Sein letzter Wunsch.

GeschichteHumor, Romanze / P18 Slash
Emily Farmer (männlich) Farmer (weiblich) OC (Own Charakter) Robin Sebastian
14.03.2018
18.08.2020
37
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Sein letzter Wunsch.

Author's Note
Max, der einigen von euch vielleicht schon aus meinen anderen Fanfiktions bekannt ist, wird von mir in die Rolle des Famers gequetscht. Ich hoffe, ihr seid zufrieden mit den Resultaten.
Mehr vom 'Klassischen Max' könnt ihr in der Story "Von Beziehungen und Social Media Dramen." und einigen One Shots nachlesen.

Pairing:
Max (Male Farmer) x Sebastian
Kurzbeschreibung:
Max Jackson, der immer gut gelaunte junge Mann aus Zuzu City bekommt von seinem verstorbenen Großvater eine Bürde auferlegt. Er soll die alte Farm in Pelican Town nach seinem Ableben übernehmen und zu alten Glanzzeiten führen. Max nimmt sich vor, sich der Aufgabe zu stellen und bittet seine Eltern um ein einziges Jahr. Sollte er es in diesem Jahr nicht schaffen, die Farm wieder aufzubauen und das verwilderte Stück Land keinen Ertrag bringen, wird das Lebenswerk seines Großvaters versteigert.



Sein letzter Wunsch.

Prolog.
Ankunft in Pelican Town.

Seit einigen Jahren streitet meine Familie um das Erbe meines Großvaters. Jeder will die eigentlich immer recht ertragreiche Farm an irgendwelche Anrainer oder Joja verkaufen, doch solange das Testament verschwunden war, wurde sich niemand einig…

Doch vor ein paar Wochen hat sich alles geändert. Es ist ein Brief von meinem Großvater aufgetaucht, er vererbt das große Stück Land ausgerechnet mir.

Mir, Max Jackson, dem verwöhnten Stadtkind…
Die einzige Grünfläche, die ich kenne ist der Stadtpark, in dem ich jeden Morgen eine Runde jogge…

Ich war immer schon ein Stadtkind, ich liebe Zuzu City, ich liebe es, dass die Stadt niemals schläft. Ich liebe es, auch noch nachts vor meiner Wohnungstür einen Hotdog oder ein leckeres Stück Pizza zu bekommen, doch damit ist es jetzt vorbei, zumindest für die nächsten zwölf Monate.

Der letzte Wunsch meines Großvaters ist es, dass ich alte Farm wieder auf Vordermann bringe, um sein Vermächtnis weiter zu führen.
Ich kann seine Stimme noch genau in meinem Kopf hören: ‚Ihr jungen Leute und euer Fitnessstudio, als ich jung war, haben wir Steine geklopft und Bäume gefällt, das hat uns fit gehalten…‘
Ich fand es immer amüsant Geschichten aus der Jugend meines Opas zu hören, er war ein wirklich toller Mensch, naturverbunden, immer gut aufgelegt, er war ein wahrer Sonnenschein.

Wie kann ich meinem Opa seinen letzten Wunsch abschlagen?
Genau, gar nicht.

Ich übernehme die Farm auch, damit die Streitigkeiten in meiner Familie endlich aufhören. Jeder will seinen Profit aus der Sache ziehen, doch keiner denkt an den letzten Wunsch meines Opas.
Das ist ihm gegenüber einfach nicht fair.

Als ich meine letzten Sachen für den Umzug packe, läutet mein Smartphone, ich hebe ab, klemme es mir zwischen Schulter und Ohr, während ich meine akustische Gitarre in dem Gitarrenkoffer verstaue.
„Was gibt’s?“, frage ich, mein Dad seufzt.
„Max, das ist verrückt, du kannst dir nicht vorstellen, wie schwer es wird, die Farm zu übernehmen, das ist ein großer Schritt, du schaffst das nicht alleine.“
„Danke für die Motivation, Dad“, grinse ich, widme mich dann einem weiteren Umzugskarton, packe meine Klamotten ein. „Ich hab mich entschieden und damit hat sich die Sache erledigt.“
„Wenn du die Farm versteigern lässt, dann kannst du das Geld nehmen, um deinen eigenen Tischlereibetrieb aufzubauen, das hat viel mehr Zukunft, als dieses staubige Land“, versucht er mich weiter zu überreden, doch ich bin stur, wenn ich mir etwas in den Kopf gesetzt habe, dann mache ich das auch, niemand kann mich mehr umstimmen.
„Dad…“
„Max, bitte, du machst einen großen Fehler, du wirst aus den Schulden nicht mehr raus kommen…“
„Dad, gib mir dieses eine Jahr, ich will es wenigstens versuchen, bitte. … Außerdem, wenn es nach diesem einen Jahr nicht klappt, kann ich die Farm immer noch an den Höchstbietenden verkaufen, meine Schulden abbezahlen und einfach wieder in Zuzu City weiter leben, als wäre dieses Jahr nicht passiert. Sieh es einfach als würde ich ein Jahr ins Ausland reisen, um mir die Welt anzusehen oder so…“, erkläre ich meinen Plan, mein Dad seufzt auf dem anderen Ende der Leitung.
„Ich kann dir das nicht ausreden, oder?“
„Nö“, stimme ich ihm fröhlich zu, verschließe den Karton.
„Okay, Max, dieses eine Jahr. Aber wenn du überfordert bist und nicht zurechtkommst, dann verkaufen wir die Farm.“
Ich atme erleichtert durch, zumindest habe ich jetzt einen, der hinter mir steht. „Danke, Dad. … Du, ich muss Schluss machen. Ich melde mich, wenn ich in Pelican Town bin.“
„Okay, pass auf dich auf.“
„Mach ich doch immer.“

