Ambassador

KurzgeschichteHumor / P6
Black Panther / T'Challa
11.03.2018
11.03.2018
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Wakanda hatte sich also entschieden, seine jahrhundertlange Isolation aufzugeben und die Welt an all den unglaublichen Dingen teilhaben zu lassen, die sie über die Jahre aufgebaut hatten. Und Everett Ross war unfassbar Stolz auf den so jungen König. Wakanda konnte die Welt verändern. Wakanda konnte die Welt zu einem besseren Ort machen. Wakanda konnte Stolz auf das sein, was es war und was es erreichen würde.

Aber, und das war ein großes Aber, dieser Stolz kam nur zum Vorschein, wenn Ross es schaffte, sich nicht den Kopf darüber zu zerbrechen, was alles schief gehen konnte. Er war ein Agent der CIA, hatte davor in der Armee gedient. Es gab immer gute Menschen, solche wie T’Challa. Und Visionäre wie Shuri. Aber es gab auch solche Menschen, die nur darauf warten würden, das Vibranium zu kommerzialisieren. Es würde ein Kampf werden, einer hinter den Kullisen, im Kleingedruckten von den Verträgen und  hinter den falschen Lächeln von Investoren und Diplomaten.

T’Challa war alles andere als dumm, Shuri war alles andere als leichtgläubig und Okoye würde jeden vierteilen, der es auch nur wagen würde ihren König oder ihr Land schief anzusehen. Wakanda hätte sich keine besseren Leute für diesen Schritt wünschen können. Aber abgesehen von T’Challa hatte keiner von ihnen eine wirkliche Rolle bei internationalen Verhandlungen gespielt. Wakanda war zwar angeblich ärmlich und rohrstoffarm und somit nicht von interesse für die meisten Länder, aber es hatte auch keine Entwicklungshilfe bezogen. Ausländer hatten das Land kaum betreten und der König war nur in das Bild der Öffentlichkeit getreten wenn es unbedingt notwendig war. Was ein unfassbar kluger Schachzug gewesen war, Ross zog seinen Hut vor der Art und Weise wie Wakanda es in einer globalisierten Welt geschafft hatte, sich immer noch genug Privatsphäre zu behalten um nicht aufzufliegen. Natürlich hatten sie überlegene Technologie um zu verbergen wer sie wirklich waren, aber es war abgesehen davon immer auch ein ganzes Stück psychologische Arbeit Menschen von einer Lüge zu überzeugen.

Aber jetzt brauchte Wakanda Abgeordnete, Minister, Diplomaten, Botschaften in aller Welt. Es war vielleicht ein wenig mehr, als das Land stemmen können würde. Und genau darauf wetteten Menschen im Hintergrund. Darauf wetteten Regierungen und Lobbyisten. Die Welt konnte ein schrecklicher Ort für Optimisten und die Guten sein, wenn man in die Finger der falschen Leute geriet.

Und obwohl Wakanda über eine Reihe von absolut fähigen Leuten verfügte, so waren diese in Isolation aufgewachsen, hatten nur mit den Leuten verhandelt, die ihre Landsleute waren und von denen sie wussten, dass bei ihnen Wakanda an höchster Stelle stand. Es war um kleine Dinge gegangen. Darum wie man die verteilte, Streiterreien auflöste und den Menschen das bestmögliche Leben ermöglichte. Es war um Wakanda gegangen. Und nur um Wakanda.

Aber auf einmal war Wakanda in eine Ring von hunderten Ländern getreten und Ross war lange genug ein Agent gewesen um zu wissen, dass nicht alle wirklich daran interessiert waren, ob Wakanda nach einem Deal aufstieg oder zugrundegerichtet wurde.

„Kolonist“, riss in Okoye aus seinen Gedanken. Sie trug nicht ihre Uniform, die sie als General der Dora Miljae hätte ausgegeben, und sah ihn mit stechenden Augen an. Er hatte gesehen, wie diese Frau Menschen getötet hatte. Sie war beeindruckend und furchteinflößend und dem Himmel sei dank hatte sie angefangen ihn zu mögen. Das vermutete Ross jedenfalls. Er wollte es um ganz genau zu sein.

„Okoye“, erwiederte er und lächelte sie an. Er würde ihr gerne sagen, dass ihr König einer der mutigsten Männer war, von dem Ross die Ehre hatte kennenzulernen. Aber Okoye schien nicht auf Komplimente gegenüber ihres Führers aus zu sein. Vielmehr sah sie ihn stumm an.

