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Chasing Hope

von Dreamer5
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Harriet Newt OC (Own Character) Sonya Teresa Agnes Thomas
16.03.2018
02.01.2021
55
104.540
16
Alle Kapitel
76 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
11.02.2019 1.589
 
Hallo alle zusammen.
Ich war lange nicht mehr hier. Dennoch freut es mich, dass die Anzahl der Leser und der Favoriten gestiegen ist. Also auch ein Hallo an alle neuen Leser.
Die letzten Wochen waren ziemlich anstrengend bei mir und ich habe es einfach nicht geschafft. Ich hoffe aber, dass mein nächstes Update in nicht so weiter Ferne liegt. Ich bemühe mich wirklich, habe aber immer noch ein paar Arbeiten im Nacken hängen.
Ich wünsche euch aber jetzt viel Spaß mit dem neuen (kurzen) Kapitel.
Ich freue mich sehr über Rückmeldung.
Ganz liebe Grüße,
Jess








Harriet biss von ihrem Brot ab und sah zurück auf die Tür, durch die wir gekommen sind.
"Sonya?" Ich wollte ihr unbedingt so viel über meine Zeit in Gruppe A erzählen. Aber ich wusste nicht wie. Sie sah mich an, wartete darauf, dass ich weiter redete. "Ich habe Newt in Gruppe A kennengelernt." Ich stockte, es fühlte sich irgendwie komisch an ihr zu erzählen, dass ich mich in ihren Bruder verliebt hatte. Dass wir eine gemeinsame Vergangenheit hatten. Es war so viel zwischen uns passiert, aber ich wusste nichts mehr davon. Und Newt anscheinend auch nicht. Keiner von den Jungs aus Gruppe A hatte auf mich reagiert, als wir uns gesehen haben. Ich kannte sie doch, aber wir hatten uns vergessen.
Sonya sah mich immer noch an und auch Harriet hatte mich fest im Blick. „Newt war ein guter Freund von mir.“ Harriet und Sonya sahen sich beide kurz an.
„Ihr seid verliebt."
Mein Kopf schellte überrascht nach oben. „Wie...? Woher…?" Harriet fing an zu grinsen. Das erste Mal, dass es sich wirklich echt bei ihr anfühlte.
„Wir haben euch gesehen. Ihr hattet zwar keine Erinnerungen mehr an die Zeit, aber eure Blicke haben trotzdem Bände gesprochen." Harriet nickte ebenfalls leicht. "Da war so eine Verbindung. Kaum spürbar, aber doch da. So eine Vertrautheit, obwohl du am Anfang so genervt von ihm warst.“ Ich musste lachen. „Bei unserem ersten Kennenlernen war es aber auch nicht so viel einfacher." Sonya sah mich an. „Jetzt musst du aber erzählen und zwar alles!“

Ich rutsche etwas näher an meine Freundinnen und begann zu erzählen, wie Newt und ich warm geworden sind. Wie er langsam mein Herz eroberte, ohne sich besonders bemühen zu müssen. Es schien fast sofort ihm gehört zu haben, obwohl ich es mich nicht bewusst war.
Als ich endete sah ich Sonya nervös an, immerhin war Newt immer noch ihr Bruder. „Er war früher ein so lieber Mensch. Ich hätte mir keinen besseren Bruder wünschen können. Ich vermisse ihn wirklich.“ Sonyas Augen füllten sich mit Tränen und sofort fühlte ich mich wieder so unheimlich schlecht, weil ich mit Newt angefangen hatte. Ich zog sie zu mir und drückte sie an mich.
„Es ist schon okay, ich habe schon oft Menschen verloren. Meine Eltern leben auch nicht mehr. Newt lebt noch, also sollte ich nicht weinen.“ Sofort fiel mir der Virus wieder ein. Newt und ich waren beide infiziert. Wie lange hatten wir noch? Tage, Woche, Monate?

Ich sah Sonya an. „Erinnerst du dich noch an deine Eltern?" Sonya überlegte kurz und nickte dann. "Ich weiß nicht mehr viel, aber ein wenig schon."
Ich sah zu Harriet, die ein ersticktes Geräusch von sich gab. „Was ist denn los?" Ich strich über ihre Hand und sah sie an. Tränen wallten in ihren Augen auf und auf einmal sah sie wieder so verzweifelt aus. Sie schüttelte den Kopf. Auch Sonya beugte sich jetzt nach vorne. „Harriet, was ist denn los?" Noch nie hatte ich Harriet so gesehen und je länger sie hier bei uns saß, desto schlimmer wurde es.

„Ich... Ich habe meine Mutter umgebracht." Ich sah Harriet lange an. "Wir alle hatten viel schlimmes erlebt, aber jemanden zu Töten, war etwas ganz anderes.

