Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Sein letzter Wunsch.

GeschichteHumor, Romanze / P18 Slash
Emily Farmer (männlich) Farmer (weiblich) OC (Own Charakter) Robin Sebastian
14.03.2018
12.10.2020
38
150.713
4
Alle Kapitel
48 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
15.03.2018 3.136
 
Kapitel 1
Die ersten Schritte.

Die erste Aktion in meinem Zuhause auf Zeit ist es, die Fenster aufzureißen, um die stickige Luft hinaus zu lassen. Die nächsten zwei Tage soll das Wetter regnerisch werden, das ist die perfekte Gelegenheit, mich einzuleben, so kann ich zumindest meine Möbel aufbauen und es mir gemütlich machen. Durch das miese Wetter habe ich auch eine Ausrede, mich noch nicht mit den Stadtbewohnern vertraut zu machen. Ich bin ein sehr kommunikativer Mensch, brauche viele soziale Kontakte in meinem Leben, aber mit einer Liste alle Bewohner ‚abzufertigen‘ und mich vorzustellen, ist einfach nicht mein Stil, ich will die Menschen auf natürlichem Weg kennen lernen.

Mit meinem Smartphone schalte ich Rockmusik meiner Lieblingsband an, die Musik schallt durch den per Bluetooth verbundenen Lautsprecher. Pappkarton für Pappkarton landen in meinem neuen Zuhause, auch meine Möbel schleppe ich ohne weitere Hilfe alleine in das Haus. Die erste kleine Baustelle wird mein Bett sein, es ist schwer, die Matratze durch die zu kleine Tür zu bekommen, aber ich bin ein kreatives Köpfchen und Matratzen sind weich.

Motiviert baue ich mein Bett zusammen, es ist eine meiner leichtesten Übungen, ich brauche nicht viele Handgriffe dazu, Möbel zusammen bauen kann ich durch meinen Job mittlerweile im Schlaf. Nach meinem Bett folgen noch meine Nachttische. Die Schränke und meinen Schreibtisch werde ich auf morgen verschieben, das ist halb so wichtig für den ersten Tag, beziehungsweise die erste Nacht.

Als ich Hunger bekomme, gehe ich in die Küche, stelle dann jedoch fest, dass der alte Herd komplett im Eimer ist…
„Ähm ja… wundervoll…“, bemerke ich sarkastisch, erinnere mich dann an das Snackpaket von heute Vormittag.

In der Tüte befinden sich zwei Äpfel, ein Stück Kuchen, ein Müsliriegel und ein Sandwich. Ich beschließe mein Essen auf meiner Veranda einzunehmen, lasse mich auf den Boden sinken, greife in die Tüte.
„Irgendwie schon recht nett hier“, spreche ich zu mir selbst, kaue dabei auf dem Sandwich. Meine Augen überblicken erneut die kleinen Fehlerchen auf der Veranda, wenn ich die Zeit hätte, würde ich sofort die alte Lackierung abschleifen und einige Holzbretter ersetzen.

Als ich fertig gegessen habe, motiviere ich mich erneut, mich meiner Arbeit zu widmen. Genug gefaulenzt.

Ich öffne mir eine Dose Joja Cola, trinke einige Schlucke, gehe wieder zurück ins Schlafzimmer, rülpse dann. Mein Rülpsen hallt ziemlich laut in dem kaum eingerichteten Raum, ich grinse.
Die Dose stelle ich auf meinem Nachttisch ab, öffne wahllos einige Umzugskartons, weil ich nicht schlau genug war, sie zu beschriften. Ich nehme den Karton mit meinen Küchenutensilien unter die Arme, schiebe einen weiteren mit meinem Fuß vor mich hin, bringe die Sachen an ihren Platz. Ausräumen kann ich die Kisten auch morgen, ich bin mittlerweile einfach zu faul, ich will nur noch für grobe Ordnung sorgen.

