the bloody thames

von tjlc
GeschichteDrama, Romanze / P18
13.03.2018
14.01.2019
27
71521
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Dieses Kapitel
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Willkommen zu meiner neuen Fanfiktion. Ich muss sagen, ich bin besonders motiviert, an dieser Geschichte zu schreiben :)
Hoffentlich gefällt sie euch!
Viel Spaß!



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,,Du liest Zeitung?“
Seufzend sah der Assassine hoch und bedachte seine Schwester mit einem genervten Blick.
,,Willst du mich gleich fragen, ob ich diese Zeichen auf dem Papier überhaupt verstehe?“, murmelte er und knüllte das Tagesblatt zusammen, um es achtlos auf den Boden zu werfen.
Die junge Frau zog die Augenbrauen zusammen und wusste einen Moment nicht was sagen. So erlebte sie ihren Bruder nur äußerst selten und das nur dann, wenn er verkatert aufwachte.
,,Sag' mir was los ist, Jacob.“, meinte sie dann. ,,Was hast du ausgefressen?“
Die Mundwinkel von Jacob sanken nach unten. ,,Nichts.“, antwortete er. ,,Aber die Rooks haben mir gerade mitgeteilt, dass ein Assassine in London eingetroffen ist.“
,,Wirklich? Und was ist denn jetzt so schlimm daran?“
,,Eigentlich nichts, außer, dass es mir eigenartig vorkommt. Ich bin nicht sonderlich daran interessiert, jemanden aus Crawley zu begegnen“, meinte er. Nach einer langen Pause fügte er hinzu:,,Außerdem habe ich Kopfschmerzen.“
Also war Mr. Frye doch verkatert, dachte sie und lehnte sich gegen die Wand. Da waren die Nerven des Assassinen besonders strapaziert, er war da fast genauso schlimm, wie wenn er krank war.
,,Vielleicht bekommen wir Verstärkung? Es wird sicher nicht schaden, den Assassinen aufzusuchen.“
Jacob legte seine Beine komplett aufs Sofa und schloss die Augen. ,,Meinetwegen.“, brummte er. ,,Viel Glück.“
Sie verdrehte die Augen und packte seine Schulter. ,,Ich habe dir erst heute Morgen gesagt, dass ich etwas wichtiges erledigen muss! Also, Bewegung.“
,,Evie, es regnet draußen. Ich habe wirklich keine Lust...“
,,Jacob!“
Er öffnete die Augen und starrte gegen die Decke des Zuges. Er hatte keine Chance. ,,Na schön“, meinte er dann. ,,Wenn Madame es so verlangt, gehe ich den Assassinen eben suchen!“



Es dauerte wirklich nicht lange, bis Jacob sein Ziel gefunden hatte. Nach der Befragung zwei seiner Rooks und ein Kind unter Claras Obhut,  sah er schon den Assassinen gegen der Wand eines Pubs lehnen, mehr oder weniger geschützt vom grauenhaften Wetter.
Jacob trat aus der Gasse und ging mit festen Schrittes auf seinen Assassinenbruder zu.
Leider war er durch die Kapuze undefinierbar, doch dies ließ den Boss der Rooks nicht stoppen.
,,Es ist nicht nötig, hier im Regen zu stehen“, meinte er, seine Stimme hallte in den leeren Straßen Londons. Der unbekannte Assassine sah auf, seine Haltung wurde sofort locker und Jacob erkannte, wie er sogar lächelte.
,,Ich hätte Sie auch so gefunden.“, fügte er hinzu.
Er blieb vor dem Fremden stehen, aber es stellte sich heraus, dass er Jacob nicht einmal so unbekannt war.
Als die Kapuze vom Kopf gezogen wurde, kam eine junge, brünette Frau zum Vorschein, schon alleine das wirre, lockige Haar zeigte Jacob, wer hier vor ihm stand. Sie hatte sich verändert, doch zweifelsfrei konnte er sagen:,,Annabeth Staveley-Hill, was zum Teufel führt dich nach London?“
Londons berühmtes Regenwetter, ihre Müdigkeit und die nicht so charmante Begrüßung Jacobs konnte ihre Laune nicht verschlechtern, ganz im Gegenteil: Annabeth schmeckte endlich das Leben außerhalb der wohlerzogenen vier Wände in Crawley.
,,Ich freue mich auch, dich zu sehen“, meinte sie und nahm einfach Jacobs Hand, um sie heiter zu schütteln. ,,Und was ich hier mache, würde ich gerne dir und deiner Schwester zusammen erzählen“
Er sah sie verwirrt an, nickte dann aber. Ihm war bekannt, dass sie Amerikanerin war und gelegentlich mit Evie und seinem Vater geübt hatte, mehr wusste er auch nicht. Deshalb verlief die Fahrt zum Bahnhof mehr oder weniger schweigend, denn Jacob wollte Evie die ganze Ausfragerei überlassen.



