the bloody thames

von tjlc
GeschichteDrama, Romanze / P18
13.03.2018
14.01.2019
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Dieses Kapitel
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Oh. Mein. Gott.
Es tut mir SO Leid! Ich habe diese Geschichte einfach aus den Augen verloren.
Als ich Assassin's Creed Odyssey gekauft habe, dachte ich mir so: Moment einmal, da war doch was.
Deshalb habe ich die letzten Wochen diese Geschichte fertig geschrieben. Jaja, nach fast einem Jahr ist alles fertig.
Ich hoffe wirklich, ihr verzeiht mir, und dass der eine oder andere noch dabei ist!
______



Annabeth



Annabeth starrte Evie einige Sekunden wortlos an, bevor sie realisierte, was da eben von ihr gekommen war.
,,Ihr wollt fortgehen?", fragte sie leise, worauf Evie nur nickte, ohne ein Wort beizufügen.
,,Weißt du, Henry und ich haben lange drüber nachgedacht. Henry will wieder nach Indien und ich gehe dorthin, wo er geht."
,,Aber Evie...", murmelte Jacob. ,,Bist du dir sicher?"
Sie nickte ernst. ,,Ja. Es tut mir Leid Jacob, du bist mein Bruder und wir sind all die Jahre immer zusammen gewesen, aber ich will endlich meine eigene Familie haben, ich will weg von England und die Welt weiter entdecken!"

Jacob wirkte wirklich angeschlagen und schob sich langsam den Zylinder vom Kopf, um ihn auf den Tisch zu legen und sich zu erheben.
,,Und wann geht ihr?"
,,So schnell wie möglich. Morgen, höchstwahrscheinlich"
,,Was ist mit all diesen kurzzeitigen Verabschiedungen? Willst du mir vielleicht auch mitteilen, dass du gehst, Jacob?", fragte Annabeth leicht angesäuert. ,,Vielleicht bin ich hier jetzt etwas falsch, aber ich finde es sehr unachtsam einfach so zu gehen, denn ihr liegt mir sehr am Herzen. Morgen ist schon sehr bald und ich würde eine ordentliche Verabschiedung sehr Willkommen heißen."

Annabeths Stimme war am Ende ganz zittrig geworden, doch man konnte es ihr nicht verübeln.
Evie stand auf und nahm sie in den Arm, während Henry erklärte, dass er seine Heimat unendlich vermisste und mit dem Tod von Starrick seine Schuld gegenüber der indischen Bruderschaft beglichen hatte und man ihn somit wieder in die indische Bruderschaft aufnahm.
,,Jacob, sag du doch was dazu!"
Der Assassine verzog den Mund und blickte seine Schwester abschätzig an.
,,Ich finde, das ist keine gute Idee."

,,Und warum nicht?", fragte Evie leicht ungeduldig. ,,Wir lieben uns."
,,Annabeth hat Recht. Ihr könnt nicht einfach so abhauen und uns zurücklassen. London braucht uns!"
Evie schob Anne von sich weg und starrte ihren Bruder einen Moment lang an. ,,Schwachsinn. London braucht uns nicht mehr.", sagte sie ernst. ,,Es ist entschiedene Sache. Ihr habt Agnes und Nigel und eine ganze Schar von Rooks. Ihr seid doch nicht alleine."
Die frisch ernannte Gehilfin verschränkte bockig die Arme vor der Brust und richtete den Blick auf den Boden. Das waren die letzten Worte dieser Diskussion, bevor Jacob Annes Arm packte und sie mit sich mit zerrte.

,,Wundervoll", meinte Anne, als sie das Haus hinter sich ließen. ,,Jetzt hassen sie uns, weil wir egoistische Unmenschen sind."
Jacob grinste, trotz dieser bestimmten Trauer, die sich  ganz offensichtlich in seiner Brust festklammerte, und bettete seine Hand auf ihre Schulter. Annabeth mochte das, denn sie funktionierte wie eine Stütze, oder ein Gerät, das all ihre negativen Gefühle einsaugte.

