Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Chasing Hope

von Dreamer5
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Harriet Newt OC (Own Character) Sonya Teresa Agnes Thomas
16.03.2018
02.01.2021
55
104.540
16
Alle Kapitel
76 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
10.03.2019 1.962
 
Unsicher sah ich mich in dem dunklen Gang um. Es war immer dunkler geworden und ich konnte gar nichts mehr um mich herum erkennen. In weiter Entfernung hörte ich noch die Schritte von Janson, er hatte wirklich einen lauten Tritt an sich. Ich folgte ihm so leise wie es mir möglich war und blieb an der nächsten Abzweigung stehen. Wo war er? Die Schritte echoten aus dem linken Gang und ich folgte dem Geräusch. Dabei ließ ich meine Hand an der rechten Wand entlanglaufen. Der Gang war endlos und ich spürte hin und wieder einen Türrahmen an meinen Fingern. Als ich den fünften erreichte, wurde es etwas heller um mich herum. Von einer weiteren Abzweigung, die noch einige Meter entfernt war, fiel ein Lichtstrahl in den Gang. Ich lief bis zur letzten Tür am Gang und blickte dann vorsichtig um die Ecke. Auf der rechten Seite des Ganges war eine große Glasscheibe, durch die man einen Blick in einen kleinen Raum mit Computern und ein paar Personen werfen konnte. Ich erkannte Janson in der Mitte des Raumes. Ich war noch zu weit weg um etwas zu verstehen, deshalb ließ ich mich auf die Knie fallen und krabbelte vorsichtig zur Glasscheibe. Mein Herz klopfte gegen meine Brust und ich atmete noch einmal durch, ehe ich meinen Kopf vorsichtig nach oben schob, um das Geschehen im Raum besser zu verfolgen.

Janson redete mit zwei Wachen. Sein Gesicht war rot vor Wut und ich zog meinen Kopf noch ein Stück herunter. Seine Stimme war so laut, dass ich mich nicht mal bemühen musste, um zu verstehen, was ihn so aufregte. "... Wie kann es sein, dass ihr nicht mitbekommt, wenn hier einer ins Gebäude läuft? Seid ihr vollkommen unnütz? Ich gebe euch zehn Minuten, danach ist alles geregelt. Ich kümmere mich jetzt um die drei Bälger. Thomas hat seine Chance vertan." Ich duckte mich ganz schnell, als Jansons in meine Richtung sah.
Mein Herz raste, ich war gerade ganz knapp davongekommen erwischt zu werden. Aber Janson würde gleich wieder aus dem Raum kommen und er durfte mich hier nicht entdecken. Ich musste hier weg und zwar sofort. Ich krabbelte so schnell es ging den Gang zurück und blieb an der Tür stehen, an der ich eben um die Ecke gesehen hatte.
Konnte ich es wirklich wagen da reinzugehen? Aber alles war besser als von Janson erwischt zu werden. Ohne nochmal darüber nachzudenken öffnete ich vorsichtig die Tür und trat ein. Der Raum war pechschwarz. Ich tastete an der Wand entlang, um den Lichtschalter zu finden, als mich ein Geräusch innehalten ließ. Es war ein Schnaufen, nein eher ein Schnarchen. Eine Gänsehaut breitete sich auf meinem Körper aus, war ich gerade wirklich in einen Schlafraum gestolpert? Ich verkniff mir das Atmen und hörte auf das Geräusch. Wie viele Personen waren außer mir in dem Raum? Schnarchen tat einer, aber ich hatte das Gefühl, dass da noch jemand atmete. Verdammt, ich war gerade wirklich in die nächste Falle gestolpert.
Ich hielt mein Ohr an die Tür, draußen war nichts zu hören, aber das hieß nicht, dass Janson schon weg war. Ich musste hier also noch abwarten, aber wann würden denn die Personen in dem Raum wach werden? Das war eine tickende Zeitbombe. Ich überlegte, wenn es auch so ein Zimmer war, wie das, in welchem wir gewohnt hatten, dann waren es Stockbetten. Ich würde also unter das unterste Bett passen, wenn ich es finde. Ich legte mich vorsichtig auf den Bauch und robbte mich so leise wie möglich durch die Dunkelheit. Mein Herz hämmerte immer noch so laut in meiner Brust, dass ich Angst hatte, dass es die Leute wecken könnte.

Mit meiner Hand stieß ich gegen etwas metallenes. Nach kurzem Befühlen des Gegenstandes musste ich feststellen, dass es nur ein Stuhl war. Vorsichtig robbte ich weiter und stieß nach kurzer Zeit wieder gegen einen Gegenstand. Diesmal war es wirklich das Bett. Über mir schnarchte die Person weiter vor sich hin, während ich mich unter dem Bett versteckte. Hier würde man mich wenigstens nicht sofort entdecken, aber wie lange musste ich denn hier bleiben? Außerdem war es hier staubig und es spürte es schon in meiner Nase kribbeln.