Alle Badezimmerartikel, Kosmetik, Rasierer, Duschgel, Shampoo, Bürsten, Haarspray und Handtücher trage ich ins Badezimmer. Auf meine wohl verdiente Dusche freue ich mich schon jetzt, doch ich habe noch ein wenig zu tun, um an Entspannung zu denken.

Als ich den nächsten Karton öffne, finde ich endlich, wonach ich suche. Meine Klamotten. Nachdem ich mir etwas Bequemes zum Anziehen raus gesucht habe, kicke ich die Kartons mit Gewand in die Ecke meines Schlafzimmers, gleich neben die noch nicht zusammen gebauten Möbel.

Zwei Kartons später finde ich meine Bilderrahmen mit den Fotos meiner Freunde, auch die werde ich morgen aufhängen, ich brauche in dieser fremden Umgebung einfach ein wenig Heimatgefühl. Ich vermisse Zuzu City jetzt schon…
Etwas wehmütig blicke ich auf die Fotos, betrachte mein Lieblingsfoto. Jayson, Dave, Joey, Trevor und ich stehen auf der Bühne. Es war einer unser ersten Auftritte zusammen als Band…
Wir waren nicht besonders gut, hatten einige technische Probleme, aber… …es war dennoch ein witziger Abend, ich war ziemlich betrunken und hatte mit irgendeinem Kerl im Backstagebereich Sex…

Das ist einfach typisch für Max.

Grinsend erinnere ich mich zurück, sehe mich dann im Raum um. Diese Stille ist so seltsam, ich bin den ständigen Lärm der Stadt gewohnt, hier hört man abgesehen von den teilweise sehr seltsamen Geräuschen der Natur gar nichts. Auch das alleine sein ist ungewohnt, in der WG war immer jemand um mich und jetzt werde ich ein ganzes Jahr lang alleine in einem riesigen Haus wohnen.
Apropos wohnen. Obwohl ich seit Stunden hier bin, hat sich kaum etwas getan, aber zumindest muss ich nicht auf dem Boden schlafen. Das ist das einzige, das die nächsten Stunden noch interessant für mich ist.

Es dauert den ganzen Tag meine Sachen ins Haus zu befördern und das Schlafzimmer halbwegs wohnlich einzurichten. Als ich endlich ins Badezimmer zu einer erfrischenden Dusche komme, ist es bereits nach 12 Uhr, ich kann es kaum erwarten ins Bett zu fallen.

Ich stelle mich unter die Dusche, seife mich gründlich ein, wasche mir den Haarspray aus meinen schwarzen Haaren. Die blaue Haarfarbe meiner dicken Haarsträhne läuft meinen Körper hinab. Dabei fällt mir ein, dass es hier in Pelican Town gar keinen Friseursaloon gibt. Ich muss mich mit den Bewohnern austauschen, um heraus zu finden, wo ich hier in der Gegend einen fähigen Stylisten finde.

Ein Blick in den Spiegel verrät mir, dass ich mich nicht nur müde fühle, sondern auch so aussehe, meine hellen, blauen Augen sind etwas gerötet und sehnen sich schon nach Erholung.
Die lange Fahrt hat an meinen Kräften gezerrt.

Ab ins Bettchen, Max.

Ich schleppe mich in mein Schlafzimmer, lasse mich ins Bett fallen, rolle mich sofort in meine Decke. Mit einem Handgriff knipse ich das Licht aus, kuschle mich an mein Kissen.

Pelican Town…
Ich hatte noch gar keine Zeit richtig zu realisieren, dass ich hier bin.
Ein ganzes Jahr werde ich hier verbringen, werde versuchen den Wunsch meines Opas zu erfüllen, ich kann nicht fassen, dass keiner aus meiner Familie seinen letzten Willen respektieren möchte und jeder nur an das Geld denkt.
Das wird ein langes Jahr, ein unfassbar langes Jahr…
Wenn ich an das Gestrüpp, die Baumstämme und die verwilderten Felder denke, wird mir richtig übel. Ich werde Monate brauchen, um das alles aufzuräumen. Mein halbes Jahr wird draufgehen…