Ich lege auf, schnappe meine letzten Sachen und bringe sie runter in meinen neuen, beziehungsweise gebrauchten Pickup. Für meine Arbeit als Farmer habe ich meinen alten Wagen verkauft und mir etwas Praktischeres zugelegt. Für den Umzug habe ich mir einen gebrauchten Anhänger gekauft, um meine Sachen sicher und günstig nach Pelican Town zu bringen. Eine Umzugsfirma hätte ein Vermögen verlangt. Außerdem könnte ich den Anhänger noch mal brauchen, um Holz zu transportieren.

Der Abschied von meinen Mitbewohnern und besten Freunden Jayson und Dave ist schwieriger, als ich dachte. Ich werde die beiden Chaoten vermissen, aber sie haben versprochen, mich so bald wie möglich zu besuchen.

Ich drücke meine Freunde noch einmal zum Abschied, bevor ich in meinen Pickup steige, Musik anmache und losfahre. Die Fahrt wird eine Ewigkeit dauern, aber ich bin zuversichtlich, selbst wenn es nicht klappt, mir eine Existenz in Pelican Town aufzubauen, ich habe immer eine Möglichkeit in meinen alten Job und in meine alte WG zurück zu kehren. Durch den Verkauf der Farm kann ich auch alle Schulden, die ich eventuell aufbaue, abdecken, ich habe wirklich nichts zu verlieren. Es ist perfekt durchdacht. Ich bin sehr schlau.
Außerdem bin ich ein kräftiges Kerlchen, wie anstrengend kann die Arbeit schon werden?

---

Nach mehreren Stunden Fahrt, einigen Zwischenstopps, einem kleinen Powernap auf einem Raststätten-Parkplatz und vielen Litern Kaffee bin ich endlich angekommen.
„Das hat ja EWIG gedauert… Ich hab das Gefühl, dass das Jahr jetzt schon um ist…“, führe ich ein Selbstgespräch als ich etwas langsamer werde. Wo zur Hölle darf ich hier überhaupt parken? Verdammte ländliche Gegend… Hier ist überall nur Gras und Erde…

Ich erblicke eine rothaarige Frau, parke am Straßenrand, vielleicht kann sie mir helfen. Nachdem ich das Fenster hinunter gelassen habe, beuge ich mich etwas über den Beifahrersitz.
„Öhm, hi. Ich bin neu hier, könnten Sie mir vielleicht helfen? Das hier ist doch Pelican Town, oder?“
Sie kichert, als sie an meinen Wagen heran tritt, lehnt sich an die Beifahrertür. „Ja, das ist Pelican Town. Max, richtig? Ich hab dich schon erwartet.“
Ich bin etwas erstaunt, Zuwachs scheint sich in diesem winzigen Nest wohl schnell herumzusprechen. Ich bin noch nicht einmal hier und werde schon erkannt.
„Ja, genau. Ich bin Max.“ Ich löse den Gurt, um ihre meine Hand reichen zu können, sie erwidert meinen Händedruck freundlich, lächelt dabei. „Ich suche die Farm meines Opas. Ich war ewig nicht hier…“
Die Frau lacht. „Schon gut, es ist nicht mehr weit. Ich bin übrigens Robin.“  Sie erklärt mir motiviert den Weg in wenigen Worten, steigt dann einfach zu mir in den Wagen, um mir den Weg genauer zu beschreiben. Im Prinzip bin ich hier gar nicht so falsch, die Tatsache, dass es keine richtige Straße, sondern nur einen Feldweg zur Farm gibt, hat mich irgendwie irritiert. Ich bin es gewohnt auf Asphalt zu fahren.

Wenige Minuten später parke ich auf dem Hof, wir steigen aus, ich sehe mich um. „Oh Yoba, fuck…“, kommt die erste Ernüchterung recht schnell, die Farm gleicht einem verwachsenen Stück Wald.
Ich lege mir die Hände ins Gesicht, lehne mich an meinen Pickup. Nein… Ich hatte mir das alles GANZ anders vorgestellt…
„Lass dich nicht demotivieren“, muntert Robin mich auf, legt dabei ihre Hand an meine Schulter. „Ich bin sicher, dass du mit ein wenig Arbeit das Beste herausholen kannst, genau wie dein Großvater.“
„Ein wenig Arbeit… klar, ein wenig Arbeit…“, wiederhole ich Robins Worte wie ein Verrückter. Ich bin noch nicht einmal zwei Minuten hier und könnte sofort wieder nach Zuzu City umdrehen. Ich muss die letzten Wochen komplett high gewesen sein, so sehr wie ich mich auf DAS HIER gefreut habe...