,,Ich habe es mir gedacht, weißt du", sagte Jacob und ließ sich auf die Bank in der Nähe des Hauses nieder. Abstand war gut.
,,Und mir wird klar, dass es so sein soll."
Annabeth schob verwirrt die Augenbrauen zusammen, als sie sich neben ihn setzte.
,,Wie meinst du das?"
,,Evie hat immer auf mich aufgepasst und musste meine Wenigkeit ertragen und nun öffnet ihr Henry die Tür zu einer komplett neuen Welt. Könnte ein Roman von Mr. Disraeli sein.", erklärte Jacob belustigt.  ,,Und weißt du was, meine Schöne? Wir brauchen die nicht. Du. Ich. Wir regeln das alles und wachen über London. Wenn nicht meine Schwester, dann du."

Er tippte gegen ihr Brustbein und schaute sie mit seinen intensiven, grünen Augen an. Diese Worte ließen Annabeth baff dastehen und die Zahnräder in ihrem Kopf schienen urplötzlich stehen zu bleiben.
Sie und Jacob. Zusammen über London wachen.
,,Ich glaube, Mr. Disraeli würde einen so kitschigen Roman niemals hinkriegen."

Jacob hatte diese gehässigen Worte niemals erwartet und seufzte deswegen.
,,Ich habe das noch nie jemanden gesagt, aber ich kann auch ein hoffnungsloser Romantiker sein."
Es wurde anders in Anne. Sie konnte das nicht definieren, aber würde sie es einem erklären müssen, dann würde sie sich  ungefähr so artikulieren: Dieses dämliche Grinsen dieses Mannes ließ sie so verwirrt zurück, dass sie nicht wusste, ob er einen Kuss oder einen Schubser in die Themse verdient hatte.
Und ob es ihr passte oder nicht, ein Kuss würde dieses Szenario einfach nur perfekt machten.

Er hatte es geschafft, sie einige Minuten vergessen zu lassen, dass ihre Freundin mit ihrem Mann auf einem Schiff nach Italien unterwegs war und sie zu beruhigen, denn Evie starb ja nicht oder so, sie ging mit ihrem Geliebten fort und gründete eventuell eine Familie.
Und als Anne mit Jacob auf dieser Parkbank an einem Sommernachmittag saß und schwieg, traf sie eine Erkenntnis.
Das, was sie bei Lucas gefühlt hatte, war nichts gegen das, was sie in diesem Moment fühlte.

Vertrauen. Sie vertraute ihrem Mentor und spürte ihr Herz einige Takte schneller schlagen, ihre Hände waren schwitzig und ihre Mundwinkel hochgezogen, zu einem spitzbübischen Grinsen.
,,Wohin gehen wir überhaupt?", fragte sie dann, bevor sich ihr Verstand total verbabschiedete.
,,Ich weiß nicht, frische Luft tut uns beiden sicher gut. Aber wir können gerne zurückgehen, wenn du möchtest."
Anne musterte die Umgebung und nickte schließlich. ,,Ja, gehen wir lieber zurück."

Sie sprachen nicht, als sie in das Haus zurückgingen. Evie und Henry waren nicht mehr im Erdgeschoss, bereiteten wahrscheinlich alles für die Reise vor, also konnten die restlichen beiden Assassinen nichts anderes tun, als sich niederzusetzen.

Nun, sie setzte sich nieder, Jacob warf sich auf's Sofa und faltete die Zeitung auf, doch sein Gesicht spiegelte keine große Interesse an die Berichte.
,,Wir können auch mal Aleck besuchen.", schlug Jacob vor. ,,Oder in einen Schläger-Club gehen. Vielleicht hat Agnes Arbeit für uns."

,,Willst du mich ablenken?", wollte Annabeth belustigt wissen. ,,Kitty ist weg und Evie und Henry werden gehen. Du bleibst ja, das ist wichtig. Immerhin sind wir verheiratet."
Lächelnd wackelte sie mit den Fingern, zeigte den Assassinenring ihrer Mutter Susan und fühlte sich gleich schon besser, als sich Jacobs Mundwinkel hoben. Sie erinnerte sich an die Nacht, wo sie sich betrunken das Ja-Wort gegeben hatten.
Ihr Herz flatterte.