Sobald ich mich etwas eingelebt habe, werde ich mich unter die Leute mischen, außerdem sollte ich einkaufen, ein neuer Herd muss auch noch her… oder zumindest eine Mikrowelle, mit der ich mir Fertiggerichte aufwärmen kann. Das wäre für den Anfang die billigere Variante. Morgen sollte ich noch nachsehen, ob im Keller irgendein intaktes Werkzeug vorhanden ist, mit dem sich etwas anfangen lässt, sonst muss ich im Regen durch die Stadt laufen und schauen, ob ich bei ‚Pierre’s‘ etwas Werkzeug bekomme…

Komm schon Max, schalte deinen Kopf aus, das kannst du sonst auch so gut. Schlaf jetzt ein wenig, du brauchst die Energie die nächsten Tage. Ich atme mehrere Male tief durch, schließe die Augen. Als ich mich auf meine Atmung konzentriere merke ich, wie ich nach und nach in den Schlaf drifte, dabei fällt mir ein… Ich Idiot habe ganz vergessen, mich bei meinen Freunden und meiner Familie zu melden…

---

Die nächsten zwei Regentage nutze ich dazu, meine Möbel aufzubauen und das Haus einzurichten. Alle Möbel, die ich besitze, habe ich selbst vor einiger Zeit in der Arbeit designt und gebaut, es gibt mir ein Gefühl von Geborgenheit etwas ‚Altes‘ aus Zuzu City hier zu haben.
Die Fotos meiner Freunde hängen bereits in der Küche und in meinem zukünftigen Wohnzimmer an den Wänden. Für mein Wohlbefinden brauche ich noch dringend ein paar Zimmerpflanzen und eine Couch. Den Esstisch und die Stühle für meine Küche werde ich bei Gelegenheit selbst bauen, Holz gibt es da draußen ja genug. Ich notiere die Punkte auf meiner immer länger werdenden Liste. Alleine dieses Haus wohnlich zu machen, macht mich schon arm, auf einige Dinge werde ich anfangs wohl verzichten müssen.
Einen kleinen Fortschritt habe ich dennoch gemacht: Meine restlichen Schlafzimmermöbel sind bereits aufgebaut, ich war schneller als ich erwartet habe, im Prinzip habe ich nichts mehr zu tun…

Ich öffne die Haustür, um etwas frische Luft hinein zu lassen, es regnet, wie vom Wetterbericht versprochen. Mit prüfendem Blick kontrolliere ich, ob das Dach meiner Veranda auch dicht ist, zu meiner Überraschung hält es den Regen tatsächlich ab. Ich lehne mich an das Geländer, beobachte die Tropfen, wie sie in die Pfützen vor meinem Haus fallen, die Risse in dem Boden, die durch Wassermangel entstanden sind, sind gefüllt und aufgeweicht. Ich seufze, als ich daran denke, dass meine ersten Handgriffe auf dieser Farm im Matsch stattfinden werden. Es ist nicht so, dass ich mich vor der Arbeit oder vor dem Schmutz scheue, ich bin nur mittlerweile leicht zu demotivieren. Ich habe mit meinem Smartphone kaum Empfang, habe niemanden zum Reden und fühle mich jetzt schon verdammt einsam…
Ich sehe auf, als ich ein seltsames Geräusch wahrnehme. …gibt es in Stardew Valley Elche? … oder Bären? … Was für ein Geräusch war das überhaupt? Welches Tier macht so seltsame Geräusche?

„Okay, Max, du und der andere Max in deinem Kopf habt euch jetzt eine Weile unterhalten, ihr beide solltet dringend reale soziale Kontakte wahrnehmen…“ Ich nicke.
Ich gehe wieder ins Haus, tausche meine Schlabberklamotten gegen eine zerrissene Jeans und über mein Shirt ziehe ich einen warmen Pullover, darüber eine Lederjacke. Ein letzter Blick im Badezimmerspiegel folgt noch. Ich wuschle mir etwas durch die Haare, versprühe Haarspray.
„…Obwohl, ist eigentlich auch egal, es regnet und hier wohnen nur Dorfmenschen… und es regnet… mein Aussehen ist vollkommen egal…“, meine ich Schultern zuckend, stelle die Spraydose dann weg.
Als ich in meine Schuhe schlüpfe, erinnere ich mich daran, dass ich noch einen Regenschirm besitze, den nehme ich mit, sonst bin ich klitschnass, bevor ich noch irgendwo angekommen bin. Ich schnappe mir meinen Einkaufsgutschein von ‚Pierre’s‘, mein Portmonee und meinen fast leeren Rucksack.