*


Ich hatte jegliches Zeitgefühl verloren, es hätten zehn Minuten aber auch drei Stunden sein können. Hin und wieder drehte sich die Person über mir um, aber das war auch das einzige was passierte. Meine Nase kribbelte immer noch ganz fürchterlich, aber ich hatte den Nieser bis jetzt unterdrücken können. Meine Atmung hatte sich beruhigt und mittlerweile schlug auch mein Herz wieder in einem normalen Rhythmus. Ich hatte die Zeit unter dem Bett mit Nachdenken verbracht. Jansons Worte waren immer noch in meinem Kopf. Mit den drei Bälger meinte er ganz sicher Thomas, Newt und Minho, aber was hatte er jetzt mit ihnen vor? Waren sie vielleicht in Gefahr? Ich wusste nicht, wo sie sich zu diesem Zeitpunkt befanden und ich befürchtete das Schlimmste. Ich legte meinen Kopf auf meine Arme und atmete einmal tief durch. Ich wünschte mir einfach so sehr, dass es bald vorbei war. Ich wollte meine letzte verbleibende Zeit nicht an diesem Ort verbringen. Ich wollte hier nicht sterben.
Bevor ich mir jedoch noch weiter Gedanken machen konnte, heulte eine Sirene los. Ich musste mir die Ohren zu halten, so unerträglich war die Lautstärke im Gegensatz zur Stille, die ich die letzte Zeit unter dem Bett erlebt hatte.
Die Person über mir wurde wach und ich hörte, wie Füße vor meinem Gesicht auf den Boden aufgesetzt wurden. „Miller! Wir müssen los!“ Die Stimmer gehörte einem Mann und von der anderen Ecke des Raumes hörte ich das leise Räuspern einer Frau. „Mach doch das Licht an, man sieht ja nichts.“ „Geht nicht. Jetzt komm schon!“ Ihre Füße trampelten noch kurz auf dem Boden herum, dann wurde die Tür aufgerissen und mit einem Knallen wieder zugeschlagen. Ich war mit der ohrenbetäubenden Sirene alleine in dem dunklen Raum.

Langsam zog ich mich unter dem Bett hervor. Die Sirene heulte immer noch um mich herum und ich stöhnte entnervt auf. Dieses Geräusch war schlimmer als der Frischlingsalarm auf der Lichtung. Ich stapfte ein paar Schritte nach vorne, bis ich mit dem Knie gegen die Wand lief. Ich tastete mich an der Wand entlang, bis ich den Türgriff gefunden hatte. Ich drückte ihn hinunter und sah nach draußen. Immer noch konnte man kaum etwas erkennen. Das bisschen Licht kam von dem kleinen Computerlabor und erhellte nur schwach den Gang. Niemand war zu sehen und über die Sirene hinweg konnte ich nicht viel hören. Ich öffnete die Tür ein Stück weiter und betrat nun ganz den Flur. Nach einem kurzen Blick um die Ecke, musste ich feststellen, dass keiner mehr in dem Raum hinter der Glasscheibe war. Wo waren nur alle hin? Was wurde hier gespielt?  
Ich lief an dem Computerlabor vorbei und blieb vor einer Eisentür stehen. Bevor ich sie aufdrücken konnte, hörte die Sirene auf und eine seltsame Stimme empfing mich. Ich hörte absolut nichts, keine Stimmen, keine Schritte. Es war alles totenstill.
Ich drückte die Tür vor mir auf und war in einem weiteren Gang, der nur von einem roten Notlicht beleuchtet. Es war nicht viel, aber zumindest etwas Licht. Ich lief den Gang weiter. Ich wusste nicht wo ich war. Ich hatte zwar in diesem Gebäude gelebt, aber dieser Abschnitt wirkte völlig fremd auf mich. Meine Schritte beschleunigten sich ungewollt und irgendwann rannte ich die Flure entlang. Ich wollte irgendjemanden finden. Am liebsten Newt, Thomas und Minho. Sie mussten ja hier irgendwo sein. An einer Abzweigung bremste ich abrupt. Vor mir auf dem Boden lagen zwei bewusstlose Wachen. In ihren Westen klaffte eine verbrannte Stelle und neben ihnen lagen ein paar Gewehre. Eine der Waffen kam mir besonders bekannt vor - Ein Granatwerfer. Ich hatte mit der Waffe noch nie geschossen, aber ANGST hatte sie gerade entwickelt, als ich in Labyrinth B musste. Ich nahm den Granatwerfer vom Boden auf und hielt ihn fest in der Hand. Er war ganz schön schwer, aber ich musste mich hier verteidigen können. Die Wachen waren ausgeschaltet, dann musste etwas passiert sein.