,,Natürlich bleibe ich, Annabeth.", brummte er, als er sich aufsetzte. ,,Ich wäre ein Idiot."
,,Eben", stimmte sie zu. ,,Rooks ohne Anführer?"
Er schüttelte den Kopf, nahm ihre kleine Hand mit dem Ring, hob dabei nicht den Blick. Eine quälende Ewigkeit verstrich, er hatte den Blick einfach auf ihre Hände gerichtet und strich mit dem Daumen über ihre warme Haut.

,,Ich bleibe bei dir. Mit dir.", erklärte der Assassine.
Sie blinzelte schnell, als er ihre Wange griff und ihr mit einem Mal einen Kuss gab. Ein kleiner, mit geschlossenen Lippen, doch es war ein ewiges Versprechen, dass sie gemeinsam in London blieben.
Es bedeutete ihr viel, so unendlich viel. Er war... ihr Gefährte. Wahrscheinlich schon ab dem Moment, als sie ihm das Leben in Carters Haus gerettet hatte.

Jacob wollte sich schon zurückziehen, da sie keine Reaktion zeigte, doch sie vergrub schnell die Finger in sein dichtes Haar und erwiderte den Kuss, nun mit etwas mehr Gefühl.

Irgendwann lösten sie sich doch, lehnten die Stirn aneinander und grinsten einfach dumm.
,,Ich wollte das schon ewig machen.", flüsterte er. ,,Du hast ja keine Ahnung."
,,Was? Das Annabeth Staveley-Hill dem berüchtigten Jacob Frye total den Kopf verdreht?", fragte sie und stand feierlich auf. ,,Ich habe eine Ahnung, glaube mir."

,,Was ist denn hier los?", ertönte plötzlich die Stimme von Evie, als sie die Treppen hinuntergestiegen kam. ,,Habt ihr euch beruhigt?"

,,Wie ich schon einmal zu dir gesagt habe. Wir sind verheiratet.", antwortete Annabeth, ließ den Blick durch Kenways Haus gleiten.
Evie kam neben ihr zum stehen. ,,Immer noch diese blöde Geschichte?", fragte die Assassine amüsiert, bedachte Jacob mit einem liebevollen Blick. ,,Ich mache mir echt keine Sorgen um euch beiden."

,,Nun, ich möchte aber einwenden. Wir sind nicht verheiratet.", grinste Jacob. ,,Wir sind verlobt."

,,Warte- wie bitte? Das ist hier dauernd euer Ernst?", Evie guckte dumm aus der Wäsche, vor allem, als Jacob ächzend aufstand, nur, um Annabeth an seine Seite zu drücken und ihr einen festen Schmatzer auf die Schläfe zu geben.

Evie merkte nicht, dass ihr Mund offen stand und sich ihre Augen weiteten, als Annabeth die Arme um Jacobs Bauch schlang.

,,Natürlich. Seit...", Jacob hob die vernarbte Augenbraue, sah zu Anne hinunter. ,,Zehn Minuten?"
Evie schüttelte den Kopf. ,,Bei euch sind alle Hoffnungen verloren. Können wir vielleicht eurer Hochzeit beiwohnen?"

Jacob legte den Kopf schief. ,,Wir haben natürlich etwas geplant. Eine größere Zeremonie als die von Königin Victoria und ihrem Albert.", erklärte er.
Annabeth sah zu ihm hoch, zeigte anhand eines einfachen Blickes, dass sie nicht wusste, was er meinte.
,,Aber ob ihr eingeladen seid..."
,,Du bist ein kindischer Hohlkopf, Bruderherz. Sei lieber still, sonst trifft dich das gleiche Schicksal wie Prinz Albert."

Jacob, der nun etwas ernster wirkte, musterte seine Schwester mit einem kleinen Lächeln auf den Lippen. ,,Wir können nicht einfach morgen heiraten."
,,Warum denn nicht?", fragte Annabeth. ,,Lass' deine Rooks ausschwärmen, sie sollen Aleck und den Disraelis Bescheid sagen."

Der Rook hielt inne, schien zu überlegen.
,,Weißt du was, Annie? Ich denk' mir was aus."
,,Ja?", sagte sie, war überrascht, dass er wirklich darauf einging.
,,Natürlich."
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