Wieder auf der Veranda angekommen, schließe ich die Tür, schließe ab und spanne den Regenschirm auf. Auf meinem Weg in die Stadt meide ich die teilweise großen Pfützen auf dem Boden. Der Regen prasselt auf meinen Schirm, durch kleine Windzüge wird das Geräusch aggressiver, bleibt aber die meiste Zeit sehr sanft.
Die frische Luft ist unglaublich, sie fühlt sich so rein an, als würde sie meinen ganzen Körper mit neuer Energie versorgen. Der Sauerstoffgehalt ist ganz anders, als in der Stadt. In Zuzu City riecht man nur Abgase und nassen Asphalt sobald es regnet.

Die Karte habe ich mir mittlerweile gut eingeprägt, Pelican Town ist nicht besonders groß und ich hatte nie Probleme, mich zu orientieren. Als wäre es für mich das natürlichste der Welt, versuche ich den gesuchten Gemischtwarenladen zu betreten, doch es ist abgeschlossen.
„Mittwochs geschlossen… geschlossen? Ehrlich?“, lese ich das Schild, rege mich anschließend auf. „Ich bin noch nie vor einem geschlossenen Laden gestanden… Okay, dann… Plan B…“
Ich sehe mich um, gehe den Hauptplatz entlang, es ist kein einziger Mensch in der Stadt unterwegs. Total gruslig, als wäre die Zombieapokalypse ausgebrochen…

Gestern habe ich mich mit Süßigkeiten und Chips vollgestopft, um den Hunger zu dämpfen, doch heute ist mir nach richtigem Essen zumute und wenn Pierre zu faul ist, mittwochs an seiner Kasse zu stehen, muss ich eben essen gehen.
Ich drücke die schwere Tür des Saloons auf, schüttle meinen Regenschirm vor der Tür aus, um das Wasser draußen zu lassen, die Atmosphäre, die mir entgegen schwingt, ist unbeschreiblich für meine Verhältnisse. Ich kann nur eines sagen: Hier sind zu wenig Menschen, alles ist so klein, ich vermisse Zuzu City…
Ich brauche dringend jemanden zum Plaudern, ich gehe hier noch ein…

