Neu im Hause Slytherin 2

von Wilna
GeschichteAllgemein / P18
Blaise Zabini Daphne Greengrass Draco Malfoy OC (Own Character) Severus Snape
13.03.2018
11.01.2019
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Snape schwenkte mit einem süffisanten Grinsen auf den Lippen ein Glas Scotch in seiner rechten Hand.
Er saß in einem schwarzen Ledersessel in der Ecke seines Büros, sein Umhang schien mit der glatten Oberfläche des dunklen Möbelstücks zu verschmelzen.
"Miss Summer...Was für eine Freude...", schnalzte er und erhob sich elegant.
"Wir sind allein.", stellte ich fest, "Wieso sprichst du mich nicht mit meinem Vornamen an?"
Er kam mit bedrohlicher Miene auf mich zu und knurrte: "Es gefällt mir nun mal, so mit Ihnen zu sprechen. Und sprich mich gefälligst mit meinem Titel an!"
"Professor?", fragte ich zittrig, wich ein paar Schritte zurück und stieß dabei gegen seinen Schreibtisch.
Er musterte mich von oben bis unten, trat an mich heran und drängte mich gegen das dunkle Holz seines Tisches.
Seine kühlen Hände fuhren dabei, als wäre es aus Versehen, über meine Hüften.
"Hattest du etwa Streit mit einem der werten Malfoys? Oder gleich mit beiden?", fragte er in überheblichem Ton.
Kopfschüttelnd sah ich zu Boden: "Wie kommen Sie darauf, Professor?"
"Aha, endlich sprechen Sie mich richtig an, Miss Summer...", stellte Snape zufrieden fest und küsste sanft meinen Hals, "Und ich komme darauf, weil Sie mich angefleht hatten, Sie und den sehr geschätzten Mr.Malfoy über das gesamte Wochenende weg fahren zu lassen, um den Vater  des Jungen zu besuchen. Wenn Sie nun also, nur eine Stunde nach Ihrer Abreise, direkt zu mir ins Büro apparieren, kommen bei mir Fragen auf, Miss."
Ich verdrehte leicht die Augen und raunte: "Draco hat sich seinem Vater gegenüber wie ein Idiot aufgeführt. Außerdem hat er in deren Streit mich und mein Schicksal als Argument für das Fehlverhalten seines Vaters genutzt."
Snape nickte nur wissend und erklärte: "Üblich, für den jungen Malfoy: Unzügelbares Temperament und ein übergroßes Maß an Arroganz. Das kam ihm bereits öfters in die Quere."
"Ich möchte jetzt eigentlich nicht weiter über die Fehler meines Freundes sprechen...", schnaubte ich, seine Lippen fuhren dabei vibrierend über mein Kinn.
"Wieso sind Sie dann hier, Miss Summer?", fragte Severus wissend.
Ein leichtes Seufzen entkam ihm, als er mit seinen kräftigen Händen über meinen Hintern strich.
"Ohh Professor...haben Sie es wirklich so...nötig?", keuchte ich gegen sein dunkles Haar, als er sich leicht gegen mich lehnte und grob seinen Oberkörper gegen meinen rieb.
"Werden Sie bloß nicht zu frech, Miss Summer!", bellte er und ich zuckte für einen Moment unter seiner lauten Stimme zusammen, doch dann entspannte ich mich wieder.
"Sir, ich habe nicht vor, mit Ihnen zu schlafen.", erklärte ich leise, mein Blick senkte sich langsam.
"Miss Summer?", fragte er nur und ließ wieder etwas Abstand zwischen uns. Erst jetzt, als er leicht von mir abließ, bemerkte ich, dass ich während ich zwischen ihm und seinem Schreibtisch eingeklemmt gewesen war, kaum geatmet hatte.
"Severus, ich...", versuchte ich mich zu erklären, doch er unterbrach mich unwirsch: "Du liebst ihn."
Ich sah wieder zu ihm auf. Es tobte ein Unwetter in seinen schwarzen Augen.
"Allerdings.", bestätigte ich das, was er bereits gesagt hatte.

Er ging ein paar Schritte fort und wand sich von mir ab. Nachdenklich faltete er seine Hände auf dem Rücken und ging auf ein großes Fenster zu.
Benommen stützte er sich auf dem Fensterbrett ab.