„Das hier ist ein sehr bedeutender Tag für uns alle“, begann Ross und nahm einen Schluck aus seinem Wasserglas. Er war nicht im Dienst, um genau zu sein würde die CIA ihn so lange suspendieren bis sie auch bis ins kleinste Detail herausgefunden hatten was mit ihm in Wakanda passiert war. Daran würden sie sich wohl einige Tage die Zähne ausbeißen aber Ross hatte seinen Zwangsurlaub genutzt um hier dabei zu sein. Und vielleicht hatte er ein wenig darauf geachtet, eine paar sehr schmierigen Leuten den Ausgang zu zeigen. Dabei konnte man keinen Alkohol gebrauchen.

„Denken Sie, dass wir nicht fähig sind unser eigenes Land zu handhaben, Agent?“ fragte Okoye abrupt und Ross war sich sicher, dass sie aufgehört hatte ihn zu mögen. Wenn sie es jemals getan hatte.

„Natürlich nicht“, widersprach er etwas heftig „nie würde ich Ihre Kompetenzen oder die des Königs in Frage stellen!“

„Wir waren uns sehr wohl bewusst, dass der Mann uns hereinlegen wollte, bevor Sie ihn so nett daran gehindert hatten.“ Ross wusste nicht genau, ob Okoye darüber wütend war, oder ob es eine reine Feststellung der Tatsachen war. Die Frau sah ihn ausdruckslos an, kein Muskel in ihrem Gesicht verriet jegliche Emotion.

Ob sie auch davon wussten, dass der Mann eine eingestürzte Fabrik in Bangladesh hatte, wollte Ross fragen. Und dass er in Kenia einen Fluss vergiftete, indem er Geld sparen wollte. Natürlich würden sie das wissen, aber Ross hatte es auch gewusst und der Gedanke, dass dieser Herr auch nur Wakanda sehen würde, hatte in ihm Ekel ausgelöst.

„Das war nicht …“ setzte er an, aber Okoye hatte sich schon umgedreht und ging zurück zu der kleinen Gruppe von Wakanderianern, die von allen anderen Abgeordneten wie Fliegen umschwirrt wurden.

Ross wünschte sich seinen Job zurück.

                                                                     ~*~*~

Drei Tage später war Agent Everett K. Ross kein Agent mehr. Man hatte ihn gefeuert. Zynisch dachte er, dass ein Entlassungsbrief immer noch besser war als der Tod. Es war keine Lüge, dass manche Agenten nur mit einer Kugel aus dem Job raus kamen.

„Wegen befürchteten Einschränkungen, die in der Zukunft auftreten könnten“ stand irgendwo am Anfang, nach den ganzen formalen Floskeln. Natürlich stellte man keinen Agenten mit einer Kugel im Rückenmark ein. Sie trauten wohl der Technik nicht so, wie Ross es tat.

Er hatte eine Kugel bekommen und das Gefühl über seinen Körper verloren bevor Shuri mit ihrem klugen Kopf alles wieder so gerückt hatte, dass Ross seine Beine und Finger wieder bewegen konnte. Seine Dankbarkeit gegenüber ihr war hierfür grenzenlos. Sein Körper würde ihn nicht hintergehen, es würde keinen plötzlichen Ausfall eines Geräts geben das dazu führen würde, dass die Taubheit sich wieder ausbreiten würde. Shuri hatte das Unmögliche vollbracht. Die CIA wollte das nur nicht glauben.

Das wirklich traurige an der ganzen Sache war, dass Ross keine Ahnung hatte, was er jetzt tun sollte. Er war bei der CIA gewesen seit sie ihn abgeworben hatten, dass war vor einer Ewigkeit gewesen.

Ross blickte sich in seinem Apartment um, dass er jetzt wohl doch häufiger sehen würde, als am Anfang geplant und fand sich damit ab. Die Miete musste irgendwie bezahlt werden, er musste irgendwie Essen kaufen. Er würde wohl wieder Bewerbungen schreiben.

Ganz kurz fragte er sich, ob Wakanda wohl Gebrauch von einem ex-CIA Agenten haben konnte.
                                                                 
                                                                     ~*~*~

Shuri rief in auf seinem Handy an. Es war seltsam, sich vorzustellen, dass dieses Genie ein so altes Ding überhaupt noch Beachtung schenken würde. Er hatte wenig von Wakanda gesehen, aber was er in dem Labor im Berg zu Gesicht bekommen hatte sprach mehr als nur eindeutig dafür, dass Shuri sehr wenig von der Technik halten würde, mit der Ross ausgestattet war. Himmel, sogar die Technik für seine früheren Einsätze kamen im immer wieder veraltet vor, wenn er sie in Gedanken mit dem verglich, was Shuri so zu erfinden schien.