Ich atme tief durch, löse die Hände aus meinem Gesicht, sehe noch einmal über mein Grundstück. … Ist es in den letzten zwei Minuten noch schlimmer geworden…?
Okay, Max, ganz ruhig…

„Das wird schon irgendwie…“, spreche ich leise, sehe mich dabei noch einmal genauer um. So viel hohes Gras, so viele umgefallene Bäume, so viele Äste, kleine Steine… Es ist ein Schlachtfeld, keine verdammte Farm. Als sich die Tür meines Hauses auf Zeit öffnet, bin ich überrascht. Was macht der alte Kerl in meinem Haus?

„Oh, Max, Robin“, begrüßt er uns, kommt dann auf uns zu.
„Schön, dass du hier bist“, freut er sich, als er mir die Hand reicht.
„Hi, ja… ich bin nur ein bisschen… geschockt. Ja, geschockt trifft es ganz gut.“
Der alte Mann lacht, stellt sich dann als Lewis vor, er ist der Bürgermeister der Stadt und wurde von meinem Opa erwähnt.
„Oh, mein Opa meinte in seinem Brief, ich soll Sie von ihm grüßen…“, erinnere ich mich an die Zeilen, er lächelt.
„Du erinnerst mich sehr an deinen Großvater, ihr habt dieselben Augen“, lächelt er, ich seufze. Klasse… Ich bin die junge Version von meinem Opa, das wird mir hier bestimmt weiter helfen, wenn ich wen aufreißen möchte…
„Ich nehm‘ das jetzt mal als Kompliment“, antworte ich ihm, als ich auf die Veranda steige und die Handarbeit des Geländers betrachte.
„Das Haus ist ein wenig heruntergekommen“, meint Robin, ich sehe sie an. „Aber nichts, was ich nicht reparieren könnte.“
„Schon gut, für’s Erste wird es reichen müssen“, erkläre ich, streiche über den abgesplitterten Lack des Geländers, lächle. „Mein Tischlerherz freut sich über den Anblick… Mir kommen jetzt schon Haufenweise Ideen…“
Robin wirkt überrascht, sie kommt auf mich zu, legt einen Arm um mich. „Oh, ich wusste, dass du mir sympathisch bist, ich bin die Tischlermeisterin der Stadt, falls du Werkzeug brauchst, kannst du es dir gerne gegen eine kleine Gebühr ausleihen“, spricht sie grinsend, ich lache.
„Robin, er ist noch nicht einmal angekommen und du willst ihn schon ausnehmen.“
„Ausnehmen? Lewis, Qualität hat seinen Preis, Max wird das verstehen.“
„Schon okay, danke für deine Hilfsbereitschaft, Robin“, bedanke ich mich freundlich.

Lewis und Robin weisen mich noch ein wenig in die Bräuche der Stadt ein. Erzählen mir von den kaum vorhandenen Shoppingmöglichkeiten, von dem einzigen gastronomischen Etablissement der Stadt… Es gibt hier wirklich nicht viel zu entdecken, ich bin die Action der Stadt gewohnt, ich hoffe, dass ich mich hier nicht zu Tode langweile, aber wenn ich an die Arbeit denke, die auf mich wartet… Ich werde gar keine Zeit haben, mich zu langweilen.
Ich bekomme noch eine Art Starterpaket überreicht, eine Liste mit allen Einwohnern der Stadt, eine Karte, ein kleines Snackpaket, ein wenig Saatgut und einen Einkaufsgutschein für ‚Pierre’s‘.
Zu guter Letzt natürlich auch noch eine Rechnung, wie kann es anders sein. Für die Überprüfung und kleine Reparaturen an dem Haus, so wie für die ‚Instandhaltung‘ wurde mir jetzt schon eine Rechnung ausgestellt, aber zumindest habe ich Wasser und Strom und muss nicht putzen, das hätte mich eine Woche gekostet, so riesig wie dieses Haus ist.
Opa hatte immer für uns alle Platz, ich komme mir wirklich verloren vor in dieser riesigen Bude. Ausgebauter Dachboden, ausgebauter Keller und viele leere Räume für Besuch, den ich vermutlich nicht so schnell haben werde.

Robin und Lewis verabschieden sich und ich stehe plötzlich alleine da.

Alleine.
Alleine mit einer kleinen Kiste voll Krempel, aufmunternden Worten auf einem verwahrlosten Grundstück.

Yoba, gib mir Kraft, dass ich meine immer gute Laune unter dieser Verantwortung aufrechterhalten kann…
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