"Was, wenn ich dich zwinge?", fauchte er und drehte sich hektisch wieder zu mir. Das Unwetter in seinen Augen war einem wilden Sturm gewichen.
"Das würdest du nicht!", zischte ich und schlug mit der flachen Hand auf die Tischplatte. Es knallte laut, was vorallem mich selbst erschreckte. Ich hatte nie von mir erwartet, mutig genug zu sein, so mit  Snape zu sprechen.
"Du wagst es, dich mir gegenüber so zu benehmen? In meinem Büro?", fragte er mit schneidender Stimme, schritt dabei mit finsterer Miene  auf mich zu und knirschte leicht mit den Zähnen, vor Wut.
Ich kam nun ebenfalls ein paar Schritte auf ihn zu: "Ja, ich wage es. Ich befürchte, sonst nicht von dir gehört zu werden!"
Schnaubend blieb er stehen und fuhr sich durchs Haar.
"Wieso weißt du mich zurück? Wieso genau jetzt, was hat sich verändert?", wollte er wissen, jedes seiner Worte bebte. Ob vor Wut, Angst, Unsicherheit, Trauer oder purem Hass war schwer zu sagen. Ob es vor Liebe war? Vor Schmerz?

"Severus. Ich kann das nicht länger. Ich brauche Sicherheit in meinem Leben! Und Draco, er und sein Vater brauchen mich jetzt...Ich MUSS ihm treu sein! Das ist Wahnsinn, was er alles für mich tut, während ich...ihn....ihn hintergehe. Verstehst du, ich brauche jemanden, der mich liebt.", nuschelte ich. Tränen brannten in meinen Augen, was meine Worte zum stocken brachte.
Der düstere Mann, der mir gegenüber stand, senkte bei meinen Worten getroffen den Kopf.

"Niemand-", begann Severus mit etwas trockenem, rauen und kaltem in der Stimme, "Wird dich je mehr lieben, wie ich es tue."

Seine Worte brannten im Raum zwischen uns. Nun kullerten einige Tränen unaufhörlich an meinen Wangen herab.
"Wie bitte?", fragte ich und rang nach Luft. Ich klang dabei kränklich und erschrocken.

Er nickte nur leicht.
"Ja, Olive. So ist es.", bestätigte er seine Aussage erneut und sah mich dabei direkt an.

Schweigen legte sich über uns.
Er liebte mich?

Irgendwo, tief in mir, hatte ich ich es die ganze Zeit gewusst.
Seine Blicke, wenn Dracos und meine Lippen uns trafen.
Seine Hilfsbereitschaft, immer wenn ich in Not war.

Und...und die elend vielen Bilder, die er von mir geschossen hatte. Die Bilder, die ich in seinem Schlafzimmer gefunden hatte. Bei meinem Aufenthalt in seinem Haus, während der Flucht vor Voldemort.
Die Bilder, die er zwischen meinen Höschen auf seinem Bett verteilt hatte. Die Höschen, die er aus meinem Gepäck gerissen hatte.

Als hätte er meine Gedanken lesen können, fauchte er nun: "Tu nicht so, als hättest du nichts bemerkt! Du hast es genau gesehen! Die Bilder, die ich von dir gemacht habe, ständig habe ich dich fotografiert. Wie besessen jage ich dir hinterher! Schütze dich vor allem, was dich bedroht, ja sogar vor dir selbst! Jeden Moment mit dir genieße ich auf unbeschreibliche Weise und sauge ihn nahezu in mir auf, ich-..."

"Severus!", unterbrach ich ihn, beinahe schreiend, "Hör auf!"
Ich weinte, wie lange nicht mehr. Mein ganzes Gesicht war rot und mein Blick war leicht verschwommen, von all den Tränen, die in meinen Augen lagen.

Mit besorgter Miene kam er nun wieder auf mich zu.
Dabei war er mir wieder so nahe gekommen, dass sein Atem den meinen streifte.

"Ich liebe dich. Und ich werde nicht so schnell aufgeben, wie du es dir erhoffst."
Mit diesen Worten war er verschwunden. Einfach verschwunden, wie eine Staubwolke in der Wüste, die eins mit der Umgebung wurde.
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