,,Ihr wohnt in einem Zug?“, fragte sie begeistert und wollte schon ihre Taschen aus dem Wagen der Kutsche hieven, doch Jacob kam ihr zuvor und warf sie sich um die Schulter.
,,Ja, das da ist Bertha.“, antwortete er ihr. ,,Hast du hier Steine drinnen, Liebes?“
Die Taschen wogen wirklich eine ganze Menge und er wunderte sich, wie sie so etwas die ganze Zeit tragen konnte, doch er konnte sie dies nicht einmal fragen, da Annabeth an ihm vorbeirauschte und den Zug betrat.

,,Das ist der Wahnsinn!“, rief sie, schaute die Inneneinrichtung mit glänzenden Augen an und verharrte, als sie den Kamin in der Ecke stehen sah. Dieser Zug hatte einen Kamin!

Ihr wurde wieder bewusst, dass sie komplett durchnässt und ihr somit viel zu kalt war, doch dann besann sie sich wieder und wartete darauf, dass Jacob ihr Gepäck abstellte. ,,Gib mir deinen Mantel“, sagte er und streckte seine Hand aus.

Als sie ihn auszog, fühlte sie sich viel leichter, denn das nasse Leder hätte sie noch auf die Knie gebracht, so schwer war es.
Anscheinend war Evie außer Haus- nein, außer Zug, also hatte sie die Möglichkeit, sich gründlich umzusehen. So etwas sah man immerhin nicht alle Tage.

Gerade wollte sie die Bilder an der Wand untersuchen, als sie eine bekannte Stimme aufmerksam machte.
,,Aleck schafft es immer wieder, mich mit Sachen zuzureden, von denen ich keinen blassen Schimmer habe“, kam es von dem Abteil vor ihr.
Als Annabeth der Stimme dorthin folgte, verharrte deren Besitzerin einen Moment in ihrer Position, als sich ihre Blicke trafen, bevor sich ein strahlendes Lächeln auf ihrem Gesicht ausbreitete. ,,Ich kann es nicht fassen, wie schön dich zu sehen!“
Evie hatte sie umarmt, ignorierte galant die feuchten Klamotten, dann schob sie Annabeth von sich weg, ohne ihre Schultern loszulassen. ,,Du hast dich in diesen drei Jahren so verändert, weißt du das?“
Annabeth musste lachen, denn sie war die ganze Fahrt über besorgt, dass sie hier nicht erwünscht war. Aber da hatte sie sich geirrt, denn Evie wirkte wirklich froh.
,,Ich gebe dir trockene Klamotten, einen Moment. Daran hättest du auch denken können, Bruderherz“, meinte sie und ging in den Waggon zurück, aus dem Annabeth gekommen warn, um in ihrer Komode nach Hemd und Hose zu suchen.

Jacob verdrehte beim Tadel seiner Schwester die Augen und drehte sich um. ,,Ich bin drüben in der Bar, dort können wir besprechen, was es zu besprechen gibt.“

Also zog Anne die zu großen Klamotten von Evie an, fühlte sich aber trotzdem pudelwohl.
Der Kamin in Evies Raum hatte ganze Arbeit geleistet.
Als Jacob, Evie und Anne die Rooks in ein anderes Abteil verscheucht hatten, setzte sich die Amerikanerin den Zwillingen gegenüber und faltete ihre Hände ineinander.

,,Also, ich bin hier, um meine Ausbildung zu beenden.“, meinte sie und hielt gespannt die Luft an, da sie auf die Reaktionen der beiden wartete. Evie verharrte in der Position, Anne einen Ale in den Becher zu schütten, während Jacob die Braue hob.
,,Gibt es Abschlussprüfungen in der Ausbildung?“, fragte er, mehr an seiner Schwester gewandt. Doch die deutete das Gesagte ihrer alten Freundin anders, und wie es sich herausstellte, richtig.

,,Nein, ihr sollt mich unterrichten.“
Die Zwillinge sahen sie ungläubig an, immerhin waren sie mehr als beschäftigt in der Stadt, und dann sollten sie noch jemanden lehren?

Doch Evie musste daran denken, dass sie das zu Ende bringen konnte, was ihr Vater angefangen hatte, also kam sie nicht drum herum, als zu lächeln. ,,Natürlich machen wir das, Anne.“

Nun, Jacob war in den ersten Sekunden nicht sehr begeistert, er sah seine Schwester viel besser in dieser Rolle, aber dann legte sich dieser Gedanke schnellstens wieder, als Evie meinte:,,Sie wäre bestimmt ein gutes Mitglied der Rooks, oder?“

Und wie sie das war!
Er sah es schon vor sich: Die Schülerin des Bosses, er würde ihr alles zeigen, was er wusste. Kämpfen mit Stil, tödlich, aber elegant.

,,Wann willst du anfangen?“, grinste er und lehnte sich zurück.
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