Harriet schien in eine andere Welt zu verschwinden, dennoch erzählte sie leise weiter. „Immer wieder schrie sie. Immer rief sie, dass die Stimmen weggehen sollen. Ich war doch noch so klein, ich verstand es nicht. Immer weiter schrie sie, bis es einfach aufhörte. Dann machte sie normal weiter. Jeden Tag wurde es schlimmer. Die Schreie wurden lauter und länger.
Irgendwann schlug sie mich und trat nach mir. Ich konnte mich nicht vor ihr verstecken. Sie fand mich doch jedes Mal. Ich dachte, dass sie mich vergisst mit den Schreien, aber sie fing mich an zu hassen. Ich sollte doch endlich sterben, dann sei alles wieder gut. Ich war Schuld an ihren Schmerzen. Irgendwann versteckte ich mich in der Küche. Ich hatte das Messer in der Hand. Ich weiß nicht mehr, woher es kam, aber es war auf einmal da. Ich hörte ihre Schritte. Hörte wie sie näher kam. In dem Schrank, in dem ich saß war es stockdunkel. Dann schlurfte sie ins Zimmer und immer näher zu dem Schrank. Immer wieder sagte sie, dass sie mich finden wird und mich dann umbringt. Sie wiederholte die Worte die ganze Zeit. Dann blieb sie vor der Tür stehen und öffnete den Schrank. Ich wusste nicht, was ich machen sollte. Ich wusste es nicht." Harriet rannen Tränen das Gesicht herunter. So gebrochen hatte ich sie noch nie gesehen. Ich wusste, dass sie uns nicht mehr wahrnahm. Wir waren längst nicht mehr vor ihr. "Meine Hand zuckte nach vorne. Das Messer war auch so schwer und dann ließ ich es einfach los, aber es fiel nicht zu Boden. Es war in ihrer Brust. Der Griff war genau auf meiner Augenhöhe. Sie gurgelte vor sich hin und kippte dann hinten. Sie war tot. Ich habe mich nicht mehr getraut, sie anzusehen oder anzufassen. Sie war schon lange nicht mehr meine Mutter gewesen." Sonya rückte ein Stück nach vorne und griff nach Harriets Händen, die zurückschreckte, da sie uns total vergessen hatte. "Ich... Ich.." Mehr schaffte sie nicht. Die Worte verebbten in ihrem Mund und stattdessen liefen mehr Tränen ihr Gesicht herunter, das gefolgt von lauten Schluchzern die Blicke der anderen auf sich zog. Aber wir achteten nicht darauf, sondern zogen sie in unsere Mitte und kuschelten uns ganz eng zusammen.. Irgendwann verstummten Harriets Schluchzer und ich sah zu ihrem Kopf herunter. Sie war tatsächlich eingeschlafen. Ich strich ihr nochmal vorsichtig durch die Haare und redete dann leise mit Sonya weiter, um sie nicht zu wecken.


*


Es waren Stunden vergangen, zwischendurch kam ein Mitarbeiter, der für alle etwas Warmes zu Essen brachte, aber sonst passiert nichts. ANGST zeigte kein weiteres Interesse, oder aber sie beobachteten uns heimlich. Das war es mit Sicherheit.
Ich lag mittlerweile auf dem Boden und starrte an die Decke, die so weiß war, wie der Rest dieses Schuppens. Überall um mich herum lagen auch die anderen Jugendlichen, selbst das Nichtstun machte müde.

Es kam so plötzlich, dass ich gar nicht reagieren konnte. Das Licht ging aus und den Raum füllte sich mit entsetzten Schreien. Ich konnte immer noch nicht reagieren und lag auf dem Boden, als Schritte um mich herum laut wurden. Jemand stolperte über mein Bein und ich zog es an mich. Der Tritt war heftig, aber mittlerweile stieg mein Adrenalinpegel, so dass ich es nicht mehr wirklich merkte.
Eine Sirene folgte den Schreien und jetzt brach wirklich Panik unter allen aus.
Alle  liefen in der Dunkelheit durcheinander, ich hörte, wie sie gegeneinander und dann doch wieder weiter liefen.

Ein schwaches Licht erschien im Raum und es wurde etwas ruhiger, so dass ich die Stimme von Janson erkannte. „Leute!“ Er rief noch ein paarmal, bis wirklich alle leise waren. „Jemand ist hier eingedrungen. Aber keine Panik, wir haben sie schon erwischt. Zur Sicherheit bringen wir euch aber in einen anderen Raum.“ Janson ließ keine Fragen zu, sondern drehte sich um und lief es dem Raum. Das Licht verschwand mit ihm. „Kommt.“ Keiner ließ sich das zweimal sagen und schnell leerte sich der Raum.

Ich eilte nach vorne und erreichte Janson. „Wo sind die anderen? Wo sind Thomas, Newt und Minho?“ Janson sah mich kurz an. „Sie sind in einem anderen Abschnitt des Gebäudes.“ Ich versuchte mit ihm Schritt zu halten. „Aber geht es ihnen gut?“ Janson antwortete nicht. „Geht es ihnen gut?“ „Wenn sie keinen Blödsinn anstellen, dann schon.“ Verblüfft blieb ich stehen und jemand rannte in mich. „Man, Felina. Geh weiter!“ Schnell ging ich wieder weiter.
„Teresa?“ Janson war an einer Abzweigung stehen geblieben. Teresa kam von hinten nach vorne und blieb neben dem Rattenmann stehen. „Was ist los?“ „Führe die Gruppe bitte den rechten Flur entlang. Am Ende erreicht ihr eine große Halle, wartet dort auf mich.“ Teresa nickte und nahm die Lampe entgegen, die Janson ihr hinhielt.
„Warum sollten wir das tun?“ Harriet schien wieder etwas mehr Energie zu haben und sah Janson genervt an. „Ich sorge für Licht.“
Damit drehte sich Janson um und verschwand im linken Flur. Wir sahen ihm so lange hinterher, bis er nicht mehr zu sehen war.
„Na dann.“ Teresa hielt das Licht etwas höher. „Gehen wir los.“ Jeder schien etwas dagegen zu haben im dunklen Flur zu bleiben und folgte Teresas schlanken Gestalt.
Ich zog Sonya an der Hand zurück zu mir, als sie los gehen wollte.
„Ich gehe die Jungs suchen, ich habe ein schlechtes Gefühl dabei.“ „Ich komme mit.“ Ich schüttelte den Kopf. „Es fällt weniger auf, wenn nur eine Person weg ist. Außerdem musst du darauf achten, dass Teresa nicht immer noch unter einer Decke mit denen steckt. Bitte.“ Sonya nickte und ich lächelte ihr aufmunternd zu und lief dann den Flur entlang, in dem Janson eben verschwunden war.
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