„Oh, du musst Max sein, komm ruhig herein“, werde ich von einem freundlichen Herrn an der Theke begrüßt.
Ich lasse meinen Regenschirm in einen Schirmständer gleiten, wische mir dann die Schuhe auf der Matte am Boden ab, ehe ich an die Theke trete.
„Ja, hi, ich bin Max“, stelle ich mich selbstischer vor, lächle und strecke dem Mann meine Hand entgegen.
Auch er greift nach meiner Hand, sein Händedruck ist fest. „Gus. Also Max, die ganze Stadt spricht bereits über dich.“ Ich sehe mich um, äh ja, die ganze Stadt… Abgesehen von dem Personal hinter der Theke, sind drei Leute anwesend… Laut Liste besteht die Bevölkerung aus ungefähr dreißig Leuten oder so… „Es wurde schon gemunkelt, dass du schon aufgegeben hast, nachdem du die verwilderte Farm gesehen hast.“
Ich lache. „Um ehrlich zu sein, war das mein erster Gedanke“, gebe ich zu, setze mich dann auf einen Barhocker. Ich lasse meinen Rucksack auf den Boden fallen, sehe Gus an. „Ich habe mich nur ein kleinwenig versteckt, ich dachte, ich nutze die Zeit in der es regnet, um mein Haus einzurichten, aber jetzt ist mir doch die Decke auf den Kopf gefallen. … Eigentlich war ich auf der Suche nach sozialen Kontakten, aber viel ist hier nicht los, kann das sein?“
Nun lacht Gus, auch das blauhaarige Mädchen hinter der Bar hat die Unterhaltung mitangehört, sie räumt gerade einige Gläser weg, tritt dann auf uns zu, reicht mir ihre Hand. „Schön dich kennen zu lernen, Max. Ich bin Emily.“
„Hi Emily“, begrüße ich sie, greife nach ihrer zarten Hand, lächle sie an.
„Wenn du wirklich auf der Suche nach sozialen Kontakten bist, komm‘ heute Abend wieder, Freitag wäre noch besser. Freitagabend ist am meisten los. Die Leute kommen zum Tanzen, Trinken oder einfach nur zum Essen und Plaudern. Sam, Abigail und Sebastian spielen immer Billard, du müsstest ungefähr in ihrem Alter sein, vielleicht kannst du dich ihnen anschließen“, erklärt Gus.
„Hm…“, kommt es von mir, ich greife nach der Speisekarte. „Wie sind die Drei denn so drauf?“ Ich blättere durch die kleine Karte, entscheide mich recht schnell.
„Auch wenn sie öfter Ärger machen, vor allem Sam… Sie sind gute Menschen, freundlich, hilfsbereit. Naja, Sebastian ist ein wenig verschlossen und Abigail ein wenig wild für ein junges Mädchen, aber alles in Allem sind die Drei in Ordnung“, erklärt der freundliche Mann.
Ich lächle Gus an. „Gut, dann werde ich mein Glück bei den Dreien probieren. Die werden aber nicht sauer, wenn ich sie im Billard fertig mache, oder?“
Emily lacht. „Sam ist es gewohnt zu verlieren und ich bin sicher, dass Sebastian sich über eine anspruchsvolle Herausforderung freuen wird.“
„Na gut, dann werde ich Sebastian ein wenig herausfordern…“, murmle ich, drehe die Speisekarte dann zu Emily. „Ist euch klar, dass man in Zuzu City für dieselben Gerichte das Doppelte oder das Dreifache zahlt?“
Emily lacht, stützt ihr Kinn dann an ihrer Handfläche ab. „Du bist wirklich witzig, Max.“
„Und die Getränkepreise werfen mich echt fast vom Hocker. Es wird doch ein wenig länger dauern, bis ich verhungere“, scherze ich. Also die Preise sind definitiv unschlagbar. Ich kann es mir locker leisten, öfter hier her zu kommen, um zu essen.
„Apropos verhungern. Was kann ich dir bringen Max?“, fragt Emily mit einem zuckersüßen Lächeln.
„Ich hätte gerne ein Bier, eine Portion von eurem Tagesgericht und einen Salat dazu“, bestelle ich mein Mittagessen, Emily notiert meine Bestellung, gibt sie dann an Gus weiter, der von einer ziemlich betrunken wirkenden Frau in ein Gespräch verwickelt wurde.

Emily kümmert sich um mein Bier und ich sehe mich um. Bis auf die blonde, betrunkene Frau sind noch zwei weitere Menschen anwesend. Sie sehen etwas… ‚alternativ‘ aus. Ich springe von meinem Hocker, beschließe, mich vorzustellen.