„Wo gibt es die beste Pizza in New York?“ ertönte es von der anderen Seite. „Sie sind doch New Yorker oder? Jetzt bin ich einmal hier und weiß nicht, wo ich sie finden kann. Können Sie sich das vorstellen? In New York zu sein und keine Pizza gegessen zu haben? Das wäre Schändung von Kultur!“

Ross hatte sich schon halb aus seinem Wohnblock entfernt, als im auffiel, dass Shuri ihn niemals dafür gebraucht hätte, die beste Pizza zu finden. Aber es war nett von ihr.


Shuri war jemand, den man mögen musste. Sie war eine junge, intelligente Frau mit einem Kopf, der Tony Stark Konkurrenz zu machen schien. Es war immer noch ein wenig surreal für Ross persönlich sie in New York dabei zu beobachten, wie sie Pizza aß.

„Es ist unglaublich hier zu sein“, sagte die Schwester des Königs nach einen Bissen. „Ich bin froh dass T’Challa sich hierzu entschieden hatten. Können Sie sich das vorstellen Kolonist? Ich werde mich mit Tony Stark austauschen! Ohne jeglichen Filter. Mann, das wird klasse!“

Ross war ein wenig beunruhigt wenn es um die Vorstellung ging, dass zwei so große Genies zusammen arbeiten konnten. Sie könnten die Welt übernehmen. Zum Glück war das Universum nett genug gewesen, um sie auf der Seite der moralisch rechtschaffenen zu stellen.

„Vielleicht lässt er Sie seine Rüstung mal ansehen?“ witzelte er, obwohl das vollkommen ausgeschlossen war. Stark ließ niemanden an seine Rüstung.

„Das wäre mega. Wissen Sie, ich hätte sogar ein paar Ideen. Meinen Bruder musste ich geradezu dazu nötigen, das neue Model anzuziehen. Er hing meiner Meinung nach ein wenig zu sehr an dem traditionellen Teil. Aber obwohl es wirklich cool war, wussten Sie, dass er immer seinen Helm aufziehen musste, um zu verhindern, eine Kugel abzubekommen? Er musste ihn aufziehen. Eigenhändig. Wie veraltet! Also habe ich das Problem binnen Stunden gelöst und jetzt haben wir das schicke Teil, was er in eine Halskette packen kann. Ich bin wirklich klasse! Ich wette Stark hängt nicht so sehr an Konventionellen Methoden.“

Shuri war, um es kurzzufassen, wirklich unglaublich. Ross hoffte innständig, dass die Welt ihr erlaubte, dieses Feuer in ihren Augen zu behalten. Unvorstellbar wie es ihr gehen würde, wenn eines Tages ihre Erfindungen zu einem anderen Zweck verwendet würden, als sie geplant hatte.

„Ich hab gehört, Sie sind jetzt kein Agent mehr“, sagte sie nebenbei während sie genüsslich in ein Pizzastück biss. „Was machen Sie denn jetzt?“

Ross war sich nicht sicher, wie Shuri das wusste. Er war sich nicht sicher, ob er es wissen wollte. Er wollte es ganz sicher nicht wissen.

„Irgendetwas ruhiges“, antwortete er und nippte an seinem Kaffee. „Nachdem ich fast gestorben bin, und das mehrmals, denke ich, dass Ruhe meinem Blutdruck guttuen wird.“

Natürlich log er. Ruhig war nie wirklich sein Feld gewesen. Aber er wollte nicht, dass sie sich Sorgen machte.

„Sie und ruhig?“ Shuri lachte laut und warf ihren Kopf zurück. „Seien Sie nicht albern, Sie würden sterben vor langeweile! Wissen Sie was, wenn Sie keinen Job finden, dann frage ich T’Challa ob ich Sie als Versuchskaninchen haben darf! Wir zahlen Mindestlohn.“

Ross lachte mit ihr.

                                                                     ~*~*~


Everett Ross hatte ein Stellenangebot. Es stand in Form von T’Challa vor ihm.

„Bitte?“ fragte der Ex-Agent und zog eine Augenbraue nach oben.

Der König lächelte ihn freundlich an und verschränkte die Arme vor der Brust. Ross war sich sicher, das Okoye irgendwo auf dem Flur war, bereit ihn mit einem Speer zu durchstoßen, sollte er auch nur die kleinste, falsche Bewegung machen.

„Ich wollte Ihnen ein Angebot machen. Sie haben viel Erfahrung in internationalen Beziehungen, und diese Erfahrungen sind sehr wertvoll für uns, besonders jetzt.“ T’Challa, der König von Wakanda und Black Panther leibhaftig, stand in Anzug in einem kleinen New Yoker Apartment eines Ex-CIA Agents. Und wollte ihn anheuern. Das war ein sehr Schlechter Zug, wollte Ross sagen. Interessen Konflikte. Die schiere Absurdität dieser Situation!