Mit der schweren Waffe in der Hand lief ich weiter. Nach einiger Zeit passierte ich wieder einen bewusstlosen Wachmann. Diesmal hielt ich an und fühlte seinen Puls. Ich hatte ein ganz merkwürdiges Gefühl im Bauch. Der Wachmann lebte noch und ich lief wieder ein Stück weiter.
Wieder tat sich vor mir eine große Eisentür auf und ich öffnete sie mit viel Kraft. Jedoch so viel, dass sie polternd gegen die Wand krachte. Erschrocken fuhr ich zusammen, aber um mich herum blieb es still. Diesmal bewegte ich mich etwas leiser nach vorne und sah mich etwas genauer um. Dieser Gang kam mir etwas bekannter vor, auch wenn er nur spärlich von dem roten Notlicht beleuchtet wurde.
Je mehr ich die Flure entlang lief, desto sicherer wurde ich mir, dass ich hier früher öfter war. Ich war so vertieft, dass ich fast die Stimmen überhört hätte, die hinter einer Ecke lauter wurden. So schnell ich konnte drückte ich mich in einen Türrahmen und sah zu, wie eine paar Gestalten am Ende des Ganges auftauchten. Es war Janson und ein Wachmann. „Sorgen Sie dafür, dass die Labore geschützt werden. Niemand darf dort rein.“ „Was ist mit den Jungs und Brenda?“ „Darum kümmere ich mich persönlich. Sie entkommen uns auf jeden Fall nicht.“ Die beiden Männer bogen in die andere Richtung ab und ich atmete erleichtert aus.

Ich musste dringend die Jungs finden. Sie waren wirklich in Gefahr. Ich drehte mich um und lief zur letzten Abzweigung. Ich hatte eine Ahnung wo die Jungs hingelaufen sein könnten. Hier in der nähe war der Hangar, von dort aus könnte man am besten fliehen, wenn alle das Gebäude schützen mussten. Ich musste nur den richtigen Weg finden.


*


Ich passierte eine weitere Tür, als ich erschrocken aufkeuchte. Vor mir wurde eine Tür geöffnet und ein Wachmann trat aus einem Raum. Mein Kopf war auf einmal vollkommen leer und ich wusste nicht, was ich tun sollte. Der Mann drehte sich zu mir um und blieb ebenso verwirrt stehen. Dann kam Leben in ihn und er kam auf mich zu. Ohne zu überlegen rannte ich zurück. „Halt! Bleib stehen!“ Ich dachte aber nicht daran, dann fiel mir auf, dass ich genau aus so einem Grund eine Waffe bei mir trug und blieb abrupt stehen. Der Wachmann lief mir immer noch nah, bemerkte aber, was ich vorhatte und kam schlitternd zum stehen. Die Panik in seinen Augen konnte ich auch in dem spärlichen Licht erkennen. Jedoch hielt mich das nicht mehr auf. Ich drückte den Abzug und mit einem lauten Knistern landete die blauleuchtende Munition auf der Brust des Mannes. Er schrie vor Schmerzen und fiel zappelnd zu Boden. Immer noch weiter sorgte der Stromschlag dafür, dass er wie ein Fisch an Land zuckte. Mit zitternden Händen hob ich den Granatwerfer an und sah dabei zu, wie der Mann leblos auf dem Boden lag. Ich hatte wirklich auf ihn geschossen und ich hatte diesmal kein schlechtes Gewissen.
Das Adrenalin in meinem Körper zwang mich, weiter zu rennen. Ich musste unbedingt die Jungs finden, bevor es Janson tat. Er würde ihnen wer weiß etwas antun. Das durfte ich nicht zulassen.





Ich bin mal wieder mit einem neuen Kapitel da. Persönlich finde ich es diesmal nicht so spannend, ist halt leider so ein kleiner Lückenfüller. Ich hoffe ihr nehmt mir das nicht übel. Das nächste finde auf jeden Fall besser. Ja genau, das nächste Kapitel. Das kommt diesmal nicht erst in einem Monat. Ehrenwort. :D

Falls ihr euch mal gefragt habt, welche Musik ich während des Schreibens so höre, dann könnt ihr ja mal einen Blick in meine Playlist werfen.

Danke an alle Favoriteneinträge und die insgesamt jetzt schon neunte Empfehlung. Das hätte ich nicht erwartet. Ganz großes Danke  :*
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast