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Der Fluch der alten Stadt

von Fraeddy
GeschichteAbenteuer, Fantasy / P16 / Gen
11.03.2018
03.05.2018
2
1.562
 
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Die morgendlichen Sonnenstrahlen fielen durch die Fenster von Burg Schwarzfels. Hinter einem davon befand sich das Zimmer von Ardo, Sohn des Burgherrn Ritter Farelius. Er streckte sich, stand auf und ging zum Fenster. Draußen begann langsam auch ein geschäftiges Treiben. Ein von einem Gelbhorn gezogener Holzkarren fuhr durch das Burgtor. Er wurde von einer Gruppe Bergarbeiter begleitet, welche gerade ein Arbeitslied anstimmten. Sie waren auf dem Weg zu den Kohleminen von denen Burg Schwarzfels ihren Namen hatte. Ardo zog sich an und ging zum Frühstück. "Was macht das Training ?", fragte ihn sein Vater. "Geht gut", kam als Antwort. Den Rest des Frühstücks saßen Ardo und Farelius sich schweigend gegenüber. Daraufhin machte er  sich auf den Weg zum Trainingsplatz.  Auf dem weg kam er bei Gerion dem Schmied vorbei. Er was gerade damit beschäftigt eines der Gelbhörner auf Vordermann zu bringen. "Morgen Gerion". Ein Kopf mit rotem Pferdeschwanz tauchte über der zahmen Maschine auf. Eine Grobe Hande schob eine Schutzbrille nach oben, unter welcher freundliche blaue Augen auftauchten.  Diese Augen befanden sich in einem rundem Gesicht mit rotem zu Zöpfen geflochtenem Vollbart. "Gute Morgen Ardo. Was führt dich denn zu mir ?"
"Wollte nur fragen was meine Armbrust macht."
"Ist fertig." Gerion ging zum einem Regal hinter ihm. Als er nach der Armbrust greifen wollte, fiel sein Blick auf die klebrigen Grassaft-Fäden die sich zwischen seinen Fingern zogen. "Ups. Einen Moment !" Er wusch seine Hände in dem Wasserbottich neben dem Amboss, dann gab er Ardo seine Armbrust. "Ist wie neu. Hab noch ein paar kleine Verbesserungen vorgenommen. Sag mir doch später wie sie dir gefallen, ok ?"
"Ja, mach ich. Danke Gerion."
"Keine Ursache. Kann doch nicht verantworten dass dir etwas zustößt. Außerdem zahlt dein Vater gut. Viel Spaß beim Training."
"Danke. Frohes Schaffen dir."
Schließlich kam er am Trainingsplatz an. "Morgen Marius."
"Guten Morgen Ardo," kam es von dem großgewachsen, kahlköpfigen Mann welcher einer der Ausbilder der Burg war. "Was hast du da denn Schickes ?" Marius zeigte auf Ardos verbesserte Armbrust. "Gerion hat meine Armbrust verbessert. Ich wollte sie nachher testen."
"Von mir aus. Aber vorher wird mit dem Schwert geübt. Ein Mann muss sich auch in direkter Konfrontation beweisen. Und erst will ich mir das Ding anschauen. Nicht dass eine von Gerions Erfindungen mir die Kampfschule einreißt."
"Machs nicht kaputt"
"Die Armbrust nicht, aber dich vielleicht !" Mit diesen Worten hatte Marius ein Schwert gezogen und war auf Ardo zugestürzt. Dieser duckte sich geschickt unter Marius Angriff hindurch, manövrierte zum Waffenständer hinter Marius, griff sich ein Langschwert und parierte Marius nächsten Angriff. Nachdem sie einige Schwertschläge ausgetauscht hatten, passierte plötzlich etwas eigenartiges mit Ardo. Das Sonnenlicht schien plötzlich heller zu sein, die Zeit verlangsamte sich als Ardos Blick an goldenem Haar hängen blieb, zu leuchtend blauen Augen hinunterwanderte, über eine wohlgeformte Brust glitt, und auf geschwungenen Hüften liegenblieb. Kurz darauf holte ein stechender Schmerz im Schienbein, gefolgt von einem Dröhnen im Kopf ihn erstens in die Realität zurück; und zweitens auf den Boden des Trainingsplatzes. Ein lachender Marius steckte mit einer eleganten Bewegung sein Schwert in die Scheide. "Firuna ! Komm doch mal rüber, ich hab eine Aufgabe für dich !"
"Ach hallo Marius, hallo Ardo. Was soll ich denn machen ?"
"Nicht viel. Setz dich einfach hier hin."  Marius deutete auf eine Holzbank am Rand des Trainingsplatzes. "Na dann Ardo, weiter gehts !" Nachdem ein abgelenkter Ardo noch ein paar weitere male im Dreck gelandet war, nahm irgendwann sein Wunsch Firuna zu beeindrucken überhand und er fing an wie ein Bessesener zu kämpfen, wodurch er letzten Endes Marius zu Boden fegte. Eine zumindest ansatzweise beeindruckte Firuna stand applaudierend von ihrem Sitzplatz auf, zwinkerte Ardo zu, gab ihm einen Luftkuss und drehte sich mit den Worten "Viel Spaß noch, Jungs !" um und ging. Ardo half Marius auf die Beine. Dieser klopfte seine Kleidung ab, knackte mit seinem Kiefer und sagte dann halb belustigt, halb beeindruckt : "Nicht schlecht. Dann kann ich dich ja tatsächlich auf die Expedition gehen lassen."
"Was sollte das denn ? Du weißt doch wie ich zu Firuna stehe."
"Natürlich weiß ich das. Ich wollte nur sichergehen dass du dich im Kampf fokussieren kannst."
"Kann ich doch auch. Zum Glück bin ich auf der Expedition weit von ihr entfernt."
"Ach bist du das  ? Dann ist ja gut...", sagte Marius mit leichten Grinsen. "Aber genug davon. Schauen wir uns mal dein Gerät das dir Gerion da zusammengebastelt hat genauer an."
Ardo und Marius gingen in die Waffenkammer neben dem Trainingsplatz. Drinnen schob Marius auf einem Tisch einen Haufen undefinierbarer Metallteile zu einem noch größereren und wackeligeren Haufen zusammen. Ardo holte sich einen Stuhl und legte dann seine Armbrust auf den Tisch. Marius drehte und wendete sie einige Zeit schweigend in seinen Händen und musterte das Gerät kritisch. Als Ardo schon ungeduldig wurde, legte der Waffenmeister die Armbrust zurück auf den Tisch und nickte anerkennend. "Da hat sich Gerion aber wirklich selbst übertroffen. Wie ist er denn auf die Idee gekommen ?" Tatsächlich war die Armbrust, wenn man das Gebilde denn so nennen konnte, anders als alles was Marius bis jetzt so an Waffen zu sehen bekommen hatte. Dort wo sich normalerweise die Bolzenauflage befand war ein Metallrohr befestigt, aus dem ein metallener Bögen herausragte, dessenSehnen im entspannten Zustand direkt mit dem hinteren Ende des Rohrs abschloss. Auf der Sehne befand sich außerdem eine kleine Metallkugel. An der Unterseite des Rohr war ein verschiebbarer Griff angebracht, welcher einen Haken bewegte mit dem man den Bogen überraschend leicht spannen konnte. Die Geschosse waren nicht weniger merkwürdig. Sie bestanden aus einem an einem Ende spitz zulaufenden Metallzylinder an dessen flachen Ende sich ein kleiner Behälter Grassaft befand. „Komisches Ding. Keine Ahnung wie dieser lasche Bogen irgendwas schießen soll. Aber egal, probieren wir’s aus.“ Die beiden gingen hinaus auf den Trainingsplatz, zu einer Strohfigur eines Gelbhorns, welche mit ausrangierten Stahlplatten die Gerion übrig gehabt hatte verkleidet war. Ardo schob eins der Geschosse in das Rohr, legte an und drückte ab. Der Bogen entspannte sich, die Metallkugel schlug auf den Behälter am Geschoss, welcher explodierte und den Metallzylinder aus dem Rohr, durch die Panzerplatten und auf der anderen Seite des Ziels in die Hauswand jagte. Ardo wäre vor Schreck beinahe auf dem Boden gelandet und seine Schulter schmerzte. „Ok, ich nehm alles zurück was ich über den Bogen gesagt habe. Das Ding ist... beeindruckend. Alles in Ordnung ?“ Marius half Ardo auf die Beine. „Dann würde ich sagen war es das für heute. Sollst ja morgen nicht all zu kaputt sein.“ Ardo nahm seine Waffe, verabschiedete sich von Marius und machte sich auf den Heimweg.  Als er in die Nähe der Schmiede kam, hörte er plötzlich einen lauten Knall, gefolgt von platschendem Wasser, Gelächter und Gefluche. Dort angekommen stand Ardo einem triefend nassen Gerion gegenüber der resigniert an sich herunterblickte. Neben ihm befanden sich die Überreste seines Wasserbotichs und in der Hand hielt er ein ziemlich verbogenes Schwert dass an einiges Stellen eingerissen war und über eine für Stahl eher ungesunde Farbe verfügte. "Scheiße noch eins wie kann man denn nur so dämlich sein!",schimpfte der Schmied und warf das Schwert gegen die Hauswand wo es wie Glas zersplitterte. „Gerion, Alles in Ordnung ? Wie hast du denn das geschafft ?“
„Naja, als du vorhin bei mir warst, hab ich doch meine Hände im Wasserbottich gewaschen. Und als ich das Schwert hier“- Gerion zeigte auf den Splitterhaufen an der Wand -„kühlen wollte, ist mir das leider eine halbe Sekunde zu spät eingefallen. Und du weißt ja, Wasser mit Grassaft gemischt reagiert ungefähr so wie ein Knappe wenn er seine Flamme und ihre Freundinnen "zufällig" beim Nacktbaden im Fluss stört.“
„Was ?! Woher weißt du das  ?! Wer hat hier...“
„So, geschlossen für heute, ich muss das Chaos hier beseitigen“, sagte Gerion, schob Ardo auf die Straße und verschwand im Haus. Ein leicht verwirrter Knappe machte sich auf den Heimweg.
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