„So sehr ich Ihr Angebot schätze, Eure Majestät, das ist ein wirklich dumme Idee. Es gibt weitaus qualifizierter Ihrer Landsleute. Ich passe nicht wirklich zu Ihrem Land oder?“ Der König verzog sein Gesicht. Diesen Satz konnte man auch falsch verstehen, aber es gab Dinge, die Ross nicht einfach so von der Hand weißen konnte. Er war kein Einwohner von Wakanda, er konnte die Sprache nur wirklich Bruchstückhaft, die Kultur war, da Shuri kein großer Fan und Okoye sehr verschlossen gegenüber ihm war, ihm immer noch größtenteils ein Rätsel. Er war ein verdammter CIA Agent gewesen, kein Diplomat!

„Sie haben Kralle dazu bekommen, Ihnen zu vertrauen“, T’Challa hatte einen sturen Gesichtsausdruck aufgesetzt.

„Also bitte, der Mann war auf schnelles Geld aus, ihm zu den Deal zu überreden war nicht schwer!“

„Und trotzdem wussten Sie in etwa wie viel Geld er wollte, wann Sie nachgeben und wann Sie hart sein mussten. Sie sind ein Unterhändler, Mister Ross. Und wir brauchen solche Leute wie Sie!“

„Weil ich die Leute anziehen würde, die Wakanda schaden wollen? Der Ex-CIA Agent, dessen Loyalitäten nicht so klar definiert sind?“ Ross verlagerte sein Gewicht auf den Ballen. Er mochte Wakanda, er mochte ihre Werte, ihre Tradition, er mochte T’Challa. Aber er konnte sich nicht vorstellen, dass ein Außenstehender auf Freude treffen würde. Nicht nachdem, was der letzte angerichtet hatte. Und der war immerhin irgendwie mit diesem Land verbunden gewesen.

T’Challa sah ein etwas verlegen aus. „Das war jetzt nicht unbedingt der erste Gedanke, der mir dabei durch den Kopf gegangen war, aber ja, da könnten Sie Recht haben. Ein wenig vielleicht.“

Ross starrte diesen jungen Mann an, der sich auf eine Welt eingelassen hatte, die Männern wie ihm das Genick brechen konnte. Oder die mit ihm vielleicht eine gute Richtung einschlagen würde.

„Sie könnten der Welt helfen, uns zu verstehen. Sie könnten uns helfen, die Welt zu verstehen. Außerdem hat Shuri gesagt, dass im Moment Arbeitslos sind.“


Okoye lächelte Ross an, als er nach T’Challa auf den Flur trat.

„Ich dachte Sie sind auf mich sauer“, sagte Ross etwas überrumpelt. Er hob die Stimme gegen Ende des Satzes um seine Verblüfftheit noch einmal voll und ganz zu unterschreiben

„Ich wusste seit diesem Moment, dass Sie aus dem richtigen Holz für diesen Job geschnitzt sind“, entgegnete die Frau, ohne auf seine Festsellung, oder Frage, aber sie war sauer auf ihn oder? Sie hatte ausgesehen, als würde sie ihm den Kopf abreisen können, aber so sah Okoye oft aus und, war sie nun sauer auf ihn oder nicht?

„Das war ein Test“, fügte sie hinzu während sie sich hinter den Männern einordnete. „Ich wollte sichergehen, dass mein König keinen Fehler macht, wenn es um die Besetzung so wichtiger Posten geht.“

„Okoye“ zischte der Angesprochene.

„Ich stimme Ihnen zu General“, Okoye lächelte leicht und vielleicht würde das hier der Beginn von etwas Gute sein, dachte sich Ross.

Shuri lächelte ihn an, als er die Tür der Limousine öffnete.

„Ich wusste, dass Sie nicht nein zu dem Angebot sagen können! Willkommen Botschafter Ross, aber glauben Sie nicht, dass ich aufhöre Sie als Versuchskaninchen zu betrachten. Sie müssen ja ganz genau wissen, von was Sie der Welt da erzählen. Oh, und ich werde Ihnen zeigen, wo es bei uns das beste Ugali gibt! Das schlägt eure Pizza um Welten!“

Ross setzte sich etwas benommen auf die Rückbank und lächelte Shuri an. Das hier würde also sein Leben werden. Das hier würde sein, was er repräsentieren würde. Damit konnte Everett gut leben.
____________________________________________________________________________________________________________Ross ist in den Comics ein Botschafter von Wakanda, also dachte ich, das wird er bestimmt auch im MCU. Ugali ist ein Nationalgericht von Kenia und weil Wakanda irgendwo an der Grenze von Kenia, Südsudan, Äthopien und Uganda liegt, hat Kenia das Rennen gewonnen.
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LG Anemonenfisch
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