„Hi, entschuldigt die Störung, ich bin auch gleich wieder weg, ich wollte mich nur kurz vorstellen. Ich bin Max“, begrüße ich das scheinbar sehr verliebte Paar. Wie es sich gehört, reiche ich erst der jungen Dame die Hand, bevor ich den Mann begrüße.
Die beiden stellen sich als Leah und Elliot vor. Nach einigen Minuten Smalltalk werde ich zur Bar zurück gepfiffen.
„Max, dein Essen.“
„Dankeschön Emily, du bist ein Schatz.“
Ich verabschiede mich freundlich von den beiden und trete zurück zu meiner neuen Bekanntschaft an die Theke zurück. Vorfreudig über etwas zu essen setze ich mich wieder an den Barhocker.
„Also, Emily. Während ich hier vor mich hin kaue, würde ich mich sehr über eine Geschichte deines Lebens freuen“, spreche ich sie an, als ich meine Gabel zur Hand nehme. Sie kichert und streicht sich eine Haarsträhne hinter ihr Ohr. Oh nein, ich hoffe, sie denkt nicht, dass ich mit ihr flirte… Das wäre das letzte, was mir einfallen würde…
„Ich wohne mit meiner Schwester Haley nicht weit vom Saloon entfernt. Unsere Eltern sind aktuell auf einer Weltreise, wir haben das Haus und die Verantwortung für uns alleine, aber wir kommen ganz gut zurecht. Wenn du meine Schwester kennen lernst, lass dich nicht einschüchtern, sie ist manchmal etwas eigen, aber sie hat einen guten Kern“, erzählt Emily lächelnd, ich fange während ihrer Geschichte an zu essen. Der überbackene Blumenkohl ist einmalig, die Gewürze könnten nicht besser auf einander eingestimmt sein. Ich stochere mit meiner Gabel in meinem Salat, koste dann. Auch das Dressing schmeckt genial. Ich werde hier auf jeden Fall öfter essen. Kauend sehe ich Emily an, schlucke dann runter.
„Du hast also eine Schwester… Darf ich dich etwas fragen?“
„Klar.“
Ich spreche etwas leiser, da ich nicht weiß, wie das in einer kleinen Stadt ankommt, deute Emily dann, sich zu mir zu beugen. Sie wirkt etwas überrascht, beugt sich dann zu mir. Ich komme ihr ein wenig entgegen.
„Habt ihr hier auch ein paar hübsche Jungs?“, frage ich grinsend, Emily nimmt etwas Abstand, fängt dann an zu lachen. „Was denn? Lach mich nicht aus.“ Ihr zuckersüßes Lachen ist garantiert nicht abwertend gemeint. Sie hält sich die Hand vor den Mund.
„Ach Max, du bist so süß“, spricht sie, als sie sich beruhigt hat. Verträumt sieht sie mich an. „Welchen Typ bevorzugst du?“
„Am besten kleiner als ich, süß, zart, niedlich… dunkle Haare wären toll, ist aber kein Muss…“, erkläre ich, Emily überlegt für eine Sekunde, sieht mich dann an, als hätte es in ihrem hübschen Köpfchen ‚Klick‘ gemacht. Sie grinst, wendet sich dann von mir ab, um ihrer Arbeit nachzugehen.
„Hey, du schuldest mir eine Antwort.“
„Ich spüre, dass du bald jemanden kennen lernst, der dir gefallen könnte.“
„Tz...“, gebe ich grinsend von mir, widme mich dann wieder meinem Essen. Emily ‚spürt‘, dass ich bald jemanden kennen lerne. Verrückt, aber süß. Sie ist bestimmt eine New Age Hexe, betet jeden Morgen zur Sonne oder so… Ich mag sie. Das Mädchen mit den blauen Haaren ist mir mehr als sympathisch. Ich ‚spüre‘ eine Verbindung zwischen uns beiden. …könnte die Haarfarbe sein.

Nachdem ich zu Mittag gegessen habe, bezahle ich, plaudere noch etwas mit Gus und meiner neuen Freundin Emily, ehe ich mich auf dem Heimweg mache. Als ich über den Hauptplatz gehe, lässt der Regen etwas nach. Morgen soll es wieder etwas sonniger werden, das ist die perfekte Gelegenheit, etwas auf der Farm zu arbeiten.

Ich als Farmer…
Grinsend gehe ich den Feldweg entlang, die Erde unter meinen Füßen ist aufgeweicht und matschig. Welch schöner Tag…
Emily hat angedeutet, dass es einen hübschen Jungen gibt, der mir gefallen könnte. Sie ‚spürt‘ es… Das ist so verrückt, dass es mir einfach nicht aus dem Kopf geht. Ich freue mich jetzt schon darauf, Bekanntschaft mit ihm zu machen.
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast