mit seinem Bein war. Früher war er schneller als ich gewesen.
Wir durchliefen einen Gang nach dem anderen. Ich passte mich Newts Tempo an, er kannte sich hier am besten aus, als ich noch bei ihm war, war er Läufer.

Newt bog ein letztes Mal ab und ich konnte die Tore schon in der Entfernung sehen. „Komm schon, wir sind fast da.“ Ich beschleunigte mein Tempo noch einmal und lief durch das Tor. Newt kam neben mir zum stehen. Wir waren wieder da. Wir waren auf der Lichtung.
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